Mountainbike-Brillen im Test: Klare Sicht auf dem Trail

Mountainbike-Brillen sind ein wesentlicher Bestandteil der Ausrüstung für jeden Biker, der Wert auf Sicherheit und Komfort legt. Sie schützen die Augen vor Fahrtwind, Insekten, Schmutz und Ästen und sorgen so für eine klare Sicht auf dem Trail. Doch welche Brille ist die richtige für dich? Dieser Testbericht bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Modelle und ihre Eigenschaften.

Warum eine Mountainbike-Brille unverzichtbar ist

Keine Brille zu tragen ist keine Option, denn jedes noch so kleine Sandkorn schadet dem Auge und diese kleinen Beschädigungen sind irreparabel. Im Alter bekommt man die Quittung, wenn die vielen kleinen Verletzungen die Sicht unwiderruflich eingeschränkt haben. Schon ein kleiner, unglücklich platzierter Ast auf Augenhöhe kann einen das Augenlicht kosten. Wir schützen unseren Körper ganz selbstverständlich mit Helm und Schonern, das Gleiche sollte auch für die Augen Pflicht sein. Beschlagene Gläser dürfen also nicht mehr als Ausrede herhalten, keine Brille zu tragen. Es geht um zu viel.

Mountainbike-Brillen sollen neben dem guten Sitz vor allem zwei Kriterien erfüllen: Erstens müssen sie stoßfest und bruchsicher sein, um den Träger bei einem Sturz nicht zu verletzen. Zweitens sollen sie eine gute Abbildungsqualität besitzen, um ein verlässliches Bild vom Untergrund zu generieren. Diese zwei Eigenschaften sind schwer zu vereinen und je besser es gelingt, desto teurer sind in der Regel auch die Gläser. Brillen mit klaren Gläsern bieten guten Schutz gegen Verletzungen und gehören damit zur Grundausrüstung eines jeden Bikers.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Hersteller werben gerne mit (teuren) Gläser, die nicht beschlagen. Ist klare Sicht also nur eine Frage des Geldes? Der Optiker nimmt uns die Illusion: ein solches Wunderglas ist vor allem Marketing, die Vernebelungsanfälligkeit von Brillen kein objektives Kriterium. Spezielle Beschichtungen können zwar dem Beschlagen entgegenwirken. Viel entscheidender ist aber, dass die Brille ihrem Träger passt. Die warme Luft zwischen Augen und Gläsern muss entweichen können, damit sie sich nicht als Wasserdampf auf der Innenseite festsetzt. Gleichzeitig darf aber auch nicht zu viel kalter Fahrtwind an die Augen dringen. Wer eine Brille sucht, sollte deswegen verschiedene Modelle anprobieren und nach optimalem Sitz auswählen.

Eine Mountainbike-Brille sollte mit der Stirnlinie abschließen, der Blick durch das obere Drittel der Gläser gehen. Zwischen Stirn und Wangen sollte ein ca. 4mm großer Abstand bleiben, damit die Luft zirkulieren kann. Unser Tipp: Setzt verschiedene Brillen im Freundeskreis auf oder geht direkt zu einem Optiker (idealerweise ein Sport-Optiker), um zu schauen, welches Modell am besten zu eurer Gesichtsform passt.

Beim Vergleich der Brillen hat sich bestätigt: Eine Brille, die auch in anstrengenden Uphills nie beschlägt, gibt es nicht. Es ist leider ein Gesetz der Physik, dass das Aufeinandertreffen von warmer und kalter Luft Wasserdampf erzeugt. Für die Performance auf dem Trail hat sich ein guter Sitz als essenziell erwiesen, nur so kann Luft zirkulieren und für klare Sicht sorgen: Brillen, die lückenlos auf den Wangenknochen aufsaßen, beschlugen früher. Oft reicht hier ein kurzes Anheben um die Luft zirkulieren zu lassen. Sitzt die Brille nicht korrekt, kann selbst die teuerste Beschichtung ein Beschlagen nicht verhindern. Deshalb: Probiert verschiedene Modelle, bevor ihr euch entscheidet! Die Suche lohnt sich, denn auch wenn selbst die teuerste Brille zwischendurch von Nebel und Dreck befreit werden muss, schützt sie doch eure Augen.

Die besten Mountainbike-Brillen im Test

Bei der Auswahl der Gläser verließen wir uns auf die Empfehlung der Hersteller: Mit dem Auftrag, uns ihre beste Brille für gute Sicht an nassen, dunklen Wintertagen zu schicken, entschieden diese sich für unterschiedliche Wege. Oakley, Uvex und Alpina haben uns für unseren Einsatzbereich ihre photochromatischen, d. h. selbsttönenden Gläser, empfohlen. Adidas, NIKE und Swiss Eye schickten Modelle mit Wechselgläsern. Alle sechs Modelle haben wir bei unter null Grad auf der gleichen Route getestet, inklusive Schlammlöchern, Up- und Downhill.

Oakley Flak Jacket XLJ

Beim Aufsetzen der Oakley Flak Jacket XLJ passiert ein kleines Wunder: Die Realität wirkt durch die Gläser der Flak Jacket klarer als ohne sie. Die photochromatischen Gläser sind extrem sensibel, selbst in der Dämmerung lassen sie genügend Licht ans Auge. Bei dunkleren Lichtverhältnissen sind praktisch ungetönt. Das leichte Gestell sitzt so unauffällig auf Nase und Ohren, dass man die Brille fast nicht spürt. Einziges Manko: Der Schnitt der Gläser ist relativ knapp und lässt etwas mehr kalte Luft an die Augen als andere Modelle. Bei besonders empfindlichen Augen (in unserem Fall bei einem Tester mit Kontaktlinsen) ist das ein Ausschlusskriterium.

Preis: 169 € für das Basismodell mit getönten Gläsern zzgl.

Adidas Evil Eye

Auch die Evil Eye überzeugt mit einer verzerrungsfreien Abbildungsqualität, wenn auch das Seh-Erlebnis nicht ganz so überwältigend ist wie beim Gegenspieler Oakley. Besonders gut gelungen für den Einsatz im Dreck ist der Schnitt: Die Gläser sind stark gewölbt und decken einen großen Bereich um die Augen ab. Für die Evil Eye gibt es Wechselgläser in über 20 verschiedenen Tönungen. Die unterschiedlichen Tönungen machen optisch was her (z. B. gibt es verspiegelte Gläser) und ermöglichen Anpassungsfähigkeit auf jede Situation. Aber auch wenn das Wechseln nach ein paar mal Üben immer schneller geht, sind hochwertige, selbsttönende Scheiben einfach eine Spur unkomplizierter.

Uvex Sportstyle 700

Etwas klobig fällt der Rahmen der Sportstyle 700 aus. Der Vollrahmen macht sich in einem höheren Gewicht bemerkbar, das wiederum für einen unbequerem Sitz sorgt als bei der Konkurrenz. Der Vorteil von Vollrahmenbrillen ist eine höhere Stabilität, bei einem Sturz sind die Gläser besser geschützt. Bei unseren Testern blieb im unteren Sichtfeld aber stets ein schwarzer Balken präsent, an den sie sich nur schwer gewöhnen konnten - hier gilt jedoch: Anprobieren! Denn auf anderen Gesichtsformen kann das Konzept Vollrahmen durchaus aufgehen. Doch auch die Selbsttönung konnte bei diesem Modell nicht überzeugen, schon bei mäßigem Tageslicht dunkelten die Gläser zu stark ab.

Alpina Eye-5 VL

Die Eye-5 VL setzt auch auf einen Vollrahmen und bietet damit idealen Schutz der Gläser und des Brillenträgers bei einem Sturz. Ähnlich wie bei der sportstyle von Uvex empfanden unsere Tester den unteren Rahmen störend im Sichtfeld, jedoch weniger ausgeprägt. Das Gestell der Eye-5 ist schlank, filigran und damit sehr angenehm zu tragen. Die Selbsttönung funktioniert angemessen sensibel, auch wenn sie nicht ganz mit dem Testsieger mithalten kann. Wer auf photochromatische Gläser nicht verzichten möchte, findet in der Eye-5 VL aber eine günstige Alternative. Der Effekt der fogstop-Beschichtung war in unserem Einsatzbereich kaum spürbar, Vernebelung trat wie bei allen anderen Brillen auf, sobald keine Luft mehr zirkulierte.

Swiss Eye Novena

Dass es sich bei der Novena um das günstigste Modell im Testfeld handelt, macht sich sofort an der Haptik bemerkbar: Der Kunststoff des Gestells fühlt sich weniger hochwertig an. Das war’s aber auch schon mit Kritikpunkten, denn sobald die Brille auf der Nase sitzt, überzeugt sie mit einem weit abgedeckten Sichtfeld und unauffälligem Sitz. Die Abbildungsqualität liefert ein scharfes Bild, das den anderen Modellen der günstigeren Preisklasse in nichts nachsteht. Drei im Lieferumfang enthaltene Wechselgläser, die sich mit zwei einfachen Klicks umrüsten lassen, decken alle Einsatzbereiche ab. Insbesondere das rot verspiegelte Glas macht den Eindruck, mit der Novena auch im Sommer eine gute Figur machen zu können.

NIKE Show X-1

Mit der Show X-1 hat sich ein Außenseiter in unser Testfeld geschlichen, denn bei dem Modell handelt es sich eigentlich nicht um eine Bike-Brille. Die Bruchsicherheit wurde uns aber vom Hersteller zugesichert, und so haben wir eine weitere ausgezeichnete Brille für den Wintereinsatz entdeckt. Das Glas ist weit gewölbt und nach hinten gezogen, die Augen werden optimal geschützt. Einziger Nachteil: Die Bügel sind hinter den Ohren nach unten gewölbt und damit eigentlich nicht für die Kombination mit einem Helm gemacht, wie die bei Bike-Brillen üblichen geraden Bügel. Damit lässt sich die Show X-1 nicht ganz so leicht hinter die Ohren schieben, wenn man bereits einen Helm trägt - das stört aber nur minimal.

Weitere getestete Modelle und ihre Eigenschaften

Neben den oben genannten Modellen wurden auch weitere Brillen getestet, darunter:

  • 100% S2
  • Alpina S-Way QVM+
  • BBB Fullview PH
  • Bollé Lightshifter
  • Evil Eye Vizor Pro
  • Julbo Rush
  • Oakley Flight Jacket
  • Rockrider XC Race
  • Rose PS 07 Photocromic
  • Rudy Project Cutline
  • Scott Shield LS
  • Smith Attack Mag MTB
  • Sweet Protection Ronin
  • Uvex Sportstyle 804 V

Jedes dieser Modelle weist spezifische Eigenschaften auf, die es für bestimmte Einsatzbereiche und Vorlieben geeignet machen. Die Testergebnisse umfassen Aspekte wie Selbsttönung, Sicht und Schutz, Passform und Tragekomfort sowie Ausstattung.

Die Testsieger und Kauftipps

Uns hat für diesen Zweck die 199 € teure Oakley Flak Jacket XLJ am besten gefallen. Mit gestochen scharfer Abbildungsqualität und unübertroffener Passform sichert sie sich den Testsieg. Den Kauftipp erhält die mit drei einfach austauschbaren Wechselscheiben ausgestattete Swiss Eye Novena für 89,90 €.

Hier ist eine Tabelle mit den Top-Empfehlungen und ihren wichtigsten Eigenschaften:

Modell Preis Besondere Eigenschaften
Oakley Flak Jacket XLJ 199 € Gestochen scharfe Abbildungsqualität, unübertroffene Passform
Swiss Eye Novena 89,90 € Drei austauschbare Wechselscheiben, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Bedeutung der richtigen Brille für Mountainbiker

Eine Fahrradbrille macht das Radeln angenehmer. Gerade, wer oft mit dem Fahrrad unterwegs ist, kennt das Problem: Lichtspiegelungen reflektieren und blenden, kleine Insekten landen schnell im Auge. Ohne den entsprechenden Schutz kann unseren Augen viel passieren. Eine normale Sonnenbrille schützt für Gelegenheitsradler ausreichend, doch gute UV-Filter, aerodynamisches Design und entspiegelte Gläser finden Sie eher bei den spezifischen Sportbrillen.

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