»Nach fest kommt ab.« Diese alte Mechanikerweisheit macht auf ein Problem bei der Arbeit mit Verschraubungen aller Art aufmerksam: Einfach so stark festziehen, wie es die Muskulatur erlaubt, kann das Material überfordern.
Drehmomentschlüssel können solche Schäden verhindern.
Denn obwohl sie vom Grundsatz her funktionieren wie andere Werkzeuge, können sie die Kraft begrenzen, mit der man eine Schraube festzieht. Ist diese vom Nutzer oder der Nutzerin voreingestellte Grenze erreicht, weisen sie mit akustischen oder haptischen Signalen darauf hin.
Am Fahrrad gibt es viele kleine Verschraubungen mit Durchmessern von vier bis sechs Millimetern, etwa am Vorbau, dem Lenker, der Sattelstütze oder zur Befestigung von Zubehör oder Gepäckträgern und Schutzblechen am Rahmen. Solche Schrauben werden fast immer mit Drehmomenten zwischen drei und sechs Newtonmetern angezogen.
Dafür eignen sich Drehmomentschlüssel, die diesen unteren Bereich abdecken.
Am Antrieb eines Fahrrads und ein paar anderen Stellen können aber auch Drehmomente von bis zu 60 Newtonmetern gefordert sein, um Bauteile sicher zu befestigen. Wenn Sie auch am Kurbelgehäuse oder den Achsen arbeiten, dann benötigen Sie ein Werkzeug, das auch diesen Bereich abdecken kann.
Die hier getesteten Drehmomentschlüssel verfügen meist über eine Aufnahme für Standard-Bits im ¼-Zoll-Sechskant-Format. Bei vielen werden einige gängige Bits mitgeliefert.
Drehmomentschlüssel mit höheren Werten verfügen über Adapter zur Aufnahme von Steckschlüsseln, die auch als Nüsse bezeichnet werden.
Das korrekte Drehmoment ist bei modernen Fahrrädern teilweise direkt auf die Bauteile aufgedruckt, insbesondere an Lenker und Vorbau, aber auch an Sattelklemmen.
Ansonsten sollten die Anzugsdrehmomente in der Bedienungsanleitung des Fahrrads oder der des Zubehörs zu finden sein.
Einige Hersteller geben an, wie genau ihre Werkzeuge die vorgewählten Drehmomente einhalten können. In vielen Fällen werden maximale Abweichungen von drei oder vier Prozent ausgewiesen.
Wir würden selbst Differenzen von zehn Prozent als unkritisch bewerten. Ob mit 4 oder 4,4 Newtonmetern angezogen wird, ist selbst für Carbonteile keine Frage von fest oder ab.
Alle Drehmomentschlüssel wurden für den Anzug verschiedener Schrauben an Rahmen, Lenker und Vorbau und, soweit geeignet, auch an der Kassette eingesetzt. Die Genauigkeit aller Tools wurde mit einem Drehmoment-Prüfgerät von Hazet überprüft.
Der am besten ausgestattete Drehmomentschlüssel ist der digitale D-Torq Wrench DX von Topeak. Er ist präzise, aber teuer und etwas zu groß für die Arbeit mit kleinen Schrauben. Ebenfalls messgenau und ein schönes Stück Feinmechanik ist der 5108B-3CT von Hazet.
In der Praxis aber kam der Safe-Torque A2 von Wera am häufigsten zum Einsatz: Er ist nicht so exakt, aber als vollwertiges Ratschenwerkzeug einsetzbar und idiotensicher. In der Satteltasche würden wir die kleine Nano Torqbar DX mitnehmen.
Der Safe-Torque von Wera ist Ratschen- und Drehmomentschlüssel in einem: Über einen Schiebeschalter am Kopf des Ratschenwerkzeugs lässt sich die Drehmomentbegrenzung an- und abschalten. Eine feine Sache: So kann man die Ratsche auch zum Lösen festsitzender Schrauben und für alle Arbeiten, die nicht kritisch in Bezug auf das Drehmoment sind, einsetzen.
Vorn am Kopf hat die getestete Version A2 eine Bit-Aufnahme. Zudem liegt ein Adapter auf ¼-Zoll-Vierkant bei. Wer direkt ¼-Zoll-Vierkant-Vorsätze anbringen will, sollte die Version A1 kaufen, die ansonsten baugleich ist. Ebenfalls im Set enthalten sind neun Nüsse und zwölf Bits. Dazu kommen ein Kalibrierungszertifikat und eine Tasche für Werkzeug und Zubehör.
Eingestellt wird der Safe-Torque klassisch über das Drehen des Griffs. Zwei Skalen weisen die eingestellten Werte aus: eine von zwei bis zwölf Newtonmeter in ganzen Schritten, die zweite in 0,1er-Sprüngen. Versehentlich verstellen kann man das Drehmoment bei der Arbeit nicht: Es lässt sich nur einstellen, wenn die Bodenplatte des Griffs leicht herausgezogen wird.
Der Safe-Torque löst mit einem Übersprung aus, den man deutlich spürt und hört. Überdrehen kann man mit dem überrutschenden »Safe«-Mechanismus nicht. Da sich der Messmechanismus auf der Drehachse befindet, kann man den Safe-Torque auch nicht falsch anfassen.
Ein Nachteil dieser Bauweise: Die Genauigkeit ist prinzipbedingt nicht so hoch wie bei den Mechanismen der Konkurrenz. Zehn Prozent Toleranz gibt Wera an. Bei unseren Messungen wurden acht Prozent Abweichung nicht überschritten.
In der Praxis liegt das Tool gut in der Hand. Mit einer Länge von 23 Zentimetern kommt man fast überall gut heran. Die beiliegenden Bits sind etwas verlängert, was die Arbeit an schlecht zugänglichen Stellen erleichtert. Die Ratsche mit 72 Zähnen ist fein, und es lässt sich gut mit dem Werkzeug arbeiten.
Da sich der Drehmomentmechanismus überbrücken lässt, dient das Werkzeug von Wera zugleich als vollwertige Ratsche. Es ist für Rechts- wie auch Linksanzug geeignet, und die Skala lässt sich gut ablesen. Überdrehen kann man nicht.
Mit 450 Gramm ist es schwer. Bei der Arbeit löste sich der Schriftzug neben der Skala (nicht die Skala selbst) ab.
Der Ratschenschlüssel des Remscheider Werkzeugherstellers deckt 2,5 bis 25 Newtonmeter ab. Dabei ist er 22 Zentimeter lang. Ein guter Kompromiss. Die kleinen Werte lassen sich noch gut fühlen, für den Anzug der oberen Werte muss man ausreichend Kraft aufbringen. Der Griff hat eine definierte Form, sodass man beinahe von selbst an der richtigen Stelle anfasst. Zudem ist die Mitte des Griffs markiert.
Am vorderen Abschluss des Handgriffs befindet sich ein Rad, mit dem der Einstellmechanismus entsperrt wird. Anschließend dreht man den Griff zum Einstellen des Anzugs. Die Skala auf dem Werkzeugarm weist 2,5-Newtonmeter-Schritte aus, die auf dem drehbaren Griff Schritte mit jeweils 0,25 Newtonmetern. Man muss bei einigen Werten daher kurz addieren - aber im Prinzip ist das Einstellen einfach. Allerdings erfordert das Ver- und Entriegeln des Mechanismus etwas Kraft.
Gut gefällt, dass die Skala eingraviert ist. Durch Abnutzung verschwinden dürfte sie so nicht.
Die Werkzeugaufnahme ist für Sechskant-Bits geeignet. Eine sonst baugleiche Variante mit Aufnahme für 3/8-Zoll-Nüsse ist ebenfalls erhältlich. Dann fehlt das »B« im kryptischen Produktnamen.
Unser Tool gehört zur 5000er-Serie des Unternehmens, was bedeutet: Dieses Drehmomentwerkzeug muss beim Lagern nicht auf den niedrigsten Wert entspannt werden.
Hazet liefert keine Bedienungsanleitung mit, sondern nur einen kleinen Zettel mit Symbolen zur Handhabung. Dafür ist ein umfangreiches Prüfprotokoll dabei. Eine Genauigkeit von drei Prozent gibt Hazet an. Werte, die wir bei der Prüfmessung nachvollziehen können. Wobei wir im unteren Drehmomentbereich eher vier Prozent, oben nur etwa ein Prozent Abweichung gemessen haben.
Der Schlüssel arbeitet präzise, und der Auslösepunkt ist gut spürbar.
Klein soll sie sein. Eben »Nano«. Und zumindest unter unseren Testmodellen ist das kleine Tool tatsächlich ein Zwerg. Auf jeden Fall dann, wenn man nicht alle Optionen des modular aufgebauten Werkzeugs mitnimmt.
Die Nano Torqbar DX besteht aus einem elf Zentimeter langen Röhrchen mit einer um 90 Grad versetzten Bit-Aufnahme im Kopf. Hier können Sie ein ¼-Zoll-Bit einstecken und das Tool als Schraubwerkzeug nutzen. Fünf Bits (dreimal Innensechskant, zweimal Torx) werden mitgeliefert.
Zum Drehmoment-Tool wird die Nano Torqbar dann, wenn einer der drei im Lieferumfang befindlichen Bit-Aufsätze dazwischen gesteckt wird. Diese Aufsätze enthalten die Drehmomentmechanik und sind prinzipiell mit denen von PRO vergleichbar. Topeak liefert drei Aufsätze mit den Werten vier, fünf und sechs Newtonmeter mit. Zur besseren Unterscheidbarkeit sind sie farblich markiert.
In den hohlen Griff des Tools passen zwei Bits; unten kann man einen der drei Vorsätze zur Aufbewahrung einstecken. So ausgestattet wiegt das schlanke Tool nur 60 Gramm. Komplett mit den drei Drehmomentstufen, allen Bits und der Aufbewahrungsbox sind es 149 Gramm.
In der Praxis ist das Tool schnell zusammengesteckt. Gut gefällt mir, dass ich mit ihm auch Schrauben lösen kann (ohne Drehmomentaufsatz) und dann beim Festziehen lediglich einen der Aufsätze dazwischen stecken muss. Ist das gewählte Drehmoment erreicht, gibt das Tool ein leises Klicken von sich. Eine haptische Rückmeldung fehlt. In lauten Umgebungen könnte man das überhören.
Aber tragisch ist das nicht: Ein Überdrehen ist bei der Nano Torquebar DX mit dem Übersprungmechanismus nicht möglich. Positiv fällt auch die Genauigkeit auf: Die Abweichung blieb stets unter vier Prozent.
Das Tool lässt sich auch am Rennrad mitnehmen und ist sehr genau.
Der D-Torque DX deckt einen Bereich von vier bis 80 Newtonmetern ab und beherrscht so fast alle Schraubungen am Fahrrad - auch die am Antrieb. Um die 80 Newtonmeter mit Muskelkraft aufbringen zu können, verfügt das Werkzeug in Ratschenbauweise über einen Hebel mit einer Länge von 34 Zentimetern. Im dessen Inneren befinden sich zwei AAA-Batterien, denn die Einstellung und die Messung erfolgen digital.
Für die Anzeige der Werte gibt es ein Display. Das Erreichen des Zielwerts wird beim Schrauben sowohl haptisch als auch mit einem Signalton angezeigt.
Die Bedienung des Werkzeugs ist denkbar einfach: Man muss lediglich den Zielwert mit den Pfeiltasten auf den gewünschten Wert stellen. Beim Anziehen wird das aktuell aufgewendete Drehmoment angezeigt und bei Erreichen der Vorgabe ertönt ein Signalton. Hat man das Tool auf den Modus »P« (Peak) gestellt, wird das maximal angezogene Drehmoment bis zum Drücken der Rücksetztaste angezeigt. Ideal, wenn man überprüfen will, ob man aus Versehen überzogen oder die Drehung zu früh abgebrochen hat.
Die Ratsche lässt sich mechanisch umschalten, der Schlüssel arbeitet dann funktionsgleich im Linksanzug. Die Adapter und Nüsse werden mit einer 3/8-Zoll-Aufnahme angesetzt. Im Lieferumfang befinden sich acht Nüsse und zehn Bits, die die gängigen Verschraubungen abdecken. Für Sechskant-Bits liegt ein Adapter bei, ebenso ein Adapter auf ½ Zoll-Vierkant. An diesen lassen sich z. B. Spezialwerkzeuge für Kassetten oder anderes anbringen.
In der Praxis arbeitet der D-Torque DX in allen Drehmomentbereichen sehr genau. Für beide Drehrichtungen liegt ein Prüfprotokoll bei, das im Durchschnitt (rund drei Prozent Abweichung) kaum von unseren eigenen Messungen abweicht.
Zwar deckt er nach unten mit dem Minimalwert von vier Newtonmetern auch die meisten Schrauben an Lenker und Vorbau ab, allerdings ist er hier mit seiner Größe etwas unhandlich. Und: Mit einem so großen Schlüssel erfordert das Anbringen kleiner Drehmomentwerte Fingerspitzengefühl. Schnell hat man überzogen.
Er deckt fast alle möglichen Einsatzzwecke ab und arbeitet ebenso genau wie problemlos. Auch der Linksanzug gefällt.
Er ist für Arbeiten mit kleinen Verschraubungen etwas groß. Man neigt zum Überziehen.
Der Bike Torque Wrench ist ein klassisch aufgebauter Drehmoment-Ratschenschlüssel mit einer 1⁄4-Zoll-Vierkant-Aufnahme. Für moderne Fahrräder ist diese Aufnahme nicht ideal, da herkömmliche Innensechskant- und Torx-Bits (Sechskant) ohne einen Adapter, den Contec nicht mitliefert, nicht passen.
Dafür aber befinden sich zehn Bits mit eigener ¼ Zoll-Vierkant-Aufnahme im Lieferumfang, sodass man mit dem Set sofort arbeiten kann.
Die kleine Ratsche lässt sich von Rechts- auf Linksanzug umschalten und auch die Drehmomentmessung funktioniert in beiden Richtungen. Beim Auslösen gibt es kein lautes Klicksignal, aber haptisch ist das Erreichen des eingestellten Drehmoments wahrnehmbar.
Zum Einstellen bringt man durch Drehen des Griffs dessen obere Kante in Übereinstimmung mit der auf dem Werkzeug aufgebrachten Skala. Eine ganze Umdrehung verändert das Drehmoment um ein Newtonmeter, auf dem Griff sind Zehntelschritte aufgedruckt. Verstellen lässt sich das Drehmoment nur durch Zurückziehen eines Ringes, der nach dem Loslassen einrastet und ein versehentliches Verstellen verhindert. Das alles geht einfach und schnell.
In der Praxis schlägt sich das einfach aufgebaute Werkzeug gut: mit einer Länge von rund 21 Zentimetern ist es kurz genug, um an die meisten Stellen heranzukommen. Gleichzeitig reicht die Grifflänge aus, um 20 Newtonmeter wirklich ausüben zu können. Mit einem Gewicht von knapp 270 Gramm ist der Ratschenschlüssel nicht schwer.
Dem Tool liegt ein Kalibrierungszertifikat bei. Die angegebene zulässige Abweichung von vier Prozent wurde in unserem Test im unteren Bereich nicht ganz eingehalten. Aber knapp über fünf Prozent sind auch ein guter Wert.
Ein günstiges Werkzeug, das für viele Fälle ausreicht und sich leicht bedienen lässt.
Die Skala ist schlecht ablesbar, ein akustisches Signal gibt es nicht.
Der Range Click von Feedback Sports ist ein mechanischer Drehmomentschlüssel in Ratschenschlüssel-Bauweise. Er nimmt mit seinem Antrieb die üblichen Bits im ¼ Zoll-Sechskant-Format auf. In der kleinen Transporttasche befinden sich zehn Bits in den gängigen Innensechskant- und Torx-Größen.
Der Ratschenkopf hat einen Links-/Rechts-Umschalter und auch die Drehmomentkontrolle arbeitet in beiden Richtungen.
Die Drehmomentvorgabe wird über ein Drehrad am Ende des Griffs eingestellt. Anders als üblich, muss es nicht gesondert fixiert werden. Es rastet beim Drehen in 1/8-Newtonmeter-Stufen ein. So kann man Werte zwischen 2 und 14 Newtonmeter in 0,125 Newtonmeter-Schritten einstellen.
In der Praxis ist die Einstellung der Anzugsmomente der Schwachpunkt des Werkzeugs: Auf beiden Seiten des Griffs befinden sich Skalen, auf der einen die geraden Werte, auf der anderen die ungeraden. Beide sind schwer ablesbar. Anders als bei ähnlich aufgebauten Werkzeugen hat der Drehring keine Skala für die 1/8- Newtonmeter-Schritte. Ob man 6 oder 6,125 Newtonmeter eingestellt hat, lässt sich eher erraten als ablesen.
Der Griff ist etwa elf Zentimeter lang und aus Aluminium. Aber Vorsicht: Beim Anziehen darf man nur den hellen Bereich anfassen, sonst arbeitet das Tool ungenau. Und dieser Bereich ist nur drei Zentimeter lang.
Hat man alles beachtet, arbeitet der Schlüssel ziemlich genau. Ich komme überall ran, und wenn ich vorsichtig arbeite, überdrehe ich nicht. Hören kann man das Auslösen kaum, aber gut spüren.
Der Schlüssel ist kompakt und deckt einen großen Drehmomentbereich ab.
Die weitläufige Meinung „Das habe ich im Gefühl“ ist ein Trugschluss. Vertrauen mag gut sein, in diesem Fall ist echte Kontrolle viel besser. Zahlreiche Versuche haben ergeben, dass die Probanden meist meilenweit vom optimalen Drehmoment abweichen. Zumal es nicht nur auf den Gewindedurchmesser und die Materialien von Schraube und Mutter ankommt, sondern auch, ob eine Schraube etwa trocken, geölt oder gefettet eingebaut wird!
Das ideale Drehmoment schützt die Gewinde von Schrauben und Muttern und somit die Bauteile vor Beschädigungen, hält die Schraubverbindung aber sicher zusammen. Je nach Materialien und Festigkeiten gibt es große Unterschiede. Bei Fahrradteilen stellt die Mutter oftmals das Bauteil selbst dar. Bei Vorbauten besteht das Gewinde dann aus Aluminium und ist schwächer als die Schraube selbst. Auch beim Zusammenspiel mehrerer Bauteile zählt im Zweifel immer der schwächere Partner. Lässt der Leichtbaulenker nur 4, der Vorbau aber 6 Nm zu, sollte zwingend der geringere Wert des Lenkers gelten.
Daher sollte man die Bedienungsanleitung des Fahrrades, der Bauteile oder das Bauteil selbst betrachten. Wer Schrauben lösen oder leicht handfest anziehen will, arbeitet erstmal mit normalem Werkzeug und nicht mit einem DMS. Denn die sind eigentlich keine Werkzeuge, sondern Messinstrumente!
Wird ein Drehmomentschlüssel zum Schrauben verwendet, kann sich die Mechanik verstellen. Ein Garant für Qualität ist die Messgenauigkeit, die in unserem Test bei allen Modellen bei über 96 Prozent liegt. Liegen Hersteller darüber, ist das immer besser. Die Angaben finden sich auf dem vom Hersteller mitgelieferten Kalibrierungszertifikat. Ist keines vorhanden, ist der DMS nicht automatisch schlecht. Er wurde nur nicht auf seine Genauigkeit überprüft. In unseren Augen bürgt ein Zertifikat für Qualität und schenkt Vertrauen.
Mancher Hersteller bietet sogar an, den DMS nach ein paar Jahren neu zu eichen. So wird sichergestellt, dass dieser auch weiterhin genau misst. Auf dem Markt gibt es kleine, mittlere und große Drehmomentschlüssel. Alle haben ihre Daseinsberechtigung. Kleine Modelle eignen sich durch ihr geringes Baumaß und Gewicht hervorragend für unterwegs.
Allerdings ist der Justagebereich oft fix oder stark eingeschränkt. Meist finden sich Werte zwischen 4 und 6 Nm, wie sie häufig bei Vorbauten, Bremsen und anderen Anbauteilen zu finden sind. Zum regelmäßigen Arbeiten empfehlen wir diese Modelle weniger, weil meist kein Prüfzertifikat vorhanden ist. Mittelgroße Modelle bieten mit einem großen, flexiblen Einstellbereich von bis zu 20 Nm den größten Nutzen, da die meisten Anbauteile im Bereich Cockpit, Sitzen, Schaltung und Bremsen in diesem Rahmen liegen. Ihre Form ähnelt meist einer klassischen Knarre oder Ratsche mit einer einstellbaren Rechts- und Linksdrehfunktion. Bis auf wenige Ausnahmen arbeiten alle mit einer ¼-Zoll Vierkant-Aufnahme. Damit kann eine Vielzahl an handelsüblichen Bits und Nüssen aufgesteckt werden. Die großen Modelle ab 20 Nm (nicht im Test) kommen bei verschraubten Innenlagergehäusen, Freilaufkörpern, Ritzelpaketen oder der Pedalachse zum Einsatz.
Dort können schon mal 40 Nm oder mehr anfallen. Hier sollte ein Drehmomentschlüssel auch im und gegen den Uhrzeigersinn funktionieren, da etwa das linke Pedal, das rechte Innenlager sowie manche Freilaufkörper bei Hinterradnaben Linksgewinde besitzen. Die Aufnahme besitzt meist ½ Zoll, womit viele Bits und Nüsse aus dem KFZ-Bereich passen. In der Praxis gibt es verschiedene Versionen: Bei kleinen, fix eingestellten Drehmomenthülsen geht das Werkzeug beim vorgegebenen Drehmoment meist leer durch. Bei einstellbaren Modellen wird durch Verdrehung die innere Mechanik vorgespannt und somit an das gewünschte Drehmoment eingestellt. Beim Anziehen ist oft ein „Klick“ zu hören, ein Abknicken zu spüren.
Bei kleinen Drehmomenthülsen mit weitem Bereich und ablesbarer Skala ist es nötig, beim erforderlichen Drehmoment mit dem Anziehen aufzuhören und nicht weiterzuschrauben. Spezielle Modelle arbeiten digital. Dort ist beim Erreichen des vorab eingestellten Drehmoments ein Piepton zu hören. Dieser signalisiert: Sofort mit dem Anziehen aufhören! Generell sollte bei der Bedienung eines Drehmomentschlüssels der Anziehvorgang konstant und stetig, nie ruckartig erfolgen. Werden Drehmomentschlüssel nicht benötigt, stellt man sie auf null zurück. Die entspannte Mechanik wird somit geschont. Wer bei der Montage von Bauteilen und Schrauben auf Nummer sicher gehen will, kann Hilfsmittel nutzen: Carbon-Montagepaste erhöht die Reibung zweier Bauteile zueinander durch beigefügte Mikropartikel und lässt so ein bis zu 30 Prozent niedrigeres Drehmoment zu.
Damit sich Schrauben nicht lösen, wird auf das vorab von Öl und Fett gereinigte Schraubengewinde ein Tropfen Schraubensicherungskleber aufgebracht. Aber Vorsicht: Hier sind verschiedene Härteklassen erhältlich! Alle wichtigen Eckpunkte sind in den jeweiligen Testkästen angegeben. Beim Praxistest bewerten wir den Einstellbereich und die Handhabung. Hier spielen Details wie die Gesamtlänge, Feinjustage, Drehmomentfixierung und die Ablesbarkeit eine wichtige Rolle. Die Griffe überprüfen wir auf Länge, Durchmesser, Form, Ergonomie sowie Griffigkeit. Bei den Details achten wir auf die Aufbewahrungsmöglichkeit und vor allem auf das Zubehör wie Bits, Adapter oder das Prüfzertifikat.
Unter Qualität zählen dann Punkte wie Materialien, Verarbeitung, Design und störende Ecken und Kanten. Am Ende gibt es Empfehlungen, Preis-Leistungs-Tipps und Testsieger.
Wer mit Drehmomentschlüssel arbeitet, ist schon mal auf der sprichwörtlich sicheren Seite!
Drehmomentschlüssel 2-25 Nm Vergleich
Die folgende Tabelle vergleicht verschiedene Drehmomentschlüssel im Bereich von 2-25 Nm:
| Modell | Vergleichsergebnis | Kundenwertung bei Amazon | Drehmoment | Präzision | Antrieb | Länge | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wera Click-Torque A 6 | Sehr gut | 1722 Bewertungen | 2,5-25 Nm | ± 4 % | 1/4 Zoll Sechskant | 320 mm | Sehr hohe Auslösegenauigkeit, integrierte Umschaltknarre, besonders wertig | Keine Schnellentriegelung der Stecknüsse |
| Wera Click-Torque X 1 | Sehr gut | 74 Bewertungen | 2,5-25 Nm | ± 4 % | 3/8 Zoll Vierkant | 283 mm | Sehr geringe Fehlergenauigkeit, ergonomischer 2-Komponenten-Griff, mit Aufbewahrungsbox | Keine Schnellentriegelung der Stecknüsse |
| Gedore R48900025 | Sehr gut | 2156 Bewertungen | 5-25 Nm | ± 3 % | 1/4 Zoll Vierkant | 285 mm | Kontrollierter Rechts- und Linksanzug, besonders hohe Auslösegenauigkeit, besonders wertig | Ohne Aufbewahrungsbox, keine Umschaltknarre |
| Hazet 5108-3CT | Sehr gut | 1838 Bewertungen | 2,5-25 Nm | ± 3 % | 1/4 Zoll Vierkant | 234 mm | Besonders hohe Auslösegenauigkeit, integrierte Umschaltknarre, besonders wertig | Ohne Aufbewahrungsbox, keine Schnellentriegelung der Stecknüsse |
| Gedore R21702021 | Sehr gut | 145 Bewertungen | 2,5-25 Nm | ± 3 % | 1/4 Zoll Vierkant | 290 mm | Besonders geringe Fehlergenauigkeit, guter Korrosionsschutz, umfangreiches Angebot an Zubehör | Keine Umschaltknarre |
| Bgs 2803 | Sehr gut | 294 Bewertungen | 5-25 Nm | ± 4 % | 1/4 Zoll Vierkant | 320 mm | Sehr hohe Auslösegenauigkeit, integrierte Umschaltknarre, besonders wertig | Ohne Aufbewahrungsbox, keine Schnellentriegelung der Stecknüsse |
| Wiesemann 81444 | Sehr gut | 1263 Bewertungen | 3-25 Nm | ± 3 % | 1/4 Zoll Vierkant | 320 mm | Sehr hohe Auslösegenauigkeit, integrierte Umschaltknarre, besonders wertig | Kein kontrollierter Anzug links |
| Vanpo Digitaler Drehmomentschlüssel | Sehr gut | 658 Bewertungen | 3-60 Nm | ± 2 % | 1/4 Zoll Vierkant | Keine Herstellerangaben | Kontrollierter Rechts- und Linksanzug, sehr wertig | Kopf hat etwas Spiel/wackelt leicht |
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