Mountainbike Bunny Hop lernen: Die ultimative Anleitung

Für viele Mountainbiker ist der Bunny Hop ein anspruchsvoller Move. Die Rodeo-Bewegung des Bunny Hops ist jedoch grundlegend für mehr Sicherheit und Spaß beim Überwinden von Hindernissen und die Optimierung der Linienwahl. Zudem ist der „echte Hase“ auch Basis für weitere Sprungtechniken, z.B. im Bikepark.

Was ist ein Bunny Hop?

Ein Bunny Hop ist eine MTB-Fahrtechnik, bei der zuerst das Vorderrad vom Boden abhebt, man danach das Hinterrad abhebt und dann wieder sicher landet. Wer den Bunny Hop lernen will braucht ein gutes Gefühl für sein Bike.

Unterschiede zum Standard-Hop

Bei Bunny-Hops zieht man das Hinterrad nicht wie beim Standard Hop (bei dem beide Räder gleichzeitig abheben) aus den Knien hoch per Anfersen, sondern es folgt dem Vorderrad durch die dynamische Absprungbewewegung aus den Beinen. Zuerst schubst man zum Anlupfen des Vorderrads nach einem zentralen und dynamischen Tiefgehen den Lenker nach vorne.

Die häufigste Fehlangewohnheit

Ein Reißen aus den Armen am Lenker ist die häufigste Fehlangewohnheit, die einen gelungen Auftakt des Bunny Hops verhindert.

Die richtige Vorbereitung

Mit den richtigen Fahrtechnik Grundlagen kann man den Bunny Hop schnell beherrschen. Besonders wichtig ist zu Beginn, dass man die Grundposition und Aktivpostion beherrscht.

Grundposition

Die Grundposition ist eine perfekte Basis. Beim lernen der Mountainbike Basics beginnt man häufig mit der neutralen Postion. Die Beine sind ca. 90% gestreckt, der Sattel ist abgesenkt auf ca. 5cm oberhalb des Kniegelenks. Für das Bunny Hop Training sollte in der Grundposition der Körperschwerpunkt mittig oberhalb des Tretlagers sein (dort wo die Kurbeln angeschraubt sind). Die Hüfte klappt ab und die Schulter befinden sich kurz hinter dem Lenker.

Aktivposition

Wer nach Tipps für den Bunny Hop sucht, wird auch von der Aktiv- oder aktivierten Position hören. Dabei werden Arme und Beine gebeugt und der Körperschwerpunkt auf Höhe des Sattels abgesenkt. Mit dieser Verlagerung des Körpergewichts bauen wir wichtige Vorspannung auf. Im Video 5 Tipps für Mountainbiker, findet ihr Grund- & Aktivposition auch als bewegte Erklärung. Grundposition: Arme & Beine sind eher gestreckt.

Schritt-für-Schritt Anleitung zum Bunny Hop

  1. Wichtig ist, dass deine Federgabel und (wenn vorhanden) dein Dämpfer richtig eingestellt sind. Das heißt nicht zu weich und die Ausfedergeschwindidkeit nicht zu langsam.
  2. Wir kommen aus der Grundposition und gehen runter in die Aktivposition. Diese Absenkung des Körpergewichts erfolgt dynamisch.
  3. Nachdem du dein Körpergewicht abgesenkt hast, steckst du im nächsten Schritt deine Arme und Beine und verlagerst dein Körpergewicht in einer horizontalen Linie nach hinten. Dadurch wird dein Vorderrad leicht. Man nennt diese Bewegung von Grundposition runter in die Aktivposition und dann nach hinten auch L-Bewegung.
  4. Die aufgebaute Verspannung wird dabei impulsartige gelöst, das Vorderrad wird leicht.
  5. Nach der L-Bewgung geht es nun um die Aufrichtung. Wir strecken uns und ziehen uns den Lenker Richtung Hüfte. Dadurch bekommen wir mehr Zeit, denn das Vorderrad bleibt auf diese Weise länger in der Luft und die Bewegungen können entspannter durchgeführt werden. Gerade zu Beginn hat man schnell das Gefühl, dass die vielen Tipps für den Bunny Hop in der kurzen Zeit zu einer hektischen Bewegung führen müssen.
  6. Häufig scheitert man nämlich daran das Hinterrad vom Boden wegzubekommen, um den richten Bunny Hop zu lernen. Nachdem wir uns aufgerichtet haben, beugen wir unseren gestreckten Oberkörper vor den Lenker und drücken uns nach oben ab. Die Fußspitzen klappen dabei ab. Das Hinterrad verlässt den Boden. Der erste kleine Bunny Hop ist geschafft - Hindernisse?
  7. Wir schieben den Lenker nun nach vorne und das Bike unter uns durch.

Das Anlupfen des Hinterrades

Nun kommt das Anlupfen des Hinterrades als nächstes Puzzle-Teil zum Bunny Hop dazu. Auch hier ist eine saubere Ausführung mit dynamischer Streckung wichtig. Da man nun das Hinterrad leicht machen möchte, rollt man in der Zentralposition an. Von dort aus tätigt man eine dynamische Sprung-Bewegung nach oben.

  • Nach dem Prinzip „leichte Masse folgt der schweren Masse“ hebt das Hinterrad ab.
  • Dazu senkt man die Zehenspitzen ab, und drückt die Füße gegen die Pedalflächen (bitte bei dieser Übung Schienbeinschoner tragen).
  • Anfangs nimmt man alle Finger vom Hebel der Vorderradbremse, um nicht aus Versehen dranzukommen und über den Lenker zu fliegen.

Die "Wippe" - Beide Impulse verbinden

Wenn diese Übungen gut als unabhängige Bewegungsabläufe funktionieren, werden als letzte Vorübung beide Impulse miteinander verbunden. Für die „Wippe“ eignet sich eine ebene Fläche. Dabei sollte man Hindernisse anfangs weglassen, um nicht unnötig abgelenkt zu werden. Nun werden die Impulse an Vorderrad- und Hinterrad langsam und chronologisch hintereinander gereiht.

  1. Sobald also das Vorderrad wieder Bodenkontakt hat, springt man dynamisch nach oben ab, so dass sich direkt im Anschluss das Hinterrad hebt.
  2. Erst wenn das gut klappt versucht man, die beiden Bewegungen schneller auszuführen und direkt aneinander zu reihen.
  3. So entsteht ein kleiner, aber feiner Bunny Hop.

Tipp: Lose Hindernisse wie Schuhkartons oder flache Hütchen eignen sich ideal zum Üben.

Die Landung

Gerade zu Beginn, wenn man den Bunny Hop trainiert ist es nicht so wichtig ob beide Räder gleichzeitig oder das Vorderrad minimal zuerst aufkommen. Beachtet beim Landen, dass ihr das Bike nicht mit Gewalt richtig Boden schmettert. Das werden ihr deutlich durch Klappern von Kette und co hören. Nutzt bei der Landung wie immer Arme und Beine als verlängerten Federweg.

Weitere Tipps und Tricks

  • Das Bunny-Hop-Training sollte man mit Geduld angehen, damit Spaß und Motivation nicht auf der Strecke bleiben.
  • Mit Flatpedals (Plattformpedale) und Schienbeinschonern üben.
  • Videoanalyse per Ipad oder Smartphone nutzen.

Das Timing ist entscheidend

Für den Bunny Hop ist entsprechende Körperspannung sowie das richtige Timing wichtig.

Warum Bunny Hops von vielen NICHT erlernt werden

Vielen Mountainbikern geht es so. Du musst nur bestimmte Dinge beachten. Übst Du die richtigen Übungen, in der richtigen Reihenfolge, bist Du beständig und hast keine Angst, Fehler zu machen, wirst Du zum Ziel kommen!

Denk daran: Wer den Bunny Hop beherrschen will, braucht zu Beginn vor allem Geduld, die richtigen Tipps für den Bunny Hop und ein gutes Gefühl fürs Bike.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0