Mountainbike Herren Blau: Test und Vergleich

Die Zahl der erschwinglichen MTB-Modelle mit guter Funktion nimmt seit langem ab. Preise auf Neuwagenniveau, jenseits der 10.000-Euro-Grenze, sind dagegen längst keine Ausnahme mehr.

Testkandidaten im Detail

Eingepfercht zwischen Reisetaschen, Werkzeug und Foto-Equipment drängen sich dort „nur“ drei All Mountains zum Spartarif zwischen 2299 Euro 2529 Euro.

YT Jeffsy Core 1

Testkandidat eins ist das YT Jeffsy Core 1. Das Bestseller-All-Mountain bekam erst im vergangenen Herbst ein Update. Was ist neu? Bis auf die geradlinigere und reduzierte Formensprache erkennt man auf den ersten Blick keine gravierenden Unterschiede zum Vorgänger.

Die Veränderungen stecken im Detail: Eine modernere Geometrie sowie eine optimierte Kinematik sollen das Bike bergauf wie bergab noch fähiger machen. Besonders interessant für diesen Test ist aber die Preisgestaltung des neuen Jeffsy. Für nur 2499 Euro besitzt der Alu-Rahmen dieselben Features wie die Highend-Modelle aus Carbon.

Dazu zählen ein Flipchip, größenspezifische Kettenstreben und ein Innensechskant in der Hinterrad-Achse. Dass die Forchheimer diese Technologien auch zum kleinen Preis anbieten können, liegt unter anderem an ihrem onlinebasierten Geschäftsmodell. Im Gegensatz zu den beiden Fachhandelsmarken im Test vertreibt YT seine Bikes ausschließlich über das Internet. Die Kosten für den Händler entfallen. So bleibt in unserem Fall mehr Budget, um in ein sehr hochwertiges Chassis zu investieren. Und das, ohne zu große Kompromisse bei den Komponenten eingehen zu müssen.

Merida One Forty 400

Genau das ist bei unserem zweiten Testkandidaten der Fall: Der Alu-Rahmen des Merida One Forty 400 teilt sich ebenfalls die Funktionsmerkmale mit den bis zu 10.000 Euro teureren Carbon-Modellen. So kommt das Bike schon für 2299 Euro mit flexenden Sitz- und Kettenstreben anstelle zusätzlicher Lagerpunkte am Hinterbau. Alle Kabel verlaufen sauber integriert durch den Steuersatz ins Rahmen-innere und das Agilometer-Konzept erlaubt es dem Kunden, seine Größe anhand der bevorzugten Länge zu wählen.

Dank des Flipchips lässt sich das Bike auch im Mullet-Setup mit kleinem Hinterrad fahren. Volle Hütte also. Um das zu finanzieren, fährt Merida in puncto Ausstattung einen radikalen Sparkurs. So radikal, dass die Fachhandelsmarke sogar als einziger Hersteller auf einen 1x12-Antrieb verzichtet und Shimanos Hybrid-Gruppe Cues mit nur elf Gängen spezifiziert.

Marin Rift Zone 2

Der dritte Kandidat, das Marin Rift Zone 2 für 2529 Euro, verfolgt dagegen einen anderen Ansatz. Die Kalifornier haben mit dieser Modellreihe nur ein Ziel im Blick: großen Fahrspaß zum kleinen Preis. Stattdessen vertraut die Kultmarke bei allen drei Rift-Zone-Versionen auf ein simples Rahmendesign aus Alu-Rundrohren mit einem einfachen Viergelenker-Hinterbau.

Technische Gimmicks wie einen Flipchip, ausgefallene Formen oder Systemintegration sucht man vergebens. Dafür besitzt das Marin das mit Abstand beste Fahrwerk im Test, einen funktionalen Deore-Antrieb von Shimano und solide Reifen. Auch bei der Geometrie bleiben keine Wünsche offen. Ob Marin mit dieser Herangehensweise Preis und Leistung am besten in Einklang bringen kann, wird sich noch zeigen.

Der Praxistest

Mit 519 Metern ist er der höchste Berg im Bikeländ-Eberbach, wie die Badener ihren Trail-Park nennen. Schnell schlüpfen wir in unsere Bike-Klamotten, füllen die Kohlenhydratspeicher mit Gebäck auf und stimmen die Testbikes auf uns ab. Abfahrt.

Glaubt man der Trailkarte, umgibt uns aktuell ein Geflecht aus zwölf speziell für Biker angelegten Singletrails. Heute und morgen wollen wir mit den drei Budget-Bikes das Streckennetz einmal komplett durchkämmen. Mit einem maximalen Höhenunterschied von 270 Metern auf steilen und technisch anspruchsvollen Abfahrten sollte sich das Revier perfekt als Testparcours für unseren Vergleich eignen.

Teils ziemlich steile Schotterrampen, unterbrochen von zwei kürzeren Abfahrten, führen uns zum höchsten Punkt des Reviers. Hier wird schnell klar: Geringes Gewicht alleine reicht nicht aus, um im Anstieg abzuliefern. Auf dem Merida zeigt sich, dass vor allem die Effizienz des Fahrwerks und die Reifen darüber entscheiden, wie viel Zeit man bergauf einplanen muss.

Obwohl das Bike des Branchenriesen mit Pedalen fast die 18-Kilo-Marke knackt, würden alle Tester das Merida One Forty mit seinen leicht rollenden Reifen und dem antriebsneutralen Heck der leichteren Konkurrenz im Uphill vorziehen - und das bei zwei Kilo Mehrgewicht im Vergleich zum Marin Rift Zone 2, wohlgemerkt.

Die Abfahrt beinhaltet Sektionen aller Schwierigkeitsgrade: blau, rot und schwarz.

Und wie steht es um die Abfahrtsperformance? Alle Kandidaten verfügen zwar über erstklassige Geometrien, bei Merida und YT Jeffsy Core 1 stellten sich letztendlich aber das Fahrwerk und insbesondere die Federgabeln als limitierende Faktoren heraus. Das Marin Rift Zone sammelte dagegen mit einem gesunden Mix aus Spieltrieb und Souveränität, gepaart mit seiner überlegenen Fahrwerksqualität die meisten Punkte.

Alternative Mountainbikes

Marin, Merida und YT bedienen nicht als einzige Hersteller die 2500-Euro-Preisklasse. Wir zeigen fünf spannende Alternativen.

Rockrider Feel 700 LT

Spätestens seit der Einführung der neuen Feel-Modelle ist die Eigenmarke von Decathlon ihr Discounter-Image los. Das All Mountain ist nicht mehr nur erschwinglich, sondern auch top ausgestattet. Auch die Geometrie verspricht großen Fahrspaß.

Cannondale Habit 4

Newschool-Shredder kennen das Habit aus den Videos der Trickser-Crew 5010. Darin demonstrieren Superstars wie Josh Bryceland, was mit dem Allrounder alles möglich ist. Aber auch in vergangenen BIKE-Tests konnte das Habit schon punkten.

Polygon Siskiu T8

Die Marke Polygon wird vermutlich nicht jedem ein Begriff sein. Wer allerdings in der 2500-Euro-Klasse ein geländetaugliches All Mountain sucht, sollte das ändern. Denn das Siskiu bietet viel Federweg, eine stimmige Geometrie und top Komponenten.

Canyon Spectral 5

Geht es um All Mountains mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, führt kein Weg am Spectral des deutschen Versenders Canyon vorbei. Das Bike konnte in unseren Tests schon in sämtlichen Varianten und Ausbaustufen Bestnoten einfahren.

Radon Slide Trail 8

Auch bei Radon lautet die Devise schon immer: viel Bike für wenig Geld. So schnürt der Versandhändler auch im All-Mountain-Sektor bereits für 2199 Euro ein äußerst vielversprechendes Gesamtpaket. Absolutes Highlight: der Hauptrahmen aus Carbon.

Unser Test-Spot im “Bikeländ”

Von Heilbronn nach Heidelberg verläuft der Neckar in einem Tal. Am nördlichsten Knick, dort, wo die Itter in den Neckar mündet, befindet sich in einem kleinen Kessel die Gemeinde Eberbach. Einwohnerzahl: 15.000.

Mit der Zeit haben sich die Flüsse hier tief durch den Sandstein des Odenwalds gegraben und das perfekte Terrain für Mountainbiker modelliert. Der höchste Berg des Odenwalds, der Katzenbuckel, steht nur einen Sandsteinwurf weit von Eberbach entfernt.

Die Trails des sogenannten Eberbacher Bikeländ schlängeln sich links und rechts an den Hängen des Neckars. Insgesamt zwölf speziell angelegte Trails, allesamt von der anspruchsvolleren Sorte, lassen sich zu einer 44 Kilometer langen Tour mit 1800 Höhenmetern verbinden.

MTB-Fully Vergleich 2025

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Modell Verarbeitungsqualität Schaltung Vorteile Nachteile
Bergsteiger Kodiak 26 Zoll Hervorragend 21 Gänge hervorragende Verarbeitung, sehr stabile Konstruktion, mit vollgefedertem Hi-Ten-Stahlrahmen hohes Gewicht
Bikestar Aluminium Fully Kinder Mountainbike Gut 7 Gänge mit Scheibenbremsen, Federgabel, Scheibenbremsen relativ schwierige Montage
Bounty Full Suspension Mountainbike Gut 18 Gänge gutes Bremssystem, mit Reflektoren, mit Kettenblattabdeckung hohes Eigengewicht
Licorne Strong - - zu 90% vormontiert ohne Scheibenbremse hinten
Bikestar 4260184717613 Hervorragend 7 Gänge geringes Eigengewicht, mit Vollfederung, Scheibenbremsen vergleichsweise geringe Anzahl der Gänge, nicht für Erwachsene geeignet

MTB-Fullys-Kaufberatung

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Das Wichtigste in Kürze

  • Gute Schaltgruppen, Federelemente und Bremsen sind nicht ganz günstig, dafür aber besonders langlebig.
  • Bei steilen Abfahrten auf unbefestigten Wegen sind größere Federwege von Vorteil.
  • Bei häufigen Bergauffahrten und Touren wird hingegen eine weniger starke Federung als angenehm empfunden.

Viele Disziplinen im modernen Mountainbike-Sport sind mittlerweile ohne MTB-Fully nicht mehr ausführbar. Hierzu gehören u. a. Downhill, Freeride, Cross oder Enduro.

Welche MTB-Fully-Kategorien werden unterschieden?

Bei Mountainbike-Fullys (Full-Suspension-Bikes) gibt es verschiedene Kategorien, die sich hauptsächlich anhand ihrer Bauweise, Ausstattung und den Einsatzbereichen unterscheiden.

Art des MTB-Fullys Einsatzbereich, Federweg und Merkmale
Trail Fully Einsatz: vielseitig, für abwechslungsreiche Trails, geeignet für All-Mountain- und Enduro-Einsätze Federweg: ca. 120-150 mm vorne und hinten Merkmale: leichtes Gewicht, gute Balance zwischen Komfort und Effizienz, geeignet für längere Touren und technische Trails
All-Mountain Fully Einsatz: anspruchsvollere Trails, längere Touren mit technischen Passagen Federweg: ca. 140-160 mm Merkmale: robuster Rahmen, mehr Federweg für anspruchsvolleres Gelände, oft etwas schwerer als Trail-Bikes
Enduro Fully Einsatz: für technische Abfahrten, Wettkämpfe im Enduro-Bereich Federweg: ca. 150-170 mm vorne und hinten Merkmale: sehr robust gebaut, Fokus auf Abfahrtsperformance, aber auch noch bergauf fahrbar
Downhill Fully Einsatz: speziell für Downhill-Rennen und extreme Abfahrten Federweg: über 200 mm (oft bis zu 250 mm) Merkmale: extrem stabile Rahmen, schwere Komponenten, nur bergab genutzt
XC (Cross Country) Fully Einsatz: schnelle Rennen auf langen Strecken, leichte Trails Federweg: ca. 100-120 mm Merkmale: sehr leicht gebaut, effiziente Kraftübertragung, weniger Federungskomfort
Enduro/All-Mountain Hybrid Kombination aus Enduro und Trail - vielseitig einsetzbar mit moderatem Federweg.

Was zeichnet ein gutes MTB-Fully in der Ausstattung aus?

Ein gutes MTB-Fully sollte eine hochwertige Federung, zuverlässige Bremsen, eine breite Schaltbandbreite und robuste Komponenten bieten, um in anspruchsvollem Gelände sicher unterwegs zu sein und lange Freude am Rad zu haben.

Ausstattungsmerkmal Empfehlung
Rahmenqualität leichtes, robustes Material wie Carbon oder hochwertiges Aluminium Geometrie, die Stabilität und Kontrolle in anspruchsvollem Gelände bietet
Fahrwerk (Gabel und Dämpfer) hochwertige Federgabel mit ausreichend Federweg (z.B. 120-150 mm), ideal für technische Trails Hinterradfederung (Full-Suspension) mit gut abgestimmtem Dämpfungssystem für Komfort und Traktion
Schaltung zuverlässige Schaltgruppen (z.B. Shimano XT, SRAM GX oder Eagle) mit breitem Übersetzungsbereich für unterschiedliche Geländearten schnelle, präzise Schaltvorgänge
Bremsen hydraulische Scheibenbremsen (z.B. Shimano Deore, SLX, XT oder SRAM Level) für starke Bremskraft und Dosierbarkeit bei jedem Wetter
Laufräder und Reifen robuste, leichte Laufräder mit guten Felgen (z.B. tubeless-ready) Reifen mit Profilen passend zum Einsatzgebiet (All-Mountain, Enduro, Trail)
Komponenten leichte, langlebige Komponenten wie Sattelstützen, Griffe und Pedale Tubeless-kompatible Reifen für höheren Pannenschutz

Carbon oder Aluminium - welches Material ist die beste Wahl?

Bei einem MTB-Fully ist die Wahl zwischen Carbon und Aluminium für Rahmen, Lenker, Vorbau, Kurbelsatz und Antriebssystem eine Abwägung zwischen Gewicht, Haltbarkeit und Kosten.

Für den ambitionierten Fahrer, der Wert auf geringes Gewicht legt und bereit ist, mehr zu investieren, ist ein MTB-Fully aus Carbon die beste Wahl; wer hingegen auf Robustheit und Preis-Leistungs-Verhältnis setzt, trifft mit Aluminium die richtige Entscheidung.

Wie schwer ist ein modernes Fully-Mountainbike? „Leicht“ bedeutet bei einem Fully-MTB in der Regel um die 12 kg oder weniger, „schwer“ eher ab 14 kg aufwärts.

Wie wichtig ist die Federung bei einem MTB-Fully?

Die Federung bei einem Fully-Mountainbike ist sehr wichtig, da sie Stöße und Unebenheiten des Trails absorbiert und somit den Fahrkomfort sowie die Kontrolle verbessert.

Der Federweg bestimmt, wie viel Stoßabsorption die Federung leisten kann.

Der benötigte Federweg bei einem Fully-Mountainbike hängt von der Art der Trails ab, die Sie fahren möchten:

  • Leichte bis mittelschwere Trails (z.B. Cross-Country, All-Mountain): 100-130 mm Federweg sind in der Regel ausreichend.
  • Technische und anspruchsvolle Trails (z.B. Enduro, Downhill): 150-170 mm oder mehr Federweg bieten mehr Komfort und Kontrolle bei steilen Abfahrten, Sprüngen und technischen Passagen.
  • Downhill- oder Freeride-Fahrten: Hier sind oft 180 mm oder mehr Federweg notwendig, um extreme Stöße zu absorbieren.

Was ist besser für ein MTB-Fully-Bike: 27,5- oder 29-Zoll-Laufräder?

Wenn Sie viel auf technischen Trails unterwegs sind, enge Kurven mögen oder ein agiles Bike bevorzugen, sind 27,5-Zoll-Laufräder oft die bessere Wahl. Für längere Touren, schnelle Abfahrten und mehr Komfort eignen sich 29-Zoll-Räder besser.

27,5 Zoll (ETRTO: ca. 584 mm) 29 Zoll (ETRTO: ca. 622 mm)
+ besseres Handling und Agilität, da die Räder wendiger sind + geringeres Gewicht, was beim Beschleunigen vorteilhaft ist + besser geeignet für enge Trails, technische Passagen und schnelle Kurven + bessere Überrollfähigkeit bei Hindernissen und unebenem Gelände + höhere Geschwindigkeit auf langen Strecken durch größere Laufradgröße + mehr Traktion und Stabilität bei Abfahrten
- Überrollverhalten ist etwas schlechter im Vergleich zu größeren Rädern - weniger Komfort auf langen, rauen Strecken - weniger wendig, kann in engen Trails etwas schwerfälliger sein - etwas höheres Gewicht, was das Klettern beeinflussen kann - größerer Rahmenbedarf, was für kleinere Fahrer weniger komfortabel sein kann

Auf welche weiteren Komponenten sollten Sie laut diversen MTB-Fully-Tests besonders Wert legen?

Beim Kauf eines Fullys sollten Sie neben den großen Komponenten auch auf die Qualität der kleineren Bauteile achten, da sie maßgeblich zu Langlebigkeit, Wartungsfreundlichkeit und Fahrkomfort beitragen.

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