Mountainbike Decathlon im Test: Eine umfassende Analyse

Decathlon ist in Frankreich fast ein Synonym für Sportartikel und etabliert sich hierzulande zunehmend als günstige Alternative mit hochwertigen Fahrrädern, Zubehör und Bekleidung zu attraktiven Preisen. Insbesondere die Mountainbike-Modelle der Marke Rockrider stehen im Fokus. Wir haben verschiedene Modelle getestet, um Versand, Montage, Leistung und Fahrspaß zu bewerten.

Versand und Montage des Rockrider Race 900 S

Wie viele Bikes wurde auch das Rockrider Race 900 S in einem Karton angeliefert. Dabei achtet Decathlon stark auf Müllvermeidung, insbesondere auf Plastikmüll. Abgesehen vom großen Lieferkarton blieben nur sehr wenige Teile zum Wegwerfen nach der Montage übrig. Meistgelesene Artikel.

Die Hauptaufgabe bei der Montage des Decathlon MTBs ist eigentlich das Entfernen von Schutz-und Stabilisierungsmaterial, das für den Transport benötigt wurde. Aber auch hier bleiben außer einer müllsackgroßen Folie für den Lenker und einer kleinen für den Sattel nur Krepptape und Karton übrig. Dann müssen der Lenker am Vorbau, das Vorderrad an der Gabel und die Pedale an der Kurbel montiert werden - eine Sache von vielleicht einer halben Stunde, wenn man nicht geübt ist. Eine kleine Anleitung liegt auch bei.

Noch besser aber ist das Minitool von Decathlon mit verschiedenen Bit-Aufsätzen, sodass man für die Montage keine eignen Werkzeuge braucht, anschließend aber ein kleines, feines Tool hat. Auch die Klettbänder, mit denen Teile im Karton befestigt sind, können anschließend weiter verwendet werden, zum Beispiel beim Bikepacking oder - Achtung: uncool - um das Hosenbein stramm ums Bein zu binden, damit es nicht an der Kette schmutzig wird!

Außerdem legt Decathlon diverse Zubehörteile ins Paket:

  • Katzenaugen
  • Lampen für vorne und hinten
  • Ersatzspeichen inkl. Tool
  • Sram-Chaingap-Tool (weiß, im Bild)
  • Bremsbelag-Spreizer (schwarz, mittig im Bild)

Licht, Klingel, Katzenaugen packt Decathlon als Zubehör dazu - Pedale, Tool, Srams Chaingap-Tool und Ersatzspeichen sind auch dabei.

Was allerdings fehlt, aber für die optimale Einstellung von Federgabel und Bremse notwendig ist, ist eine Dämpferpumpe. Nur so kann der Druck in den Fahrwerkskomponenten korrekt justiert werden. Zwar haben sowohl die Gabel als auch der Dämper Sag-Anzeigen, aber mit dem genauen Luftdruck-Wert braucht es kein langsames Annähern an die richtige Position. Ein Luftdrucktabelle bietet überdies nur die Rockshox Reba Federgabel. Der SidLuxe Select+ Dämpfer ist werkseitig aber prall gefüllt, sodass man sich mit vorsichtigem Ablassen von Druck auch dem gewünschten Sag nähern kann.

Ausstattung des Rockrider Race 900 S FC

Zur Auswahl standen zum Zeitpunkt unserer Order 4 Ausstattungsvarianten mit Sram GX und elektrischer GX AXS sowie Reynolds Carbon Laufrädern und Mavic Crossmax aus Aluminium. Mittlerweile hat Decathlon noch eine Variante mit Rockshox SID Base-Federgabel und den Reynolds Carbon-Laufrädern ins Programm genommen. Wir haben zum Test die günstigste Ausstattung bekommen mit mechanischer GX-Schaltung und Alu-Rädern. Alle Modelle kommen mit dem gleichen SidLuxe Select+ Dämpfer.

Für 2999 Euro steht ein Cross Country Fully mit 11,75 Kilo (Größe M) bereit. Der Rahmen besteht komplett aus Carbon, was das “FC” im Namen aussagt: Full Carbon. Das “S” steht übrigens für Suspension, also Vollfederung.

Am Lenker fällt zunächst einmal der Drehgriff auf. Mit diesem lassen sich Dämpfer und Gabel (fast) komplett schließen - die Gabel gibt noch ein wenig nach, hinten herrscht nach dem Drehen gänzliche Starre. Eine Komponente, ohne die ein paar Touren sehr frustrierend geworden wären. Aber dazu später mehr.

Zum Rockrider Race 900 S heißt es auf der Decathlon-Webseite: “Dieses MTB wurde für leistungsorientiertes Fahren im Bereich XC und XC Marathon entwickelt.” Der Rahmen ist der gleiche, wie er auch beim Worldcup und den Französischen Meisterschaften eingesetzt wird. Das heißt: Das Race 900 soll seinem Namen Ehre machen und nach Vorne gehen.

Geometrie und Rahmen

  • Rahmen: Full Carbon Rahmen, Gewicht: 1.980 g (Herstellerangabe, Größe M)
  • Sitzwinkel: 73 Grad
  • Reach: 420 mm
  • Lenkwinkel: 68 Grad
  • Kettenstreben: 455 mm

Ein Sitzwinkel von 73 Grad und ein Reach von 420 mm positionieren den Menschen sportlich nach vorn gerichtet und mit gutem Druck auf dem Vorderrad, wenn es bergauf geht. Auf flachen Stücken liegt recht viel Gewicht auf den Händen, wenn man diese Position nicht gewohnt ist. Der recht flache Lenkwinkel von 68 Grad und lange Kettenstreben mit 455 mm sorgen für Sicherheit vermittelnde Laufruhe. Bei sehr langsamer Fahrt neigt aber das Vorderrad stark zum Abklappen, was ein aktives Lenken vor allem an starken Steigungen erfordert.

Zusammen mit den 120 mm Federweg ist das Rockrider Race 900 bereit auch für - aus Cross Country-Sicht - ruppigeres Gelände. Im direkten Vergleich beispielsweise mit dem Trek Supercaliber (2022) liegt das Race 900 satt und unbeirrbar auf dem Trail. Auch tiefer Schotter ist kein Grund die Abfahrt zu bremsen, wobei die 2,3 Zoll breiten Reifen sicher auch einen Einfluss haben. Das macht viel Freude und für ein großer Pluspunkt dieses MTBs.

Viel Druck auf das Vorderrad gibt auch der sehr lange und um -7° geneigte Vorbau am Rockrider XC-Fully. Dieser kommt mit 60 mm Länge in Größe S und wächst um jeweils 10 mm bis auf 90 mm Länge bei Rahmengröße XL. Die starre Sattelstütze ist aus Carbon. Hier wäre aber eine versenkbare Dropperpost sinnvoll, weil diese die Freude und Sicherheit bergab auf dem Race 900 noch einmal steigern würde.

Federung

  • Gabel: Rockshox Reba RL 120 mm, 32 mm Tauchrohre, Steckachse, Boost Format; Rockshox Twist Lock 2022 (2 Positionen); Gewicht: 1.670 g
  • Dämpfer: Rockshox SidLuxe Select+ (190 × 45 mm) - laut Hersteller speziell an die Kinematik des Fahrrads angepasst - Gewicht: 236 g

Das Fahrwerk an unserem Rockrider Race 900 ist mit der Rockshox Reba RL Federgabel gut ausgestattet. Die 20 mm mehr machen aber an unserem Bike großen Spaß, zumal die Gabel vom Lenker aus geschlossen werden kann, wenn es mal bergauf nötig ist. Die Druckstufenverstellung ist so allerdings nur im On/Off-Modus nutzbar und leider nicht stufenlos. Die Reba RL hat ebenso eine Zugstufenverstellung für die Ausfedergeschwindigkeit.

Zusammen mit den 2,3 Zoll breiten Reifen entsteht sehr guter Kontrolle. Der Dämpfer ist hingegen “special” an unserem Rockrider MTB. Damit der Lockout-Drehgriff sein Werk tun kann, ist am SidLuxe Select+ der Zug an der Druckstufeneinstellung befestigt. Genau dahinter liegt allerdings die Einstellschraube für die Zugstufe. Diese erreicht man nur schwierig, und man muss den blauen Arm mit dem Kabelzug wegdrücken, um den Inbus an der Einstellschraube ansetzen zu können.

Bremsen und Antrieb

  • Bremsen: Sram Level T, Centerline 180 mm vorne, 160 mm hinten, 6-Loch-Befestigung
  • Schaltwerk: Sram GX Eagle, 1 x 12-fach

Die Bremsen kommen ebenfalls von Sram. Die Level T sind sicher nicht das Heißestes am Markt, mit ihren Cross Country-konformen 180/160 mm Scheiben aber bissig und auch standfest genug für alle Touren, die das Rockrider Race mit uns machen musste. Einzig an die Bremshebel konnten wir uns vonseiten der Ergonomie nicht gewöhnen. Man greift sie lieber mit 2 Fingern, dafür ist der gerade Hebel aber irgendwie auch zu kurz. Er lässt sich zwar mit einer Rändelschraube bzw. Inbus in der Griffweite verstellen, aber kommt er näher an den Lenker, passt der Winkel des Bremshebels wieder nicht zur Fingerposition. Vielleicht ein subjektives Empfinden. Die Bremsscheiben zeigen zumindest keine abnorme Abnutzung und haben auch nicht mit fiesen Quietschgeräuschen genervt.

Zur Gangschaltung lässt sich nicht viel sagen, außer dass die Sram GX Eagle mit 12 Gängen immer sauber funktioniert, während unseres Dauertestes nicht einmal nachjustiert werden musste und auch die Abnutzung sich sehr in Grenzen gehalten hat - trotz einiger Regenfahrten in den ersten Monaten. Montiert sind ein Kettenblatt mit 32 Zähnen (möglich sind laut Hersteller aber auch 30, 32, 34 und 36 Zähne) sowie eine Sram Kassette mit 10-52 Zähnen (also die üblichen 520 % Spreizung). Als Kurbelgarnitur setzt Decathlon auf eine Truvativ Stylo 6K Aluminium mit 170 mm in Größe S und M und 175 mm in L und XL).

Reifen und Laufräder

Mit 25 mm Innenbreite/Maulweite könnten die Felgen auch etwas breiter bauen, was für ein noch besseres Dämpfungs- und Fahrverhalten sorgen würde. Die Hutchinson Kraken-Reifen haben zwar schon 2,3 Zoll, werden aber auf den Felgen sehr rund gezogen und wirken daher schmal an unserem Rockrider Race 900. Zum Vergleich muss erneut das Supercaliber herhalten: Hier ziehen die Bontrager Kovee Pro 30 Felgen mit 29 mm Innenweite und 35 mm Maulweite die 2,2 Zoll Reifen wuchtig breit.

Ein Lob für die montierten Reifen: Hutchinson Kraken Hutchinson Kraken Racing Lab (Hardskin, hinten). Auch wenn sie mit 700 bzw. 800 Gramm (hinten) für XC-Reifen recht schwer sind und entsprechend die Spritzigkeit ein wenig drosseln, haben sie einen erstaunlich guten Grip selbst bei Regen und Matsch. Und sie rollen zudem sehr gut. Eine Panne hatten wir in der Testphase nicht, obwohl sie mit Schlauch gefahren werden.

Fahreindruck des Rockrider Race 900 S

Anders als bei unseren großen Testreihen, bei denen die MTBs auch an ihre Grenzen gebracht werden sollen, ging es in unserem Dauertest des Rockrider Race darum zu schauen, ob es Defekte gibt oder das Design auf die Dauer an irgendeiner Stelle nervt. Deshalb war das Decathlon Bike hauptsächlich auf Voralpen-Trails unterwegs, also klassisches XC-Gelände.

Bergauf

Das Gewicht von 11,8 Kilo ist für die Bergab-Fraktion himmlisch leicht - die ganz schnellen XC-Feilen knacken zuweilen auch die 9-Kilo-Marke. Wie schon beschrieben könnten andere Reifen noch ein halbes Kilo wegsparen oder leichtere Felgen, was sicher bergauf ein wenig mehr Auftrieb verleihen würde. Aber das Rockrider Race 900 S klettert so auch sehr gut. Was aber vor allem richtig Spaß macht, dass die Front fast gar nicht dazu neigt hochzugehen. Lange Kettenstreben und der lange Vorbau verteilen das Gewicht sehr günstig. Auch kommt man mit der bekannten Sram Übersetzung mit 32er Kettenblatt und 52er Ritzel hinten fast alles hoch. Dafür sorgen auch die Kraken-Reifen, die ganz ordentlich in den Boden krallen.

Bergab

Wenn es bergab zur Sache geht, hat sich das Race 900 als echter Kumpel gezeigt. Es verzeiht dir kleine Fehler, hält dir den Rücken frei mit genug Federweg und vermittelt dir das Gefühl: Wir zwei schaffen das gemeinsam! Das Rockrider will aber auch bergab schnell bewegt werden. In Spitzkehren neigt das Vorderrad zum Abklappen und man sollte den Lenker gut im Griff halten. Das macht es aber auch recht drehfreudig.

Rockrider E-Expl 700: Das E-MTB im Kurzcheck

Neben den traditionellen Mountainbikes bietet Decathlon auch eine Palette an E-Bikes. Das Rockrider E-Expl 700 konnte im IMTEST-Vergleichstest der Hardtail-E-Mountainbikes den Preis-Leistungs-Sieg für sich verbuchen. Hier ein Kurzcheck:

  • Imtest Ergebnis: gut 2,5
  • Motor: Brose Drive T Aluminium, 70 Nm
  • Akku: 630 Wh
  • App: Decathlon Ride App
  • Gewicht: 25,2 kg / zul. Gesamtgewicht: 120 kg
  • Schaltung: MicroShift, 1×10 Gänge
  • Federgabel: X-Fusion RC32 mit 130 mm Federweg
  • Preis: 2.199 Euro

Unterschiede zu einem „Markenrad“

Rein vom Fahrgefühl her tatsächlich gar nicht so viel. Bei längerem Fahren merkt man, dass der Motor etwas „nachzieht“ und damit nicht ganz so gleichmäßig unterstützt wie beispielsweise einer von Bosch. Die verbaute Schaltung, eine microShift mit 1×10 Gänge schaltet nicht ganz so knackig und präzise wie eine Shimano XT, dennoch ist sie so genau, dass der Fahrspaß nicht getrübt wird. Oft sind es nur Nuancen, die den Unterschied ausmachen.

Labortest des Decathlon E-Bike

Im Labortest wurde ermittelt, wie weit das E-Bike mit einer Batterieladung kommt und wie hoch die Akkukapazität ist. Das E-Expl 700 schaffte es hier auf etwas geringe 62,33 Kilometer, der Akku brachte bei der Messung 541,37 Wattstunden hervor. Im Vergleich zu den anderen Testkandidaten fielen die Werte hier nicht so gut aus, dennoch reicht es für einen ausgedehnten Ausflug. Erstaunlich gut lief hingegen die Prüfung, bei dem das E-Bike über 20 Minuten eine sechs-prozentige Steigungsfahrt absolvieren muss. Hier zeigt sich nämlich, wie gut der Motor am Berg arbeitet. Dabei brachte es das Decathlon auf flotte 23,7 Stundenkilometer und wurde mit einem Faktor von hohen 3,7 unterstützt. Im Vergleich zu den anderen vier Testkandidaten war dies das zweitbeste Ergebnis in diesem Teilpunkt.

Unterwegs mit dem Rockrider E-Expl 700

Die 29-Zoll-großen Reifen mit 61 Millimeter Breite sorgen für ein durchaus angenehmes und sicheres Fahrgefühl auf allen Untergründen. Das E-Bike bietet eine hohe Laufruhe und auch in Kurven haftet es optimal auf der Straße. In Kombination mit der Federgabel mit 130 Millimeter Federweg schwebt es sozusagen über Kopfsteinpflaster und unebenen Trails hinweg. Der Lenker könnte aus der Betrachtung der Tester ein Stückchen kürzer sein, denn bei längerem Fahren machte sich ein leichter Schmerz im Handgelenk bemerkbar. Die Griffe waren noch angenehm zu greifen, der Sattel hingegen könnte etwas komfortabler sein.

Rockrider Race 940 S im Test

Für die Olympischen Spiele 2024 in Paris hat Decathlon sein hauseigenes Rennteam mit dem brandneuen Rockrider 940 S ausgestattet. Das Racefully möchte mit einer modernen Geometrie und 120 mm Federweg vorne und hinten, um auf technisch anspruchsvollen Strecken punkten. Das Rockrider Race 940 S bringt frischen Schwung in die Welt der XC-Racebikes. Es kommt mit Carbonrahmen und einem Preis von 4499 Euro richtet sich das Bike an FahrerInnen,die ein leichtes und agiles Bike suchen, das auf technischen Rennstrecken überzeugt.

Der Rahmen des 940 S ist auf Performance getrimmt. An Front und Heck arbeiten 120 mm Federweg, was das Bike bereit für herausfordernde Tracks macht. Mit einem Gewicht von etwa 11,7 kg in Größe M ist es im Vergleich zur Konkurrenz wettbewerbsfähig.

Geometrie-Daten

  • Lenkwinkel: 66,5 Grad
  • Sitzwinkel: 75,5 Grad
  • Reach-Wert: 449 mm

Dadurch ist das Handling agil, ohne nervös zu wirken, ideal für enge und technische Trails. Das kurze Steuerrohr in Verbindung mit dem Negativ-Vorbau sorgt für eine tiefe Front. Dadurch sitzt man geduckt und schnittig auf dem Rad.

Ausstattung

In Sachen Ausstattung lässt das 940 S kaum Wünsche offen. Die Rock-Shox-Sid-Base-Federgabel sorgt für eine sensible Dämpfung. Dazu kommt die Sram-GX-Transmission-Schaltung und die TRP-Slate-Bremsen. Die hochwertigen Reynolds-Laufräder und Hutchinson-Kraken-Reifen runden das Paket ab.

Test-Fazit

Das preiswerte Rockrider Race macht zielstrebig Meter und fährt agil-wendig ab. Das hohe Gewicht und die nicht ganz überzeugende Federgabel kosten Punkte. Die TRP-Bremse kommt mit ausladendem Hebel, der sich in der Griffweite leider nur minimal einstellen lässt. Besser: Die Federung ist per Drehgriff dreifach verstellbar.

Das mochten die Tester

  • faire Ausstattung für vergleichsweise kleines Geld
  • wertig gemachter Carbon-Rahmen
  • sportliche Geometrie
  • teils ungewöhnliche, aber durchdachte Parts

Das mochten die Tester weniger

  • tiefe Front kann bergab überfordern
  • Federgabel früher am Limit
  • relativ hohes Gewicht

Decathlon E-Feel 2024 im Detail

Mit dem neuen Decathlon E-Feel 2024 wollen die Franzosen ein Premium-Bike mit reichlich Trail-Performance auf die Räder gestellt haben. Das E-MTB kommt mit Aluminium-Rahmen und einem Federweg von 160/150 mm sowie 29”-Laufrädern. Optisch gibt sich das Decathlon E-Feel 2024 unauffällig mit einem schwarzen Rahmen ohne auffällige Decals.

Am Unterrohr finden sich Anschraubpunkte für einen Flaschenhalter. Der Platz im Rahmendreieck fällt aber wegen des Dämpfers recht gering aus. Die Leitungen des Decathlon E-Feel laufen intern durch Kabelports hinter dem Steuerrohr im Rahmen an ihren Bestimmungsort. Dabei sind die Leitungen gut geführt und klappern nicht. Trotzdem ist das E-Feel nicht ganz geräuschlos, denn lautes Kettenschlagen wird durch den harten Gummischutz nicht verhindert, sondern nur etwas gedämpft.

Außer von euren Beinen wird das Decathlon E-Feel noch von einem Shimano EP801-Motor angetrieben. Um entspannt Richtung Gipfel cruisen zu können, unterstützt er euch mit maximal 85 Nm und 600 W. Seine Energie bezieht der Motor dabei aus dem entnehmbaren 630 Wh großen Akku.

Dank der Kombination aus Motorsystem und der elektrischen Shimano XT DI2-Schaltung besitzt das Bike auch die Shimano FREE SHIFT-Funktion. Diese erlaubt es euch, solange sich das Hinterrad dreht, den Gang zu wechseln, ohne treten zu müssen.

Decathlon hat versucht, bei der Ausstattung Top-Komponenten für maximale Trail-Performance mit einem guten Preis zu vereinbaren. Das merkt man auch beim High-End-Fahrwerk, bestehend aus einer RockShox ZEB Ultimate-Federgabel und einem RockShox Super Deluxe Ultimate-Dämpfer. Geschaltet wird mit einer elektronischen Shimano XT 12-fach-Schaltgruppe. Ausreichende Verzögerung und eine gute Dosierbarkeit liefert eine TRP Trail EVO-Bremse, die mit 203 mm großen Bremsscheiben kombiniert ist. Auf den stabilen Mavic E-Deemax-Laufradsatz sind Decathlon Rockrider Grip 500-Reifen aufgezogen.

Ausstattungsvarianten

Neben unserem Test-Bike gibt es noch zwei günstigere Ausstattungsvarianten. Los geht es mit dem Decathlon E-Feel 700s für erschwingliche 3.499 €. Angetrieben wird das E-MTB von einem günstigeren Shimano EP600-Motor und einer Shimano CUES-Schaltgruppe. Für 1.000 € mehr bekommt ihr das 4.499 € teure Decathlon E-Feel 900s, das den gleichen Shimano EP801-Motor hat wie unser Testrad. Als Schaltgruppe kommt wieder eine Shimano CUES zum Einsatz.

Geometrie

Das Decathlon E-Feel 2024 gibt es in vier Größen und möchte so Fahrer und Fahrerinnen von 150-195 cm abdecken. Der Reach fällt dabei eher konservativ kurz aus und beträgt in unserer Größe L nur 465 mm. Trotzdem hat das E-Feel einen vergleichsweise langen Radstand mit 1.263 mm und dazu 465 mm lange Kettenstreben. Hinzu kommen ein für Trailbikes üblicher Lenkwinkel von 65° und ein kurzes 420-mm-Sattelrohr.

Schwingt ihr euch auf das Decathlon E-Feel, nehmt ihr eine aufrechte Sitzposition, auch wegen des kurzen Reachs, ein. Trotzdem lastet etwas Druck auf den Händen, was den Langstreckenkomfort mindert. Bergauf erweist sich die handlastige Sitzposition aber als Vorteil, denn so steigt die Front nicht, auch wenn es steiler wird. Der Hinterbau bleibt dabei aktiv und wippt minimal mit.

Wenn ihr nicht mehr gegen, sondern mit der Schwerkraft arbeitet, dann steht ihr gut integriert im Bike, und dank des intuitiven Handlings fühlt man sich schnell wohl. Das liegt auch an der Front, die hoch genug ist, damit auch bei steilen Trails keine Überschlagsgefühle aufkommen.

Das Decathlon Rockrider E-Feel 2024 spricht vor allem Anfänger an, die ein einsteigerfreundliches E-Mountainbike suchen, das mit Top-Komponenten zu einem fairen Preis überzeugen kann. Aber auch für Tourenfahrer, die gerne steile Anstiege erklimmen, eignet sich das Rockrider.

Rockrider 520 im Test

Wir schauen uns in diesem Bericht das MTB Rockrider 520 von Decathlon genauer an und gehen dabei auf die Verarbeitung, das Fahrgefühl, das Händling und das Preis-Leistungsverhältnis ein. Decathlon produziert Eigenmarken und vertreibt diese in seinen eigenen Filialen.

Aufbau und Montage

Geliefert wurde das Mountainbike in einem „normalen“ Fahrradkarton. Der Fahrradlenker war quer gestellt und die Pedalen noch nicht montiert. Alle anderen Bauteile waren bereits fest und angebracht. Die Pedalen lagen dem Paket bei und konnten sehr einfach montiert werden. Wer dies noch nie gemacht hat, achtetet, auf das Linksgewinde der linken Pedale. Hier muss man genau gegen den Uhrzeigersinn drehen. Den Lenker konnten wir mit einem Innensechskant lösen und in die richtige Position drehen.

Fahrgefühl und Komponenten

Das Rockrider 520 von B’TWIN fährt sich sehr leicht, die Lager rollen gut und es gibt keine ungewöhnlichen Geräusche oder Laute. Das Treten ist einem MTB entsprechend einfach und der Rollwiderstand der Reifen ist ebenfalls für ein MTB normal. Die Schalthebel befinden sich klassisch am Lenker und können mit dem Daumen bedient werden. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Herunterschalten der Gänge. Hier kommt man, je nach Handgröße, mit dem ausgestrecktem Daumen heran. Der Hebel könnte unserer Meinung nach etwas dichter an der Hand sitzen.

Das Mountainbike ist mit zwei Scheibenbremsen ausgestattet, hat dazu eine verstellbare Federgabel mit 80 mm Federweg. Die Federgabel kann dabei von 55 kg bis auf 105 kg eingestellt werden. Gefedert wird per mechanischer Feder. Der Rahmen ist aus Aluminium gefertigt und bietet Gewindelöcher für verschiedene Anbauteile wie eine Trinkflaschenhalterung, einem Fahrradschloss oder anderen Anbauteilen.

Das Rockrider 520 kommt mit 27,5 Zoll Aluminium-Felgen geliefert. Je nach Rahmengröße, S, M, L oder XL unterscheiden sich Anbauteile wie das Aheadseat oder der Fahrradlenker in der Größe. Ebenfalls am Lenker vorhanden, eine Fahrradklingel.

Straßenzulassung und Bewertung

Eine Straßenzulassung hat das Rockrider 520 im Auslieferungszustand nicht, da es nicht alle Kriterien erfüllt, die ein verkehrssicheres Fahrrad erfüllen muss. Hierzu fehlt eine Fahrradbeleuchtung, diese kann jedoch problemlos als Akku-Fahrradlampe ergänzt werden und in den Speichen jeweils ein weiterer Reflektor.

Das Rockrider 520 von B’TWIN kostet zum Zeitpunkt unseres Tests 299,99 Euro und ist damit sehr günstig. Das Rockrider 520 ist für seinen günstigen Preis jedoch ein gutes Einsteigermodell. Hier bekommt man genau das, was man dafür zahlt. Wer ein günstiges Mountainbike sucht und nur ab und zu damit im Gelände unterwegs ist, sollte das Rockrider 520 einmal probefahren. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt.

Von uns bekommt das B’TWIN Rockrider 520 3,5 von 5 möglichen Punkte. Punktabzug gab es durch die Lenkergriffe, die könnten unserer Meinung nach etwas hochwertiger sein, da man hier dauerhaft Kontakt zum Fahrrad hat.

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