Wartung und Serviceintervalle
Wie oft ist ein Service wirklich nötig?
Fakt ist: Federgabeln funktionieren nach den ersten 50 Betriebsstunden tatsächlich schlechter als im Neuzustand. Alle 50 Betriebsstunden ein Service, so schreiben es zumindest die Federgabel-Hersteller vor. Mit unseren Tipps unten und dem gelegentlichen Erneuern des Schmieröls kann man die Service-Intervalle hinauszögern.
Beim Bremsen oder Lenken wirken auf die MTB-Gabel hohe Kräfte, dabei verwindet sie sich. Damit eine Federgabel dann trotzdem noch federn kann, muss die Passung zwischen Buchsen und Gleitflächen an den Standrohren relativ locker sein. Auch die Staubabstreifer liegen nur leicht an den Gleitflächen der Standrohre an. Somit wird die Gabel auch nur mäßig abgedichtet.
Dadurch gelangen Staub und Schmutz von außen leicht in das Innere des Gabel-Castings. Anders herum kann auch Schmieröl über die Staubabstreifer aus dem Gabelinneren austreten. So oder so: Die Funktion der Gabel nimmt von Fahrt zu Fahrt ab.
Ein Service der kompletten Gabel ist deshalb aber noch nicht gleich nötig. Denn die modernen Dämpfungskartuschen haben kaum mehr Abrieb und damit auch nur einen sehr geringen Verschleiß. Außerdem ist der Ölkreislauf der Dämpfungskartusche vom zunehmend verschmutzten Schmieröl im Casting komplett getrennt. Das Dämpfungsöl hält also deutlich länger als das Schmieröl.
Die Praxis hat gezeigt: Eine Gabel alle 50 Betriebsstunden einem großen Service zu unterziehen, wäre übertrieben. Wer dagegen das Schmieröl regelmäßig erneuert, kann sich länger über eine geschmeidig ansprechende Federgabel freuen. Der sogenannte kleine Gabel-Service dauert für geübte Schrauber nur etwa 20 Minuten und lässt sich ohne Spezialwerkzeuge durchführen.
Tipps zur kurzfristigen Verbesserung des Ansprechverhaltens
Wer seine Gabel nicht zerlegen oder zum Service schicken will, kann mit diesen einfachen Kniffen das Ansprechverhalten seiner MTB-Federgabel kurzfristig verbessern. Auf lange Sicht kommt man aber an einem vernünftigen Service nicht vorbei.
- Öl über den Staubabstreifer einfüllen: Wer die Gabel nicht öffnen will, kann auch von außen geringfügig Schmieröl nachfüllen. Aber Vorsicht: Die Beschichtung der Gleitflächen darf nicht verkratzen. Dazu das spitze Ende eines Kabelbinders so weit wie möglich (ca. 2 cm) zwischen den Staubabstreifer und das Standrohr schieben und dann zur Seite drücken. Es entsteht ein kleiner Spalt. In diesen Spalt tröpfeln Sie mit einer Spritze etwas Gabelöl. Problem: Der Schmutz bleibt so in der Gabel.
- MTB auf den Kopf stellen: Wenn ein Bike lange steht, lagert sich das Schmieröl am Boden des Castings ab. Stellt man das Rad über Nacht auf den Kopf, läuft das Schmieröl in der Gabel zu den Staubabstreifern und tränkt die dort liegenden Schaumstoffringe. Befindet sich noch genügend Schmieröl in der Gabel, verbessert sich dadurch kurzfristig das Ansprechverhalten. Jedoch bleibt auch hier der Dreck in der Gabel.
Wann ist ein großer Federgabel-Service nötig und was enthält er?
Den kleinen Service an der MTB-Federgabel schaffen Hobby-Schrauber mit etwas Übung selbst. Wie oft das nötig ist, hängt von der Fahrleistung ab. Um den großen Service kommt man dadurch aber nicht herum. Wie man erkennt, ob Gabel und Dämpfer überholt werden müssen, und was dabei passiert, erklären die Experten hier.
Carsten Wollenhaupt, Marketing-Koordinator bei Rockshox:
Beim kleinen Gabel-Service tauscht man lediglich das Schmieröl der Gabel aus. Beim großen Service werden zusätzlich alle Dichtungen in der Lufteinheit ersetzt und neu geschmiert. Das Öl in der abgeschlossenen Dämpfungskartusche und der Dichtungskopf der Dämpfung werden ausgetauscht. Außerdem werden, wie beim kleinen Service, das Schmieröl, die Staubdichtungen und die Schaumstoffringe gewechselt. Wir reinigen die Standrohre und befreien sie von alten Fettresten.
Die Werkzeuge und Ersatzteile sind frei erhältlich. Man sollte aber schon wissen, was man tut. Beim Dämpfer braucht man außerdem Stickstoff für einen großen Service. Den hat man normal nicht zu Hause. Kurz: Der große Service kann in beiden Fällen selbst vorgenommen werden. Wer das noch nie gemacht hat, dem empfehle ich trotzdem, ein Servicecenter aufzusuchen.
Luftverlust, schlechtes Ansprechverhalten (kleiner Service) oder „Schlürf“-Geräusche beim Federn sind sichere Anzeichen dafür, dass sich ein Service lohnt.
Nein. Wenn der Service fachgerecht von einem selbst oder von einer Werkstatt durchgeführt wird, bleibt die Herstellergarantie erhalten.
Elmar Keineke, Fox Racing Shox:
Bei Motorradfahrern ist regelmäßiger Service eine Selbstverständlichkeit. Unter Bikern ist das komischerweise anders. Dabei verschleißen hier Dichtungen und Öl genauso. Es sprechen gleich zwei Gründe für einen Service alle 125 Stunden oder jährlich: 1. Er garantiert die maximale Performance und mehr Spaß auf dem Trail. 2. Die Werterhaltung der Federelemente.
Marcus Klausmann, Service-Dienstleister:
Mein Tipp: Gabel und Dämpfer regelmäßig reinigen. Achtung beim Waschen - mit wenig Druck und nie auf die Dichtungen halten. Danach mit einem Tuch die Abstreifringe und Standrohre trockenreiben. Ein paar Tropfen Gabelöl drauf - aber ohne Zusätze wie Teflon etc. Auf den großen Service würde ich dennoch nicht verzichten. Vielfahrer jährlich, sonst alle zwei Jahre.
Hans-Peter Ettenberger, BIKE-Werkstatt:
Die Herstellerangaben scheinen mir übertrieben. Wie soll ich die Arbeitsstunden der Federelemente zählen? Per Fahrtenbuch? Viel ausschlaggebender sind die Bedingungen. Staub und Matsch strapazieren Buchsen und Dichtungen am meisten. Ich mache nach jeder Saison den kleinen Federgabel-Service selbst. Damit fahre ich gut. Alle drei Jahre schicke ich Gabel und Dämpfer ein.
Anbieter für den großen Federgabel-Service
Eine Übersicht über Anbieter und Preise für den großen Gabel-Service:
| Anbieter | Preis großer Gabel-Service/Dämpfer-Service (Stand: Februar 2023) |
|---|---|
| Anyrace | ab 145/129 Euro |
| Dämpferklinik | ab 110/100 Euro |
| Flat Out Suspension | ab 115/125 Euro |
| Flowfactory | ab jeweils 129 Euro |
| Fox Servicecenter | 144/122 Euro |
| Klausmann Suspension-Service | ab 135/129 Euro |
| MRC Trading | ab jeweils 129 Euro |
| Rockshox Servicecenter | jeweils ca. 129 Euro |
Federgabel tauschen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Um Ihre neue Federgabel einzubauen, müssen Sie nicht gleich zum Fachmann rennen. Wenn der Schaftdurchmesser und die Einbaulänge von alter und neuer Gabel sich gleichen, dann können Sie selbst Hand anlegen. MOUNTAINBIKE zeigt Schritt für Schritt, wie Sie den Gabeltausch hinbekommen.
1. Laufrad/Bremssattel ausbauen
Nachdem Sie das Laufrad ausgebaut haben, müssen Sie den Bremssattel demontieren. Hierzu lösen Sie die beiden Postmount-Schrauben mit einem Inbus- bzw. Torx-schlüssel und die Leitungsbefestigung an der Gabelbrücke.
2. Vorbau und Steuersatz
Lösen Schrauben Sie zuerst die Ahead-Kappe vollständig ab, dann lösen Sie die Schrauben am Vorbau. Vorsicht: Die Gabel könnte nun bereits aus dem Rahmen fallen. Stützen Sie sie von unten ab.
3. Vorbau abnehmen
Nun ziehen Sie den Vorbau und die Spacer (Unterlegringe) ab, diese befinden sich entweder über oder unter dem Vorbau. Entnehmen Sie zudem die Teile des Lagers (Reihenfolge merken!). Halten Sie die Gabel dabei mit einer Hand fest.
4. Lager lösen
Oft sitzt der obere konische Ring des Lagers sehr fest, sodass sich die Gabel nicht aus dem Rahmen ziehen lässt. Geben Sie, um die Gabel zu lösen, einen deftigen Schlag mit einem Schonhammer auf den Gabelschaft (siehe Bild).
5. Konusring entfernen
Mit einem flachen Schraubendreher oder mit einem Messer unterhebeln Sie vorsichtig den Konusring, der auf den Gabelschaft gepresst ist. Leichte Schläge mit einem Hammer rundum helfen auch hier, um den Ring zu lösen. Keine Gewalt anwenden!
6. Schaftlänge abmessen
Messen Sie die Schaftlänge der alten Gabel und übertragen Sie das Maß auf den neuen Schaft. Achtung: Kam Ihnen die Front bisher zu niedrig vor, sollten Sie den neuen Schaft etwas länger lassen, um einen Spacer mehr verbauen zu können.
7. Sägen und feilen
Bevor Sie den neuen Gabelschaft kürzen, überprüfen Sie unbedingt noch einmal die gewünschte Länge. Einmal abgesägt heißt abgesägt. Nun sollten Sie nicht einfach drauflossägen, schließlich wollen Sie einen geraden Schnitt. Mit einer Schneideführung (z. B. von Parktool) und einer hochwertigen Eisensäge (Baumarkt) ist ein gerader sauberer Schnitt kein Problem. Entgraten Sie anschließend die Schnittstelle innen und außen zunächst mit einer (Rund-)Feile oder grobem Schmirgelpapier. Danach mit feinem Papier nachschmirgeln.
8. Kralle eintreiben
Den meisten Gabeln liegt eine neue Kralle bei. Um diese in den Schaft zu treiben, benötigen Sie unbedingt ein Spezialwerkzeug. Der Kralleneintreiber (kostet ab 10 Euro aufwärts) nimmt die Kralle auf und ermöglicht ein passgenaues Eintreiben. Hüten Sie sich, es ohne das Spezial- werkzeug zu probieren! Sie werden die Ahead-Kralle mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mittig eintreiben können und sie verkanten. Dadurch ist es später unmöglich, den Steuersatz per Ahead-Kappe dauerhaft spielfrei einzustellen.
9. Konusring aufschlagen
Den Konusring übernehmen Sie von der alten Gabel. Um ihn auf den neuen Schaft zu schlagen, benötigen Sie wieder ein Spezialwerkzeug. Mit dem Auftreiber schlagen Sie den Ring so fest, dass ringsum kein Spalt mehr erkennbar ist.
10. Lagersitz fetten
Bevor Sie nun die Gabel wieder einbauen, sollten Sie den Sitz und die Kontaktstellen der Lager an Rahmen und Gabel fetten. Das verhindert, dass Schmutz und Feuchtigkeit eindringen kann und verlängert die Lebensdauer der Lager deutlich.
11. Gabel einsetzen
Stecken Sie nun die neue Gabel frisch gefettet und mit allen Lagerteilen von unten in den Rahmen. Setzen Sie auch die oberen Lagerteile sowie die richtige Spacer-Anzahl von oben auf den Schaft - und stecken Sie dann den Vorbau auf.
12. Ahead-Kappe aufsetzen
Jetzt kommt die Ahead-Kappe wieder ins Spiel. Sie ist kein tragendes Bauteil, sondern dient "lediglich" dazu, das Lagerspiel einzustellen. Deswegen ziehen Sie diese nur handfest an, sodass die Gabel wackelfrei im Rahmen sitzt.
13. Spielfeinjustage
Prüfen Sie im Stand bei gezogener Vorderradbremse, ob Sie ein Wackeln am Übergang zu Gabel und Rahmen spüren. Ist dem so, sollten Sie die Ahead-Kappe etwas anziehen. Aber nicht zu stramm! Ein zu fester Steuersatz läuft spürbar rau.
14. Spielfrei?
Dann ziehen Sie die beiden Vorbauschrauben wieder fest, möglichst mit einem Drehmomentschlüssel.
Auswahl einer passenden Federgabel
Wenn du dich für den Gabeltyp entschieden hast, der deinen Vorstellungen entspricht, musst du als nächstes sicherstellen, dass die Gabel kompatibel mit der Rahmengröße und den Vorderradmaßen deines MTB ist. Bei der Wahl einer passenden Gabel müssen folgende Parameter berücksichtigt werden:
- Der Durchmesser des Gabelschafts, also des Rohres, das in den Steuersatz des Rahmens eingeführt wird. Die gängigsten Gabelschaftdurchmesser sind 1" (25,4 mm), 1" 1/8 (28,6 mm), 1" 1/4 (31,7 mm), oder 1" 1/2 bzw. 1.5" (38,1 mm). Der Gabelschaft kann auch eine konische Form haben.
- Der Federweg, also die vertikale Bewegung der Standrohre in Bezug auf die Gabel, ist bedingt durch die Flexibilität der Federung und wird in Millimetern ausgedrückt. Für den Federweg solltest du dich unbedingt an die Empfehlungen des Herstellers deines Mountainbikes halten. Je kleiner der Federweg, desto effektiver ist das Ausfedern, und je größer der Federweg, desto effektiver ist das Einfedern. Ein Federweg zwischen 100 mm und 120 mm empfiehlt sich für Cross-Country oder zum Freizeit-Mountainbiking mit Anstiegen; ein Federweg zwischen 130 mm und 180 mm eignet sich für Downhill ebenso wie zum Bergauffahren und wird daher für MTB All Mountain, Enduro und E-Mountainbikes empfohlen; ein Federweg über 180 mm schließlich ist für schnelle Bergabfahrten entworfen und eignet sich deshalb ausschließlich für Downhill Mountainbikes.
- Auch die Maße der Vorderradachse müssen beachtet werden. Die Standardgrößen sind: 9 × 100 mm, 15 × 100 mm, 15 × 110 mm (Boost), 15 × 110 mm, oder 20 × 110 mm.
- Und schließlich ist auch der Durchmesser des Vorderrads von Bedeutung, also 26", 27,5", 27,5" Plus, 27,5" Boost oder 29".
Möchtest du noch mehr erfahren? Dann lernst du hier, wie du die Federung deines MTB richtig einstellst.
MTB-Federgabel warten: Anleitung
In diesem Artikel erklären wir an einer Rockshox-Gabel, wie Sie Ihre MTB-Federgabel in wenigen Schritten warten und für die nächsten Ausfahrten wieder fitmachen.
- Vorbereitungen: Für den kleinen Service muss die Gabel aus dem Rahmen ausgebaut werden. Dazu Laufrad und Bremse demontieren und die Vorbau- und Steuersatzschrauben lösen. Anschließend am besten das Rad aus dem Montageständer nehmen und ablegen. Für die Arbeiten wird die Gabel mit dem Gabelschaft in den Montageständer geklemmt. Zur Sicherheit die Luft aus der Gabel lassen.
- Zugstufenknopf entfernen: Bei Rockshox-Gabeln steckt das rote Zugstufenstellrad unten im rechten Gabelholm (aus Fahrersicht). Kräftig am Stellrad ziehen und das Bauteil auf der Werkbank ablegen. Bei Fox-Gabeln oder älteren Rockshox-Modellen ist das Stellrad der Zugstufe zusätzlich zur Steckverbindung mit einer kleinen Schraube seitlich (Detail) oder mittig am Zugstufenknopf gesichert.
- Schrauben lockern: Anschließend lockern Sie die Schrauben an der Unterseite der beiden Gabelholme um drei bis vier Umdrehungen. Bei unserer Rockshox Sid benötigen Sie dazu einen 5er-Inbus. Bei Fox-Gabeln oder älteren Rockshox-Modellen braucht man dafür eine 10er-Nuss und eine kleine Ratsche. ACHTUNG: Die Schrauben nur wenige Umdrehungen lockern, nicht komplett herausdrehen.
- Verpressung lösen: Die Kolbenstange der Kartusche und der Luftschaft sind mit dem Casting verpresst. Um die Gabel zu zerlegen, müssen Sie die Verpressung lösen. Dazu das Werkzeug, mit dem Sie eben die Schrauben am unteren Gabelende gelockert haben, in die Schraube stecken und leicht mit dem Gummihammer auf das Werkzeug schlagen. Am besten dabei am Gabel-Casting gegenhalten.
- Casting abziehen: Die Verpressung muss auf beiden Seiten der Federgabel, wie in Schritt 4 beschrieben, aufgeklopft werden. Danach die Schrauben am unteren Ende der Federgabel komplett herausdrehen und beiseite legen. Die Federgabel waagerecht stellen und das Casting vorsichtig abziehen. Wenn dazu viel Kraft nötig ist, ist die Verpressung noch nicht vollständig gelöst.
- Öl auslaufen lassen: Stellen Sie das Gabel-Casting senkrecht über einen Behälter und lassen Sie das Öl aus den Öffnungen der Gabel laufen. Achtung: Altöl muss separat entsorgt werden! Am oberen Ende des Gabel-Castings liegen hinter den Staubabstreifern in Öl getränkte Schaumstoffringe. Diese vorsichtig mit der Hand oder einem kleinen, spitzen Werkzeug aus der Vertiefung entnehmen.
- Optional - Abstreifer entnehmen: Wer will, kann auch die Gummiabstreifer mit einem Reifenheber oder Maulschlüssel vorsichtig aus dem Casting hebeln. In den meisten Fällen ist das aber überflüssig, weil die Abstreifer oft nicht verschlissen sind. Zudem brauchen Sie zum Einbau neuer Abstreifer ein Spezialwerkzeug. Allein mit Hammer und Nuss lassen sich die Abstreifer meist nicht gerade einklopfen.
- Casting reinigen: Ist das Öl komplett abgelaufen, können Sie das Casting mit Isopropyl-Alkohol reinigen. ACHTUNG: keinen Bremsenreiniger verwenden. Dieser hinterlässt Rückstände, die schädlich für die Beschichtungen der Gabel sind. Das Innere des Castings und die beschichteten Standrohre zusätzlich vorsichtig mit einem Tuch auswischen und vor dem nächsten Arbeitsschritt trocknen.
- Neue Schaumstoffringe tränken: Die in Schritt 6 entnommenen Schaumstoffringe können nach einer Reinigung mit einem Tuch wiederverwendet werden. Bei starker Verformung empfehlen wir neue Schaumstoffringe im Schmieröl der Gabel zu tränken. Anschließend die getränkten Schaumstoffringe wieder unterhalb des Gummiabstreifers in die vorgesehene Aussparung im Casting einlegen.
- Staubabstreifer fetten: Sind die Staubabstreifer gereinigt, werden die Flächen, die mit den Standrohren in Kontakt kommen, mit Spezialfett eingefettet. Rockshox verwendet hierfür Sram-Butter , Fox empfiehlt das RSP-Slick-Kick-Gabelfett . VORSICHT: Unbedingt eines der Spezialfette verwenden und NICHT auf herkömmliches Fett, das für Steuersatz oder Tretlager verwendet wird, zurückgreifen.
- Tauch- und Standrohre zusammenführen: Schieben Sie das Casting mit den getränkten Schaumstoffringen wieder über die Standrohre. Achten Sie darauf, dass beide Staubabstreifer beim Zusammenstecken der Bauteile nicht einklappen. Die Gabel noch nicht ganz zusammenschieben. Vergessen Sie nicht, den Gummiring für die Sag-Anzeige aufzusetzen, und schieben Sie das Casting richtig herum auf die Standrohre.
- Öl abmessen: Fox und Rockshox bieten spezielle Schmieröle für ihre MTB-Federgabeln an. Sie können aber auch auf Anbieter wie Motorex zurückgreifen. Wichtig ist, dass das Öl die richtige Viskosität hat. Rockshox-Gabeln benötigen 0W30-Öl . Fox-Gabeln sollten mit dem hauseigenen 20WT-Gold-Öl befüllt werden. Die genauen Füllmengen für das Schmieröl finden Sie in der jeweiligen Bedienungsanleitung.
- Schmieröl ins Unterteil drücken: Unsere Rockshox SID-Gabel braucht sowohl im linken, als auch im rechten Gabelbein nur fünf Milliliter 0W30-Schmieröl. Die richtige Menge mit einer Spritze abmessen und in die (Schritt 4) geöffneten Löcher des Gabel-Castings einfüllen. Drehen Sie hierfür den Gabelschaft schräg nach unten, damit das Schmieröl nicht mehr auslaufen kann. Danach die Gabel komplett zusammenschieben.
- Stand- und Tauchrohre verschrauben: Ist die Gabel komplett zusammengeschoben, sind die Gewinde von Luftschaft und Kolbenstange in den Öffnungen des Gabel-Castings sichtbar. Dann die in Schritt 5 entnommenen Inbus-Schrauben wieder verbauen. ACHTUNG: Die rote Schraube muss auf der Dämpfungsseite (aus Fahrerperspektive rechts) verbaut werden. Rockshox gibt ein Anzugsmoment von lediglich 6,8 Nm vor.
- Zugstufenknopf aufstecken: Jetzt das Zugstufenstellrad wieder verbauen. Dazu einfach das in Schritt 2 entnommene Bauteil fest in die dafür vorgesehene Öffnung pressen. Bei Fox-Federgabeln oder älteren Rockshox-Gabeln das Stellrad mit der kleinen Madenschraube wieder auf dem entsprechenden Metallstift klemmen. Wer aus Sicherheitsgründen Luft abgelassen hat, kann die Gabel jetzt wieder aufpumpen.
- Gabel einbauen: Damit keine Ölrückstände auf die Bremse gelangen, reinigen Sie die Gabel mit einem Tuch. Dann können Sie sie wieder im Rahmen verbauen. Wie man die Gabel korrekt verbaut und nebenbei gleich noch den Steuersatz fettet, erklären wir in dieser Schrauber-Anleitung samt Video . Wie man die Bremse wieder richtig einstellt, zeigen wir in diesem Service-Artikel und geben Tipps im Video .
Passende Ersatzteile für den Federgabel-Service
Jeder Federgabel-Hersteller wie Rockshox, Fox oder Manitou bietet für seine Gabeln entsprechende Service-Kits an. Darin sind alle benötigten Dichtungen, die Schaumstoffringe und die passenden Staubabstreifer enthalten.
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