„Du Papa, warum trägt der Radfahrer vor uns keinen Helm?“ Auf Fragen wie dieser fällt es einem schwer, eine plausible Antwort zu geben. Nach einem Sturz kommt dann oft erst die Erkenntnis. Sätze wie „Hätte ich doch einen Fahrradhelm getragen!“ sind dann überflüssig!
Eines gleich mal vorweg: Alle 18 Helme in diesem Fahrradhelm-Test sind auf einem guten bis sehr guten Niveau. Am Ende sollte die Qualität, individuelle Vorlieben sowie Passform und Tragekomfort für einen Kauf entscheidend sein. Aus diesem Grund bieten Hersteller unterschiedliche Modelle mit verschiedenen Größen und Helmformen an.
Egal ob man im lokalen Fahrradladen oder auf den Webseiten von Radherstellern und Online-Shops stöbert, die Auswahl von Helmen erschlägt einen nahezu. Für so gut wie jeden Einsatzzweck gibt es heutzutage den passenden Helm, aber auch Allround-Helme sind hoch im Kurs. Hier hilft nur eins: Sich für das Testen Zeit zu nehmen, denn ein Helm muss genauso gut passen wie ein Wanderschuh.
Beide trägt man sehr lange auf Tour oder im Alltag und bekannterweise kann das kleinste Scheuern oder Drücken zu einem nervigen Dauerproblem werden. Wobei bei den meisten Helmen die Einsatzzwecke immer mehr verschwimmen und am Ende der aktuelle Trend und Style-Faktor die Stellschraube ist, wann man welchen Helm trägt - nicht selten sieht man Jugendliche mit Fullface-Helmen durch die Stadt rollen.
Stylisch, sicher und bequem - moderne Bike-Helme sind längst ein Muss auf den Trails. Doch auch der beste Kopfschutz hat ein Verfallsdatum. Nach fünf bis sieben Jahren oder nach einem Sturz wird ein Austausch fällig.
Worauf es bei Mountainbike Helmen wirklich ankommt
Natürlich ist der Tragekomfort ein wichtiger Aspekte für einen gut sitzenden Helm. Die richtige Passform ist überdies ganz entscheidend für die Sicherheit, wie Lukas Bucht von SQlab betont. Dennoch ist die technische Sicherheit durch Materialien und Ausstattung wesentlich. Eines der bekanntesten am Markt ist das Mips-System, welches auch bei dem Großteil der Helme im Test verbaut ist.
Diese Technologie soll zusätzlichen Schutz bei schrägen Aufprallwinkeln bieten. Dazu besteht das System aus einer beweglichen Innenschale im Helm, die unabhängig von der äußeren Schale rotieren kann. Ein weiteres Schutzsystem in unserem Test ist die SLIDTechnologie vom Helmhersteller HJC. Hier wird in das Helmpolster ein spezielles Gel eingearbeitet und soll beim Aufprall die Energie absorbieren.
Um die jeweiligen Eigenschaften und Qualitäten der 18 Testprobanden im Detail herauszuarbeiten, haben wir diese in sechs Punkten miteinander verglichen. Nach der Anprobe wurde der Fahrtest auf Rad- und Feldwegen sowie bei Mountainbike-Modellen auf Trails durchgeführt. Hinzu kommen die Beschleunigungswerte (20 Prozent), welche bei einem Fallturmtest ermittelt wurden.
An einem Fallturm mit Schlitten wurde ein Testkopf mit einem Kopfumfang von 57,5 cm befestigt. Für ein gleichmäßiges Testergebnis wurden zwei Helme pro Modell am Testkopf befestigt, um die Beschleunigungswerte (g) zu messen. Mit einer Führung ausgestattet, wurden die Helme am Testkopf fixiert. Für ein klares Testergebnis wurden je zwei Helme pro Modell getestet. Je niedriger die beim Aufprall gemessenen Beschleunigungswerte sind, desto geringer ist das Gehirnerschütterungsrisiko bei einem Sturz.
Um die Kräfte auf dem Kopf im Falle eines Sturzes nachzuvollziehen, sei gesagt, dass bei der Formel 1 gerade mal eine Kraft von 5 g in Kurven entsteht.
Die Top-Ten Helme
- Poc Kortal Race Mips: Überragend (270 Euro, 395 g)
- Julbo Forest Evo: Sehr gut (200 Euro, 372 g)
- Abus Airbreaker: Sehr gut (250 Euro, 212 g)
- Fox Speedframe Pro: Sehr gut (180 Euro, 344 g)
- Sweet Protection Bushwhacker 2Vi Mips: Sehr gut (249 Euro, 430 g)
- O`Neal Blade Polyacrylite Strike: Sehr gut (200 Euro, 1219 g)
- Specialized Prevail 3: Sehr gut (290 Euro, 272 g)
- Oakley DRT5 Maven Mips: Sehr gut (200 Euro, 380 g)
- TLD Flowline SE: Sehr gut (190 Euro, 371 g)
- Bluegrass Rogue Core Mips: Sehr gut (170 Euro, 384 g)
Ausgewählte Test-Ergebnisse im Detail
Cube Trooper
Der Cube Trooper ist ein ausgezeichneter Helm für fast jedes Mountainbike-Abenteuer. Durch die Gesamtkonstruktion sowie das verwendete MIPS-System bietet der Helm ein Plus an Sicherheit im Falle eines Sturzes, aber auch der Tragekomfort und die Belüftung sind sehr gut. Die Verarbeitung des Trooper ist ausgezeichnet. Selbst bei genauer Betrachtung gibt es nichts zu beanstanden.
Scott Tago Plus
Scott schickt mit dem Tago Plus einen etwas gemäßigteren Trail-Helm in den Test. Die Helmschale ist hier weniger tief in den Nacken gezogen als bei vielen anderen Modellen im Test. Bei seitlichen Stürzen bedeckt der Scott so zwar eine etwas kleinere Fläche, dafür hat der Tago einen klaren Gewichtsvorteil auf seiner Seite - was sich wiederum auf den Tragekomfort niederschlägt. Auch beim Preis muss man hier nicht so tief in die Tasche greifen, wie bei vielen anderen Testkandidaten. 139,95 Euro ruft Scott für den Tago auf, was angesichts der soliden Ausstattung und der wertigen Verarbeitung durchaus angemessen erscheint.
Beim Rotationssystem setzt Scott bereits auf das hochwertigere Mips Evolve Core, das in seiner Form exakter auf die Form und Lüftungsöffnungen des Helms angepasst ist. Das umlaufende Verstellsystem lässt sich einfach in der Höhe verstellen. Die Gurtbänder sind sehr durchdacht und nah am Kopf geführt. Zudem lassen sich die Y-Teiler unter den Ohren verstellen.
Auf dem Kopf hat uns der Scott Tago vor allem mit seiner angenehmen Passform und der bequemen Polsterung gefallen. Der Helm sitzt sicher und wackelfrei, ohne dass man ihn besonders fest anknallen müsste. Alle von uns ausprobierten Sonnenbrillen passten problemlos unter den Helm.
Auf unserem Prüfstand liefert der Tago solide Werte im Mittelfeld ab. Der Schutz beim linearen Aufprall könnte noch etwas besser sein. Das Risiko einer Gehirnerschütterung senkt der Scott dagegen auf 19 Prozent - ein im Vergleich guter Wert. Im Vergleich zu den luftigsten Helmen im Test ist der Tago eher mittelmäßig belüftet. In unserer Wertung sortiert er sich knapp vor dem Fizik Kassis ein, aber auch hier schaffen es die Lüftungskanäle nicht, den Luftstrom zuverlässig bis zum Hinterkopf durchzuführen.
Bewertung und Fazit: Mit etwas besseren Laborwerten wäre der Scott Tago Plus ganz weit vorne gelandet. Sein Anpassungssystem ist top: Das gummierte Drehrad ist das beste im Testfeld, die Gurtführung ist perfekt, die Polsterung sehr bequem. Zudem ist der Tago leicht und passt auf viele Kopfformen. Seine Optik ist weniger radikal und auch für klassische Touren-Biker okay.
Infos & Preis - Scott Tago Plus
- Preis: 139,95 Euro
- Gewicht: 334 Gramm
- Größen: S 51-55, M 55-59, L 59-61
- Made in: China
- Farben: 9 Farben
- Rotationssystem: MIPS Evolve Core
- Ausstattung: MIPS; Y-Gurte, Nackenstütze und Visier verstellbar; Brillen-Port
- Messwerte:
- Restkraft bei linearem Aufprall: 107,5 g
- Risiko einer Gehirnerschütterung: 19 %
Smith Convoy MIPS
Der Smith Convoy MIPS ist ein leichter und komfortabel zu tragender MTB-Helm, der zudem mit der MIPS-Technologie ausgestattet ist. Auf das Nötigste reduziert, besitzt er ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis und ist vom Gravelbiken bis hin zu ausgedehnten Allmountain-Touren zu empfehlen. Die Verarbeitung des Helmes ist ausgezeichnet. Dank der MIPS-Technologie und dem dadurch ringsum frei laufenden Head-Ring passt sich der Helm gut der Kopfform an und es entstehen keine unangenehmen Druckstellen an der Stirn. Auch lässt sich die Höhe des Ringes am Hinterkopf stufenweise einstellen.
Der Smith Convoy MIPS verfügt über insgesamt 21 Öffnungen, die auch bei anstrengenden Uphills und sommerlichen Temperaturen für deutlich spürbaren Durchzug sorgen. Am Ende bekommt man mit dem Smith Convoy MIPS einen guten, komfortablen und sicheren Helm zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Fox Racing Speedframe
Am Ende ist der Fox Racing Speedframe ein optimaler MTB-Helm für die tägliche All-Mountain- oder Enduro-Runde und überzeugt mit Eigenschaften wie optimalem Komfort sowie Passform und biete viele kleine und nützliche Details.
Weitere Empfehlungen
Der Preis-Leistungs-Sieger Cube zeigt, dass auch günstige Helme für gerade mal 60 Euro eine super Passform besitzen und mit sämtlichen Features wie Mips, Mückennetz und abnehmbarem Visor ausgestattet sind. Besonders beim Fallturmtest hat er hervorragende Beschleunigungswerte erzielt.
Nicht zu toppen ist der urbane Helm von Nutcase. Aus diesem Grund unsere Empfehlung Urban. Ein absolutes Performance-Modell und unsere Empfehlung Road ist der Helm von Ekoi. Mit einem Gewicht von gerade mal 256 Gramm hat er zudem perfekte Lüftungskanäle und passt sich durch kinderleichte Bedienung angenehm an den Kopf an. Auf ganzer Linie hat Uvex überzeugt. Hier zeigt es sich, dass „Made in Germany“ immer noch einen aussagekräftigen Wert hat. Unser Testsieger und zugleich Helmheld Nr.
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