Sie soll gut aussehen, aber bequem, robust und langlebig sein: Mountainbike-Bekleidung und Zubehör. Das versprechen natürlich viele Hersteller und Marken. Doch was ist dran an den wohlklingenden Produktversprechen?
Getestete Mountainbike-Bekleidung und Zubehör
Unsere Redakteurin hat Fahrradbekleidung und Mountainbike-Zubehör dem Härtetest unterzogen. Während drei Wochen mussten Kleidungsstücke Hitze und Dornen, tägliches Waschen und eher weniger pflegliche Behandlung beim Biken und Wohnen im Camper aushalten. Ein Rucksack wurde zum vollgepackten Dauerbegleiter und eine viel gepriesene Smartphone-Halterung musste auf Downhill-Trails zeigen, was sie kann.
Smartphone-Halterung für harte Fälle: Universal Bar Mount von Peak Design
Das verspricht der Hersteller: Einklinken und abnehmen wie von selbst mit nur einer Hand, soll auch an ovalen Lenkern passen und sich bombenfest ohne Werkzeug montieren lassen.
Das sagt der Härtetest: Der Universal Bar Mount von Peak Design hält. Punkt. Die Montage mit dem Silikonband ist in Sekunden vollzogen, der Magnet für die Rückseite des Smartphones ist super dünn. Sowohl die Halterung als auch das Smartphone „überleben“ rasante Abfahrten über Stufen und Wurzeln. Selbst nach einem Sturz ist noch alles an Ort und Stelle.
- ✅ Lässt sich super einfach ohne Werkzeug befestigen
- ❌ Preis 59,99 €
- ✅ Praktisch für die Nutzung an verschiedenen Bikes
- ✅ Klebemagnet fürs Handy ist super dünn
- ✅ Hält auch in extrem ruppigem Gelände
Liebling zum Chillen - Patagonia Dirt Craft Pants
Das verspricht der Hersteller: Das Material soll bei Anstiegen mit Ventilationsöffnungen an den Innenseiten der Oberschenkel und in den Kniekehlen kühlen. Bei Abfahrten soll sie vor Gestrüpp und Wetter schützen. Außerdem verspricht Patagonia, dass der Elastik-Bund unter dem Hüftgurt nicht scheuert und die vorgeformte Passform super bequem ist.
Das sagt der Härtetest: Die Dirt Craft Pants haben während der Testzeit die geliebte „Gemütlich-Jogginghose“ abgelöst. Das superdünne, luftige Material und die bequeme Passform machen diese Hose prädestiniert zum Wohlfühlen. Auch auf dem Bike sitzt sie wie eine zweite Haut, sogar bei Temperaturen um die 30 Grad. Nachteil des super luftigen Materials: Vor Dornen schützt es leider nicht, ebenso wenig vor Regen oder kühlem Bergwind.
- ✅ Extrem bequem und luftig
- ❌ Kein Schutz vor Dornen oder Gestrüpp
- ✅ Sitzt locker, ohne sich in der Kassette zu verheddern
- ❌ Material fleckenempfindlich
- ✅ Bund sitzt fest ohne einzuengen
- ❌ Lieber eine Nummer kleiner bestellen
- ✅ Hinten etwas höher, dass es nicht ''zieht''
- ✅ Trocknet schnell
- ✅ Fair Trade Certified: NäherInnen bekommen einen Zuschlag
Patagonia Dirt Craft Longsleeve
Das verspricht der Hersteller: Das Longsleeve aus leichtem, schweißableitendem Doppelstrick-Material soll bei kühleren Temperaturen warm halten, einem bei Wärme aber nicht sofort den Schweiß auf die Stirn treiben. Die Bündchen verhindern ungewolltes Hochrutschen, wenn es auf dem Bike zur Sache geht, sollen sich aber dennoch rasch hochschieben lassen.
Das sagt der Härtetest: Bis die Temperaturen ihre sommerlichen 30 Grad erreichten, war das Shirt eine kuschelig-leichte Übergangslösung. Beim Frühstück im Freien, bei der Verschnaufpause am Gipfel oder beim wohlverdienten Sundowner. Wer verschwitzt in eine Abfahrt startet, kann mit dem Shirt dem gröbsten Abkühlen vorbeugen. Vorausgesetzt, die Temperaturen sind noch um die 20 Grad.
- ✅ Sitzt wie eine zweite Haut
- ❌ Bündchen etwas eng zum Hochschieben
- ✅ Im Sommer prima, um beim Downhill warm zu bleiben
- ❌ Protektoren passen weder drunter noch drüber
- ✅ Locker genug, um ein Shirt drunter zu tragen
- ✅ Trocknet schnell
- ✅ Langer Rücken hält die Nieren warm
Devold Expedition Arctic Pro aus Merinowolle von Devold Norway
Das verspricht der Hersteller: Das Baselayer Hoodie besteht aus einer cleveren Kombination von drei unterschiedlichen Materialqualitäten. An exponierten Stellen wie z. B. dem Brustbereich speichert es die Körperwärme. Netz-Material aus reiner Wolle sorgt unter den Armen und an der unteren Rückenpartie für größtmögliche Belüftung. Der Clou: Die Kapuze hat eine weit nach oben gezogene Kinnpartie mit Aussparungen auf Mundhöhe.
Das sagt der Härtetest: Sternegucken in den Pyrenäen ist ein Traum - und bei nächtlichen sechs Grad echt kalt. Das Merino-Longsleeve war tatsächlich ein gleichwertiger Ersatz für die Primaloft-Jacke. Obwohl es sich viel dünner anfühlt, wärmt es enorm und ist herrlich kuschelig. Kommt auf jeden Fall mit auf die nächste Reise. Auch, weil die Wolle tierfreundlich gewonnen wird.
- ✅ Tierfreundliche Merinowolle - keine Mulesing-Methode
- ❌ Aufwendige Pflege (nur Schonwäsche, am besten Spezialwaschmittel)
- ✅ Geruchsneutralisierendes Merino
- ❌ Trocknet langsam
- ✅ Fast zu schade als '' nur'' Unterwäsche
- ✅ Kapuze schön eng, passt unter den Radhelm
- ✅ Hochwertige Verarbeitung aus Fairtrade
Women‘s Dirt Roamer Jacket von Patagonia
Das verspricht der Hersteller: Diese federleichte Windjacke wurde für die spezifischen Anforderungen rasch wechselnder Höhen und Wetterbedingungen beim Mountainbiken konzipiert. Bergauf soll die Jacke effiziente Ventilation bieten und gleichzeitig bei Abfahrten vor Wind und Auskühlung schützen. Das elastische Material passt sich allen Bewegungen auf dem Rad an.
Das sagt der Härtetest: „Ein Hauch von Nichts“. Das trifft diese ultraleichte Jacke genau. Sie lässt sich winzig klein zusammenrollen und passt immer in den Rucksack, perfekt beim Biken. Als zusätzliche Schicht über dem Dirt Craft Longsleeve hält sie kalte Bergwinde ab - und sogar einen kurzen Schauer.
- ✅ Extrem leicht
- ❌ UVP recht hoch - am besten auf Angebote warten
- ✅ Winzig zusammenfaltbar
- ❌ Fällt etwas kurz aus
- ✅ Sehr angenehmes Material
- ✅ Feminine Passform
- ✅ Schnelltrocknend
Dirt Roamer Bike Pack von Patagonia
Das verspricht der Hersteller: Der Bikerucksack (22 l in der getesteten Variante) soll trotz des flachen Designs mit vielen Taschen Platz für sämtliche Reservekleidung und Vorräte bieten - auch für lange Strecken oder schlechtes Wetter. Für Atmungsaktivität sorgt ein spezielles Mesh Rückenpolster für Atmungsaktivität.
Das sagt der Härtetest: Der erste Eindruck: seidig weiches Handschmeichler-Material, aber ziemlich klein. Doch ist der lange Reißverschluss erst einmal offen, hat doch einiges Platz. Protektoren für Ellbogen und Knie, das Dirt Roamer Jacket, Erste-Hilfe-Set und die 2 Liter Trinkblase. Aber eben nur das, was für eine kürzere Tour benötigt wird.
- ✅ Seidig-luxuriöses Material
- ❌ Packvolumen eher für kürzere Touren
- ✅ Es passt mehr rein, als die Größe vermuten lässt
- ❌ Trinkblase muss vor Verwendung aufgeschnitten werden
- ✅ Gute Aufteilung der Taschen
- ❌ Lastverteilung am Rücken eher punktuell mittig
- ✅ Trocknet schnell
- ❌ Gurte an Trägern und Hüfte extrem lang bemessen
- ✅ Inklusive 2 Liter-Trinkblase
Nachhaltigkeit bei Mountainbike-Bekleidung
Wer sich ein wirklich hochwertiges Teil kauft, möchte lange etwas davon haben. Doch trotz bester Qualität kann beim harten Einsatz im Gelände einfach mal was kaputtgehen. Und hier setzt der Hersteller Patagonia mit einer neuen Phase der „Worn Wear Initiative“ an.
Die Outdoormarke baut ihr Reparatursystem aus - und ruft andere Marken auf, sich der Bewegung anzuschließen. Bis 2028 soll die Anzahl um das Vierfache, auf rund 100.000 Reparaturen pro Jahr, steigen.
Wie wurde getestet?
Auf insgesamt 12 Mountainbiketouren zwischen fünf und neun Stunden wurden die Outfits getestet. Die Bedingungen in der sogenannten „Zona Zero“, dem Epizentrum aller Freeride und Downhill-Fans in den spanischen Pyrenäen waren ideal dafür, alles hinsichtlich der Produktversprechen auf den Prüfstand zu stellen. Im Oktober herrschen starke Temperaturschwankungen: kalte Nächte, klamme Morgen und pfeifende Gipfelwinde sowie Bergauffahrten bei über 30 Grad Celsius. Hinzu kamen teils zugewucherte und mit Dornengestrüpp flankierte Trails, auf denen der eine oder andere „Abgang“ passiert.
Die Favoriten im Test
Trotz anfänglicher Skepsis: der Sieger ist der Universal Bar Mount von Peak Design, der hält und hält und hält. Und das denkbar einfach montierbar. Absoluter Outfit-Liebling wurden die Dirt Craft Pants, die vor allem auch im Entspannungsmodus abseits des Bikes eine prima Figur machen. Auch optisch. Dicht gefolgt vom kuschelig weichen, stylischen Baselayer aus Merinowolle von Devold Norway, das vor allem auch hinsichtlich Tierschutz und Herstellung voll überzeugt.
Weitere getestete Produkte und Kategorien
- Regenjacken für Mountainbiker
- Mountainbike-Schuhe
- MTB-Equipment: Armlinge + Beinlinge
- Lange MTB-Hosen für Herbst/Winter
- Fahrradhandschuhe für Mountainbiker
- Winterjacken
- Helmmützen für Mountainbiker
- Polsterhosen
- Windjacken und -westen
- Softshell-Radhosen
- Softshell-Jacken
Der bewährte Zwiebellook beim Radfahren
Der Zwiebellook ist eine bewährte Methode, um sich beim Radfahren gegen Kälte zu schützen. Durch das Übereinander schichten verschiedener Kleidungsstücke bleiben Sie warm und gleichzeitig flexibel bei Temperaturschwankungen zwischen schweißtreibendem Bergauf- und auskühlendem Bergabfahren.
Die erste Schicht sollte atmungsaktive Funktionsunterwäsche sein, die Schweiß von der Haut ableitet. Die zweite Schicht aus dünnen, wärmenden Kleidungsstücke wie Langarmshirts oder Fleece-Jacken soll wärmen.
Mountainbike-Bekleidung von verschiedenen Herstellern
Die Kleidung von Bike-Herstellern ist mehr als nur Fan-Merch, viele Marken bieten ein riesiges Angebot von funktionalen Bike-Klamotten. Manche haben sogar eigene Schuhe, Helme und Schoner auf den Markt gebracht.
- Canyon
- CUBE
- Nukeproof
- Propain
- SCOTT
- Specialized
- Trek
- Yeti
- YT Industries
Mountainbike Hosen im Test
Aktuelle Offroad-Bikehosen sind leicht, glänzen mit athletisch-körperbetontem Schnitt. Der an allen 16 Testhosen eingesetzte Nylon-/Polyester-Elasthan-Mix beschert viel Bewegungsfreiheit, top Pedalierbarkeit und ein oft luftiges Tragegefühl.
Insbesondere die perfekt belüfteten Modelle von Triple2, Monserat (Trail Pants) oder Ion trägt man begeistert bei gemäßigtem Sommerwetter. Sie punkten zudem bei launischem Herbstwetter. Gegen Nässe von oben wie unten schützen die Bikehosen per dauerhafter, wasser- und schmutzabweisender Beschichtung.
Unter dem Umwelt-/Nachhaltigkeitsaspekt ist erwähnenswert, dass Hersteller wie Ion, SQLab und Monserat ihre Hosen aus Recycling-Nylongarnen fertigen lassen, was deren Produktion ressourcenschonend gestaltet.
Insgesamt betrachtet, tragen sich alle 16 Bike hosen komfortabel, auch mit langen Enduro-Knieprotektoren darunter. Unterschiede werden bei der Passform deutlich, weshalb zur Anprobe vor dem Kauf geraten ist.
Fahrradhose kaufen: Worauf Mountainbiker achten sollten
Fahrradhose ist nicht gleich Fahrradhose. Rennradfahrer haben nämlich andere Ansprüche an ihre Fahrradhose als etwa Mountainbiker oder Tourenradler.
Bei weiter geschnittenen Shorts stellt sich auf den ersten Blick die Frage, ob man eine Innenhose darunter ziehen sollte oder nicht. Schließlich werden viele der getesteten Hosen auch ohne Innenhose angeboten.
Auch wenn es beim ersten Mal tragen vielleicht etwas zwickt und zwackt. Das Thema Sitzpolster ist so eine Sache. Die einen mögen es dick, die anderen dünn. Die einen wollen einen breiten, die anderen einen schmalen Sitz-Einsatz. Am Ende ist jedes Hinterteil anders.
Auswahl Fahrradhosen im Test
- Gore Spinshift Bib Shorts
- Oakley Off Grid Cargo Bib Shorts 2.0
- Vaude Posta Bib Tight
- Unique Pro Bib Shorts von Q36.5
- Odlo Essentials Radshorts
- BBB Corsa Cargo
- Alé K-Tour
- X-Bionic Corefusion Men’s Cycling Bib Shorts
- Pearl Izumi Pro Bib Shorts
- Gore C3 Tight
Winterhandschuhe für Mountainbiker im Test
Mit warmen Fahrradhandschuhen macht auch ein kalter, nasser Winter Spaß! Doch welche halten wirklich warm? Welche sind wasserdicht? Und welche sorgen für einen sicheren Griff? Wir haben 10 Fahrradhandschuhe zum Mountainbiken getestet - das sind unsere Lieblinge.
Auswahl Winterhandschuhe im Test
- Chiba City Liner
- GripGrab Ride WP Winter Glove
- Roeckl Rapallo
Windjacken für Mountainbiker im Test
Verschwitzt am zugigen Gipfel rasten? Oder beim Marathon in der langen Abfahrt auskühlen? Eine Windjacke hat schon so manchem Biker den Tag gerettet. Ob superleicht oder mit einem Plus an Wetterschutz - wir haben zwölf Modelle getestet und zeigen hier unsere Favoriten.
Auswahl Windjacken im Test
- Gorewear Lupra Windjacke
- Poc Pure Light Splash Windjacke
- Van Rysel Windjacke Racer ultralight
Knieschoner für Mountainbiker im Test
Verletzungen des Knies sind oft besonders langwierig. Das größte Gelenk im menschlichen Körper sollte daher gut geschützt werden. Unser Test von 12 leichten Trail-Protektoren zeigt: Effektive Knieschoner müssen längst nicht mehr schwer und schwitzig sein. Das sind die besten Modelle.
Auswahl Knieschoner im Test
- IXS Flow 2.0
- Seven IDP Sam Hill Knee Knieschoner
- Troy Lee Designs Stage Knee Guard
- Ion K-Pact AMP HD Knieschoner
- Troy Lee Designs Raid Knee
Pinkelfreundliche Radhosen für Frauen im Test
Ein unkomplizierter Boxenstopp, ohne sich halb ausziehen zu müssen - das ist das Konzept von pinkelfreundlichen Fahrradhosen für Frauen. Unser Test umfasst 10 Bib-Shorts zwischen 130 und 260 Euro - bei diesen Modellen geht das Konzept am besten auf.
Auswahl Pinkelfreundliche Radhosen für Frauen im Test
- Pas Normal Studios Women’s Essential Light Bib
- SQlab SQ-Short One 12 Women
Rückenprotektoren für Mountainbiker im Test
Leichte Rückenprotektoren sind wie gemacht für Trail- und Enduro-Biker. Luftig und komfortabel schmilzt man mit ihnen nicht gleich wie Cheddar in der Sonne. Wir haben den Softcon Air von Scott und den Evoc Torso Protector nach Tests zu unseren Lieblingen gekürt.
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