Mountainbike Hinterradfederung richtig einstellen: Eine detaillierte Anleitung

Eine optimal funktionierende Federung ist bei Mountainbikes sowie bei manchen Crossbikes und Trekkingrädern extrem wichtig. Nur wenn die Federgabel ihren Zweck einwandfrei erfüllt, ist gewährleistet, dass die Fahrt über Stock und Stein nicht zum unkalkulierbaren Abenteuer wird. Die Gabelfederung vorn und hinten hat des Mountainbiking revolutioniert.

Um sie optimal zu nutzen und die beste Leistung aus ihr zu holen, muss sie richtig eingestellt sein. Die Einstellung der Federung ist ganz individuell, sie hängt nämlich ab von deinem Gewicht und deiner Fahrpraxis. Im Folgenden findest einige Angaben und Parameter zur richtigen Einstellung, um jede Art von unebenem Gelände sicher fahren zu können.

Vorbereitung und Werkzeuge

Wer an seinem Mountainbike die Federgabel einstellen möchte, braucht neben einer Dämpferpumpe mit Manometer auch einen Gummi-O-Ring (Alternative: Kabelbinder), einen Zollstock bzw. ein Maßband sowie einen sauberen Lappen für die Reinigung verschmutzter Teile. Vor der Einstellung der Federgabel sollte man das Standrohr und das Tauchrohr der Gabel gründlich reinigen, damit keine Rückstände die Arbeit erschweren.

Mit einer „normalen“ Luftpumpe lassen sich Federgabeln nicht präzise aufpumpen. Dämpferpumpen sind mit einem Manometer für eine exakte Kontrolle des Luftdrucks ausgestattet. Auch der Luftablass kann mit einer Dämpferpumpe um ein Vielfaches besser kontrolliert und reguliert werden als mit einer herkömmlichen Fahrradpumpe. Handelsübliche Dämpferpumpen ermöglichen ein Aufpumpen der Federgabel bis zu einem Druck von 300 PSI (entspricht circa 20 bar).

Grundeinstellungen vornehmen

Als Erstes muss die Zugstufe - auch als Rebound bekannt - vollständig zurückgedreht werden. Dies geschieht über einen Drehknopf an der Unterseite der MTB-Gabel. Die Zugstufe definiert die Schnelligkeit des Zurückschnellens der Gabel in die Ausgangsposition. Aus dem gerade genannten Grund muss auch die Druckstufe neutralisiert werden. An der Oberseite der Federgabel befindet sich üblicherweise ein Hebel, der gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden muss. Die Druckstufe sollte sich vor der Justierung der Federgabel immer auf der niedrigsten Stufe befinden.

Den Federweg ermitteln

Der Federweg oder Maximalhub gibt bei einer MTB-Federgabel an, wie viel Arbeitsweg die Gabel maximal zurücklegen kann. Alternativ könnte man von der Federungstiefe sprechen. Bevor die Gabel mit dem optimalen Luftdruck aufgepumpt wird, sollte man den Federweg unbedingt kennen. Dieser wird ermittelt, indem man zunächst die Luft aus der Gabel komplett ablässt.

Danach muss man am Standrohr direkt oberhalb der Dichtungen einen O-Ring anbringen. Anschließend wird die Gabel mit voller Kraft komprimiert und wieder losgelassen. Vor dem Loslassen muss die Gabel mit circa 30 - 40 PSI aufgepumpt werden, damit sie sich wieder aus der komprimierten Position herauslösen lässt. Ist die Federgabel wieder vollständig herausgefahren, so kann man anhand der Differenz zwischen dem O-Ring und den Dichtungen den Federweg ablesen.

Luftdruck anpassen

Als nächster Schritt folgt das Aufpumpen der Federgabel am Fahrrad nach Herstellerangaben. Bei den meisten Gabeln befindet sich ein entsprechender Hinweis direkt auf der Gabel. Als groben Richtwert kann man das eigene Körpergewicht (plus eventuelles Gepäck) 1:1 in PSI übersetzen. Bei den meisten Dämpferpumpen wird der Luftdruck in PSI angegeben. Für die Umrechnung in bar sollte man eine Umrechnungstabelle aus dem Internet heranziehen.

Negativfederweg einstellen

Der Negativfederweg ist jener Weg, den die Federgabel am Fahrrad ohne weiteres Zutun allein durch das Gewicht des Fahrers zurücklegt. Man ermittelt ihn, indem man aufs Rad steigt und anschließend die Distanz zwischen O-Ring und Dichtung misst. Damit die Gabel nicht durchschlägt, sollte nach dem Fahrrad-Federgabel-Einstellen immer ein Restweg von 1 cm an der voll komprimierten Gabel zwischen Maximalhub und O-Ring übrig sein.

Feinabstimmung: Rebound und Druckstufe

Zum Schluss stellt man den Rebound und die Druckstufe an der Fahrrad-Federgabel erneut ein. Der Rebound (Zugstufe) kann über ein Drehrad an der Unterseite nach Belieben reguliert werden. Die Druckstufe oder Compression der Fahrrad-Gabel legt fest, wie stark die Gabel bei Belastung wippt bzw. wie schnell sie einfedert. Nach dem Federgabel-Einstellen reagiert die Gabel auf dem Trail wie gewünscht - vorausgesetzt, man vernachlässigt die Federgabel-Pflege nicht.

Hinterradfederung einstellen

Die Hinterradfederung funktioniert wie die Vorderradfederung und auch hier musst du den Federweg und die Reaktionsgeschwindigkeit einstellen.

1. Einstellung des Federwegs der hinteren Gabel

Miss den Abstand zwischen der Mitte der beiden Radmuttern der Dämpfung. Steige dann in voller Fahrradmontur auf das Fahrrad und setze die Füße auf die Pedalen. Bitte jemanden, dir Halt zu geben oder stütze dich mit dem Ellenbogen an einer Mauer ab. Bitte dann jemanden, noch einmal den Abstand zwischen der jeweiligen Mitte der beiden Radmuttern der Dämpfung zu messen.

Teile das zweite Messergebnis durch das erste und multipliziere dann mit 100. Ein SAG von 25-30 % ist ein guter Ausgangspunkt, denn du je nach Fahrpraxis und Vorliebe noch feinjustieren kannst. Die Einstellung erfolgt wie bei der Vordergabel: Entlasse Luft oder pumpe mit der speziellen Hochdruckpumpe Luft in die Kammer, je nach Einstellungswunsch.

2. Die Reaktionszeit einstellen

Bevor du die Dämpfung der Hinterachse verstellst, solltest du einige Dinge überprüfen. Manche Dämfungen verfügen über ein Stellrad, um die Spannung einzustellen. Vorsicht: Eine zu hohe Reaktionszeit macht das Fahrrad unkomfortabel und reduziert die Wendigkeit.

Besitzt du ein Fahrrad mit Vollfederung, sollte ein gutes Gleichgewicht zwischen der Dämpfung hinten und der Federgabel bestehen. Um dieses Gleichgewicht zu überprüfen, stell dich seitlich neben dein Fahrrad und übe Druck auf die Mitte des Oberrohrs aus. Beobachte die Reaktion von Gabel und Dämpfung. Fährst du "normal" Fahrrad, sollten beide Federungen gleich stark federn.

Du kannst die vordere und hintere Federung je nach Bedarf einstellen, um die technischen Gegebenheiten deines Fahrrads deinem Fahrverhalten anzupassen. Vergiss dabei aber nicht, die Dichtungen deiner Federungen zu überprüfen. Tausche sie aus, sollten sie schon zu abgenutzt sein.

Detaillierte Schritte zur Einstellung der Federung

Hier sind detaillierte Schritte zur Einstellung der Federung, um das Fahrwerk auf den eigenen Fahrstil einstellen zu können. Wichtig aber ist das passende Grundsetup, das man Fahrt für Fahrt auf seine persönlichen Vorlieben und Einsatzbereich anpassen kann.

Step 1: Sag (Negativfederweg) einstellen

Sag ist der Federweg, der einer Federgabel oder einem Dämpfer zum Ausfedern zur Verfügung steht. Der Negativfederweg sorgt dafür, dass ein Laufrad in ein Schlagloch absacken kann, um permanent Bodenkontakt zu halten. Nur so kann optimale Fahrsicherheit gewährleistet werden.

Eine gute Startposition für den richtigen Luftdruck findet sich in der Bedienungsanleitung des Herstellers. Hier nach der passenden Kilogramm-Angabe suchen, vollständige Ausrüstung mit einbeziehen. Druckstufendämpfung oder Plattform (Lockout) immer ganz öffnen.

Aufs Rad steigen, in kompletter Montur (mit Helm, Rucksack usw.), Sattel mit Teleskopstütze komplett absenken, Grundposition einnehmen (stehend, Kurbeln waagerecht). Eine zweite Person kann helfen, das Rad zu halten; allein lehnt man sich an eine Wand oder ein Geländer. Jetzt ein paar Mal wippen, um die Federelemente eintauchen zu lassen.

Tipp: Wer viel im Sitzen auf dem Trail fährt, kann probieren, ob ein Setup im Sitzen für seinen Einsatzbereich z.B. bei tourenorientierter Fahrweise bessere Ergebnisse bringt.

Möglichst stillstehen und den Gummiring am Standrohr so weit wie möglich nach unten schieben. Vorsichtig, ohne Wippen, vom Rad steigen und darauf achten, dass sich der Gummiring nicht mehr verschiebt. Tipp: Gabel und Dämpfer-Lockout vor dem Absteigen schließen.

Jetzt zeigt der Abstand zwischen Tauchrohrdichtung und Gummiring den Negativfederweg (Sag) an. 20 bis 30 Prozent des Gesamtfederweges werden als ideal betrachtet. Eine aufs Standrohr aufgedruckte Sag-Skala verrät die Prozentzahl; ist keine Skala vorhanden, einfach ein Lineal nehmen und nachrechnen. In der Grundposition kommt man am schnellsten zu seinem persönlichen Setup.

Step 2: Zugstufe (Rebound) und Druckstufe (Compression) einstellen

Die Zugstufe kontrolliert die Geschwindigkeit, mit der die Gabel ausfedert. Zu schnelles Ausfedern lässt das Rad unkontrolliert springen, federt die Gabel zu langsam aus, steht beim nächsten Impact nicht der gesamte Federweg zur Verfügung. Der Rebound-Knopf an der Gabel ist meistens rot.

Bevor man die Zugstufe einstellt, sollte diese ganz geöffnet werden. Den Lenker kräftig und schnell nach unten drücken, um die Gabel einfedern zu lassen. Beim Ausfedern den Lenker loslassen; das Vorderrad sollte jetzt nicht den Kontakt zum Boden verlieren.

Hebt das Vorderrad vom Boden ab, die Ausfedergeschwindigkeit verlangsamen, d.h. Zugstufe Klick für Klick reindrehen. Nun die Druckstufe einstellen. Diese dämpft/bremst das Einfedern der Gabel bei Schlägen ab.

Die Einstellung der Druckstufe richtet sich bei den meisten Federgabeln nach dem Fahrergewicht. Leitlinie: je schwerer der Fahrer, desto mehr Druckstufendämpfung wird empfohlen. Bei Gabeln mit nur drei Settings (zum Beispiel Open, Medium, Firm) empfehlen wir stets das offene oder mittlere Setting. Für Federgabeln zum Beispiel mit Fit4 Kartusche wie bei der FOX 36 empfehlen wir den "3-Position Lever" in der offenen Stellung zu fahren und den "Open Mode Adjuster" (kleines Stellrad) anhand der FOX Empfehlungen einzustellen.

Hier empfiehlt FOX zum Start 18 Klicks (gegen den Uhrzeigersinn von der komplett geschlossenen Stellung aus gezählt). Je offener, (gegen UZS) desto leichter bewegt sich die Gabel durch den Federweg. Je geschlossener (Klicks im UZS), desto mehr Widerstand bietet sie beim Einfedern und hilft zusätzlich gegen Durchschläge.

Step 3: Sag (Negativfederweg) am Federbein einstellen

Auch beim Federbein ist die richtige Einstellung des Sag essentiell. Die Einstellung funktioniert fast so wie an der Gabel. Zuerst den vom Hersteller angegebenen Luftdruck einstellen. Wer die Bedienungsanleitung verlegt hat, findet (auch ältere) Manuals leicht im Internet. Auch beim Federbein gilt Druckstufendämpfung oder Plattform (Lockout) immer ganz öffnen.

Aufs Rad steigen, Sattel mit Teleskopstütze komplett absenken, die Grundposition einnehmen, wippen, um den Dämpfer zu komprimieren. Auch hier unser Tipp: Wer überwiegend im Sitzen auf dem Trail fährt, kann probieren, ob er das Setup im Sitzen vornimmt und damit für seinen Einsatzbereich bessere Ergebnisse erzielt. Dann ist der Hinterbau gegebenenfalls nicht zu weich eingestellt für den Fall, dass das Körpergewicht überwiegend nach hinten verlagert ist.

Still stehen bleiben, Gummiring an den Dämpfer schieben, vorsichtig vom Rad steigen. Der Abstand zwischen Gummierung und Dämpferdichtung zeigt den Sag an. Jetzt kann der Sag an den Einsatzbereich und den persönlichen Geschmack abgestimmt werden. Die SAG Einstellung am Dämpfer funktioniert genauso wie an der Gabel.

Step 4: Zugstufe (Rebound) am Federbein einstellen

Auch am Federbein ist der Rebound-Knopf meistens rot. Zum ersten Einstellen sucht man sich am einfachsten eine Bordsteinkante. Die Bordsteinkante langsam herunterrollen, der Dämpfer sollte dabei ungefähr 1,5-mal wippen. Das bedeutet, er sollte einmal komplett einfedern, etwas nachwippen und sich dann stabilisieren.

Wippt der Hinterbau länger nach, ist die Ausfedergeschwindigkeit zu hoch, ein schwer zu kontrollierendes, hüpfendes Hinterrad wären die Folge. Also: die Zugstufe etwas reindrehen, damit sich der Rebound verlangsamt. Auch einige Dämpfer besitzen umfangreiche Möglichkeiten an Feinjustierungen der Compression.

Hier gilt: möglichst mit offener Einstellung beginnen und dann schrittweise die Anpassungen vornehmen. Je nach Modell bieten die Dämpfer eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten.

Tipps für die Feinabstimmung

  • Auf dem Trail eine Dämpferpumpe mitnehmen, am besten immer die gleiche verwenden.
  • Eine vertraute Strecke mehrfach fahren und Fahrwerk leicht nachjustieren. Zwischendurch immer wieder kontrollieren.
  • Die Einstellungen - auch das Grundsetup - notieren.

Federung: Einstellungsoptionen

Wenn es um die Vorder- und/oder Hinterradfederung geht, sind die Funktionen und Einstellmöglichkeiten oft sehr ähnlich. Im Folgenden werden diese Funktionen beschrieben.

Luftdruck

Luftgefederte Fahrwerke verfügen über ein Schlauch-Ventil, mit dem über eine spezielle Dämpferpumpe Luft eingefüllt werden kann. Bei einer Gabel befindet sich dieses Ventil oben auf dem linken Gabelkopf (oberhalb der Standrohre) oder manchmal auch unten an den Federbeinen. Bei einem hinteren Stoßdämpfer befindet sich das Ventil normalerweise oben am Dämpfer.

Im Lieferumfang eines Fahrrads ist oft eine Anleitung enthalten, die hilft, den richtigen Luftdruck für dein Fahrrad und dein Gewicht einzustellen. Diese Anleitungen sollten jedoch nur als Anhaltspunkt dienen. Die bewährte Methode für eine perfekte Einstellung ist der Federungsdurchhang (siehe unten). Die korrekte Einstellung des Luftdrucks ist entscheidend für ein sicheres, kontrolliertes Fahrverhalten.

Wenn der Druck zu hoch ist, reagiert die Federung nicht auf kritische Schläge und fährt hart und bietet wenig Traktion. Bei zu geringem Druck wird die Federung bei größeren Stößen "durchschlagen", was zu einem harten Stopp der Federung und möglicherweise zu Schäden an den Komponenten führt.

Federvorspannung

Während der Luftdruck zur Einstellung einer Luftfeder verwendet wird, ist die Vorspannung die entsprechende Funktion bei einer Spiralfederung. Hier ermöglicht ein kleiner Einstellbereich die Feinabstimmung, wie hart oder weich die Feder ist. Diese Funktion steht sowohl bei Vorderradgabeln als auch bei Federbeinen mit Schraubenfedern zur Verfügung, aber es ist wichtig, daran zu denken, dass im Gegensatz zu der stufenlosen Einstellung, die Luftfedern bieten, die Federvorspannung bei Spiralfedern nur in einem kleinen Bereich eingestellt werden kann, und dass für größere Einstellungen ein Wechsel der Feder erforderlich ist.

Negativ-Federweg

Die Wahl des richtigen Luftdrucks oder der richtigen Spiralfeder wird durch die Messung des Nachgiebigkeitsgrads bestimmt, d. h. wie stark die Federung unter dem Gewicht des Fahrers zusammengedrückt wird, wenn dieser auf dem Rad sitzt, und zwar ohne weitere Einflüsse des Fahrers oder der Strecke. Bei der Messung der Nachgiebigkeit ist es wichtig, dies mit deiner Ausrüstung zu tun. Falls du also normalerweise einen Trinkrucksack dabei hast, sollten du ihn hier tragen.

Bei den meisten Luftfederungen sind auf der Welle des Dämpfers oder der Gabel wahrscheinlich Zahlen in Prozent angegeben, so dass du den Luftdruck einstellen kannst, um den richtigen Durchhang zu erreichen, indem du mit einer Dämpferpumpe in kleinen Schritten Luft hinzufügst oder ablässt. Falls solche Markierungen nicht vorhanden sind, kannst du mit einem O-Ring (falls vorhanden) oder einem Gummiband den Durchhang mit einem Lineal messen. Der prozentuale Nachgiebigkeitsgrad basiert auf dem gesamten verfügbaren Federweg, der sich häufig in der sichtbaren Gesamtlänge der Gabelstandrohre oder des Dämpferschafts widerspiegelt.

Als allgemeine Regel gilt, dass du bei Cross-Country-Bikes einen Sag von 15-20 % anstreben solltest, bei Enduro-Bikes etwa 25 % und bei Downhill-Bikes etwa 30 % Sag. In der Zwischenzeit steht für dein Fahrwerk online eine Einstellungsanleitung zur Verfügung, hilreich sein kann. Die Einstellung des Negativ-Federwegs hat Priorität, da er die Balance der Federung bestimmt, welche auf einem Mountainbike sehr wichtig ist!

Dämpfung

Ohne Dämpfung würde der Fahrer bei jedem großen Schlag die gesamte Federung durchdrücken oder umgekehrt bei jeder Veränderung des Geländes durchgeschüttelt werden. Das Dämpfungssystem regelt die Geschwindigkeit, mit der die Gabel einfedert und aus der Einfederung zurückfedert, indem es das Öl kontrolliert drosselt oder freigibt.

Druckstufendämpfung

Steuert, wie schnell die Gabel Stöße absorbiert, und bestimmt somit mehr oder weniger, wie viel des Federwegs zu einem bestimmten Zeitpunkt genutzt wird. Die Druckstufendämpfung wird häufig in zwei Typen unterteilt: Low-Speed und High-Speed.

High-Speed-Druckstufe

Steuert die Leistung der Gabel bei größeren Schlägen, Landungen und kantigen Unebenheiten und verhindert, dass die Federung den gesamten Federweg ausnutzt und "durchschlägt".

Einfedern bei niedriger Geschwindigkeit

Steuert die Leistung der Gabel bei Gewichtsverlagerungen des Fahrers, G-Outs und anderen langsamen Eingriffen, indem die Federung weiter oben im Hubbereich gehalten wird. Dies hilft, dem Wippen der Pedale beim Klettern entgegenzuwirken. Die Einfederung bei niedriger Geschwindigkeit wird in der Regel bei Verwendung einer Lockout-Steuerung eingestellt.

Rückstoßdämpfung

Steuert, wie schnell die Federung nach dem Einfedern zurückkehrt. Mehr Zugstufendämpfung führt zu einer langsamer zurückkehrenden Gabel, weniger Zugstufendämpfung führt zu einer Federung, die schneller zurückkehrt. Das Ziel der Zugstufendämpfung ist es, ein Gleichgewicht zu finden, bei dem sie aufeinanderfolgende Stöße absorbiert, aber nicht so schnell, dass die Räder die Traktion verlieren! Es wird empfohlen, die Zugstufe entsprechend der Nachgiebigkeit einzustellen. Die Einstellung der Aufhängung ist komplex und verdient einen ganz anderen Artikel.

Lockout

Viele Gabeln sind mit einem Lockout an der Gabel oder am Lenker ausgestattet. Damit haben Sie die Möglichkeit, die Federung ein- und auszuschalten oder eine Zwischenstufe zu wählen. Teurere Federmodelle bieten in der Regel Einstellungen, die von "offen" (die Federung bleibt voll aktiv) über "straff" (etwas Dämpferwiderstand, gut für sanftere Anstiege im Gelände) bis hin zu "geschlossen" (vollständig blockiert) reichen.

Nach einigem Ausprobieren werden die Dämpfungseinstellungen dazu beitragen, dass du dich auf dem Trail kontrollierter und geschmeidiger fühlst.

Die Bedeutung hochwertiger Federungskomponenten

Wenn du dich für ein bestimmtes Fahrrad entscheidest, sind teurere Fahrräder in der Regel auch mit einer teureren Federung ausgestattet. Mechaniker, die sich mit Federungen auskennen, werden dir sagen, dass billigere Federungen einfach nicht die gleiche Qualität der Innenteile haben, was zur Folge hat, dass die Innenteile bei wiederholtem Gebrauch durch die beim Fahren entstehende Hitze und Reibung kaputt gehen. Dies führt zu einer Verschlechterung des Öls und damit zu einem Verlust an Leistung und Funktion.

Außerdem werden teurere Federungskomponenten nach höheren Standards und oft mit komplexeren Konstruktionen gebaut, so dass nicht nur die Toleranzen enger und die Teile leichtgängiger sind, sondern oft auch die Funktion weiter entwickelt ist. Wenn du also ein Fahrer bist, der sein Motorrad bis an die Grenzen ausreizen möchte, solltest du dein Fahrwerk auf deine Fahrambitionen abstimmen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass du mit einem teureren Fahrwerk Folgendes erhältst:

  • ein besseres Fahrgefühl, das am besten als "komfortabler" und "leichter" beschrieben werden kann
  • Mehr Einstellmöglichkeiten zur Anpassung an den Fahrstil, das Terrain und die Vorlieben des Fahrers
  • Zuverlässigere und konstantere Leistung aufgrund besserer Verarbeitungsqualität
  • Leichtere und stabilere Materialien, insbesondere bei den Innenteilen wie Cartridges und Dichtungen
  • Ritzel, die mit einer mikroskopisch kleinen Beschichtung versehen sind, um Unebenheiten auf der Metalloberfläche auszugleichen und ein weicheres Fahrgefühl zu vermitteln, z. B. Fox Kashima coat oder Rockshox Diamond coat.
  • Steifere Konstruktion, die es den Laufrädern (und dem Fahrrad) ermöglicht, dem Gelände besser zu folgen.

Tabellarische Übersicht der Federwege

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über verschiedene Federwege und die entsprechenden Fahrradtypen:

Fahrradtyp Federweg (mm)
Cross-Country 80-120
Trail 120-140
Enduro 150-180
Downhill 180-220

Schritt-für-Schritt Anleitung zur Einstellung

Hier ist eine detaillierte Schritt-für-Schritt Anleitung zur Einstellung der Federung, basierend auf den Erfahrungen von Yanick-the-Mechanic von SCOTT-SRAM MTB Racing:

  1. Neutral einstellen: Zuerst die Federung neutral einstellen. Um die Federung neutral einzustellen, müssen alle vorherigen Anpassungen zurückgesetzt werden. Drehe zuerst die Rebound-Drehscheibe gegen den Uhrzeigersinn bis zum Anschlag. Stelle anschließend die niedrigste Kompressionsstufe mit dem Drehschalter ein.
  2. Druck erhöhen: Erhöhe mit einer Dämpferpumpe den Druck in der Luftkammer. Viele Hersteller liefern Tabellen mit den Druckangaben in Relation zum Gewicht des Fahrers, das er auf die Federgabel ausübt, oder machen Angaben darüber in der entsprechenden Bedienungsanleitung. Vergiss nicht, den Negativfederweg mit voller Fahrausrüstung einzustellen.
  3. Sag einstellen: Der Sag (Negativfederweg) ist die Summe des verwendeten Federwegs, wenn der Fahrer fährt. Stelle die Luftfeder entsprechend dem Gewicht ein. Der Abstand zwischen O-Ring und Staubschutz ist der Negativfederweg. Miss die Lücke, 20 mm mit einer 100 mm-Federgabel = 20 % Negativfederweg.
  4. Volume Spacer hinzufügen: Je aggressiver die Fahrweise, desto mehr Tokens oder Volume Spacer solltest du hinzufügen, um das Ende des Federwegs zu verstärken und ein Durchschlagen zu vermeiden.
  5. Druckstufendämpfung anpassen: Dies hat Einfluss darauf, wie schnell sich das Öl im System verteilen kann. Dies kann eingestellt werden, um deine Federgabel und die Heckfederung zu stabilisieren oder zu entsprerren.
  6. Rebound einstellen: Das ist die Geschwindigkeit, bei der die Federung nach der Kompression zum Sag-Point zurückspringt. Teste nun deine Einstellungen. Fahre auf einer flachen Straße, übe Druck auf die Federung aus und achte darauf, wie schnell die vordere und hintere Federung zum Sag-Point zurückspringt.
  7. Federung pflegen: Halte deine Federgabel und Heckfederung sauber und geschmiert. Nimm hierfür ein silikonhaltiges Schmiermittel oder ein spezielles Produkt für die Federung. Gib etwas Schmiermittel auf ein Papiertuch und streiche es auf die Dichtungen. Drücke die Federung mehrmals durch den Federweg und wische überschüssiges Mittel ab.

Indem du diese Schritte befolgst, kannst du deine Mountainbike Hinterradfederung optimal einstellen und so ein besseres Fahrerlebnis erzielen.

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