Mountainbikes sind nach wie vor die beste Alternative für Kinder und Jugendliche zu Smartphone und Playstation. Statt stundenlangem passivem Bildschirm-Glotzen kann man sich mit dem Mountainbike herrlich an der frischen Luft bewegen. Doch die Frage nach dem passenden Mountainbike für Kinder ist für Eltern oft eine Qual, denn Mountainbikes für Kinder und Jugendliche sind teuer.
Die Qual der Wahl: Welches Mountainbike ist das Richtige?
Kinderräder galten lange als schwieriges Geschäft, hochpreisige Modelle sowieso. Doch so langsam scheint sich das zu ändern, was auch mit der Wertigkeit des Fahrrades an sich zu tun hat. Auch Kinderräder sind längst kein selten genutztes Spielzeug mehr, sondern Teil moderner Familienmobilität sowie Sportgerät und technisches Faszinosum. Klar wollen die Kids am liebsten auf Bikes, die technisch an jene von Mama und Papa angelehnt sind. Hierfür hat sich in den letzten Jahren viel getan.
Worauf sollten Eltern achten?
Bei der Auswahl eines 24-Zoll-Kinderfahrrads stehen Eltern vor der wichtigen Aufgabe, sowohl die Bedürfnisse ihres Nachwuchses als auch die Sicherheits- und Qualitätsaspekte im Auge zu behalten. Hier sind einige entscheidende Aspekte, auf die Mama und Papa besonders achten sollten:
- Achte darauf, dass die Rahmengröße angemessen ist, damit dein Kind die Kontrolle über das Fahrrad behält.
- Leichtgewichtige Materialien wie Aluminium sind empfehlenswert, da sie das Gesamtgewicht des Fahrrads reduzieren und die Manövrierfähigkeit verbessern.
- Qualitativ hochwertige Bremsen sind entscheidend für die Sicherheit. Hydraulische Bremsen bieten in der Regel eine zuverlässigere Bremsleistung als mechanische Lösungen.
- Eine passende Gangschaltung erleichtert es dem Kind, sich an verschiedene Gelände anzupassen.
- Breite, griffige Reifen mit ausreichend Profil bieten Stabilität und Sicherheit, besonders auf unterschiedlichem Untergrund.
- Einstellbare Sattel- und Lenkerhöhen ermöglichen es dem Fahrrad, mit dem Kind mitzuwachsen, und sorgen für eine komfortable Fahrt.
- Überprüfe, ob das Fahrrad über Reflektoren, Lichter etc.
Die Top 5 der 24-Zoll Mountainbikes im Test
Im Folgenden werden einige der getesteten 24-Zoll Mountainbikes für Kinder vorgestellt, die im Test ihre Stärken zeigen:
1. Bulls Tokee Ultra Lite Carbon
Das Bulls ist eigentlich das teuerste Bike im Test, dabei aber in Sachen Preis-Leistung kaum zu schlagen. Seine Highlights sind ein leichter Carbonrahmen, was beim Kinder-MTB ein absolutes Alleinstellungsmerkmal darstellt, sowie die Luftfedergabel, die ans Körpergewicht des Kindes angepasst werden kann und damit feinfühlig anspricht und bestens funktioniert. Der glattflächige Rahmen gefällt mit komplett innenverlegten Zügen und Leitungen und dürfte auch so manchen erwachsenen Biker neidisch machen; dabei ist er mit aufrechter, kompakter Sitzhaltung perfekt auf Kinder zugeschnitten, die ab 1,25 Meter groß sein sollten. Top ist die Ausstattung, die selbstverständlich hydraulische Scheibenbremsen und eine Zehnfach-Schaltung umfasst. Dazu montiert Bulls griffige MTB-Reifen mit recht großem Volumen, die Komfort und Fahrsicherheit bringen. Einziges Manko ist, dass eine simple Sattelkerze statt einer Patentstütze zum Einsatz kommt.
Das Carbon-Bulls ist ein top ausgestattetes Sportgerät für ambitionierte Offroad-Kids, deren Eltern selbst hochwertiges Material fahren.
2. Cannondale Cujo
Ein Bike für kleine (bzw. die Kinder von) Puristen stellt Cannondale mit dem Cujo vor. An den leichten Aluminiumrahmen mit der schönen FlipFlop-Lackierung kommt eine ebensolche Forke statt einer Federgabel, was gerade für Einsteiger ein gutes Fahrtechnik-Training ist. Um die Sache aber nicht allzu schwierig zu machen, ist das Cujo mit 2,6 Zoll breiten Reifen ausgestattet, die mit ihrem großen Volumen top in Sachen Stoßdämpfung und Fahrbahnhaftung sind. Offroad ist das solide, mit hochwertigen Komponenten ausgestattete Cannondale jedenfalls eine Wucht, zumal es mit seiner Starrgabel sehr gut ausbalanciert ist. Die hydraulischen Scheibenbremsen packen sicher zu, und die Zehngang-Kettenschaltung ist breit genug abgestuft für echte Trails. Insgesamt erscheint das Cannondale aber etwas teuer.
Das Breitreifen-Bike zeigt, dass Stoßdämpfung auch ohne Federgabel geht.
3. KTM Wild Speed Disc
Das KTM macht einen durchaus vielversprechenden Eindruck mit seinem schönen Alu-Rahmen in der auffälligen Hausfarbe, bei dem Schaltzug und Bremsleitung im Unterrohr geführt werden. Und auch der mit 549 Euro günstige Preis lockt, entspricht das Rad mit 1x-Antrieb doch modernen Standards. Die Sitzhaltung ist kindgerecht aufrecht, und der Rahmen erlaubt die Montage von Gepäckträger und Schutzblech, womit das Wild Speed alltagstauglich nachgerüstet werden kann. Manko des KTM ist jedoch die Stahlfedergabel, die einerseits das Gewicht des Komplettrades auf knapp über zwölf Kilo hochtreibt, andererseits aber nicht wirklich funktioniert. Warum also keine Starrgabel spezifizieren?
KTM tut sich mit der Federgabel am Wild Speed Disc keinen Gefallen - es fällt im Vergleich mit den gefederten wie den ungefederten Konkurrenten ab.
4. Scott Scale RC 400
Das Gewicht des RC 400 muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Kaum mehr als neun Kilo wiegt das Rad inklusive Pedalen, was beim Handling gerade für Kinder einen deutlichen Unterschied macht. Wobei das kompakte Rad, das schon von Kindern um 1,15 Meter gefahren werden kann, die Testpilotinnen und -piloten von Velomotion mit seiner unauffälligen Optik nicht auf Anhieb ansprach. Wer einmal draufsaß, war aber schnell begeistert. Kein Wunder, denn hier stimmt alles: Die Sitzhaltung ist kompakt und bringt Sicherheit; der Übersetzungsbereich hält mit 32 Zähnen vorne und 11-42 hinten extraleichte Gänge bereit, sodass Anstiege oder kniffelige Fahrsituationen locker ohne großen Krafteinsatz bewältigt werden können. Dazu ist die Elffach-Zahnkranzkassette eng genug abgestuft. Zum geringen Gewicht trägt einerseits der leichte Alu-Rahmen bei, der freilich mit außen liegenden Leitungen kommt, andererseits Bauteile wie der sportliche Laufradsatz mit reduzierter Speichenzahl.
Das Starrbike von Scott begeistert mit rundum hochwertiger Technik und sehr geringem Gewicht.
5. Woom Off Air 5
Woom hat sich mit federleichten Kinderrädern einen guten Namen erarbeitet, auf den vor allem Eltern anspringen. Das Testteam selbst reagierte anfangs verhalten, was aber eher auf die zurückhaltende Lackierung des Off Air 5 zurückzuführen ist, das nicht wie sonst bei Woom in diversen kräftigen Farben zu haben ist. Dabei ist das Mountainbike funktionell ganz vorne mit dabei: Die Luftfedergabel spricht auch bei einem Fahrer/innengewicht um 20 Kilo feinfühlig an und die Technik ist auch im Detail qualitativ hochwertig, was man etwa am leichten Laufradsatz sieht. Die Hydraulikbremsen beißen kräftig zu, und nur bei der Schaltung muss man Abstriche machen - mehr als neun Gänge werden nicht geboten. Die guten Schwalbe-Reifen fallen mit 2,35 Zoll etwas breiter aus; allerdings ist das Off Air 5 für Kinder ab knapp 1,30 Meter gemacht, die dann auch etwas schwerer sein dürften. Für kleinere gibt es das Off Air 4 in 20 Zoll, für Größere das 6 mit 26er Laufrädern, beide mit Luftfedergabel; außerdem können alle drei Modelle mit leichter Carbon-Starrgabel bestellt werden. Dadurch wird jedes Bike um 150 Euro günstiger, außerdem rund anderthalb Kilo leichter - mit 10,88 Kilo inklusive Pedalen ist das Woom Off Air 5 nämlich kein absolutes Leichtgewicht.
Das Woom ist mit Luftfedergabel und Steckachsen vorbildlich ausgestattet, zeigt aber auch, dass MTB-Technik ohne Mehrgewicht nicht zu haben ist.
Weitere empfehlenswerte 24-Zoll Mountainbikes
Neben den Top 5 gibt es noch weitere empfehlenswerte 24-Zoll Mountainbikes auf dem Markt:
- Eightshot X-COADY 24 SL: Ein Meisterwerk mit Aluminiumrahmen, hydraulischen Bremsen und 8-Gang Shimano-Schaltung.
- CONWAY MC240 FG MTB: Ein robustes Gefährt mit Shimano-Kettenschaltung, SACCON V-Brakes und integriertem Licht.
- yazoo Devil 2.4: Ein haltbares Bike mit 21-Gang Shimano-Schaltung, Tektro V-Bremsen und Federgabel.
- Rocky Mountain Vertex JR24: Ein technologisch raffiniertes Bike mit 10 Gängen und 80 mm Federweg.
- Lapierre Overvolt HT 24: Ein 24-Zoll E-Bike mit 250 Watt Yamaha-Motor und 400Wh Akku.
Tabelle: Vergleich der getesteten 24-Zoll Mountainbikes
| Modell | Rahmenmaterial | Federgabel | Schaltung | Bremsen | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Bulls Tokee Ultra Lite Carbon | Carbon | Luftfedergabel | 10-fach | Hydraulische Scheibenbremsen | Leichter Carbonrahmen |
| Cannondale Cujo | Aluminium | Starrgabel | 10-fach | Hydraulische Scheibenbremsen | Breitreifen |
| KTM Wild Speed Disc | Aluminium | Stahlfedergabel | 1x-Antrieb | Scheibenbremse vorne, V-Bremse hinten | Montage von Gepäckträger und Schutzblech möglich |
| Scott Scale RC 400 | Aluminium | Starrgabel | 11-fach | Shimano-Scheibenbremsen | Leichtgewicht |
| Woom Off Air 5 | Aluminium | Luftfedergabel | 9-fach | Hydraulikbremsen | Leichter Laufradsatz |
Fazit
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass alle 24-Zoll Mountainbikes in unserem Test auf ihre Art überzeugen konnten. Wir haben uns deshalb entscheiden, allen fünf Kinderbikes ein Velomotion Gütesiegel mit der Note sehr gut zu geben. Das Scott Scale war das leichteste Rad im Test. Das Bulls Tokee Ultra Lite überzeugt mit seiner technisch herausragenderen Ausstattung, vor allem wegen des Carbon-Rahmens. Das Cannondale 24-Zoll MTB zeigt tolle Off-Road Eigenschaften, vor allem wegen der sehr breiten Reifen. Beim Wild Speed Disc von KTM muss man unter anderem bei der Federgabel einige Abstriche machen. Trotzdem ist es absolut empfehlenswert, da es preislich attraktiv ist.
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