Mountainbike-Helm mit Visier Test: Sicherheit und Komfort im Fokus

Die Auswahl an Fahrradhelmen ist riesig. Für jeden Einsatzzweck gibt es den passenden Helm, aber auch Allround-Helme sind hoch im Kurs. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Testbericht über Mountainbike-Helme mit Visier, wobei besonderes Augenmerk auf Sicherheit, Komfort und Passform gelegt wird.

Was ist das Besondere an einem Fahrradhelm mit Visier?

Fahrradhelme mit Visier bieten einen besseren Gesichtsschutz und verhindern äußere Einflüsse beim Fahren, beispielsweise durch Insekten oder Regen. Gleichzeitig ist das Visier ein Sonnenschutz und ein Windschutz. Dir zieht also kein kalter Wind mehr in die Augen, der dich beim Fahren behindert oder deine Sicht einschränkt. Ein umfassendes Sichtfeld trägt viel zur Sicherheit beim Radfahren bei. Selbst Brillenträger können einen solchen Fahrradhelm nutzen.

Wichtige Kriterien beim Kauf

Beim Kauf eines Mountainbike-Helms mit Visier sollten Sie auf folgende Kriterien besonders achten:

  • Zertifizierung: Der Helm sollte für den Radsport nach der DIN EN 1078 (für Erwachsene) bzw. DIN EN 1080 (für Kinderhelme) zertifiziert sein.
  • Sicherheitssysteme: Moderne Sicherheitstechnologien wie MIPS (Multi-Directional Impact Protection System) reduzieren Rotationskräfte bei einem Sturz und können so das Risiko für Kopfverletzungen deutlich verringern.
  • Passform: Der Helm muss fest sitzen, ohne zu wackeln oder zu drücken. Viele Modelle bieten ein verstellbares Haltesystem mit Drehrad, um die Passform exakt an Deinen Kopf anzupassen.
  • Belüftung: Gerade bei warmem Wetter ist ein gutes Lüftungssystem Gold wert. So verhinderst Du Überhitzung im Anstieg und kannst den Fahrtwind im Downhill voll auskosten.
  • Visier: Achte darauf, ob das Visier getauscht werden kann oder sich klappen lässt. Dadurch bekommst du noch mehr Flexibilität. Du entscheidest, ob du den Sichtschutz wirklich brauchst und nimmst ihn über zwei kleine Schrauben einfach wieder ab.

Ausgewählte MTB-Helme im Test

Hier sind einige ausgewählte Testsieger aus aktuellen Vergleichstests, die in puncto Sicherheit und Komfort glänzen:

POC Kortal Race Mips

Der Kortal Race Mips von POC setzt mit Recco-Reflektor, NFC-Chip und dem Mips Integra System Maßstäbe in puncto Sicherheit. Die Belüftung ist top und der Sitz unschlagbar. Abzüge gibt es lediglich bei der etwas schwergängigen Visierverstellung, dafür sind die Werte auf dem Prüfstand hervorragend.

Scott Tago Plus

Der Tago Plus von Scott ist ein leichter und vielseitiger Helm für Trail- und Tourenfahrten. Er überzeugt mit hohem Tragekomfort, sehr gutem Anpassungssystem und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Das gummierte Drehrad zur individuellen Anpassung ist das beste im Testfeld.

POC Ventral Air Mips

Der Ventral Air Mips von POC überzeugt mit exzellenter Belüftung, geringem Gewicht und starker Sicherheitsausstattung inklusive Mips Integra. Er erreicht Bestnoten beim Schutz gegen Gehirnerschütterung und punktet mit präziser Passform. Entwickelt für das Gravelbiken eignet sich der Ventral Air Mips auch super zum Mountainbiken.

Sweet Protection Bushwhacker 2Vi Mips

Der Bushwhacker 2Vi Mips von Sweet Protection bietet dank Mips Air Technologie, tiefgezogenem Nackenschutz und super Sitz maximale Sicherheit für Deine nächsten Trail- und Enduro-Einsätze. Auch ohne Kinngurt sitzt er fest und wackelfrei. Das 360°-Verstellsystem und das STACC-Belüftungskonzept sorgen für Komfort.

Oakley DRT5 Maven

Der DRT5 Maven von Oakley bietet hohen Komfort und ein starkes Sicherheitsgefühl dank verbauter Mips-Technologie und präzisem Boa-System zur individuellen Anpassung an Deinen Kopf. Die Gurtverstellung ist etwas umständlich und die Oberfläche etwas abriebempfindlich. Allerdings überzeugt der Helm mit seiner guten Belüftung und dem angenehmen, gummierten Stirnpolster, das für einen stabilen Sitz sorgt.

Sweet Protection Trailblazer Mips

Der Trailblazer Mips von Sweet Protection überzeugt mit top Schutzwerten, starker Belüftung und hochwertiger Verarbeitung. Im Fallturmtest liefert er Bestwerte. Das individuell einstellbare Visier und die Brillen-Kompatibilität sind zusätzliche Pluspunkte. Leichte Abzüge gibt’s bei der Passform - der Helm sitzt nicht bei jedem Kopf optimal.

Julbo Forest Evo

Der Forest Evo Helm von Julbo bietet viel Ausstattung: Mips-Sicherheitssystem, verstellbares Visier und integrierte Brillenhalterung sorgen für Sicherheit und Komfort. Im Bike-X Test schneidet er mit „sehr gut“ ab, lobenswert sind vor allem Tragegefühl und Anpassung. Im Bike Magazin überzeugt er mit Top-Belüftung, erhält aber nur ein „befriedigend“ - unter anderem wegen kurzer Riemen, schwer bedienbarem Drehrad und schwächerem Sitz auf ovalen Köpfen.

Fox Speedframe Pro

Der Speedframe Pro von Fox überzeugt mit top Tragekomfort, starkem Durchzug durch große Belüftungsöffnungen und praktischer Brillenhalterung. Im Bike-X Test erhält er „sehr gut“, besonders dank Passform und cleverem, brillentauglichem und dreifach verstellbarem Visier. Das Bike Magazin kritisiert jedoch mittelmäßige Laborwerte und die wenig flexible Nackenstütze.

Weitere empfehlenswerte Modelle

  • Abus MoDrop
  • Cube Trooper
  • Smith Convoy MIPS
  • Fox Racing Speedframe

MIPS-Technologie: Schutz bei schrägen Aufprallwinkeln

Eines der bekanntesten am Markt ist das Mips-System, welches auch bei dem Großteil der Helme im Test verbaut ist. Diese Technologie soll zusätzlichen Schutz bei schrägen Aufprallwinkeln bieten. Dazu besteht das System aus einer beweglichen Innenschale im Helm, die unabhängig von der äußeren Schale rotieren kann.

Aktuell sind verschiedene Varianten des MIPS-Systems verfügbar, die eine relative Rotation zwischen Helm und Kopf im Bereich von 10 bis 15 Millimetern zulassen. In unseren Tests zeigt sich, dass die Wahrscheinlichkeit, mit einem MIPS-ausgestatteten Helm eine Gehirnerschütterung zu erleiden (gemäß AIS-Code), im Durchschnitt bei 22 Prozent lag. Im Vergleich dazu betrug die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit einer Gehirnerschütterung bei Helmen ohne MIPS in einem früheren Test signifikant höhere 37 Prozent.

Mips Essential Core

Essential oder das klassische MIPS mit gelber Schale, dem sogenannten LFL (Low Friction Layer), kommt oft bei günstigen Helmen zum Einsatz. Es wird durch Elastomere im Helm gehalten. Im Test haben wir BrIC-Werte (Brain Injury Criterion) von 12 bis 20 Prozent gemessen.

Mips Evolve Core

Das System sitzt wie das Essential zwischen Helmschale und Polster. Eine exakter auf den jeweiligen Helm abgestimmte Passform soll die Belüftung verbessern und das Gewicht reduzieren. Es ist inzwischen das am häufigsten verbaute MIPS.

Mips Air Node

Hier ist der Rotationsschutz nahezu unsichtbar in die Helmpolsterung integriert. Das spart Gewicht und beeinträchtigt die Belüftung nicht durch eine zusätzliche Schicht. Die Gleitschicht sitzt an der Innenseite der Polster.

Mips Integra Split

Fox setzt auf eine besonders aufwändige Konstruktion. Der Helm besteht aus zwei separaten Schalen, die gegeneinander verdrehbar sind. Die Konstruktion ist etwas schwerer und teurer, erzielt im Labor aber nur mäßige Werte.

Mips Integra Fuse

Poc und MIPS verspinnen ihre beiden Rotationssysteme zu Integra Fuse. Hier befindet sich in den Polstern eine Art Silikon, das sich in alle Richtungen bewegen kann. Ähnlich wie bei MIPS Air sollen die Vorteile geringes Gewicht und gute Belüftung sein. Der Rotationsschutz jedenfalls ist sehr gut.

Die richtige Größe finden

Die Größe bei Fahrradhelmen ist meist als Kopfumfang in Zentimetern angegeben. Miss zunächst mit einem Maßband den Umfang oder lege dir ein Stück Faden um den Kopf. Danach misst du es an einem Zollstock genau ab. Das Band muss an der Stirn entlang bis über den Hinterkopf gehen, bestenfalls an der breitesten Stelle. Falls die Größen bei den Herstellern variieren, nimmst du immer die passende Größe zu deinem Kopfumfang. Manchmal gibt es auch Doppelgrößen, wie S/M oder L/XL. Alles kein Problem, wenn du genau deinen Kopfumfang kennst. Im Notfall entscheide dich immer für den etwas größeren Helm, falls dein Umfang genau zwischen zwei Größen liegt.

Belüftung: Wichtig für den Komfort

Bist du sportlich mit dem Rad unterwegs, darf eine gute Belüftung nicht fehlen. Die meisten Modelle haben dafür an der Front einen Lufteinlass in Form von mehreren Löchern. Die Luft wird dann durch den Helm entlang nach hinten wieder heraus geleitet. Vor allem im Sommer bei sehr hohen Temperaturen kommen dir die Luftkanäle zugute. Wichtig ist, dass sie an der Front mit einem Netz geschützt sind, damit keine Fremdkörper in die Löcher eindringen können. Gerade Rennradhelme besitzen die Luftkanäle auch an der Seite des Helms. Sie sollten deine Aerodynamik nicht negativ beeinflussen, sondern noch verbessern.

Sicherheitsstandards und Prüfsiegel

Beim Kauf gibt es verschiedene Sicherheitssiegel, die dein Helm aufweisen sollte. Dazu gehören in erster Linie das GS-Siegel sowie das CE-Siegel. Auch vom TÜV sind viele Modelle abgenommen und entsprechend gekennzeichnet. Ein wirklicher Falltest wird laut EU Norm EN 1078 durchgeführt. Hier bekommt ein Dummy den Helm auf und muss den Falltest überstehen.

Lebensdauer und Pflege

Die meisten Fahrradhelme besitzen eine Haltbarkeit von vier bis fünf Jahren. Danach geben die Materialien langsam nach und sollte ausgetauscht werden. Das Visier musst du vielleicht öfter wechseln, wenn es zerkratzt ist oder andere Spuren aufweist.

Preis-Leistungs-Sieger

Der Preis-Leistungs-Sieger Cube zeigt, dass auch günstige Helme für gerade mal 60 Euro eine super Passform besitzen und mit sämtlichen Features wie Mips, Mückennetz und abnehmbarem Visor ausgestattet sind. Besonders beim Fallturmtest hat er hervorragende Beschleunigungswerte erzielt.

Tabelle: Ausgewählte MTB-Helme im Vergleich

Modell Gewicht MIPS Belüftung Besonderheiten
POC Kortal Race Mips ca. 400g Ja Sehr gut Recco-Reflektor, NFC-Chip
Scott Tago Plus 334g Ja Gut Geringes Gewicht, super Anpassung
POC Ventral Air Mips ca. 250g Ja Exzellent Geringes Gewicht, aerodynamisch
Cube Trooper k.A. Ja Sehr gut Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Smith Convoy MIPS 334g (Größe L) Ja Sehr gut Leichtester MIPS Helm im Test

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