Mountainbike Felgen im Test: Der ultimative Guide

Die Wahl der richtigen Mountainbike-Felgen kann einen erheblichen Einfluss auf das Fahrgefühl, die Leistung und die Haltbarkeit deines Bikes haben. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Materialien, Designs und Laufradsätze, um dir bei der Entscheidung zu helfen.

DT Swiss FR 1500 Laufradsatz im Detail

Nach der Ankündigung des neuen DT Swiss FR 1500 Laufradsatzes war die Aufmerksamkeit sofort geweckt. Denn nicht nur die neue Felge, sondern auch das komplette Paket mit der 240 Classic Nabe incl. Ratchet EXP Freilauf kommt DT Swiss-typisch sehr durchdacht und hochwertig rüber. Als kompletter Laufradsatz steht er ohnehin ganz oben auf der Liste, seitdem die vorherigen Laufräder reif für einen Austausch sind.

Erster Eindruck

Direkt aus der Box lacht die gewohnte DT Swiss Qualität an. Die Verarbeitung ist super, die Speichenspannung sehr gleichmäßig, da stimmt einfach alles. DT Swiss ist dafür bekannt, alle Laufradsätze, auch die aus günstigeren Preisregionen, direkt mit fertig geklebtem Felgenband und incl. Tubeless-Ventilen auszuliefern, was den Kund:innen Arbeit und zusätzliche Kosten erspart. So können die Reifen sofort montiert werden - nur Dichtmittel muss noch her, klar.

Eine Kleinigkeit, die dann doch ein klein wenig gestört hat, ist die Bremsscheibenaufnahme, die ausschließlich mit 6-Loch Standard und nicht in einer Ausführung mit Centerlock kommt. Da mussten leider die geliebten Centerlock-Scheiben weichen und gegen 6-Loch-Varianten ausgetauscht werden. Das allerdings ist auch ein Stück weit Geschmackssache. Ansonsten sind alle relevanten Optionen erhältlich, ob Boost oder SuperBoost sowie 27,5“ oder 29“ Laufraddurchmesser. Auf Wunsch können wir euch auch ein Mullet-Setup anbieten. Kontaktiert dazu einfach gerne unseren Service.

Test-Setup

Das Bike ist ein Commencal Meta TR, mit dem von Hometrail bis Bikepark alles fahre. Die Fox 38 Federgabel ist für ein Trailbike zwar etwas dicke, aber so ist das Rad wirklich für den härtesten Einsatz gewappnet und man kann echt überall ohne Zweifel draufhalten. Genau dazu passen die FR 1500 Räder wie die Faust aufs Auge. Der Umbau war super einfach und ich konnte direkt aufs Rad. Das bedeutet derzeit meistens, dass es ans Springen geht.

Hier lauern zwar weniger typische Hindernisse wie Stein- oder Wurzelfelder, doch auch hierbei sind die Laufräder vor große Herausforderungen in puncto Stabilität und Steifigkeit gestellt. Egal, ob das Rad noch leicht schräg bei der Landung steht oder ob Du auch mal die Landekante voll mit dem Hinterrad erwischst: solche Einschläge strapazieren die Laufräder enorm und führen bei fragileren Modellen schnell zum Totalausfall.

Der Fahreindruck

Nach nun ca. 3 Monaten ausgiebigen Testens und sicherlich auch der ein oder anderen unsanften Landung laufen die FR 1500 immer noch wie am ersten Tag. Kein Seitenschlag, kein Höhenschlag, die Speichenspannung sitzt: Perfekt. Die 240 Classic Naben sind für diesen Laufradsatz wirklich eine starke Grundlage. Die Lager machen einen super Job und laufen noch immer absolut geschmeidig und anstandslos, was nach 3 Monaten aber ehrlicherweise auch nicht anders zu erwarten war.

Kein Spiel, kein rauer Lauf, keine Geräusche, also alles wie es sein soll. Der Ratchet EXP Freilauf läuft sehr geschmeidig und reibungsarm - das kommt dem Rollverhalten zugute. Bis heute hat sich noch keine Veränderung eingestellt und ich rolle nach wie vor mit überraschender Effizienz. Auch im Uphill fühlen sich die Räder noch leichtfüßig an, obwohl sie sicher nicht zu den leichtesten Vertretern gehören. In Kombination mit der FR 541 Felge habe ich bei noch keiner Situation das Gefühl bekommen, dass die Laufräder überfordert wären.

Die Felge hat bisher alle Attacken mühelos weggesteckt und noch keine gröberen Verformungen erlitten. Auch bei härteren Einschlägen auf diversen Landekanten haben mir die Laufräder stets ein solides, stabiles Gefühl vermittelt. Trotz solcher Strapazen laufen sie ohne Nachzentrieren schön gerade und ruhig. Da hilft natürlich auch die schon erwähnte Kombination aus Reifen-Insert und den schweren Reifen. Ich denke aber, dass die Felgen auch mit einem leichteren Reifensetup stabil genug sein werden. Das muss Jede:r für sich selbst entscheiden - da kommen dann noch andere Faktoren wie Fahrstil und Körpergewicht hinzu.

Gelegentlich war ich auch mal auf steilen, technischen Trails unterwegs. Hier hat sich der bereits gewonnene Eindruck bei mir nur noch weiter gefestigt. Egal wie hart ich in die Kurven gefahren bin, die Laufräder boten eine tolle Steifigkeit und haben mir dadurch immer den nötigen Support gegeben. Auch unwegsameres Terrain mit groben Wurzelstufen und Geröll macht den Laufrädern kaum zu schaffen: Bodenkontakt und Kontrolle satt.

Technischer Exkurs: Die Felge

Die FR 471 Felge, die im FR 1500 Laufradsatz zum Einsatz kommt, ist am Felgenhorn mit etwas mehr Material ausgestattet, so wölbt sich die sichtbare Außenseite des Horns etwas nach außen. Dies soll der Felge mehr Resistenz gegen das Verbiegen bei Durchschlägen geben, was in dem angedachten Einsatzbereich sehr wichtig ist. Die Maulweite von 30mm ist mittlerweile Im Enduro-Bereich zum Standard geworden, da Sie die optimale Balance aus Steifigkeit, akzeptablem Gewicht und resultierender Reifen-Aufstandsfläche bietet.

DT Swiss verwendet hier erstmals unterschiedliche Speichenzahlen für das Vorder- und Hinterrad (28 vorne, 32 hinten) und schafft so ein perfektes Verhältnis aus Gewicht und Stabilität. Beim Enduro- und Downhilleinsatz ergibt das absolut Sinn, da die Belastung auf das Hinterrad grundsätzlich höher ist.

Die Speichen

DT Swiss setzt für diesen Laufradsatz ausschließlich die Classic-Version der legendären 240 Nabe ein, also die Nabe mit Flansch. Es werden hier J-Bend Speichen verbaut; eine Straight Pull-Version ist nicht erhältlich. Ich nehme an, dass sich der Hersteller durch die daraus resultierenden kürzeren Speichen mehr Steifigkeit verspricht, zudem ist es im Falle eines Defekts meist einfacher, an eine passende gekröpfte J-Bend Speiche zu kommen als an ein Straight Pull-Pendant.

Darüber hinaus besteht bei einer J-Bend Speiche nicht die Gefahr, dass sie sich beim Nachzentrieren mit dreht, was bei Straight Pull-Speichen ab und an vorkommt und das Zentrieren erschwert. Hier hat DT auf traditionelle Werte gesetzt, um ein möglichst sorgenfreies Hardcore-Laufrad auf den Markt zu bringen. Das geht zwar etwas auf Kosten der moderneren Straight Pull-Optik, ist technisch gesehen aber wohl die vernünftigere Entscheidung.

Die Laufradspezialist:innen verwenden beim FR 1500 die bewährten Competition-Speichen und machen keine Experimente mit leichteren Vertretern, um ein paar Gramm heraus zu kitzeln. Sehr löblich! Die Nippel sind, wie bei den meisten Laufrädern aus der Oberklasse, aus Aluminium, welches gegenüber Messing in der Praxis keinen Nachteil bei der Stabilität darstellt. Lediglich beim Zentrieren sollte sichergestellt werden, dass man einen vernünftigen, nicht „ausgelutschten“ Nippelspanner mit großer Überlappung an der Werkzeugaufnahme nutzt. Das aber versteht sich von selbst.

Nabe und Freilauf

DT setzt die Allzweckwaffe 240 Classic ein, die sich jahrelang bewährt hat. Leicht, langlebig, stabil und vor allem unanfällig, gehört sie zu den besten Naben der Welt, soviel ist sicher. Beim Freilauf setzen die Ingenieur:innen von DT auf die moderne EXP-Variante mit 36 Eingriffen innerhalb einer kompletten Umdrehung. So entsteht ein Eingriffswinkel von 10°, welcher für eine direkte Kraftübertragung mit kaum spürbarem Leerlauf im Antritt sorgt.

Auch schön: Den neuen Laufradsatz gibt es auch mit einer Version im SuperBoost-Standard (12x157mm Einbaubreite hinten). Dieser ist zwar eher selten, aber so bekommen die Fahrer:innen solcher Rahmen endlich die Möglichkeit, einen Komplett-Laufradsatz zu kaufen und ihn nicht selber aus Einzelteilen aufbauen zu müssen. SuperBoost bringt theoretisch noch mehr Steifigkeit in das System, da der Flanschabstand der Nabe nochmals größer als beim herkömmlichen Boost-Standard ist. So wird der Speichenwinkel flacher und die Felge ist noch stabiler abgestützt. Zudem bietet SuperBoost die Möglichkeit zu noch mehr Reifenfreiheit.

E-MTB Laufräder: Besondere Anforderungen

E-MTBs stellen durch zusätzliche Motorpower große Anforderungen an das Material. Laut einer Untersuchung von DT Swiss fährt der durchschnittliche E-Biker 3500 Kilometer im Jahr, klettert 70.000 Höhenmeter und leitet durchschnittlich 400 Watt in den Antriebsstrang ein. Dazu bringt er ein kurzzeitig maximales Drehmoment von 180 Newtonmeter auf und fährt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21 Kilometern pro Stunde.

Die Beanspruchungen des Laufrades im E-MTB-Bereich sind deutlich höher. Ein durchschnittlicher Hobbybiker (HB) tritt über eine Stunde 170 Watt, ein Profi 350 Watt. Als kurzzeitige Maximalleistung schafft ein HB 900 Watt, ein Profi 1300 Watt. Ein E-Bike-Motor hat eine Nenndauerleistung von 250 und eine kurzzeitige Spitzenleistung von 850 Watt. Addiert man die Werte vom Fahrer, erreicht man das Doppelte des normalen Bikers und höhere Werte als ein Profisportler!

Im Schnitt liegt das Fahrkönnen durch viele Neueinsteiger beim E-MTB niedriger. E-Biker fahren weniger aktiv, entlasten das Rad in entscheidenden Situationen weniger. Wo mit dem normalen MTB ein Bunny Hop gezogen wird, trifft es jetzt direkt auf das Hindernis. Das Systemgewicht errechnet sich aus der Summe von Rad, Fahrer und Gepäck. Im Schnitt wiegen E-Bikes gut sieben Kilogramm mehr und auch der E-Biker ist schwerer.

Aus den genannten Gründen ist ersichtlich, dass Laufräder am E-MTB speziellen Bedürfnissen unterliegen, welche die Hersteller bei der Konstruktion berücksichtigen.

Besondere Aspekte bei E-MTB Laufrädern

  • Freilaufkörper: Ritzelpakete graben sich (Shimano HG Standard) tief ins Aluminium, wodurch die Ritzelabstände und daher die eingefrästen Steighilfen für die Kette zueinander nicht stimmen. Die Lösung ist die Fertigung aus gehärtetem Stahl, vor allem bei Shimano HG Freiläufen.
  • Eingriffswinkel: Im Antritt treten in Summe der Fahrer- und Motorkraft extreme Peitschenkräfte beim Einrasten der Sperrklinken auf.
  • Achse: Die Achse beim E-Bike verbiegt sich unter der Spitzenleistung von gut 1800 Watt und einem Drehmoment von bis zu 180 Newtonmetern stark.
  • Lager: Bei Lagern spielt die Traglast eine wichtige Rolle. Das Mehr an Last kann durch größere oder mehrere Lager abgefangen werden.
  • Nabenkörper: Am Nabenkörper setzen die Hersteller auf Oversizing bei Wandstärken, Körper, Nabenflansche und Bremsaufnahmen, um den hohen Antriebs- und Verzögerungsleistungen zu begegnen.
  • Speichen: Die Speichen werden beim E-Bike gerade im Speichenkopf, -bogen und -gewinde mehr belastet.
  • Nippel: Bezüglich Nippel gibt es ein Comeback der Messingnippel. Sie sind höher belastbar, ermüden später, sind korrosionsfrei und haben beim Einspeichen selbstschmierende Eigenschaften.
  • Felgen: Der starken Beanspruchung des Felgenbodens durch hohe Antriebs- und Bremslasten begegnen die Hersteller mit mehr Wandstärke, optimierten Auflageflächen sowie Austrittswinkeln für den Speichennippel.

Aluminium vs. Carbon: Eine Frage der Prioritäten

Vor allem Enduro-Racer entscheiden sich beim Laufradsatz bewusst für Aluminium-Felgen. Denn Komfort und Zuverlässigkeit haben oberste Priorität. Liefert der DT Swiss EX 1700 SPLINE-Laufradsatz auch nach 18 Monaten im Renneinsatz noch immer beides?

Der DT Swiss EX 1700 SPLINE-Systemlaufradsatz ist das Aluminium-Flaggschiff der Schweizer Felgen-, Speichen- und Naben-Spezialisten. Das „E“ in EX 1700 steht dabei für Enduro und markiert den Einsatzbereich des 750 € teuren Modells, das für die härtesten Trails der Welt ausgelegt ist.

Technische Details des DT Swiss EX 1700

Technisch setzt der Laufradsatz auf die aktuellen DT 350-Naben mit Ratchet-Zahnscheibenfreilauf. Der Wechsel des Freilaufkörpers (XD, Micro Spline, Shimano ASL) gelingt dadurch werkzeugfrei und mit wenigen Handgriffen. Auch bei der Bremsscheibenaufnahme bietet DT Swiss die Wahl zwischen CENTER LOCK und 6-Bolt.

Wie der Beiname SPLINE schon andeutet, kommen Straightpull Competition-Speichen zum Einsatz, die ohne den klassischen J-Bend am Speichenkopf robuster sein sollen. Dafür muss man sie beim Nachziehen der Speichen und beim Zentrieren klemmen, damit sie sich nicht mitdrehen. Das Highlight des Systemlaufrads ist die verbaute EX 511-Felge aus Aluminium mit 30 mm Innenweite. Bereits ab Werk ist in ihr das Tubeless-Felgenband verklebt und auch ein Ventil gehört zum Lieferumfang des EX 1700, der entweder als 29”- oder 27,5”-Variante angeboten wird.

Erfahrungen im Renneinsatz

In den ersten Wochen auf dem Trail zeigten sich die hohe Verarbeitungsqualität und die Kompetenz, die DT Swiss in den Laufradbau steckt. Dabei trifft der Laufradsatz genau den Sweet Spot an Compliance, sodass er wenig Vibrationen an die Hände durchreicht und auch bei seitlichen Schlägen nicht verspringt. Dennoch liefert er bei Highspeed ausreichend Präzision, um der angepeilten Linie zu folgen.

Auf einigen EWS-Rennen musste der EX 1700 beweisen, dass er auch bei möglichst niedrigem Luftdruck im Reifen und richtig fiesen Steinfeldern durchhält: Denn ein Wechsel des Laufrads während des Rennens ist eigentlich ausgeschlossen. Über die zahlreichen Durchschläge beschwerte sich die super robuste EX 511er-Felge zwar mit einem lauten „Dong”, hält aber trotz zahlreicher Dellen nach wie vor die Luft.

Weitere Laufrad-Tests und Vergleiche

Um einen umfassenden Überblick zu bieten, werden im Folgenden weitere Laufradsätze und deren Eigenschaften verglichen.

Hope Enduro Pro 4

Für 580 Euro bekommt man mit dem Enduro Pro 4 einen exklusiven Laufradsatz mit gefrästen Pro 4 Naben die in einer von sechs Eloxalfarben gewählt werden können, Sapim Speichen mit Messing-Nippel und einer nach den Vorgaben von Hope gefertigten Felge mit nahezu 23 Millimeter Innenweite. Mit 1.994 Gramm drückt der Satz am meisten auf die Waage, dafür ist die seitliche Auslenkung unter Belastung mit am geringsten.

Aluminium vs. Carbon im direkten Vergleich

Die Notizen der Testfahrer sprechen eine eindeutige Sprache zugunsten des wesentlich günstigeren, aber auch deutlich schwereren Referenz-Laufradsatzes mit Alu-Felgen. Gutmütig, fehlerverzeihend und gedämpft lauten die Attribute, die das schwerere Alu-Laufrad im Vergleich zur Carbon-Konkurrenz einheimste. Tatsache allerdings ist, dass die Rennen im Cross-Country nun mal bergauf gewonnen werden. Und hier kommt es auf andere Tugenden an: geringes Gewicht, Steifigkeit, Beschleunigung.

Blindtest auf dem Trail

Ohne die Laborwerte (Steifigkeit, Gewicht, Trägheit) zu kennen, fuhren drei erfahrene Tester alle Laufräder mit Einheitsreifen und identischen Luftdrücken auf einem selektiven Rundkurs. Die gewonnenen Fahreindrücke zum Fahrkomfort, zur Präzision und zum allgemeinen Handling flossen zu 20 Prozent in die Endnote ein. Überraschend: Die Seitensteifigkeit allein schlägt sich nicht immer im Fahreindruck nieder.

Schlagtest

Bei dem von BIKE im Newmen-Testlabor durchgeführten Schlagtest trifft ein 7,5 Kilo schwerer, runder Kunststoffzylinder einseitig im 20-Grad-Winkel auf ein Felgenhorn. Es wird jeweils das hintere Laufrad getestet, das an der Nabe fixiert wird. Jeder neue Schlag trifft auf eine intakte Stelle auf der Felge. Die Schlagenergie/-höhe wird ausgehend von 3,09 Joule bis zum Defekt gesteigert.

Trägheit und Gewicht

Für einen explosiven Antritt und effizientes Klettern ist nicht nur ein geringes Gewicht, sondern auch die Verteilung der Masse von entscheidender Bedeutung. Je weiter das Gewicht von der Nabe entfernt ist, desto größer ist der Einfluss auf das Beschleunigungsverhalten. Auf dem Prüfstand können wir die tatsächliche Trägheit eines Laufradsatzes exakt bestimmen.

Alu vs. Carbon - die Referenztests

Um zu überprüfen, wie sich ein Alu-Laufrad und eine schwerere Carbon-Felge schlagen, wurden zwei Referenz-Laufräder mit in den Test gepackt. Der Newmen-Beskar-Light-Laufradsatz wiegt 1680 Gramm und verfügt über Alu-Felgen, die ebenfalls eine Maulweite von 30 Millimetern besitzen. Im Vergleich zum leichtesten Laufradsatz in diesem Test bringen die Alu-Räder damit mehr als 500 Gramm zusätzlich auf die Waage, kosten dafür aber auch nur 680 Euro. Im Antritt macht sich die um bis zu 35 Prozent höhere Trägheit deutlich bemerkbar.

Die Komponenten eines Laufrads

Ein Fahrradlaufrad besteht aus vier Hauptkomponenten, die alle einen Einfluss auf das Gewicht, die Leistung und die Haltbarkeit haben.

  • Felge: Die Felge befindet sich an der Außenseite des Laufrads und hat bei den meisten Mountainbike-Laufrädern die Aufgabe, den Reifen zu halten.
  • Nabe: Die Nabe befindet sich in der Mitte des Rades und bildet die Drehachse.
  • Speichen: Das Material, das Nabe und Felge miteinander verbindet.
  • Nippel: Die Speichen werden mit einer speziellen Mutter, dem Nippel, am Laufrad befestigt.

Felgen-Material

Die meisten Einsteiger- und Mittelklasse-Laufräder sind mit Aluminium-Felgen unterschiedlicher Qualität ausgestattet, während hochwertige Laufräder in der Regel Felgen aus Carbon haben, die das Gewicht reduzieren und gleichzeitig die Steifigkeit erhöhen.

Reifentypen

Es lohnt sich, die zwei verschiedenen Reifentypen zu kennen, die auf ein Rad passen. Sie benötigen eine bestimmte Felge. Mountainbike-Reifen sind entweder Drahtreifen oder Tubeless-Reifen und auf dem Laufrad ist angegeben, mit welchem Reifen es kompatibel ist.

Gewicht

Das Gewicht eines Laufradsatzes kann eine Reihe von Auswirkungen darauf haben, wie sich dein Fahrrad auf dem Trail anfühlt: Handling, Festigkeit und Komfort.

Radabmessungen: Größe, Breite und Tiefe

Es gibt drei Hauptgrößen von Mountainbike-Laufrädern:

  • 26-Zoll-Laufräder
  • 27,5-Zoll-Laufräder (650B)
  • 29-Zoll-Laufräder (29er)

Der Trend geht zu breiteren Felgen, was den Komfort durch ein größeres Luftvolumen im Reifen erhöht. Die Tiefe der Felge wirkt sich auf die Seitensteifigkeit des Laufrads und das Fahrverhalten des Fahrrads aus.

Speichen

Die Gesamtzahl, die Form und das Material der Speichen an einem Laufrad variieren. Eine hohe Speichenanzahl (viele Speichen) erhöht die Robustheit und Langlebigkeit des Laufrads, bringt aber auch einen Gewichtsnachteil mit sich. Speichen gibt es aus verschiedenen Materialien wie Stahl, Aluminium, Kohlefaser und Titan, wobei Stahlspeichen bei weitem am häufigsten verwendet werden.

Naben

Die Naben sind ein wichtiger Bestandteil. Sie sind der Ankerpunkt für die Speichen und ermöglichen das Drehen der Räder.

SRAM vs. Shimano: Die Unterschiede

SRAM bietet eine Mischung aus 11- und 12-Gang-Gruppen an, für die ein spezieller Freilauf (XD Driver Body) an der Hinterradnabe erforderlich ist, um die dazugehörigen 10-42er oder 10-50er Kassetten zu verwenden. Shimano ist derzeit der einzige Hersteller, der bei seinen Laufradsätzen KEINE Kompatibilität mit dem XD Driver Body anbietet.

6 Loch vs. Center Lock

Die beiden Designs der Scheibenbremsscheiben sind weitgehend identisch und erfüllen die gleiche Funktion, aber es ist die Art und Weise, wie sie an der Nabe befestigt werden, die die beiden Designs voneinander unterscheidet.

Engagement Speed

Engagement Speed bezieht sich darauf, wie schnell der Ratschenmechanismus des Hinterradfreilaufs aktiviert wird, wenn du nach dem Ausrollen in die Pedale trittst.

Testergebnisse: Alu- und Carbonlaufräder im Vergleich (ab 600 Euro)

Ein Überblick über die Ergebnisse eines Tests, bei dem verschiedene Alu- und Carbonlaufräder ab 600 Euro verglichen wurden.

Alu-Laufräder

  • Veltec ETR Extradrei: Testsieger unter den Alu-Laufrädern. Perfekt aufgebaut, niedriges Gewicht, spitzen Wert bei der Trägheitsmessung.
  • Race Face Aeffect R: Kauftipp bei den Alu-Laufrädern. Grundsolider Laufradaufbau, gute Steifigkeitswerte, ordentliches Tempo.

Carbon-Laufräder

  • Acros Enduro-Carbon-LSR 29": Testsieger unter den Carbon-Laufrädern. Superleicht, klasse aufgebaut, auch für Non-Boost erhältlich.
  • Newmen Advanced SL A.30: Kauftipp unter den Carbon-Laufrädern. Optisch ansprechend, superleichte Sätze, gute Beschleunigung.

Die folgende Tabelle fast einige der getesteten Laufräder mit ihren Eigenschaften zusammen:

Laufrad Material Gewicht (Paar) Max. Systemgewicht Maulweite (v/h) Preis (ca.)
Crankbrothers Synthesis Enduro Alloy Alu/Stahl 2024,5 g Keine Angabe 31/29 mm 600 Euro
DT Swiss XM 1700 Spline Alu/Stahl 1890 g 120 kg 30/30 mm 719 Euro
Mavic Crossmax XL S 29 Alu/Stahl 1891 g 120 kg 30/30 mm 750 Euro
Newmen Evolution SL A.30 Alu/Stahl 1802 g 125 kg 30/30 mm 680 Euro
Race Face Aeffect R Alu/Stahl 1993,5 g Keine Beschränkung 30/30 mm 600 Euro
Shimano Deore XT WH-M8120 Alu/Stahl 2012 g Keine Angabe 30/30 mm 430 Euro
Spank 350 Vibrocore Alu/Stahl 2036 g Keine Angabe 30/30 mm 699 Euro
Veltec ETR Extradrei Alu/Stahl 1792 g Keine Angabe 30/30 mm 549 Euro
Acros Enduro-Carbon-LRS 29" Carbon/Stahl 1550 g Keine Beschränkung 29/29 mm 1199 Euro
Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon Carbon/Stahl 1846 g Keine Angabe 31/29 mm 1699 Euro
DT Swiss XMC 1501 Spline One Carbon/Stahl 1629 g 120 g 30/30 mm 1599 Euro
Newmen Advanced SL A.30 Carbon/Stahl 1579,5 g 125 g 29/29 mm 1450 Euro
Race Face Next R31 Carbon/Stahl 1728 g Keine Beschränkung 31/31 mm 1699 Euro

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