Auf dem Motorrad kann man den Goldenen Westen hautnah spüren und verstehen, warum in Kalifornien die sexuelle Revolution ausgerufen und das Internet erfunden wurde.
Vorbereitung und Anreise
Doch zunächst muss man es erst einmal schaffen, ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten einzureisen. Das scheint nämlich gar nicht so leicht zu sein, wenn man den unterschiedlichen Erfahrungsberichten in diversen Internetforen Glauben schenkt.
Ein paar hundert Meter weiter, an dem Schild, das einen in „California“ willkommen heißt, hielt ich an, um eine kurze Filmszene zu drehen. Scheinbar wird der Grenzübergang Mexicali/ Calexico selten von anderen Grenzgängern benutzt, als US-Bürgern, die von einem Wochenendtrip nach Mexiko zurückkehren.
Ziemlich kaputt von dem 12-Stunden-Flug. Am nächsten Morgen saßen wir einige Stunden in der Hotelhalle und warteten auf den Transfer zu unseren Motorrädern. Ich erwartete einen PKW. Was aber kam, war ein Bus und drin saßen schon einige Freaks mit den gleichen Interessen.
Die Fahrt durch das Death Valley
Das Death Valley gehörte für uns zu einem der Orte in den USA, die wir unbedingt sehen & durchqueren wollten. Wir können dir die Durchfahrt Ende Oktober/ Anfang November sehr empfehlen, da die Temperaturen hier sehr angenehm sind. Die Fahrt führt von Süden wie von Norden kommend über hohe Gebirge in das tiefe Tal hinab, denn das Death Valley liegt unterhalb des Meeresspiegels.
Auch die Straße durch das Tal des Todes wird wie eine kostbare Delikatesse goutiert. Ockerfarbene Berge steigen als bizarre Skulpturen in den Himmel, das poröse Asphaltband windet sich tiefer und tiefer in das Tal, bevor der erste Salzsee auftaucht. Das Brummen des Boxers verstummt. Es ist totenstill und höllisch heiß.
Tapfer kämpfen wir uns bis zum tiefsten Punkt des Todestals und des ganzen amerikanischen Kontinents: Badwater liegt 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Auf der einen Seite verblüffende Felsformationen, auf der anderen ein endloser Salzsee. Kochende Hitze lastet über der Szenerie.
Die genaue Temperatur in Grad Celsius sollten wir erst erfahren, nachdem wir die Kleinode des Death Valley wie Artist’s Palette, Dante’s View, Devil’s Golf Course, Furnace Creek und die Sanddünen von Mesquite bestaunt und dabei alle Wasser-Vorräte aufgebraucht haben. In Stovepipe Wells gibt es Wasser und eine Testcrew von Mercedes, die S-Klasse-Prototypen durch das Todestal quält. Glatte 52 Grad habe er gemessen, erklärt ein Ingenieur. Wir waren mit der Adventure mittendrin und haben es klaglos überstanden. Alle drei.
Wer das Death Valley befährt, sollte in den frühen Morgenstunden aufbrechen. »Next Services 72 Miles« steht auf dem Schild am Abzweig der verschwenderisch mit Bitumen gestreiften Straße, die ins Death Valley abzweigt. Also bleibt nur Shoshones Tankstelle, wo wir die Adventure mit Benzin und uns mit Wasservorräten nebst den teuersten Cookies ganz Kaliforniens versorgen.
Nachdem ich das „Tal des Todes“ auf der Straße durchquert hatte, wollte ich es nochmal off-road versuchen. Ein absoluter Wahnsinnstrip, den ich aber nach gut 180 Kilometern abgebrochen habe, da ich es wirklich mit der Angst zu tun bekommen habe.
In Panamint Springs musste der leider nur 14 Liter fassende Tank randvoll gemacht werden. Vor uns lag die Wüste, auch im März mit Hitze ohne Ende. Wir fuhren durch das Death Valley zum Badwater (85,5 Fuß unter dem Meeresspiegel), eine kleine Pfütze mit Wasser. Am Hang eines Berges wurde mit einem Strich weißer Farbe der See-Level kenntlich gemacht. Später blubberten die Harleys im letzten Gang mit 60 Meilen die stetig leicht bergauf, in leichten Kurven führende „190” nach Death Vally Jct. hoch.
Insgesamt gewinnt man beim Besuch des Death Valleys einen ganz anderen Bezug zum wertvollen Wasser. Auch wenn der Nationalpark sehr gut organisiert ist und man innerhalb von maximal einem halben Tag auf entlegenen Routen wieder zu einer Station finden kann, darf man das Risiko der Wüste und Trockenheit nicht ausser acht lassen. Gerade mit dem Motorrad ist das natürlich auch noch eine ganz andere Hausnummer, als mit dem klimatisierten Auto oder RV durch den Park zu fahren.
Interessant waren immer die schon angesprochenen Fahrten ins Tal. Beste Möglichkeit die gnadenlose Hitze zu erfahren bietet der obligatorische Besuch des Badwater Basins. Jenes befindet sich knapp 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel und ist somit auch der heißeste Ort überhaupt im Park. Von dort kann man ein paar Meter in den Salar und auch das Tal laufen, was einen ziemlich guten Eindruck über die Weite der Landschaften gibt.
Bedenken Sie:
- Die Beanspruchung für Mensch und Material ist auf dieser Fahrt sehr hoch.
- Vor der Einfahrt ins Death Valley sein Fahrzeug volltanken und einmal rundum checken.
- Wenn du in das Death Valley fährst, stelle sicher, dass du genug Wasser und etwas zu Essen dabei hast, dass dein Auto vollgetankt ist und kontrolliere nach dem Tanken auch den Ölstand des Fahrzeugs.
Weitere Routen und Erlebnisse
Von der Interstate 15 runter, über die 395 von Adelanto nach Johannisburg waren wir die einsamsten und glücklichsten Biker Amerikas. Am nächsten Tag strahlte der Chrom und die Silbernieten unserer nagelneuen Bikes in der Morgensonne und animierten uns, frühzeitig aufzusitzen und den V-Twin anzuwerfen.
Ein Saloon an der 127, wie man ihn aus Bilderbüchern des Wilden Westens kennt, lud uns zu einer solchen Pause ein. Die Zeit auf den Maschinen verging wie im Flug. Wir sind aus Nevada raus und in Utah durch den „Zion National Park” gefahren, dann nach Kanab, dann über die 89 (2500 Meter hoch) durch Schnee zum Big Water, weil der North Rim des Gran Canyons eben wegen diesem gesperrt war.
Es war sehr beeindruckend mit diesen Motorrädern auf dieser Straße zu fahren. Zwischen Kingmann und Essex hatten wir uns verfahren und schipperten das Stück nochmal auf der 40. Das „Muss” eines jeden Abenteurers der die 66 fährt, ist Roys Cafe und Motel in Amboy. Wir bogen links ab nach Twentynine Palms auf die 62 Richtung Palm Springs, um dann nach Palm Desert auf einer wunderschönen Passstraße hinauf in die Berge zu fahren.
Sicher ist auch, dass die berühmteste Küstenstraße der Welt, der Highway Number One, zu den ultimativen Motorradfahrer-Träumen zählt. Wie auf einer Achterbahn geht es die wilde Pazifik-Küste rauf und runter.
Hitze und Gesundheit
Man kann sich das Fahren auf dem Motorrad ab 35 Grad und ohne Schatten so vorstellen, als ob man den vorgeheizten Ofen oder Grill öffnet um etwas rein zu tun. Nur da bekommt meist nur der Oberkörper für einen kurzen Moment den Hitzeschwall ab. Auf dem Motorrad, ist der ganze Körper betroffen und der Fahrtwind wirkt wie ein Umluftlüfter im Ofen. Dazu noch Helm und Schutzkleidung, die das ganze nicht angenehmer machen. Wenn man dann nicht regelmässig Wasser trinken tut, ist der Körper irgendwann so erschöpft, das man zusammenbricht.
Wenn Dir dieser Artikel oder alles um Freiheitenwelt gefällt, kannst Du die weitere Arbeit von Martin gern via Paypal oder Überweisung, mit dem was es Dir wert ist, unterstützen. Weitere Informationen findest du in der Sidebar.
Fazit
Insgesamt können wir anhand unserer Erfahrungen festhalten, dass sich die Fahrt durch das Death Valley auf jeden Fall gelohnt hat! Es ist ein einzigartiger Ort, den man so wohl kein zweites Mal auf der Welt findet. Allein der Weg hinein und raus aus dem Tal ist anspruchsvoll und eindrucksvoll zugleich.
Verwandte Beiträge:
- Tödlicher Motorradunfall im Death Valley: Ursachen & Warnungen
- Warme Unterwäsche für Motorradfahrer: Schutz vor Kälte
- Durchschnittliches Alter Motorradfahrer in Deutschland: Statistik & Fakten
- ADAC Elektrofahrrad Test: Entdecke, welche günstigen E-Bikes wirklich überzeugen!
- Hertrampf Emsbüren Motorrad: Werkstatt, Reparaturen & mehr
Kommentar schreiben