Eigentlich spielt das Gewicht nur für sportliche Fahrer eine Rolle, aber ein leichtes Fahrrad ist einfach cool. Wie die unterschiedlichen Teile das Gewicht von Fahrrad oder E-Bike beeinflussen, wo Du was einsparen kannst - und wann das wirklich eine Rolle spielt - das haben wir einmal aufbereitet.
Das Gewicht verschiedener Radtypen
Bei welchem Gewicht gilt denn ein Fahrrad als leicht? Eine pauschale Antwort haben wir nicht, da zu viele verschiedene Faktoren mit ins Spiel kommen. So hängt das Gewicht beispielsweise von dem jeweiligen Fahrradtyp sowie von der Ausstattung ab.
Als Beispiel: ein Rennrad wäre mit 10kg schon sehr schwer und bei circa 7kg ein absolutes Leichtgewicht. Ein Tourenrad mit Gepäckträger, Schutzblechen und Ständer kann man dagegen mit circa 11kg als sehr leicht bezeichnen. Dies gelingt allerdings nur unter Verwendung von Teilen, die eigentlich aus dem Sportbereich stammen. Diese Teile sind oft pflegebedürftiger. Unser Rubin Super Legere zum Beispiel wiegt 11.9kg - drei Kilo weniger als das 247, aber dafür musst Du regelmäßig die Kette reinigen und ersetzen und gelegentlich die Schaltung justieren.
Im Folgenden einige Beispiele für die Gewichtsspanne, in der sich die verschiedenen Radtypen bewegen. Bei E-Bikes ist das Gewicht grundsätzlich anders einzuschätzen.
Gewichtsangaben für verschiedene Fahrrad-Arten
- Citybikes: Ein leichtes Citybike liegt zwischen 14 und 15 kg. Das Diamant 247 Deluxe wiegt 14.6kg.
- Trekking®-Räder: Ein leichtes Trekking®-Rad wie das Diamant Elan wiegt zwischen 13 und 14kg - Trekking®-Räder sind aufgrund der stabilen Rahmen und der Touren-Ausstattung etwas schwerer als Citybikes. Das Diamant Rubin Super Legere kommt trotzdem nur auf 11.9kg und gehört damit zu den leichtesten Optionen am Markt.
- Mountainbikes: Es ist möglich, Mountainbikes herzustellen, die nur zwischen 8 und 9kg wiegen. Vollgefederte MTBs haben meist ein Gewicht zwischen 10 und 12kg. Ist ein Modell auf größere Zuladungen ausgelegt und mit längeren Federwegen versehen, sind 12 bis 14kg realistisch.
- Rennräder: So wiegt ein leichtes Rennrad zwischen 6.5 und 7kg - wobei mit Tuning noch weniger möglich ist. Allerdings kann ein weiterer Materialverzicht schnell in ein Bauteilversagen umschlagen. Daher sieht das Reglement im Profibereich vor, dass die Räder mindestens 6.8kg wiegen.
Das Gewicht bei E-Bikes
In der Regel wiegen E-Bikes durch Motor und Akku rund sechs bis zehn Kilo mehr als vergleichbare konventionelle Fahrräder. Jede neue Generation an E-Bikes bemüht sich um weniger Gewicht. Auch wir bei Diamant bemühen uns darum. Wir wollen mit E-Bikes Mobilität für alle verbessern, aber nicht alle haben eine Wohnung mit Fahrstuhl oder einen Fahrradkeller mit Rampe.
Beispielsweise gibt es ultraleichte E-Rennräder mit Carbon-Rahmen, die nur ungefähr 10-12kg wiegen. E-Cargobikes hingegen müssen beim Fahren besonders große Belastungen aushalten. So kommt hier schnell ein Gewicht von bis zu 40 Kilogramm zustande. E-Mountainbikes wiegen zwischen 15 und 28 Kilo. Für Pendler gibt es praktische Klappfahrräder mit elektrischer Unterstützung. Hier bewegt sich das Gewicht bei um die 20 Kilogramm. Ein City-E-Bike kommt auf ein Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm - mit enormen Schwankungen in der Reichweite.
Auch Bremsen beeinflussen das E-Bike-Gewicht. Moderne Modelle enthalten häufig Scheibenbremsen. Diese sind etwas schwerer als Felgenbremsen; allerdings bieten sie ein erhöhtes Maß an Sicherheit. Gleiches gilt für das neue Bosch ABS.
Ein wichtiges Kriterium bei der Kaufentscheidung eines E-Bikes ist die Reichweite. Je mehr Kilometer Du allerdings mit einer Akku-Ladung fahren kannst, desto mehr wiegt der Akku und dementsprechend auch das E-Bike. Die Diamant-Räder nutzen Akkus von Bosch. Die setzen wir in zwei Formen und unterschiedlichen Größen ein: 400Wh, 500Wh und 625Wh. Der Gewichtsunterschied ist teilweise enorm. Ein kleiner externer Akku am Ubari+ wiegt 2.5kg, während der große interne Akku beim Zouma Deluxe+ doch 3.5kg schwer ist. Dafür bietet er auch etwa 60% mehr Reichweite.
Viele wünschen sich ein E-Bike mit integriertem Akku. Dabei sitzt der Akku in einem Ausschnitt im Unterrohr. Genauso dieser Ausschnitt verringert die Stabilität des Rahmens. Damit das Rad genauso sicher bleibt, verstärken Hersteller dann die Dicke vom Unterrohr. Einen anderen Weg geht das Diamant Elan+. Hier setzen wir bewusst auf einen externen Akku. Der ist nicht nur super einfach zu entfernen; er hält das Fahrradgewicht auf dem gleichen Niveau wie von einem doppelt so teuren E-Bike mit integriertem Akku.
So beeinflussen die Teile Deines Fahrrads das Gesamtgewicht
Abseits vom verwendeten Material, Bremsen etc. beeinflussen die weiteren Komponenten und Bauteile eines Fahrrads das Gewicht zusätzlich. Am Ende ist ein Fahrrad die Summe seiner Teile. Ein einzelnes Teil spart oft wenig. Viele Teile zusammen machen aber eine Menge aus. Nur hat jede Entscheidung ein Für und Wider.
Schlauch und Reifen
Ein Schlauch für 28“-Reifen für Trekking®- und Stadträder wiegt 170-200g. Eine kleinere Wandstärke des Reifens verringert das Gewicht auf 100-140g, aber damit steigt das Risiko für platte Reifen.
Das Gewicht von Reifen ist abhängig vom Profil, von der Breite und vom Durchmesser. E-Bike optimierte Standardreifen in 28“ wiegen ungefähr 1000g; das Elan Legere+ nutzt kleinere, gewichtsoptimierte Reifen, die sogar nur 600g wiegen.
Manche Reifen und Felgen sind überdies Tubeless-ready. Sie können ganz ohne Schlauch gefahren werden. Dichtmilch im Reifen führt bei einem Durchstich dazu, dass nur für einen Moment wenig Luft entweicht. Sie sind aber schwerer zu pflegen und eignen sich eher für den Sportbereich.
Tuning-Potential: hoch
Sattelstütze
Sattelstützen sind heute meist aus Aluminium und wiegen bei City- und Trekking®-Rädern so um die 300g. Ihr Gewicht bestimmt sich durch die Länge. Rahmen mit einem stark abfallenden Oberrohr brauchen oft längere Sattelstützen. (Dafür wiegt der Rahmen an der Stelle weniger.) Eine Sattelstütze aus Carbon spart etwa 50-75g.
Einen wesentlichen Unterschied kann ein Federelement machen. Eine gefederte Sattelstütze wiegt mindestens 100g, meist aber 200g mehr als eine Sattelstütze ohne Federung. Sitzkomfort ergibt sich auch aus dem Sattel und dem Luftdruck; eine gefederte Sattelstütze empfehlen wir besonders für Menschen, die nur gelegentlich lange Strecken fahren und gar nicht daran gewöhnt sind.
Tuning-Potential: klein
Sattel
Die Sitzposition auf dem Rad entscheidet über die Form des Sattels. Sportliche Fahrer neigen sich mehr nach vorne. Das schlägt sich im Gewicht nieder. Ein typischer Trekking®-Sattel wie der Bontrager Nebula wiegt etwa 400g, ein Sattel für eine komfortablere Position etwa 450g. Der hochwertige, sehr haltbare Brooks Cambium C17 All Weather ist 464g schwer. Manche Fahrer nutzen auf langen Strecken gerne Radhosen mit Sitzpolster und kommen so auch mit härteren Satteln gut klar; diese können dann auch leichter werden und wiegen nur etwa 250g.
Tuning-Potential: mittel
Gabel
Klar: eine Federgabel ist viel komplexer und wiegt deshalb mehr. Je größer der Federweg, umso höher das Zusatzgewicht. Aber schon bei 50mm Federweg kann der Unterschied erheblich sein.
Die Carbon-Gabel am Zouma Supreme+ wiegt 500g. Das Zouma+ nutzt eine etwa 1kg schwere Aluminiumgabel. Die Mobie E45-Federgabel von Suntour am Zouma Deluxe+ wiegt stattdessen 1955g. Das sind bis zu 1.5kg Unterschied. Bei Rädern ohne Motor verhält sich das ganz genauso. Die Federgabel am Elan Sport wiegt auch etwa 1900g; die Aluminium-Gabel am Elan nur knapp über 1kg.
Federgabel ist auch nicht Federgabel: Luftfedergabeln sind oft leichter, aber filtern eher große Stöße. Auf geschotterten Radwegen mit leichten Unebenheiten federn Stahlfedergabeln feiner und daher besser. Heißt: an der Gabel spart man viele Gramm, aber das geht zu Lasten des Handling. Es wird schwerer, das Rad auf holprigem Untergrund zu kontrollieren. Außerdem ist der Umbau nicht so einfach bzw. bei E-Bikes wegen der Zulassung nicht ohne Weiteres erlaubt.
Tuning-Potential: beim Kauf hoch, später klein
Gepäckträger
Gepäckträger gibt es mit Auflage oder nur mit seitlichen Trägern. Manche haben eine Federklappe. Sie sind unterschiedlich breit, lang und tragfähig. Sie verändern auch das Fahrverhalten nicht und sind meist recht günstig - dementsprechend einfach lässt sich hier Gewicht einsparen. Der Racktime Lightit am Rubin Super Legere gehört mit 570g zu den ganz leichten Trägern und nimmt trotzdem 20kg mit. Nochmal leichter ist der sehr schmale Bontrager BackRack Lightweight für Rennräder: nur 465g fallen an. Das ist fast die Hälfte von einem handelsüblicher Gepäckträger mit Federklappe, der um die 820g wiegt. Ohne Federklappe wiegen normale Gepäckträger etwa 650-700g. Eine Besonderheit sind Lowrider-Gepäckträger ohne Auflage wie am Zouma Supreme+ und am Juna+; deren Gewicht liegt bei um die 500g.
Tuning-Potential: mittel
Schutzbleche
Schutzbleche für Trekking®-Räder sind meist vormontiert. Hersteller verwenden entweder Kunststoff oder Aluminium. Steckschutzbleche aus Kunststoff bieten eine Alternative. Für Trekking®-Räder ist es wichtig, dass sie ausreichend lang und breit sind - sie müssen zum gewählten Reifen passen. An Touring-Rädern für Weltreisen fehlen sie oft, weil so ein Teil weniger am Rad kaputt gehen kann.
Der deutsche Marktführer SKS bietet Aluminium-Schutzbleche für breitere Reifen an. Diese wiegen dann 550-600g. Kunststoff würde etwa 50-100g sparen. Mit Spritzschutz kommen allerdings auch Kunststoffschutzbleche auf bis zu 650g. Besonders leichte Schutzbleche für schmale Reifen sind mit etwa 300g noch leichter. Auch ein Steckschutzblech-Set wiegt nur etwa 300g. Allerdings fehlen dann die seitlichen Streben. Sie neigen eher dazu, sich zu verschieben und zu klappern.
Tuning-Potential: mittel
Schaltung und Kette
Kettenschaltungen können einfach gewartet werden, sind effizienter und bieten auch in den Bergen viele Gänge. Nabenschaltungen sind sehr wartungsarm und bedienungsfreundlich, aber brauchen für die Reparatur doch eher einen Fachmann. Die Entscheidung zwischen beiden Antriebsarten basiert nicht auf Gewicht. Trotzdem macht es einen Unterschied, ob eine Ketten- oder Nabenschaltung verbaut ist.
Das komplette Gewicht einer Kettenschaltung ergibt sich aus Kette, Schalthebeln, Umwerfer (vorne), Schaltwerk (hinten), der Kurbel (meist zwei oder drei Zahnkränzen) und der Kassette (mit 7 bis 11 Zahnkränzen). Bei Fahrrädern mit Nabenschaltung fallen Umwerfer, Schaltwerk und die Kassette weg. Die Speichen im Hinterrad sind etwas kürzer, aber die Hinterradnabe ist groß und schwer.
Eine Shimano Deore Touring-Gruppe mit drei Kettenblättern wiegt insgesamt 2750g. Eine Alfine-Nabenschaltung mit 11 Gängen und Kette wiegt 3150g. Insgesamt ist eine mittelpreisige Kettenschaltung etwa 500g leichter als eine gleichwertige Nabenschaltung. Dabei ändert sich auch die Gewichtsbalance: Nabenschaltungen erhöhen das Gewicht auf dem Hinterrad; dadurch fühlt sich der Unterschied noch größer an.
Moderne City-Fahrräder mit Nabenschaltung ersetzen die Kette gelegentlich mit Riemenantrieben. Diese Riemen sind aus Carbon gefertigt. Sie sind viel wartungsfreundlicher, deutlich effizienter und auch 100g leichter als Ketten.
Tuning-Potential: bei Kettenschaltungen mittel, sonst klein
Zubehörteile
Ein stabiler Fahrradständer wiegt etwa 300g; in etwa genauso viel wie die komplette Beleuchtung an einem Diamant 247. Tuning-Potential gibt es hier kaum. Viel machen aber auch die Zubehörteile aus, um die viele Radfahrer ihr Lieblingsrad ergänzen. Das können schnell 3-4kg sein.
Flaschenhalter erhöhen das Gewicht um 50g pro Stück - plus 50g-100g für die Flasche und dann zusätzlich den Inhalt. Mit Werkzeug und Ersatzschlauch schlägt eine Satteltasche mit 300-500g zu Buche, eine Minipumpe mit ca. 150g. Faltschlösser fangen bei 800g an, während die meistverkauften Bügelschlösser meist um die 1.5kg wiegen und Kettenschlösser noch einmal schwerer sind. Besonders leicht sind Rahmenschlösser für das Hinterrad: etwa 450g veranschlagen wir. Kommt noch ein Fahrradcomputer mit GPS-Funktion dazu, sind auch das etwa 100-200g inklusive der Halterung.
Weitere Tipps zur Gewichtsreduktion
Tubeless-Umbau
Schläuche raus, Milch rein. Zack-Bumm, schon haben Sie etwa 300 Gramm gespart. Zudem an einer sehr kritischen Stelle, den Laufrädern: Denn die Gewichtsersparnis bei der rotierenden Masse zählt mindestens doppelt. Eine genaue Anleitung zum Tubeless-Umbau gibt's hier.
Reifenwahl
Die Reifen sind schon wieder glatt wie ein Baby-Popo? Runter mit den alten Pneus! Vor dem Kauf neuer Reifen unbedingt beachten: Wie viel Pannenschutz brauche ich? Welches Profil ist das richtige für meinen Einsatzbereich? Welche Mischung soll es sein? Und vor allen Dingen sollte der Reifen „tubeless ready“ sein. Je nach Reifenwahl können pro Reifen 200 Gramm Gewicht gespart werden - ohne Abstriche beim Pannenschutz (vorausgesetzt man fährt ihn ohne Schlauch (tubeless).
Griffe
Ungeahntes Potential zum Gewichtstuning schlummert auch in den Griffen. Wer von dicken Schraubgriffen auf Moosgummi wechselt, kann über 100 Gramm für unter zehn Euro sparen! Ein besseres Euro/Gramm-Verhältnis - auch in Anbetracht des geringen Arbeitsaufwandes - wird man sonst nur schwer hinbekommen am MTB.
Vorbau
Am Vorbau sparen die meisten Bike-Hersteller. Ein Produkt der Hausmarke wirkt auf den ersten Blick nicht schlecht und drückt die Kosten. Beim Upgrade werden nicht nur Pfunde geschunden (je nach Modell bis zu 150 Gramm), sondern man kann auch den Winkel und die Länge an die eigenen Vorlieben anpassen.
Sattelklemme
Mehr Bling-Bling als vernünftige Gramm/Euro-Entscheidung. Dennoch: Die Tune Würger Skyline-Klemme wiegt nur fünf (!) Gramm. Je nach Serien-Klemme an Ihrem Bike sind damit noch einmal 30 Gramm gespart.
Pedale
Wer Klickpedale fährt, kann auf den Käfig verzichten. Die Plattform bringt nur unnötiges Gewicht! Ein günstiges Modell: Das Crankbrothers Eggbeater 1 kostet 60 Euro und wiegt 290 Gramm. Wollen Sie Elite, brauchen Sie Kredite: Die Eggbeater 11 bringen nur 179 Gramm auf die Waage, kosten aber auch 450 Euro.
Sattel
Bei der riesigen Auswahl an MTB-Sätteln am Markt, muss niemand unter Sitzbeschwerden leiden. Je nach Modell können bis zu 200 Gramm gespart werden. Ob ein Carbon-Sattel die Fahrt bequemer macht, muss jeder selbst entscheiden.
Einfach-Antrieb
Wer sich von Umwerfer, linkem Schalthebel und überflüssige(n) Kettenblätter(n) verabschiedet, spart ebenfalls massig Gewicht. Je nach Einsatzbereich reicht ein neues Kettenblatt (Narrow-Wide-Blatt ab 25 Euro). Die genaue Gewichtsersparnis hängt von den verbauten Teilen ab, dürfte in der Regel aber bei mehr als 200 Gramm liegen.
Andere Alternativen
Da am Ende des Tages nicht das Gewicht des Mountainbikes allein ausschlaggebend ist, sondern das Systemgewicht, können Sie auch an anderer Stelle Gewicht sparen: Am billigsten ist das Selber-Abspecken, doch auch ohne Rucksack zu fahren, spart schnell ein Kilo.
Die Rolle des Körpergewichts
Die Themen Körpergewicht und Abnehmen sind in fast jeder Sportart von Bedeutung. Im Radsport aber spielt die Masse des Fahrers eine ganz besondere Rolle. Gerade fürs Mountainbiken, wo es hoch und runter geht, es immer wieder Antritte und Passagen im Wiegetritt gibt, können ein paar Kilo weniger einen großen Unterschied bedeuten. Vor allem in Rennsport-Disziplinen wie dem Marathon und Cross Country lässt es sich mit geringerem Gewicht leichter in kurze Anstiege hineinbeschleunigen und nach Kurven antreten. Im Wiegetritt benötigt das Stützen des Körpers weniger Energie, sodass mehr davon für den Vortrieb übrigbleibt. Zierlichere Fahrer sind oft agiler und wendiger - und nicht zuletzt ist es für viele erfahrene Biker einfacher, ihr Gewicht zu reduzieren, anstatt mehr Kraft aufzubauen. Denn wer die gleiche Leistung bei weniger Körperfülle aufs Pedal bringt, ist schneller unterwegs.
Für Hobbyfahrer kann eine moderate Gewichtsreduktion zu höherer Leistungsfähigkeit, mehr Fahrspaß und besserer Gesundheit beitragen. Ein geringeres Gewicht bedeutet oft, dass längere Anstiege oder Ausfahrten und Trainingseinheiten weniger anstrengend werden und der Energieverbrauch geringer ausfällt, was vor allem bei sehr langen Einheiten einen limitierenden Faktor darstellen kann.
Abnehmen mit Augenmaß
Profisportler legen in der Nebensaison oft bewusst ein wenig an Gewicht zu, um Kopf und Körper die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen. Ein Rückgang der Leistungsfähigkeit ist gewollt, damit Nervensystem und Körperzellen regenerieren können. Anders ist es bei Hobbysportlern, die Gewicht reduzieren wollen: Gerade in den Wintermonaten kann es für sie sinnvoll sein, ein paar überschüssige Kilos abzunehmen. Dann, wenn die meisten ohnehin keine Rennen im Kalender stehen haben, bewegt sich das Training größtenteils im Grundlagenbereich. Über mehrere Wochen verteilt lassen sich die hohen Trainingsumfänge perfekt zum Abspecken nutzen.
So kann das Wettkampfgewicht langsam und in kleinen Schritten erreicht werden. Nicht mehr zielführend ist Abnehmen nämlich spätestens dann, wenn es die Energieverfügbarkeit beeinträchtigt. Steht zu wenig Energie zur Verfügung, wie bei Crash-Diäten meist der Fall, leiden Regeneration, Immunsystem und Leistungsfähigkeit. Auch die Verletzungsrisiko steigt bei einem dauerhaft zu großen Kaloriendefizit.
Die wichtigsten Abnehm-Tipps für Mountainbiker
Die Kilos sollen purzeln, aber nicht auf Kosten von Gesundheit und Leistung? Gar nicht so einfach. Nicht ohne Grund sind die Medien voll mit gut gemeinten Abnehm-Empfehlungen, Schlankheits-Programmen und Diät-Ratgebern. Wir haben Experten befragt, worauf Radsportler beim Abnehmen wirklich achten sollten. Hier kommen die wichtigsten Tipps.
- Gewicht verlieren: So geht’s
In vier Punkten fasst Ernährungsexperte Philipp Rauscher die empfohlene Strategie zum Abnehmen zusammen:
- Kohlenhydrate klug einsetzen: einfache Zucker (Süßigkeiten o. Ä.) reduzieren, aber ausreichende Zufuhr komplexer Kohlenhydrate (z. B. Vollkornprodukte) vor intensiven Trainingseinheiten
- Proteinreich essen: Ausreichend Eiweiß unterstützt den Muskelerhalt während der Gewichtsreduktion.
- Fokus auf Nährstoffe: Obst, Gemüse und gesunde Fette (bspw. Fisch, Nüsse) nicht vernachlässigen
- Realistische Ziele setzen: 0,5-1% Gewichtsverlust pro Woche ist nachhaltig und schonend
- Wie berechnet sich der Energiebedarf?
Der Tagesenergiebedarf besteht aus Grundumsatz (Ruhenergie/Schlaf) und Leistungsumsatz (Aktivitätsenergie). Als Grundumsatz-Faustformel gilt: 1 Kalorie pro Kilo Körpergewicht (bei Frauen 0,9) und Stunde (z. B. 1 kcal x 75 kg x 24 h = 1.800 kcal). Den Leistungsumsatz messen Sie am besten mit einer Sportuhr über den Tag. Beide Werte addiert ist der Tagesenergiebedarf. Um gesund abzunehmen, sollten Sie maximal 500 kcal unter diesem bleiben.
- Brauchen Biker Nahrungsergänzungsmittel?
Nahrungsergänzungsmittel liefern Nähr- und Wirkstoffe in konzentrierter Form. Da Sportler einen erhöhten Bedarf haben, kann deren Einnahme sinnvoll sein. Allerdings rät der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), dass die Notwendigkeit von Nahrungsergänzung immer kritisch hinterfragt werden und nur gezielt erfolgen sollte, wenn ein Arzt einen Mangel oder ein Defizit feststellt.
- Wie lässt sich Heißhunger vermeiden?
Heißhunger, also das plötzliche und unkontrollierbare Bedürfnis, schnell etwas zu essen, entsteht, wenn der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist. Die Glukose, also den Zucker im Blut, gewinnt der Körper zum Großteil aus Nahrungsmitteln. Genauer: aus verschiedenen Kohlenhydraten. Schnelle Kohlenhydrate wie Traubenzucker, Süßigkeiten oder Weißmehlprodukte kann er direkt verwerten. Der Blutzuckerspiegel steigt schnell an und fällt ebenso schnell wieder ab - ein (drängendes) Hungergefühl entsteht. Komplexe Kohlenhydrate, z. B. aus Vollkorn, Gemüse oder Hülsenfrüchten, gehen langsamer ins Blut, da der Körper sie erst aufspalten muss. Die Blutzucker-Achterbahnfahrt bleibt aus und der Sportler länger satt.
Priorisieren Sie unverarbeitete, nährstoffreiche Lebensmittel, planen Sie regelmäßige Mahlzeiten ein. Vermeiden Sie unbedingt Crash-Diäten und extreme Energiedefizite.
Mangelsyndrom RED-S: Wenn Abnehmen gefährlich wird
Auch und gerade im Sport hat das Streben nach einem geringen Körpergewicht aber Grenzen. So verlockend mehr Leistung durch Abnehmen auch ist: Das Vorhaben sollte nie zu Lasten der Gesundheit gehen. Zu viel abnehmen ist gefährlich.
In Verbindung mit Sport spricht man von Relativem Energiedefizit im Sport, kurz RED-S, wenn bei hoher Trainingsbelastung zu wenig gegessen wird. Dem Körper bleibt dann zu wenig Energie für wichtige Organtätigkeiten, sodass der empfundene Stress je nach Dauer und Höhe der unzureichenden Versorgung weitreichende Konsequenzen haben kann.
RED-S zeigt sich sehr vielseitig, da alle Organsysteme betroffen sein können. Es kann sich äußern in psychischem Unwohlsein, Angstzuständen, erhöhtem Stressempfinden, Stressfrakturen, Knochenödemen, Schilddrüsenfunktionsstörungen, erhöhter Infektanfälligkeit, Zyklusunregelmäßigkeiten, mangelhafter Regenerationsfähigkeit, ausbleibender Leistungsentwicklung oder Schlaflosigkeit.
Jeder, der viel Sport treibt, kann ein potenzieller Kandidat sein. Eine unzureichende Nahrungsaufnahme muss dabei nicht willentlich erfolgen, sondern kann aufgrund fehlenden Appetits, Zeitmangels oder in der Wachstumsphase “passieren”.
Wer Symptome bei sich erkennt, sollte frühzeitig Unterstützung einfordern. In der Regel erfolgt eine Vermittlung von Gynäkologen oder Sportmedizinern an Ernährungsberater mit Sportbezug. Im Idealfall kann eine interdisziplinäre Hilfestellung unter Einbeziehung von Trainer, Sportpsychologe und Sportmediziner oder Gynäkologin erfolgen.
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