Gerade bei Racebikes ist das Gewicht ein essenzieller Faktor für die Performance. Im Radsport verhält es sich genau umgekehrt wie beim Metzger: Für jeden Euro, den man mehr ausgibt, bekommt man in der Regel etwas weniger Bike - zumindest, wenn man das „weniger“ auf das Gewicht bezieht. Vor allem bei Cross-Country-Bikes, wo ein niedriges Gesamtgewicht als Fahrspaß-Booster Nummer eins gilt, schießt man schnell übers Ziel hinaus.
Cross Country Bikes leben von der Begeisterung, die sie mit ihrem leichtfüßigen Antritt versprühen. Wer einmal auf einem Mountainbike mit weniger als 10 Kilo Gesamtgewicht gesessen hat, weiß, wovon die Rede ist. Es fühlt sich himmlisch an, mit solchen Bikes zu beschleunigen oder Berge zu erklimmen.
Mit einem leichten Bike muss man weniger Hubarbeit verrichten, wenn es bergauf geht. Diejenigen, die bei Marathonrennen an den Start gehen, profitieren tatsächlich von einem geringeren Gewicht unter dem Hintern und verschaffen sich so einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Dabei ist die absolute Zeitersparnis, die ein leichtes Bike beim Anstieg ermöglicht, geringer, als man vielleicht denkt.
Eine Gewichtsreduzierung von 700 Gramm verkürzt die Fahrzeit bei einem Anstieg von ca. 1800 Höhenmetern um lediglich eine Minute. Für alle, die nicht im Startblock A eines Marathons stehen, dürfte dies kaum entscheidend sein. In der Welt der Marathon-Weltmeisterschaften sieht dies natürlich anders aus.
Die exemplarische Rechnung mit der Zeitersparnis von einer Minute bezieht sich nur auf die zusätzliche Hubarbeit, die nötig ist, um das schwerere Bike 1800 Höhenmeter hochzuhieven. Aber man muss das Gewicht auch bei jedem Antritt beschleunigen. Wer das nachvollziehen möchte, sollte einmal den aktuellen Spritverbrauch beim Losfahren von einer roten Ampel auf seinem Tacho beobachten. Die Anzeige schnellt selbst bei behutsamer Fahrweise in schwindelerregende Höhen.
Marktanalyse und Preis-Gewichts-Verhältnis
Um ein präzises Verständnis dafür zu entwickeln, wann ein Cross Country Bike als leicht oder schwer einzustufen ist, haben wir für euch den gesamten Markt analysiert. Unser Fokus lag dabei ausschließlich auf Bikes mit 100 mm Federweg. Wir haben die Gewichte im Verhältnis zum Preis betrachtet.
Racehardtails unter 10 Kilo gibt es ab ca. 3000 €. Bei Hardtails liegt die Gewichtsgrenze, ab der man von einem leichten Bike sprechen kann, bei 11 Kilo. Bikes unterhalb dieser Marke sind ab circa 2.000 Euro erhältlich. Besondere Begeisterung lösen Hardtails mit einem Gewicht unter 10 Kilo aus. Für solche Bikes muss man allerdings deutlich über 2.500 Euro investieren. Wer bereit ist, über 5.000 Euro auszugeben, kann sogar XC-Hardtails mit einem Gewicht unter 9 Kilogramm erwerben.
Bei Fullys muss man im Vergleich zu Hardtails bei gleichem Preis mit einem Mehrgewicht von 1,5 bis 2 Kilo rechnen. Racefullys, die zwischen 3.000 und 4.000 Euro kosten, wiegen mit wenigen Ausnahmen über 12 Kilo. Die Grenze von 11 Kilogramm unterschreitet man erst, wenn man 5.000 Euro oder deutlich mehr investiert.
Das Gewicht ist ein wichtiger Faktor für ein Racebike, aber nicht der einzige, den es zu beachten gilt. An bestimmten Komponenten lässt sich hervorragend Gewicht einsparen, ohne dabei die Performance zu beeinträchtigen. Zu diesen Teilen zählen Kassetten, Schaltwerke, Laufräder, Lenker, Vorbauten und Kurbeln.
Wer dagegen bei den Reifen, der Federgabel oder der Sattelstütze anfängt, um jedes Gramm zu feilschen, muss damit rechnen, die Quittung dafür auf dem Trail zu bekommen. Unser großer Racebike Systemvergleich hat beispielsweise gezeigt, dass eine Teleskopstütze im Vergleich zu einer starren Carbon-Sattelstütze einen deutlichen Mehrwert bietet. Die zusätzlichen 500 Gramm sind also aus Performance-Sicht gerechtfertigt.
Reifen mit unzureichendem Pannenschutz führen häufig zu Defekten. Mit dem Umbau auf Tubeless montierte Reifen lässt sich meist ca. 200 Gramm Gewicht sparen und obendrein sogar noch die Performance im Gelände und der Pannenschutz erhöhen. Ab Werk werden die allermeisten Bikes mit einem klassischen Schlauch ausgeliefert. Das Umrüsten mit Tubeless-Milch und Tubeless-Ventilen kostet ca.
Die ganze Diskussion um das Gewicht eines Bikes muss auch immer mit Blick auf das eigene Körpergewicht gesehen werden. Ein ausgezehrter CC-Racer mit 65 Kilo Körpergewicht reagiert auf dieses Thema deutlich sensibler als ein Fahrer mit 85 Kilo oder mehr. Mit höherem Körpergewicht steigt auch die Belastung auf das Material im Gelände. Als Faustregel kann man sich an der Relation zwischen Körper- und Bike-Gewicht orientieren. Bei einem Fahrer mit 65 Kilo entspricht ein Cross-Country-Hardtail mit einem Gesamtgewicht von 10 Kilo etwa 15 % seines Körpergewichts.
Top 10 Race-Hardtails im Check
Cross-Country ist DIE Ur-Disziplin des Mountainbike-Sports; kein Wunder also, dass die Rennfeilen auch heute nicht nur auf den Racetracks dieser Welt gefragte Ware sind. Wir haben uns die zehn spannendsten Race-Hardtails herausgepickt, weiter unten findet ihr noch unseren Highlight-Test der besten Bikes der Saison.
- CANNONDALE SCALPEL HT: Bewusst eigenwillig zeichnet Cannondale seinen schnellsten Starrheckler: Die US-Amerikaner verbauen die ikonische Lefty-Federgabel mit 110 mm Hub, was die Geometrie für ein XC-Hardtail extrem flach ausfallen lässt. Bei den Edelmodellen Ultimate und Hi-Mod kommt eine besonders edle und strapazierfähige Faser zum Einsatz, das Rahmengewicht pendelt sich bei circa 900 g ein. Mit schwererem Rahmen von rund 1100 g startet es bei fairen 2299 Euro.
- BMC TWOSTROKE: Progressiv interpretiert BMC die Kategorie Race-Hardtail: Die Front fällt mit 67°-Lenkwinkel sehr flach aus, auch der Reach ist üppig gezeichnet. Der "Zweitakter" wurde bewusst für Spaß auf der Feierabendrunde ausgelegt, das Rahmengewicht in Größe M fällt mit 1037 g recht pfundig aus. Ab 2499 Euro, ab 9,8 Kilo.
- BH BIKES Ultimate: Mit höchst asketischen 820 g Rahmengewicht in Rahmengröße M will BH aus Spanien mit dem Ultimate ein Wörtchen in der ersten Liga mitsprechen. Ab 3599 Euro, keine Gewichtsangabe.
- CERVÉLO ZHT-5: In der Rennrad- und Triathlon-Szene ist Cervélo ein großer Name, jetzt greifen die Kanadier auch im MTB-Segment an. Gut, aber kein Fabelwert: das Rahmengewicht von 907 g in Größe M. Ab 5299 Euro, ab 8,9 Kilo.
- CORRATEC REVO BOW: Mit seinem spektakulären, hauchdünnen Oberrohr macht das Revo Bow mächtig was her: Das eigenständige Bogen-Design soll die Torsionssteifigkeit des edlen Rahmens erhöhen. Ab 3799 Euro, keine Gewichtsangabe.
- KTM MYROON: Zu den schnellsten XC-Bikes im Rennsport gehört traditionell das Myroon von KTM. 920 g wiegt der Rahmen des Topmodells Exonic jetzt, ist dabei für Systemgewichte von 109 Kilo freigegeben. Ab 1899 Euro, ab 8,7 Kilo.
- CANYON EXCEED: Mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis umgarnt das Exceed des Koblenzer Versenders eine große Fangemeinde. Der Toprahmen namens "CFR" haucht nur 853 g auf die Waage. Mit "CF"-Carbonrahmen, der ca. 1300 g wiegen soll, ist das Hardtail mit vergleichsweise reichhaltiger Ausstattung schon ab 1599 Euro zu haben.
- SCOTT SCALE: Das wohl erfolgreichste Race-Hardtail der Welt hat jüngst ein Update erhalten. Die Rahmengewichte starten bei schlanken 847 g ("HMX SL"-Fasern), in der "HMF"-Güteklasse kommt das Scale auf 1013 g. Das Einstiegsmodell kostet erschwinglichere 2099 Euro.
- SIMPLON RAZORBLADE IV: Aus den Marathon-Startblöcken Europas ist das Razorblade kaum wegzudenken. Die Preise für Komplettbikes? Ab 4099 Euro bzw. 4799 Euro für die SL-Version.
- ROCKRIDER CROSS COUNTRY RACE 900: Das in Deutschland erhältliche Modell für 2499 Euro präsentiert sich als Preiskracher und kommt mit Carbon-Rahmen der 1000-g-Klasse, Rock-Shox-Reba-Gabel, MavicAlu-Laufrädern und lupenreiner Sram-GX-Gruppe.
Top elf Hardtails aus 2024
Hardtails bleiben ein fester Bestandteil der Mountainbike-Szene - zeitlos, direkt und unschlagbar wartungsarm. Neben den bekannten Größen überraschen 2024 vor allem einige spannende Exoten, die das Hardtail neu interpretieren.
- Canyon Exceed CF: Das Canyon Exceed CF kommt mit 100-mm-Federweg. Das Exceed CF ist Canyons Race-Hardtail mit bestem Preis-LeistungsVerhältnis. ab 1599 Euro, ab 10,5 kg
- Bulls Black Adder: Auch das BULLS Black Adder kommt mit 100-mm-Federweg. In Größe M soll der Carbon-Rahmen schlanke 900 g wiegen! ab 2599 Euro, ab 10,0 kg
- Cube Phenix: Der Rahmen des CUBE Phenix soll unter 900 g wiegen. Beide Modelle sind unter neun Kilo leicht! ab 5399 Euro, ab 8,5 kg
- Trek Procaliber Gen 3: Am TREK Procaliber Gen 3 arbeiten vorne 120-mm-Federweg. ab 1999 Euro, ab 10,6 kg
- Mondraker Podium: Mit 775 g verspricht Mondraker den leichtesten Serien-Rahmen der Welt! ab 3999 Euro, ab 7,9 kg
- Ghost Lector: Vor 30 Jahren brachte Ghost das erste Lector auf den Markt. Der Carbon-Rahmen wiegt um die 900 g, wobei das Topmodell Lector World Cup einen etwas leichteren Rahmen besitzt als die drei anderen, günstigeren Modellversionen. ab 2299 Euro, ab 10,0 kg
- Rose Bonero: 140-mm-Federweg schenkt Rose dem Bonero. ab 1299 Euro, ab 13,4 kg
- Merida Big.Nine TR: Das Race-Hardtail Big.Nine von Merida schafft den Spagat aus Downhill und Cross-Country. ab 1449 Euro, ab 10,6 kg
- Scott Scale Gravel RC: Das Scale Gravel RC von Scott kommt ganz ohne Federweg aus. 4999 Euro, 9,4 kg
- Bike Ahead The Frame: Der Carbon-Experte BIKE AHEAD hat seinen Standort in der Nähe von Würzburg. Die in der Nähe von Würzburg ansässigen Carbon-Experten versprechen für Rahmengröße M ein Gewicht von nur 795 g. 1979 Euro (Rahmen), 795 g (Rahmen)
- Yeti ARC: Das Yeti ARC kommt mit einer 130-mm-Gabel sowie Vario-Sattelstütze.
VPace C4M: Leichtbau zum fairen Preis
Mit knapp unter 8,2 Kilo wiegt das VPace C4M weniger als ein kleiner Kasten Bier. Und das beste daran: Es kostet noch nicht einmal ein Vermögen. Für 3199 Euro kommt der Rigid-Racer mit leichtgewichtiger Carbon-Starrgabel, hochwertigen Magura Bremsen und Sram GX Eagle Schaltung. Mit leichten Laufrädern räumt das C4M Hardtail im Bike-Labor Bestwerte ab.
Canyon Grand Canyon 8: Günstiger Einsteiger-Liebling
Für 1440 Euro bekommt man bei Canyon dank Direktversender-Konzept neben der Fox-Federgabel einen funktionalen Antriebs-Mix aus Shimano SLX und XT Komponenten.
Marin Alcatraz 24: Kinder-Bike mit Style
Marin präsentierte Anfang des Jahres eine ganze Palette neuer Kinder-Hardtails. Kostenpunkt für den kleinen Sprungteufel: 999 Euro.
Rose Bonero Plus 2: Leichtes Carbon-Hardtail mit Motor
Dass E-Bikes nicht zwingend schwer sein müssen, zeigt Rose mit dem 16,86 Kilo leichten Bonero Plus. Das Modell Bonero Plus 2 mit Shimano-XT-Antrieb kostet 4999 Euro.
Bike Ahead The Frame
Im Rahmen unseres Vergleichstests aktueller High-End-Hardtails konnten wir vier Supersportler gegeneinander ausfahren. Der Sieger nach Punkten: Das 8,3 Kilo leichte Bike Ahead The Frame. Der Rahmen kostet mit 1978,99 Euro trotzdem deutlich weniger als die Hochglanz-Produkte der meisten Konkurrenten.
Cube Reaction C:62 Pro: Der Publikums-Liebling
Das neue Cube Reaction C:62 2025 buhlt mit einem leichten Carbon-Rahmen inklusive integrierter Sattelklemme und mit fairen Preisen um die Hardtail-Kundschaft. In der Pro-Ausführung mit Shimano-XT-Antrieb werden lediglich 1999 Euro für das 10,6 Kilo leichte Racebike fällig.
Trek Procaliber Gen 3: Racer mit der Extraportion Komfort
Reserven bietet nicht nur die Federgabel mit 120 Millimetern Hub, sondern auch das in den Rahmen integrierte IsoBow-Hinterbau-Konzept. Preise starten ab 1999 Euro, Gewichte ab 10,58 Kilo.
Kona Unit X: Die Sorglos-Dampfwalze aus Stahl
Für Dämpfung und Komfort sorgen 2,6 Zoll fette Reifen. Ganz leicht ist das Unit X mit 14,21 Kilo nicht, dafür hat das 1699 Euro günstige Mountainbike mit Starrgabel ganz andere Qualitäten. Top für gemütliche Touren: Der Lenkwinkel steht flach, die Sitzposition ist komfortabel.
Ghost Lector HT Worldcup 30: Länger als ein Enduro, leichter als ein Gravelbike
Mit dem neuen Ghost Lector HT schießen die Bayern aber den Vogel ab. Das Gewicht in Größe XL mit 10,24 Kilo gering. Preise für das potente Carbon-Hardtail starten bereits ab 2299 Euro. Das Topmodell in Sonderausstattung zum 30-jährigen Firmenjubiläum von Ghost geht für knackige 9000 Euro über die Ladentheke.
Liv Lurra E+: E-MTB-Hardtail speziell für Frauen
Dieses E-Bike-Hardtail speziell für Frauen mit 130-Millimeter-Federgabel sowie gutmütiger Geometrie bietet eine ganze Vielzahl von Anwendungsgebieten. Preislich startet das E-MTB bei 3499 Euro.
Mountainbike Hardtail für 1000 Euro
1000 Euro für ein Mountainbike sind für viele Menschen eine ganze Stange Geld. Gerade Einsteiger wollen verständlicherweise keine fünfstelligen Summen für ein Sportgerät ausgeben. Brauchen sie auch nicht! Der Markt hält allerlei Bikes mit schlankem Preisschild bereit. Hardtails mit Rahmen aus Aluminium und einfacher Ausstattung bilden die Basis fast jedes Produktportfolios.
Auswahl von Mountainbike Hardtails um 1000 Euro
- Bulls Copperhead 2 29: 999,95 Euro, 15,42 kg
- Canyon Grand Canyon AL6: 999 Euro, 12,76 kg
- Cube Reaction Pro: 999 Euro, 13,5 kg
- Marin Bobcat Trail 5: 1099 Euro, Gewicht k.A.
- Merida Big.Nine 200: 999 Euro, 13,8 kg
- Orbea Onna 10: 959 Euro, 13,8 kg
- Radon Jealous 8.0 HD: 999 Euro, 12,2 kg
- Rose PDQ AL 1: 1199 Euro, 14,32 kg
- Specialized Rockhopper Comp: 975 Euro, 13,3 kg
- Trek Marlin 6 Gen 3: 899 Euro, Gewicht k.A.
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