Mountainbiken ist längst kein reiner Männersport mehr. Immer mehr Frauen entdecken die Freude am Fahren in der Natur. Doch die Suche nach dem passenden Mountainbike kann für kleine Frauen eine Herausforderung sein. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, worauf es bei der Wahl des richtigen Bikes ankommt und stellen Ihnen verschiedene Modelle vor.
Günstige MTB Hardtails: Der Einstieg ins Mountainbiken
Günstige MTB Hardtails werden oft als Einsteiger-Mountainbikes bezeichnet. Sie kosten wenig und sind robust. Mountainbike-Anfänger sind häufig von den Preisen für Bikes geschockt. Klar, wenn man durchs Netz surft und immer wieder Bikes für 8000 € und mehr findet. Die Preise der Topmodelle wirken für MTB-Einsteiger erst mal suspekt. Aber wir können dich beruhigen: Es gibt auch günstige Bikes, mit denen man jede Menge Spaß im Gelände haben kann. Zudem werden die meisten Bikes mittlerweile ohnehin über ein Leasing wie zum Beispiel Business-Bike gekauft und so durch Ersparnisse in der Lohnsteuer günstiger.
Wir haben den kompletten Mountainbike-Markt bewertet und dabei einige wirklich gute MTB-Modelle gefunden, die teilweise deutlich unter 1500 € kosten. Eins haben diese Modelle alle gemein: Es sind allesamt Hardtails, also Bikes ohne gefedertes Heck. Da können wir dir pauschal schon mal den ersten Einsteiger-Tipp geben: In der Preisklasse unter 1500 € taugen Fullys nichts! Bei Fullys fängt der Spaß ab 1500 € an.
Klassische Einsteiger Hardtails
Klassische Einsteiger-Hardtails haben 100 Millimeter Federweg an der Gabel. Diese Bikes sind mit gut rollenden Reifen und relativ niedrigem Gewicht auf Vortrieb getrimmt. Lange Anstiege oder Touren mit 50 Kilometer und mehr sind mit diesen Bikes kein Problem. Außerdem lassen sie sich auch super im Alltag zum Pendeln oder für den Weg zur Arbeit einsetzen. Auf technischen Trails, in steilen Abfahrten oder bei Sprüngen sind diese Bikes raus. Wer mit ihnen bergab im Gelände Spaß haben will, braucht eine exzellente Fahrtechnik und ist selbst dann nicht vor Materialdefekten und Stürzen gefeit. Kurzum: Beim richtigen Einsatz sind klassische Racehardtails immer noch geniale Bikes.
Allround Hardtails: Der Trend seit 2022
Seit dem Jahr 2022 nimmt der Trend rund um die Allround Hardtails richtig Schwung auf. Neben Canyon und Cannondale haben auch Marken wie Rockrider, Cube oder Whyte erkannt, dass der Einsatzbereich von klassischen Einsteiger-Bikes zu spitz für die meisten Menschen ist. Wenn man dann noch mit der Teleskopstütze den Sattel versenkt, erhöht sich die Bewegungsfreiheit auf dem Bike extrem. Das lässt einem anspruchsvollere Trails locker meistern. Gute Allround-Modelle wiegen zwischen 12 Kilo und 13 Kilo und sind damit absolut tourenfähig. Die günstigsten Allround-Hardtails gibt es ab zirka 1000 Euro. Gute Fahrtechniker wagen mit diesen Bikes sogar kleinere Sprünge.
Trailhardtails: Für Adrenalinjunkies
Trailhardtails sind die radikalsten Mountainbikes ohne gefederten Rahmen. Mit wuchtigen Federgabeln und Reifen aus dem Enduro-Segment schrecken sie vor keiner Abfahrt oder keinem Sprung zurück. Sie sind besonders robust gebaut und wiegen meist deutlich über 12,5 Kilo. Lange Touren machen damit nicht wirklich Spaß. Trotz der extremen Ausrichtung fällt es vielen Bikern schwer, das Potential eines Trailbikes auszuschöpfen. In vielen Fällen reicht die eigene Fahrtechnik nicht aus, um die Anbauteile an ihr Limit zu bringen. Ein Hardtail bleibt nun mal ein Hardtail. Auch massive Reifen und reichlich Federweg an der Gabel ändern nichts an der Tatsache, dass bei höherem Tempo im Gelände die Schläge am Hinterrad heftig einprasseln. Da kann es einem schon mal den Fuß von den Pedalen ziehen, das ganze Hinterrad versetzen oder den Reifen zerstören.
Als Fazit zu den Trailhardtails lässt sich sagen: Sie sind super robust und maximal auf Fahrspaß bergab getrimmt. Vor allem für jugendliche Trail-Liebhaber mit geringem Budget sind sie eine gute Wahl.
Mountainbikes unter 600 €: Eine Option für den Alltag?
Ganz ehrlich: Unter 600 € können wir nur die wenigsten Mountainbikes für den sportlichen Einsatz empfehlen. Bikes in dieser Preisklasse sind super zum Pendeln oder für den Alltag, kommen aber schon auf leichten Trails an ihre Grenzen. Natürlich gibt es auch in dieser Preisklasse Bikes, mit denen man erste Erfahrungen im Gelände sammeln kann. Wer ein gutes Bike sucht, um in erster Linie täglich zum Bäcker, in die Schule oder zur Arbeit zu fahren und nur gelegentlich Touren fahren will, wird in dieser Preisklasse fündig. Für den regelmäßigen, sportlichen Einsatz bei ausgedehnten Mountainbike-Touren sind die Federgabeln meist zu wenig sensibel. Auch die Schaltungen mit meist drei Kettenblättern an der Kurbel und sieben bis zehn Ritzeln an der Kassette sind nicht mehr ganz up to date. Dafür haben die meisten Modelle in dieser Preisklasse Montagemöglichkeiten für einen Seitenständer oder Schutzbleche. Ein Kinderanhänger lässt sich an nahezu allen Modellen montieren.
Modelle mit etwas mehr Federweg, modernem Einfachantrieb und griffigen Reifen ermöglichen auch Fahrspaß im gröberen Gelände. Vor allem für Kinder und Jugendliche, die mit dem Mountainbiken anfangen wollen, dürften diese Modelle interessant sein.
Mountainbikes bis 1500 €: Hier wird es sportlich
In der Preisklasse bis 1500 € wird es bereits sportlich. Hochwertige Schaltungen von Shimano oder Sram und gut funktionierende Fahrwerke gehören in dieser Preisklasse zum guten Ton. Ein Alpencross ist nicht ausgeschlossen. Ausgedehnte Touren mit leichten Singletrails machen mit diesen Bikes richtig Spaß.
Die aktuellen Einsteiger-Hardtails bis 1500 € können sich sehen lassen. Anstatt faden Einheitsbrei hält die Industrie ein vielfältiges Angebot für unterschiedlichste Einsatzzwecke bereit. Vor allem der noch junge Trend zu den Allround-Hardtails dürfte viele Mountainbike-Anfänger ansprechen.
E-Mountainbikes für kleine Fahrerinnen
Lange Akkus im Unterrohr, große Laufräder: Ein E-Mountainbike für kleine Fahrer/innen mit niedrigem Stack, geringer Überstandshöhe und adäquatem Sitzrohr zu bauen, ist für viele Rahmen-Konstrukteure eine Herausforderung. Speziell dann, wenn bei einem Fully auch noch Dämpfer und viel Federweg im Heck in das Konzept passen müssen. Echte E-Bikes in XS, die auch kleinen Fahrerinnen und Fahrern um 160 Zentimeter Körpergröße gut passen, gibt es daher nur wenige am Markt. Worauf es für kleine (und oft leichte) Biker und Fahrerinnen ankommt und welche Bikes aktuell besonders geeignet sind, haben wir hier zusammengefasst.
Entscheidend dafür, ob eine kleine Person auf ein Bike passt, ist die Sitzrohrlänge. Je kürzer, desto mehr Platz bleibt für eine Teleskop-Sattelstütze. An unserem Testbike von Merida in Größe XS ist eine Stütze mit 125 Millimeter Hub verbaut - das ist verhältnismäßig viel und gibt viel Bewegungsfreiraum für Abfahrten. Testfahrerin Lena (158 cm, Schrittlänge 71 cm) passte mit komplett versenkter Stütze gerade so auf das Bike mit 40,5-Zentimeter-Sitzrohr, ohne bei ausgefahrener Variostütze zu hoch zu sitzen.
Worauf es bei E-Mountainbikes für kleine Frauen ankommt
- Fahrwerk: Dämpfer und Federgabeln sind immer auf ein bestimmtes Gewicht optimiert, das meistens um die 80 Kilogramm liegt. Erster Check deswegen bei der Probefahrt: Lässt sich die Zugstufendämpfung bei passender Federhärte (ca. 25-30 Prozent Sag) überhaupt richtig einstellen? Wenn die Ausfedergeschwindigkeit selbst bei vollständig geöffneter Dämpfung zu langsam ist, ist das ein Ausschlusskriterium. Nur wenn das Fahrwerk auch wirklich für geringe Körpergewichte schnell genug abgestimmt werden kann, ergibt das XS-Bike Sinn.
- Überstandshöhe: Die Überstandshöhe wird häufig als K.-o.-Kriterium für kleine Bikes hergenommen. Das Beispiel Merida zeigt, dass das in Zeiten moderner Rahmengeometrien und Teleskop-Sattelstützen nur bedingt sinnvoll ist. Das Oberrohr steigt Richtung Lenker steil an. Der tiefste Punkt über dem Bike ist bei abgesenkter Stütze der Sattel, nicht der Platz zwischen Sattel und Lenker, wo die Überstandshöhe gemessen wird. Obwohl die Überstandshöhe für ein XS-Bike am Merida recht hoch ausfällt und die Testfahrerinnen über dem Bike nicht locker auf den Boden kommen, gab es in der Fahrpraxis keine Situation, in der die Höhe störte. Anders kann das bei weniger versierten Fahrer/innen aussehen. Wer ängstlicher oder etwas unsicher zu Werke geht, für den kann ein zu hohes Oberrohr ein Ausschlusskriterium sein. Deutlich niedrigere Höhen lassen sich fast nur mit einem kleinen 27,5er-Vorderrad und/oder weniger Federweg realisieren.
- Lenkerbreite: Breite Lenker, wie der 780er am Merida, erscheinen kleinen Personen eventuell erst einmal überdimensioniert. Doch: Gerade bei abfahrtsorientierten E-MTBs mit flachem Lenkwinkel und großem Vorderrad macht ein breiter Lenker Sinn. Also: Erst ausgiebig testen, dann kürzen! Dabei kann man auch gleich ausprobieren, ob sich die Bremshebel passend zu Handgröße und Fingerlänge einstellen lassen, ohne dass der Druckpunkt zu nah an den Lenker wandert. Beim Kauf sollte ein (zu) breiter Lenker kein Ausschlusskriterium sein. Er lässt sich leicht auf die gewünschte Länge kürzen. Wir empfehlen, dabei in kleinen Schritten vorzugehen.
- Kontaktpunkte Sattel und Griff: Ob ein Sattel oder ein Griff bequem ist, hat nur bedingt mit dem Geschlecht zu tun. Sprich: Es müssen keine speziellen Frauenprodukte sein. Beim Bike-Kauf sollte das kein entscheidendes Kriterium sein, denn solche Kleinteile sind schnell getauscht und auf den individuellen Geschmack angepasst.
Empfehlenswerte E-Mountainbikes für kleine Frauen
Hier sind einige E-Mountainbikes, die sich besonders für kleine Frauen eignen:
- Cube Stereo Hybrid 140: Gibt es in den Größen XS und S mit wirklich kurzem Sitzrohr und 27,5er-Laufrädern.
- Canyon Neuron:On 7 WMN: In der WMN-Variante für Damen ist ebenfalls ein XS-Kandidat. Zum kurzen Sitzrohr und der geringen Überstandshöhe gesellen sich kurze Kettenstreben. Auch Canyon verbaut bei XS und S 27,5er-Laufräder.
- YT Decoy: Die kleinste Größe ist S - doch die fällt mit einer Sitzrohrlänge von 400 Millimeter eher kompakt aus. YT empfiehlt die S-Decoys gar ab 154 cm Körpergröße.
- Liv Vall E+: Ein besonders kompaktes Modell, das sich für wirklich kleine Fahrer/innen anbietet. Die Größe XS hat eine Sitzrohrlänge von 365 Millimetern und soll Personen ab 152 cm passen.
Mountainbikes für kleine Fahrer - XXS-Bikes
Biologisch und statistisch gesehen ist die Situation klar: Kinder brauchen kleinere Bikes als Erwachsene, Frauen brauchen kleinere Bikes als Männer. Doch natürlich gibt es auch große Frauen und kleine Männer. Körper- und damit die benötigten Rahmengrößen können extrem verschieden sein und sind nicht allein eine Frage des Alters oder des Geschlechts. Hinzu kommen ganz unterschiedliche Fahrergewichte. Für die Hersteller von Bikes und Teilen ist das eine Herausforderung. Viele Federgabeln und Dämpfer sind für eine bestimmte Gewichtsbandbreite optimiert. Geometrietabellen enden am unteren Spektrum oft bei Rahmengröße S. Biker unter 1,60 Metern gucken dann meist in die Röhre. Mit unseren Tipps finden aber auch die kurz gewachsenen Fliegengewichte unter den Fahrern passende MTBs und Parts.
Hier eine Übersicht von XXS-Hardtails und Fullys:
XXS-Hardtails
- VPace MAXC29 : Empfohlen ab 150 Centimetern Körpergröße.
- Cannondale Scalpel HT in Größe S ab einer Körpergröße von 154 Centimetern.
- Specialized Epic HT in Größe XS, empfohlen ab 148 Centimetern Körpergröße.
XXS-Fullys
- VPace Moritz275L : Passt schon ab 1,50 Metern.
- Rocky Mountain Instinct : In Größe XS passt das All Mountain Bike Rocky Mountain Instinct schon ab 142,5 Centimetern Körpergröße.
- Juliana Joplin, als auch das Santa Cruz 5010 gibt es in einer besonders kompakten Rahmengröße XS. So sollen die Bikes Fahrern schon ab 142 Centimeter Größe passen.
- Trek Fuel Ex Gen 6 reicht die Größenempfehlung in Rahmengröße XS hinunter bis 145 Centimeter.
XXS-Laufräder und Reifen
Sowohl bei Hardtails, als auch bei Fullys setze viele Hersteller bei kleinen Rahmengrößen auf 27,5 Zoll Laufräder. Die kleinen Räder können proportional besser zum Rest des Bikes und zur Körpergröße des Fahrers passen. In den kleinsten Größen ihrer Fullys verbauen beispielsweise Rocky Mountain, Canyon, Cannondale und Trek fast flächendeckend 27,5 Zoll Laufräder.
XXS Kurbeln
Mit den Evo gibt es von Hope Kurbeln, welche ab Werk bis zu 155 Millimeter kurz sind und nicht nur fürs E-MTB, sondern auch für Bikes ohne Motor passen. Wer bei der Kurbel Sonderwünsche hat, bekommt bei Appleman aus den USA zum Beispiel die 2XR Kurbel sogar 100 Millimeter kurz.
Generell hat sich der Blick auf Kurbellängen in den letzten Jahren gewandelt und auch größere Fahrer setzen zunehmend auf kürzere Kurbeln. Nutzen sehr kleine Fahrer zu lange Kurbeln, steigt nicht nur die Gefahr von Aufsetzern, auch Hebelkraft und Ergonomie sind nicht optimal.
Weitere XXS-Teile
Damit Ergonomie und Funktion passen, sollten XXS-Biker auch an anderen Stellen ihre Teile mit Bedacht wählen. Sind Griffe beispielsweise zu dick für kleine Hände, kann die Kontrolle leiden und die Ermüdung steigen. Einen kleinen Durchmesser bieten zum Beispiel die für Standard-MTB-Lenker passenden SDG Slater Junior mit 25 bis 26 Millimetern. Noch dünner geht es nur mit speziellen Kinder-Lenkern mit 19 Millimetern Durchmesser.
Sättel gibt es in vielen Formen und Größen. Ergonomie-Experten, wie etwa SQlab oder Ergon bieten ihre Modelle in verschiedenen Breiten an, sodass diese auch zu schmalen Sitzknochenabständen passen kann. Durch den Trend von Variostützen an XC-Bikes haben klein gewachsene Biker inzwischen eine große Auswahl an Modellen mit kurzem Hub. Beispielsweise bietet die One Up Dropper Post V2 einen Minimalwert von 90 Millimetern Verstellbereich. Die Bike Yoke Divine SL lässt sich auch mit 80 Millimetern Hub ordern. Den minimalistischen Verstellbereich von 60 Millimetern gibt’s zum Beispiel bei der Crankbrothers Highline XC.
Brauchen Frauen angepasste Damenmodelle?
Tanja Blust (TB): Nach meiner Einschätzung und Erfahrung hier im Radfachhandel würde ich sagen: ja! Hendrik Gehring (HG): Ich beantworte die Frage ganz klar mit einem „Jein“! Frauen und Männer sind sicher nicht gleich, aber eben auch nicht komplett unterschiedlich. Und die Schnittmenge dessen, was gleich ist, ist auch größer als der Teil, der die Unterschiede ausmacht. Frauen sind im Durchschnitt kleiner als Männer, was aber nicht zwangsläufig über spezielle Frauenmodelle gelöst werden müsste.
TB: Frauen kaufen ein Fahrrad anders als Männer, und sie legen andere Schwerpunkte. Anders gesagt: Männer kaufen nach technischen Daten und marken- orientiert ihr Fahrrad, Frauen eher nach dem Rahmendesign und der Farbe - kurzum, nur wenn Frauen ein Rad gefällt, kaufen sie es auch. Da mag die Geometrie und Ausstattung eines anderen Rades noch so gut sein, wenn es nicht schick ist, möchten Frauen es nicht fahren. Das macht die Sache natürlich etwas komplizierter.
TB: Viele Frauen fahren längst nicht so sportlich wie Männer. Für Frauen zählt vielmehr die Bewegung an der frischen Luft, ein bisschen Fitness und das gemeinsame Erlebnis mit dem Partner oder den Freundinnen. Dementsprechend sollte auch das Rad konstruiert sein. Also viel komfortorientierter, weniger aggressiv und übermotorisiert, wie das bei manchen Unisex-Modellen der Fall ist.
HG: Ganz schwere Frage. Am besten wäre es ja, wenn das Gewicht des Rades einen Prozentsatz des Fahrergewichts nicht überschreiten würde, was aber nicht auf die Realität zu übertragen ist. Grundsätzlich kann man schon sagen, dass ein leichtes Fahrrad besser ist als ein schweres. Schon alleine, wenn ich es mal heben muss. Aber es ist auch so, dass sich bei einem E-Bike ein höheres Gewicht beim einfachen Fahren nicht negativ auswirkt. Es liegt satt und vermittelt auch Sicherheit.
HG: Ja, das sehen wir bei BULLS auch so, denn die Überrolleigenschaften schlagen einfach alle Kontras. Aber es gibt vor allem bei den Frauen auch Kundinnen, für die ein 29er Laufrad eindeutig zu groß ist. Ein 27,5-Zoll-Laufrad kann grundsätzlich von jedem gut gefahren werden. Dennoch gibt es auch Frauen, die partout keine großen Laufräder fahren wollen, da sie sich damit nicht wohlfühlen.
TB: So pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten, es kommt ja immer darauf an, wie die Frau das Rad einsetzt. Wird es nur gelegentlich genutzt und in leichtem Gelände wie auf Schotterwegen gefahren, ist ein Hardtail völlig ausreichend. Kommt es dagegen öfters im sportlichen Gelände zum Einsatz, dann tun sich Frauen einen großen Gefallen, wenn sie ein paar Euro mehr in ein vollgefedertes Mountainbike investieren.
HG: Die anatomischen Unterschiede liegen wohl vor allem im Kontaktpunkt zum Sattel und dem Lenker. Der Sattel ist sehr wichtig. Er wird auch von den BULLS -Produktmanagern den Anforderungen entsprechend gewählt, aber er bleibt ein subjektives Thema. Darauf sollten die Kundinnen achten und ihn gegebenenfalls sogar tauschen. Die Griffe sind nicht geschlechtsspezifisch, aber Geschmackssache. Manche Frauen mögen es, wenn die Griffe kleine Flügelchen haben, um die Handgelenke zu unterstützen. Wenn wir vollgefederte MTBs speziell für Frauen bauen, dann haben die in der Regel 120 mm Federweg, während das Unisexmodell 150 mm hat. Beim Federweg gilt ähnliches wie bei der Laufradgröße: Mehr ist grundsätzlich besser, aber das Rad wird auch insgesamt immer größer, bis es von kleinen, zierlichen Personen nicht mehr gut zu handeln ist.
E-Mountainbike nur für Frauen?
Kleine Personen haben bei der Suche nach einem passenden E-Bike oft das Nachsehen: Während für Körpergrößen ab etwa 155 bis 160 cm noch eine passable Auswahl besteht, wird es unter 155 cm Körpergröße dünn. Zudem wiegen kleine Personen meistens auch nicht viel - dementsprechend kommt es gar nicht so sehr auf große Akkus und starke Motoren an, denn sie treiben das Gewicht eines E-Bikes in die Höhe. Dieses beträgt dann schnell mehr als die Hälfte des Körpergewichtes - die Handhabung kann dadurch beispielsweise an Treppen, beim Einstieg in den Zug oder ähnlichem mühsam werden.
Manche Hersteller bieten inzwischen auch E-Bikes für größere Kinder an. Diese sind für kleine erwachsene Personen durchaus eine Option. Denn bei deren Konstruktion nehmen die Hersteller speziell auf die Körpergröße Rücksicht, während herkömmliche E-Bikes für Erwachsene oft einfach nur im Rahmen skaliert werden, nicht aber bei den Komponenten.
Geometriedaten und Größentabellen sagen viel - eine Probefahrt empfiehlt Velomotion vor dem Kauf trotzdem unbedingt. Beispielsweise kann man so die Sitzposition erleben, denn nicht jedes E-Bike passt zu den persönlichen Präferenzen. Während junge Personen tendenziell eher sportlich gestreckter sitzen, bevorzugen ältere, kleine Personen oft eine sehr aufrechte Sitzposition. Außerdem ist nicht jeder Körper gleich: Rumpflänge, Beinlänge und Armlänge können von Mensch zu Mensch variieren.
Empfehlenswerte E-Bikes für kleine Personen
- Specialized Turbo Levo SL Comp: Ein edles E-Bike für alle kleinen Personen, die bergab Gas geben möchten und dabei mehr Wert auf Laufruhe und Sicherheit legen, als auf Agilität.
- Mondraker F-Play 26: Das agilste und verspielteste E-Fully unserer Bestenliste sein.
- TWENTTYSIX E-Power PRO: Das spritzigste E-Hardtail in unserer Bestenliste. Damit ist es geeignet für alle, die den Fokus auf Abfahrtsspaß legen.
- Lapierre Overvolt TR 5.6 W: Hat massig Power und einen großen Akku und eignet sich damit für alle, die gerne im Gelände auf Trails und Touren unterwegs sind und Wert auf viel Unterstützungsleistung legen.
- Bulls Amiga EVA 3: Ein SUV E-MTB, das massig Motorleistung bietet und dennoch auch sportliche Fahrer und Fahrerinnen anspricht.
- MAXX Racemaxx ELF: Ein leichtes SUV E-MTB, das individuell konfigurierbar ist. Dabei kann jeder für sich entscheiden, welche Stärken das Bike erhalten soll.
- Robert: Ist mit seiner aufrechten Sitzposition der treue Begleiter für den komfortablen Alltag in und um die Stadt.
- Flyer GoTour 4 7.23: Ist ein richtiges Kraftpaket, das dazu noch recht elegant daherkommt.
- Ampler Juna: Ein elegantes Citybike mit geringem Gewicht. Mit nur 16,5 kg ist es das leichteste E-Citybike in unserer Bestenliste.
- Patria Ranger Hybrid: Bei Patria bekommt man ein ganz individuelles E-Bike mit Maßanfertigung.
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