Mountainbike Kaufen: Der Ultimative Test für Modelle bis 600 Euro

Wer sich heute für den Kauf eines solchen Geländerades interessiert, steht vor einer großen Auswahl an unterschiedlichen Typen. Weniger Verkehrsmittel und mehr Sportgerät - das ist ein Mountainbike (MTB). Ein typisches Merkmal dieser geländetauglichen Fahrräder ist häufig das Fehlen der für den Straßenverkehr unerlässlichen Komponenten wie etwa Beleuchtung und Klingel.

Mountainbike Typen und Fahrstile

Um hier das richtige Rad zu finden, hilft die Analyse des persönlichen Fahrstils.

Touren-Biker und Hardtails

Biker, die gerne mal eine schnellere Feierabendrunde drehen und ausgedehnte Radtouren am Wochenende lieben, zählen zu den Touren-Bikern. Zu diesem Zweck eignet sich am Besten ein sogenanntes Hardtail - der Klassiker unter den MTBs. Wie sein Name verrät, ist das Hinterrad bei diesem Modell nicht gefedert. Daraus resultiert zum einen ein vermindertes Gewicht und zum anderen eine geringe Wartung sowie niedrigere Instandhaltungskosten. Hardtails sind außerdem sehr vortriebsorientiert gebaut, tempostabil und geben die vom Fahrer aufgewendete Kraft effizient weiter.

Für sportiche Fahrer sowie für den Geländeeinsatz sind felgenschonende Scheibenbremsen von Vorteil, die speziell bei feuchtem und weichem Untergrund über eine gute Bremsleistung verfügen. Hardtails gibt es schon ab einem Preis von 600 EUR, das beste Preis-Leistungsverhältnis erhält man in der Preisklasse um 1.000 EUR. Sie sind daher besonders für Einsteiger attraktiv.

Mit steigendem Preis werden die am Vorderrad befindliche Federgabel und andere Komponenten, wie Schaltung und Laufräder, widerstandsfähiger, außerdem bestehen bei hochpreisigen Hardtails die Fahrradrahmen meistens aus Carbon. Die Mehrausgaben rentieren sich allerdings nur dann, wenn mit dem Bike schwierige Geländetrails, vorrangig in den Bergen (Mountain-Bikes) oder sogar Rennen gefahren werden. Ein 2.000-, 4.000- oder sogar 6.000-EUR-MTB im Stadtpark oder auf fluffigen Wochenendtrails zu fahren ist pure Geldverschwendung.

Enduro-Biker und Fullys

Der Enduro-Biker begibt sich gerne in schwieriges Gelände und absolviert Geschicklichkeitsprüfungen auch in Form von Wettkämpfen - sogenannten Trials. Hier ist ein vollgefedertes Mountainbike (Fully) mit einem 140 bis 160 mm Federweg gefragt. Bei einem Enduro fällt vor allem der gekröpfte Lenker auf, welcher speziell bei schwierigen Abfahrten Sicherheit vermittelt und die Sitzposition erhöht. Aber auch auf Touren ist dieses Fahrrad in seinem Element. Bergiges Gelände ist kein Problem. Um allen Belastungen Stand zu halten, verfügt es über breitere und gut profilierte Laufräder und einen stabilen Rahmen. Zudem ist eine Anti-Wipp-Dämpfung vorhanden. Je nach Ausstattung sind Enduro-Bikes ab circa 2.200 EUR zu haben.

Freeride-Biker

Wer beim Radfahren nur eine Richtung kennt - und zwar bergab und Sprünge, Geschwindigkeit sowie schwierige Trials liebt und prinzipiell keine Touren fährt, der ist ein Freeride-Biker. Bei Freeride-Bikes handelt es sich um ebenfalls vollgefederte Mountainbikes mit langen Federwegen von 150 bis 200 Millimetern. Von Vorteil ist hier eine absenkbare Luft-Federgabel, um genügend Steigfähigkeit zu gewährleisten. Scheibenbremsen, die an Vorder- und Hinterrad montiert sind, sollten ebenso vorhanden sein wie ein stabiler Rahmen und robuste Laufräder. Neben Freeride-Bikes unterscheidet man Downhill-Bikes für Fahrten, die ausschließlich bergab führen und bei denen der Anstieg nicht aus eigener Kraft bewältigt wird. Wegen ihrer besonders stabilen Bauart, die aufgrund der hohen Belastung durch Abfahrten nötig ist, sind diese Räder relativ schwer. Beide Modelle gibt es ab ungefähr 2.400 EUR zu kaufen.

Race-Fully

Der Race-Biker möchte möglichst schnell und möglichst viele Höhenkilometer zurück legen und beweist sich gerne im Wettkampf. Für ihn eignen sich sogenannte Race-Fullys, die besonders leicht sind und über eine gestreckte Sitzposition verfügen. Für Einsteiger sind sie jedoch nicht zu empfehlen. Eine komfortablere Geometrie bieten vollgefederte All-Mountain-Bikes. Mit ihnen lassen sich entspannt lange Touren bewältigen. Rahmen und Laufräder sind solide, das Gewicht etwas höher als bei Race-Fullys. Ab rund 1.400 EUR stellen sie eine gute Alternative für zwar durchaus sportliche, aber nicht extrem-sportliche MTB-Einsteiger dar.

Allgemein gilt, wer eher im leichten Gelände fahren möchte, liegt mit dem Kauf eines Hardtails in der Regel richtig. Alle weiteren MTB-Typen sind für spezielle sportliche Zwecke ausgelegt und nur bedingt für Einsteiger geeignet.

Mountainbike Test & Vergleich: Worauf Sie Achten Sollten

Im Gegensatz zum klassischen Fahrrad oder zum Rennrad hat ein Mountainbike besonders robuste MTB-Reifen. Für die Erkundung der Landschaft oder den Urlaub in den Bergen ist das sportliche Rad daher genau das Richtige.

Günstige MTB Hardtails

Günstige MTB Hardtails werden oft als Einsteiger Mountainbikes bezeichnet. Sie kosten wenig und sind robust. Mountainbike Anfänger sind häufig von den Preisen für Bikes geschockt. Klar, wenn man durchs Netz surft und immer wieder Bikes für 8000 € und mehr findet. Die Preise der Topmodelle wirken für MTB Einsteiger erst mal suspekt.

Aber wir können dich beruhigen: Es gibt auch günstige Bikes mit denen man jede Menge Spaß im Gelände haben kann. Zudem werden die meisten Bikes mittlerweile ohnehin über ein Leasing wie zum Beispiel Business-Bike gekauft und so durch Ersparnisse in der Lohnsteuer günstiger.

Modelle unter 1500 €

Wir haben den kompletten Mountainbike Markt bewertet und dabei einige wirklich gute MTB-Modelle gefunden, die teilweise deutlich unter 1500 € kosten. Eins haben diese Modelle alle gemein: Es sind allesamt Hardtails. Also Bikes ohne gefedertes Heck.

Da können wir dir pauschal schon mal den ersten Einsteiger Tipp geben: In der Preisklasse unter 1500 € taugen Fullys nichts! Bei Fullys fängt der Spaß ab 1500 € an. Klassische Einsteiger Hardtails haben 100 Millimeter Federweg an der Gabel.

Diese Bikes sind mit gut rollenden Reifen und relativ niedrigem Gewicht auf Vortrieb getrimmt. Lange Anstiege oder Touren mit 50 Kilometer und mehr sind mit diesen Bikes kein Problem. Außerdem lassen sie sich auch super im Alltag zum Pendeln oder für den Weg zur Arbeit einsetzen. Wer mit ihnen bergab im Gelände Spaß haben will, braucht eine exzellente Fahrtechnik und ist selbst dann nicht vor Materialdefekten und Stürzen gefeit.

Allround Hardtails

Seit dem Jahr 2022 nimmt der Trend rund um die Allround Hardtails richtig Schwung auf. Neben Canyon und Cannondale haben auch Marken wie Rockrider, Cube oder Whyte erkannt, dass der Einsatzbereich von klassischen Einsteiger Bikes zu spitz für die meisten Menschen ist.

Wenn man dann noch mit der Teleskopstütze den Sattel versenkt, erhöht sich die Bewegungsfreiheit auf dem Bike extrem. Das lässt einem anspruchsvollere Trails locker meistern. Gute Allround Modelle wiegen zwischen 12 Kilo und 13 Kilo und sind damit absolut tourenfähig. Die günstigsten Allround-Hardtails gibt es ab zirka 1000 Euro. Gute Fahrtechniker wagen mit diesen Bikes sogar kleinere Sprünge.

Trailhardtails

Trailhardtails sind die radikalsten Mountainbikes ohne gefederten Rahmen. Mit wuchtigen Federgabeln und Reifen aus dem Enduro Segment schrecken sie vor keiner Abfahrt oder keinem Sprung zurück. Sie sind besonders robust gebaut und wiegen meist deutlich über 12,5 Kilo. Trotz der extremen Ausrichtung fällt es vielen Bikern schwer, das Potential eines Trailbikes auszuschöpfen.

Vor allem für jugendliche Trail-Liebhaber mit geringem Budget sind sie eine gute Wahl. Auch massive Reifen und reichlich Federweg an der Gabel ändern nichts an der Tatsache, dass bei höherem Tempo im Gelände die Schläge am Hinterrad heftig einprasseln. Da kann es einem schon mal den Fuß von den Pedalen ziehen, das ganze Hinterrad versetzen oder den Reifen zerstören.

Mountainbikes unter 600 €

Ganz ehrlich: Unter 600 € können wir nur die wenigsten Mountainbikes für den sportlichen Einsatz empfehlen. Bikes in dieser Preisklasse sind super zum Pendeln oder für den Alltag, kommen aber schon auf leichten Trails an ihre Grenzen. Wer ein gutes Bike sucht, um in erster Linie täglich zum Bäcker, in die Schule oder zur Arbeit zu fahren und nur gelegentlich Touren fahren will, wird in dieser Preisklasse fündig.

Für den regelmäßigen, sportlichen Einsatz bei ausgedehnten Mountainbike Touren sind die Federgabeln meist zu wenig sensibel. Auch die Schaltungen mit meist drei Kettenblätter an der Kurbel und sieben bis zehn Ritzeln an der Kassette sind nicht mehr ganz up to date. Modelle mit etwas mehr Federweg, modernen Einfachantrieb und griffigen Reifen ermöglichen auch Fahrspaß im gröberen Gelände.

E-Mountainbikes ab 600 Euro

Schon ab 600 Euro gibt es brauchbare E-Mountainbikes. E-Bikes sind so beliebt wie nie zuvor. Ihr Absatz hat sich laut einer Studie von Statista von 2018 auf 2020 mit fast zwei Millionen in Deutschland verkauften Modellen verdoppelt. Dabei eignen sich E-Mountainbikes nicht nur für Offroad-Fahrten, sondern sind dank erhöhter Stabilität auch im Alltag gute Begleiter.

Wichtige Aspekte beim Kauf eines günstigen E-Mountainbikes

Wer mit seinem E-Bike auf deutschen Straßen unterwegs ist, sollte darauf achten, dass es den Anforderungen eines Pedelecs entspricht. Hersteller können die Anforderungen ihres Pedelecs selbst prüfen und eine EG-Konformitätserklärung abgeben. Daraufhin dürfen sie ein CE-Zeichen verwenden.

Auch im Stadtverkehr zahlt sich die robuste Verarbeitung aus. So muss man bei einem E-MTB meist keine Bedenken haben, dass beim flotten Bordsteinfahren etwas kaputtgeht.

Montage von E-Bikes

Wer online ein E-Bike bestellt, muss es vor der ersten Nutzung zunächst zusammenschrauben. Meist gibt es dafür selbst bei den billigen chinesischen Rädern eine brauchbare beiliegende Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Danach gilt es alle Schrauben nachzuziehen, die Reifen aufzupumpen und gegebenenfalls die mechanischen Scheibenbremsen zu justieren. Für all das gibt es auf Youtube gute Anleitungen.

Antrieb und Akku

Wer ein günstiges E-Mountainbike kauft, muss beim Motor Abstriche machen. So befindet sich dieser überwiegend am Heck. Der Akku befindet sich bei E-Mountainbikes größtenteils am Rahmen. Die Reichweite des E-Bikes ist stark abhängig von der Kapazität des Akkus.

Empfehlenswerte Modelle

Es gibt einige empfehlenswerte Modelle in verschiedenen Kategorien:

  • Testsieger: Eleglide M2 (bietet hydraulische Scheibenbremsen, einen starken Motor und einen großzügigen Akku)
  • Mittelmotor: Telefunken Aufsteiger M925 (bietet solide Ausstattung und gute Verarbeitung für einen günstigen Preis)

Mountainbike bis 500 Euro Vergleich

Hier ist eine Übersicht von Mountainbikes bis 500 Euro, basierend auf einem Vergleich:

Modell Mountainbike-Typ Rahmenmaterial Anzahl Gänge Bremssystem
Adriatica Hardtail-Mountainbike Hardtail, vorne gefedert Aluminium 21 Gänge Scheibenbremsen
Licorne Bike Hardtail-Mountainbike Hardtail, vorne gefedert Aluminium 21 Gänge Scheibenbremsen
Bergsteiger Kodiak Fully, vorne und hinten gefedert Aluminium 21 Gänge Scheibenbremsen
Bikestar‎ BI-29-MH-SM-BEGG Hardtail, vorne gefedert Aluminium 21 Gänge Scheibenbremsen
Bikestar BI-26-MB-J1-GYRD Hardtail, vorne gefedert Aluminium 21 Gänge Scheibenbremsen
Bikestar Fully Fully, vorne und hinten gefedert Aluminium 21 Gänge Scheibenbremsen
Bergsteiger Canberra Hardtail, vorne gefedert Aluminium 21 Gänge Scheibenbremsen
Bergsteiger Buffalo Fully, vorne und hinten gefedert Stahl 18 Gänge Scheibenbremsen vorne | V-Brake hinten

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