Mountainbike Bequeme Sitzposition Tipps

Eine richtige Sitzposition auf dem Mountainbike ist entscheidend für dein Fahrerlebnis. Eine falsche Sitzposition kann nicht nur zu Schmerzen und Ermüdung führen, sondern auch deine Gesundheit langfristig beeinträchtigen. Besonders die Sattelhöhe und -neigung, sowie die Position des Lenkers und der Griffe spielen eine große Rolle.

Hier sind einige Gründe, warum du dein MTB richtig einstellen solltest:

  • Vermeidung von Schmerzen und Beschwerden: Eine zu hohe oder zu niedrige Sattelhöhe kann zu Knie-, Rücken- und Handschmerzen führen.
  • Effiziente Kraftübertragung: Eine korrekte Sitzposition ermöglicht eine optimale Kraftübertragung auf die Pedale.
  • Bessere Kontrolle und Handling: Ein richtig eingestellter Lenker verbessert die Kontrolle über das Bike und erhöht die Sicherheit.

Der passende Sattel

Während die Pedale für die muskuläre Kraftübertragung und der Griff am Lenker für guten Halt sorgen, ist es wichtig, fest und bequem im Sattel zu sitzen, selbst nach mehreren Stunden noch. Ein Sattel muss passen und genau deshalb ist die Auswahl groß. Kein Wunder, werden doch etwa 70% des Körpergewichtes auf der kleinen Fläche des Sattels getragen. Sattel ist nicht gleich Sattel, und man ist gut beraten wählerisch zu sein und verschiedene Modelle zu testen oder auch einmal zu wechseln, falls man Sitz- oder Rückenprobleme hat.

Nur zu gepolstert und zu breit sollte der Sattel keinesfalls sein, da man sonst zu weit einsinkt, die Sitzhöcker nicht richtig gestützt und Nerven und Gefäße eingeklemmt werden. Unter ambitionierten Bikern gilt: So komfortabel wie nötig, so hart wie möglich!

Die verschiedenen MTB-Sättel von Ergon sind an der Hinterseite leicht nach oben gewölbt. In den ROTWILD E-MTBs verbauen wir hochwertige Sättel von Ergon. Diese sind optimiert für lange Sitzpassagen bergauf und unterstützen durch die leichte Wölbung die Stabilität in steilem Gelände.

Der Sattel beim Mountainbike ist üblicherweise lang und schmal, jedoch etwas breiter und mehr gepolstert als beim Rennrad, um eine gute Stützwirkung in der aufrechten Sitzposition zu erzielen. Neben der richtigen Sattelbreite, die von deinem Sitzknochenabstand abhängt, spielen die Form und das Polster eine große Rolle. Du solltest dich auch nicht eher zufrieden geben, bis du ein zu dir passendes Modell gefunden hast, denn ein unpassender Sattel kann nicht nur körperliche Beschwerden hervorrufen, sondern dir auch den Spaß am Radfahren gründlich vermiesen.

Gegen Taubheitsgefühle im Schritt oder unangenehme Druckstellen gibt es beispielsweise Sättel mit einer langgezogenen Aussparung im Dammbereich. Enduro-Sättel haben einen weichen, V-förmigen Übergang von der Sattelnase zur Sitzfläche, da beim üblichen Enduro-Biken häufig die Sitzposition variiert wird und die Oberschenkel mit seitlichem Druck auf den Sattel das Bike mitlenken. Sogenannte Race-Sättel haben nur einen kurzen Entlastungskanal im Dammbereich, um die Kontaktfläche zwischen Fahrer und Sattel zu erhöhen - damit ist die Polsterung zugunsten eines niedrigen Gewichtes eher dünn.

Der meistverwendete Sattel ist der Allround MTB Sattel, der sich durch einen langgezogenen Entlastungskanal auszeichnet, wie auch durch eine breit geformte Sattelnase für sportliche Kletter-Einlagen. Die breitere Sitzfläche stützt dabei ausreichend das Becken. Das Polster ist angenehm straff, ohne sich nach längeren Fahrten “durchzusitzen”.

Die ideale Sitzhöhe

Ist der passende Sattel gefunden, sollte die individuelle Sitzhöhe richtig eingestellt werden. Eine schnelle Möglichkeit, sich der korrekten Sitzposition anzunähern, ist die "Fersen-Formel". Allerdings bleiben dabei individuelle Gegebenheiten wie zum Beispiel die Größe der Füße unberücksichtigt.

Mit angezogenen Schuhen wird die Ferse auf das Pedal der nach unten senkrecht positionierten Kurbel gestellt und das Bein gestreckt. Die Hüfte sollte dabei gerade sein, dann kann der Sattel auf Schritthöhe justiert werden. Wenn man nun den Fußballen auf das Pedal stellt, sollte das Knie eine leichte Beugung von etwa 110 Grad aufweisen.

So passt es: Die ideale, maximale Sitzhöhe zu ermitteln geht schnell. Mit verstellbaren Sattelstützen, wie sie in allen unseren E-MTBs verbaut werden, lässt sich die Sitzhöhe komfortabel auch während der Fahrt anpassen: Ein niedriger Sattel für technische anspruchsvolle Bergabfahrten oder ein hoher Sattel für optimale Kraftübertragung bergauf.

So stellst du die Sattelhöhe ein:

  1. Innenbeinlänge messen: Stelle dich ohne Schuhe mit dem Rücken an eine Wand und miss von der Sohle bis zum Schritt. Dies schaffst du am besten, indem du ein Buch zwischen den Beinen nach oben schiebst. Die Oberkante des Buches ist deine obere Messkante.
  2. Sattelhöhe berechnen: Multipliziere deine Beinlänge mit 0,883. Das Ergebnis ist die deine Sattelhöhe.
  3. Sattel einstellen: Stelle den Sattel so ein, dass der gemessene Abstand dem von der Mitte des Tretlagers zur Oberkante des Sattels entspricht. Auf unseren neuen Sattelmodellen wirst du die sogenannte Biomechanische Referenzlinie (BMR) finden. Sie bestimmt den Messpunkt auf der Oberfläche des Sattels.

Einstellen von Sattelneigung, Sattelposition und Sitzüberhöhung

Neben der Sattelneigung und der Position des Sattels ist die Sitzüberhöhung, also der Höhenunterschied von Sattel zu Lenker, wichtig für die Leistungsentfaltung und Vermeidung von Rückenbeschwerden. Diese hängt einerseits von der Körpergröße und Rumpflänge sowie von der Beweglichkeit des Fahrers ab. Entscheidend ist aber auch, welches sportliche Ziel man verfolgt. Eine aufrechte Position ist ideal für lange Touren und Rad-Marathons.

Als optimal gilt eine Position, bei der der Oberkörper 45 Grad nach vorne geneigt ist und dabei die Oberarme bei neutraler Sitzposition in einem Winkel von 90 bis 100 Grad stehen. Für hohe Geschwindigkeiten oder Downhillbiker ist eine gestreckte Sitzposition mit einem tieferen Schwerpunkt vorteilhaft. Dies sorgt für mehr Stabilität in Kurven und mehr Wendigkeit.

Eine Orientierung gibt der Blick über den Lenker zur Vorderradachse: Diese sollte für Komfortfahrten hinter dem Lenker und verdeckt bis leicht davor bei sportlichem Fahrstil sein. Kleine Veränderungen bei der Sattelneigung und das Verschieben des Sattels in der Waagrechten können spürbare Auswirkungen auf den eigenen Sitzkomfort haben.

Neigung und Position des Sattels lassen sich über die Verschraubung an der Sattelstütze einstellen. Eine ergonomische Sitzposition auf dem Mountainbike ist jedoch facettenreicher, als es auf den ersten Blick scheint: Selbst der Rucksack muss körpergerecht eingestellt werden, sonst kann es zu Verspannungen und Fehlhaltungen an Rücken, Schulter oder Nacken kommen.

Natürlich lassen sich auch am Mountainbike alle fahrradspezifischen Kontaktpunkte wie Sattel, Lenker, Griffe und Cleatposition individuell einstellen, um dein Bike möglichst perfekt an dich anzupassen. Verschiedene Einsatzgebiete und Fahrstile erfordern auch unterschiedliche Einstellungen, deshalb folgt beispielsweise die Ergonomie auf einem Race-Hardtail anderen Schwerpunkten als der eines Touren-Fullys.

Die richtige Lenkerhöhe und -position einstellen

Die Lenkerhöhe und -position beeinflussen deine Sitzhaltung und den Fahrkomfort.

So stellst du den Lenker richtig ein:

  • Lenkerhöhe: Die Höhe des Lenkers sollte so eingestellt sein, dass deine Arme leicht gebeugt sind. Ein höherer Lenker sorgt für eine aufrechtere Sitzposition, ein niedrigerer Lenker für eine sportlichere Haltung.
  • Lenkerbreite: Die Lenkerbreite sollte zu deiner Schulterbreite passen. Ein breiterer Lenker bietet mehr Kontrolle, ein schmalerer Lenker weniger Luftwiderstand.
  • Lenkerneigung: Stelle den Lenker so ein, dass deine Handgelenke in einer neutralen Position sind, um Überlastungen zu vermeiden. Wenn du unsicher bist, beginne zuerst so, dass du die Griffstück waagerecht einstellst. Nach Bedarf kannst du dann den Winkel der Griffe, beziehungsweise deren Neigung so einstellen, das nur ein sehr feiner Winkel vom Arm zum Handrücken entsteht.

Biken mit abgeknickten Handgelenken wird dir früher oder später Taubheitsgefühle in Armen und Händen bescheren und dir den Spaß an deiner Mountainbike-Tour rauben. In diesem Falle können zum Beispiel Plattformgriffe mit einer vergrößerten Auflagefläche den Druck auf die Innenhand reduzieren. Zudem ist eine ergonomische Einstellung der Griffe und Bremshebel Pflicht für schmerz- und ermüdungsfreies Greifen des Lenkers.

Überprüfung der Sitzposition

Du hast die beschriebenen Einstellungen vorgenommen und wenn du alle Schritte gewissenhaft durchgeführt hast, passt dir dein Mountainbike jetzt bereits sehr gut. An den geometrischen Daten solltest du nun erstmal nichts weiter verändern, sondern eine ausgiebige Probefahrt von mehreren Kilometern unter realen Bedingungen machen. Oftmals bildet sich nach den ersten Kilometern bzw. Trails erst das neue Fahrgefühl richtig aus und du kannst dein Empfinden beim Fahren genauer bewerten.

In der Praxis erkennst du eine gute Sitzposition daran, dass du längere Zeit ohne nennenswerte Probleme oder Beschwerden fahren kannst. Wenn du deine gewählte Sitzposition lange halten kannst, ohne auf dem Rad unruhig zu werden, d.h. du nicht auf dem Sattel nach vorne oder hinten rutscht, deine Sitzposition zentral und kompakt bleibt ohne dass du verspannst oder häufig die Extremitäten lockern musst.

Kenngrößen der Mountainbike-Geometrie

Die Hersteller geben ihre Rahmengröße bei Mountainbikes meist in Zoll an, z.B. 19,5 Zoll. Einige Hersteller geben ihre Rahmen auch in den Größen S, M, L und XL an, was auf den ersten Blick nichts über die tatsächlichen Maße aussagt.

Stack und Reach erfassen als signifikante Kenngrößen des Rahmens die Maße zwischen Mitte Tretlager und Oberkante Steuerrohr in senkrechter und waagerechter Richtung, wie in der Grafik anschaulich dargestellt ist (ST = Stack und RE = Reach). Anhand der Angabe von Stack und Reach bzw. dem Quotienten daraus (StR) kannst du die Charakteristik eines Rahmens ableiten, beispielsweise ob er eher tief und lang oder hoch und kurz ist.

Stack geteilt durch den Reach ergibt in der Regel einen Wert zwischen 1,35 und 1,65 , wobei kleinere Werte bis 1,45 für eine sportlich gestreckte Sitzposition stehen, Werte zwischen 1,45 und 1,55 eine gemäßigt sportliche Sitzposition abbilden und Werte über 1,55 für eine komfortable Geometrie stehen. Stack und Reach können dir also dabei helfen, einen passenden Rahmen ohne Fitting zu finden, denn diese Maßangaben sind mittlerweile bei allen Herstellern Standard und in den Datenblättern aller Mountainbike Modelle zu finden.

Stack to Reach Quotient (StR) Sitzposition
Kleiner als 1,45 Sportlich gestreckt
Zwischen 1,45 und 1,55 Gemäßigt sportlich
Größer als 1,55 Komfortabel

Dieses Maß spiegelt die Sitzlänge eines Mountainbikes am ehesten wider und macht unterschiedliche Bikes miteinander vergleichbar.

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