Mountainbike Fahrtechnik Übungen für Anfänger

Wer mit dem MTB im Gelände und auf dem Trail sicher unterwegs sein will, kommt um das Thema MTB-Fahrtechnik nicht herum. Im Frühling wurde das Mountainbike aus dem Winterschlaf geholt und wieder fit für die anstehende Saison gemacht - spätestens jetzt ist es Zeit, auch die eigene Fahrtechnik auf dem MTB zu überdenken. Damit Du mit viel Flow, Spaß und vor allem sicher wieder unten ankommst, solltest Du über das nötige Know-How in Sachen MTB-Fahrtechnik verfügen.

Grundlagen der Fahrtechnik

Bevor Du Dich an eine konkrete MTB-Fahrtechnik herantastest, solltest Du zuallererst wissen, wie man richtig auf dem Bike steht. Generell gilt: Wer Spaß im Gelände haben will - egal ob im Mittelgebirge oder in den Alpen - muss auf dem Bike arbeiten! Wenn man nur als „Passagier“ gemütlich im Sattel sitzt und das Bike die ganze Arbeit machen lässt, bleibt letztlich der Flow auf der Strecke und ein Sturz ist vorprogrammiert. Auch das persönliche Fahrtechnik-Level wird man auf diese Weise nicht verbessern.

Die Grundposition ist das A und O beim Mountainbiken. Ohne eine stabile Ausgangshaltung verlierst du schnell die Kontrolle über dein Bike - besonders auf technischen Trails, in Kurven oder bei Wurzelpassagen.

Häufige Fehler in der Grundposition:

  • Gestreckte Arme: Wenn deine Arme zu stark gestreckt sind, befindest du dich oft in einer „Angsthaltung“.
  • X-Knie: Diese Kniestellung erschwert das Bewegen deines Bikes und beeinträchtigt deine Fahrtechnik.
  • Falsche Gewichtsverlagerung beim Abfahren: Beim Hinunterfahren neigt sich der Schwerpunkt oft nach vorne, was die Bewegungen blockiert und die Hüfte falsch positioniert.

Gut zu wissen: Der Schwerpunkt sollte immer an das Gelände angepasst werden.

Die richtige Bremstechnik

Wenn Du die Gewichtsverlagerung soweit beherrschst, ist beim Training einer guten MTB-Fahrtechnik das richtige Bremsen an der Reihe. Die richtige Bremstechnik ist entscheidend für deine Kontrolle und Sicherheit auf dem Trail. Platziere jeweils den Zeigefinger auf den Bremshebel - der Vorderrad- und der Hinterradbremse - und betätige beide gleichzeitig. Die Vorderradbremse hat einen viel größeren Wirkungsgrad als die Hinterradbremse. Wenn dein Körperschwerpunkt beim Bremsen zu weit hinten ist, kann das Vorderrad wegrutschen.

Ist der Schwerpunkt jedoch zu weit vorne, droht ein Überschlag. Bremse nur mit der Vorderradbremse. Starte langsam und steigere dein Tempo, während du weiterhin mit der Vorderradbremse bremst. Auf flachen Strecken genügt es oft, nur die Hinterradbremse zu verwenden - jedoch immer mit Vorsicht. Versuche, schnell zum Stehen zu kommen, ohne dass das Hinterrad blockiert.

Moderne Scheibenbremsen sind so stark, dass es vollkommen reicht, sie nur mit dem Zeigefinger zu betätigen. Nur rollende Räder sind sichere Räder! Daher möchtest Du den Bremspunkt kennenlernen, um möglichst zu vermeiden, dass Du sofort so bremst, dass die Reifen blockieren. Betätige den Bremshebel gerade so stark, dass sich die Reifen so langsam wie möglich drehen.

Tipps zur Bremstechnik:

  • Schau Dir Deine Bremsbeläge beim nächsten Wechsel genauer an. Sind die hinteren Beläge deutlich stärker abgenutzt als die vorderen, solltest Du Deine Bremstechnik überarbeiten.
  • Hebelgesetz beachten! Um die maximale Bremsleistung zu erzielen, die Bremshebel auf die Größe Deiner Hände anpassen.

Kurventechnik für Mountainbiker

Mit am meisten Spaß während einer Abfahrt machen Kurven mit Anlieger. Kurvenfahren beim Mountainbiken kann anfangs herausfordernd sein, da der Bewegungsablauf komplex ist. Als Anfänger solltest du nicht gleich ins Gelände starten, sondern am besten auf ebenem Asphalt üben. Mit ausreichend Platz nach rechts und links kannst du die Grundlagen des Kurvenfahrens am einfachsten erlernen.

So funktioniert es:

  • Beinstellung: In der Kurve ist der Arm auf der Innenseite nur leicht gebeugt, während der äußere Arm stärker angewinkelt ist.
  • Fahre Achter mit zunehmender Enge und begrenze sie nach außen.

Bei höheren Geschwindigkeiten kannst du Kurven nicht mehr nur durch Steuern oder Einlenken meistern. Stattdessen musst du das Bike in die Kurve legen oder drücken. Der Unterschied zwischen „Legen“ und „Drücken“ liegt darin, dass beim Legen der Körper und das Bike in einer Achse bleiben.

Weitere wichtige Fähigkeiten

Beim Mountainbiken im Gelände ist eine gute Balance unerlässlich. Balanciere mit dem Vorderrad gegen ein kleines Hindernis. Bike-Body-Separation = die Trennung von Körper und Bike, bedeutet, dass sich Bike und Körper manchmal in entgegengesetzte Richtungen bewegen - damit Du mit Deinem Körperschwerpunkt lotrecht über dem Tretlager bleibst. Auch seitlich möchten wir das Bike vom Körper trennen - zum Beispiel in Kurven - in denen das Bike oft stärker geneigt ist als der Körper, damit wir auch hier lotrecht über der Aufstandsfläche der Reifen sind.

Der Trackstand ist ein Skill, bei dem Du frei auf Deinem MTB stehen kannst - also ohne Dich anzulehnen. Warum ist der Trackstand eigentlich wichtig?? Weil wir durch unsere Füße und Beine unser Körpergewicht auf das Bike übertragen - unsere Füße sind dadurch der wichtigste Kontakt zum Bike. Denn nur wenn wir in diesem Kontakt feinfühlig sind, können wir durch kleine Bewegungen und Mikro-Körpergewichtsverlagerungen Traktion generieren und erhalten, weil wir über die Pedale bestimmen, wo unser Körpergewicht wirklich auf dem Bike ist!

MTB-Fahrtechnik-Trainings

Ob Anfänger oder Trail-Erfahrener: Ein Fahrtechnik-Training bringt mehr Sicherheit, Kontrolle und Spaß auf jedem Mountainbike-Abenteuer. Unsere MTB-Fahrtechnik-Trainings helfen Ihnen, Ihre Fahrtechnik gezielt zu verbessern - mit professionellen Trainern und praxisnahen Übungen in attraktiven Regionen. Auf Übungsparcours und geführten Praxis-Touren wenden Sie das Gelernte direkt im Gelände an. Ob Singletrail, Wurzelpassage oder steiler Anstieg: Nach dem Training fahren Sie entspannter und sicherer auf jedem Terrain.

Kursinhalte:

  • Grundposition und Balance: Stabile Haltung und Gleichgewicht auf dem Bike.
  • Brems- und Schalttechnik: Effizientes Bremsen und Schalten für verschiedene Geländearten.
  • Kurventechnik und Linienwahl: Sichere Kurvenfahrten und optimale Streckenwahl.
  • Hindernisbewältigung: Überwinden von Wurzeln, Steinen und kleinen Absätzen.
  • Anfahren am Berg und Spitzkehren: Techniken für anspruchsvolle Anstiege und enge Kurven.
  • Videoanalyse: Visuelle Rückmeldung zur Verbesserung der Fahrtechnik.

Tipps für das Training:

  • Tipp: Lass Dich auf dem Mountainbike hin und wieder filmen.
  • Egal welche MTB-Fahrtechnik Du auf Deinem Bike trainieren willst, fang langsam an und taste Dich Stück für Stück an die Grenzen ran. Fang auf einem geeigneten Parkplatz oder einer Wiese an und leg Dir einen Übungsparcours an, um zum Beispiel die Kurventechnik zu lernen.
  • Tipp: Bekommt man das Abheben des Vorderrads nicht in den Griff, sollte noch einmal die Sitzposition überprüft und gegebenenfalls auch an einen kürzeren Vorbau gedacht werden.
  • Achtung: Häufig sieht man, dass ein Biker seinen Schwerpunkt viel zu weit nach hinten gebracht hat, also der Fahrer schon fast auf dem Hinterreifen sitzt.

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