Unweit von Erfurt, in der thüringischen Kleinstadt Merkers, befindet sich einer der wohl skurrilsten Orte Deutschlands. 1895 in Betrieb genommen, wurde hier lange Zeit Kalisalz in großem Stil abgebaut, heute bewirbt der Ort sich selbst als „Erlebnisbergwerk“.
Der Nazi-Schatz im Bergwerk Merkers
Doch weltberühmt wurde das Bergwerk Merkers kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges durch den Fund eines der wohl größten Schätze aller Zeiten. Es ist der 8. April 1945, als amerikanische Soldaten im Bergwerk Merkers 500 Meter unter der Erde vor einem gigantischen Tresor stehen. Den Zugang sprengen sie sich kurzerhand frei, und das hat einen Grund. In der Grube Kaiseroda II/III, so der Name der unterirdischen Stätte, soll ein riesiger Schatz lagern. Und der sollte sich mehr als bewahrheiten.
Als die Soldaten den heute „Goldraum“ genannten Ort im Bergwerk Merkers betreten, trauen sie ihren Augen nicht. Denn in der Grube Kaiseroda II/III lagert nicht weniger als einer der größten Schätze, die jemals gefunden wurden. Tausende Kisten mit Gold- und Platinbarren, Edelsteine, Bargeld und Divisen anderer Länder liegen neben unschätzbaren Kunstwerken von Rembrandt, Boticelli, Cranach und Manet, um nur einige zu nennen. Auch die Büste der Nofretete findet sich hier, zudem der Zeitung „Hessische Niedersächsische Allgemeine“ zufolge 189 Koffer voll mit Goldzähnen, Schmuck und Silberbesteck.
Laut Bericht des „MDR“ lagern damit 80 Prozent der Gold- und Devisenreserven des Nazi-Regimes im Bergwerk Merkers. Bereits am 6. März 1945 war ein Führerbefehl ergangen, sie hier vor den herannahenden Feinden zu verstecken. Daraufhin hatten 22 übervoll beladene Züge mit den Schätzen Berlin in Richtung Thüringen verlassen, wurden die Preziosen unterirdisch, und damit vermeintlich sicher, eingelagert.
Nun stehen die Soldaten also ungläubig vor dem Milliarden-Schatz, rückt das Bergwerk Merkers für einige Zeit in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Am 12. April 1945 besucht der damalige General und spätere US-Präsident Dwight D. Eisenhower die Mine, um sich selbst ein Bild von dem Fund zu machen. Zeitungen rund um den Globus berichten, Eisenhower selbst staunt atemlos.
Gesichert ist, dass am 14. April 1945 ein Konvoi aus 32 US-LKWs das Bergwerk Merkers verlässt, randvoll beladen mit den gefundenen Schätzen. Und obwohl der Treck sogar aus der Luft Begleitschutz erhält, kommen unterwegs gleich drei Lastwagen „abhanden“. US-Quellen bestätigen das Verschwinden von zumindest einem davon, geben aber nicht an, ob sich in ihm nun Gold oder Kunst befand. Heute gilt aber als allgemein bekannt, dass sich auch US-Soldaten an den Schätzen aus dem Bergwerk Merkers (und anderen Fundstätten) bereichert haben.
Die Nofretete-Büste kommt erst 1955 zurück nach Berlin, während ein guter Teil des Schatzes aus dem Bergwerk Merkers wohl für immer verschwunden bleiben wird. So zum Beispiel ein Viertel der Buch-Bestände aus der Preußischen Staatsbibliothek. Bekannt ist aber auch, dass die USA einen Anteil der insgesamt 220 Tonnen Gold für spätere Reparationszahlungen in einen Entschädigungsfond einspeisten.
Das Erlebnisbergwerk Merkers heute
Um das Bergwerk Merkers wurde es nach 1945 deutlich ruhiger, und heute hat es sich selbst einen Namen gemacht als skurriles „Erlebnisbergwerk“, wie die offizielle Webseite wirbt.
Hier sind einige der Attraktionen, die das Bergwerk Merkers zu bieten hat:
- Den größten unterirdisch eingesetzten Schaufelradbagger der Welt.
- Einen "Großbunker" in dem bis 1993 bis zu 50.000 Tonnen Rohsalz als Reserve eingelagert wurden.
- Eine kühle Drink in der tiefsten Bar der Welt. Wände und Decke sind hier bedeckt von Steinsalz-Kristallen, manche davon haben eine Kantenlänge von bis zu einem Meter.
- Regelmäßig stattfindende unterirdische Mountainbike-Rennen und Marathons.
Die Kristallgrotte
Die im Jahr 1980 entdeckte Kristallgrotte ist der tiefste Punkt im Erlebnis Bergwerk Merkers und zugleich der Höhepunkt unserer Reise. Eine speziell für die Kristallgrotte komponierte Musik-Licht-Installation setzt die riesigen Kristalle mit bis zu einem Meter Kantenlänge in Szene. Sie ist 250 Meter lang, 22 Meter breit und bis zu 17 Meter hoch und wird Sie garantiert in Staunen versetzen.
Heute ist aus dem einstigen Salzlager der größte Konzertsaal 500 Meter unter der Tagesoberfläche entstanden.
Das Museum
Das Museum vermittelt auf rund 1500 Quadratmetern Ausstellungsfläche die wechselhafte Geschichte der Kaliindustrie an der Werra. Los geht der historische Rundgang mit der Salzunger Saline, die als eine der ältesten Salinen Mitteleuropas und als Vorläufer des Kalibergbaus gilt. Auch an die jungen Hobbybergleute ist gedacht: Unter dem Motto „Technik zum Anfassen“ können die Kinder sogar in Bergbaugroßgeräte einsteigen.
Der Goldraum
Im historischen Goldraum haben die Nazis zum Ende des 2. Weltkrieges die Gold- und Devisenbestände der Deutschen Reichsbank in Sicherheit gebracht. In weiteren Kammern wurden umfangreiche Kunstgegenstände aus Berliner Museen eingelagert, darunter die berühmte Büste der Nofretete. Das Auffinden dieses Schatzes durch die Amerikaner und ein Besuch von General Eisenhower in der Grube Merkers sorgten im April 1945 weltweit für Schlagzeilen. Anhand von Requisiten wird das Ereignis für Besucher nachvollziehbar.
Führungen im Bergwerk Merkers kann man Dienstags-Samstag zwischen 9.30-13.30 Uhr mitmachen, sofern man vorher reserviert hat. Kinder unter 10 Jahren sind nicht für die Führungen zugelassen, zudem ist der Ort nicht barrierefrei ausgebaut. Erwachsene zahlen 28 Euro Eintritt, Kinder ab 10 Jahren 19 Euro. Ein Familienticket beispielsweise für zwei Erwachsene und ein Kind kostet 60 Euro.
Mountainbike-Abenteuer unter Tage
Vor acht Jahren schufteten in dem Bergwerk in Nordthüringen noch die Kali-Kumpel - nun tummeln sich immer mehr Touristen in den verzweigten Gängen. Die Mountainbike-Fahrer waren die Ersten, die die Grube eroberten, berichtet Helmut Springer von der Betreibergesellschaft. Vier Rennen mit einem begrenzten Starterfeld von jeweils 60 Fahrern haben bisher stattgefunden. Angemeldet hatten sich bis zu 300 Extremsportler.
Ähnlich groß ist das Interesse bei den Läufern, die sich bereits zwei Mal zum "Kristall-Lauf" trafen. Der Wettkampf auf der 10-Kilometer-Strecke soll nun alljährlich stattfinden.
Im Bergwerk Merkers, ebenfalls in Thüringen, können Sie beim Stollenbiken etwas über die Geschichte und Kultur der Bergleute erfahren - echte Bergmannskost inklusive. Die Steigung beträgt hier maximal 17 Prozent. Die Streckenlänge beträgt 15 Kilometer. Am Ziel erwartet sie eine Grotte mit zehn Meter Deckenhöhe, die von hellen, vereinzelt bis zu einem Meter hohen Steinsalzkristallen übersät ist.
Weitere Attraktionen
Für die Touristen soll unter Tage einiges geboten werden. Mit einer Tunnelrutsche werden Besucher ab Mitte Januar in die Tiefe gleiten können: 40 Prozent Gefälle hat die Salzröhre, 40 Meter tief geht der Rutsch. Wer davon nicht schlecht geworden ist, kann noch eine Kahnfahrt auf einen unterirdischen Salzsee unternehmen. Drei Spreewald-Kähne liegen schon bereit, der See wird noch hergerichtet.
Als weitere Attraktion wird voraussichtlich in diesem Jahr eine Kegelbahn fertig gestellt sein - nach Angaben der Betreiber die weltweit erste unter Tage. Außerdem ist ein Konzertsaal mit 200 Plätzen geplant. Der bereits 1908 erbaute Festsaal ist mittlerweile zur guten Adresse für Geschäftsleute geworden. Orchester könnten ebenso 670 Meter tief aufspielen, sagen die Betreiber.
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