Wie alle anderen Gebrauchsgegenstände unterliegt auch das Fahrrad gewissen negativen Einflüssen, wie zum Beispiel Verschleiß oder aber auch einfach nur „dem Zahn der Zeit“. Dabei kommt es nicht immer darauf an, ob Sie Viel- oder Gelegenheitsfahrer sind. Im Falle einer springenden Fahrradkette ist ebenfalls der erste Schritt, sich auf die Suche nach der Ursache zu begeben.
Mögliche Ursachen und Lösungen
Oftmals ist eine falsch eingestellte Schaltzugspannung schuld an der springenden Kette. In den meisten Fällen springt die Kette am hinteren Schaltwerk, die vorderen Kettenblätter stehen für gewöhnlich zu weit auseinander.
Hier sind einige häufige Ursachen und Lösungsansätze, wenn Ihre Mountainbike-Kette springt:
1. Falsche Schaltungseinstellung
Beim Hochschalten hakt es oder die Kette überspringt gar einen Gang: Dann sollten Sie handeln, sich auf Fehlersuche begeben und die Schaltung am Mountainbike notfalls neu einstellen.
Stellen Sie im Anschluss den letzten sauber schaltbaren Gang vor dem Kettensprung ein. Springt die Kette über das erste oder letzte Ritzel muss zunächst der Schaltbereich am Schaltwerk eingestellt werden. Springt die Kette weiterhin muss wahrscheinlich die Zugspannung eingestellt werden.
Die Einstellschrauben für diesen Vorgang befinden sich für gewöhnlich am Lenker, direkt am Schalthebel. Durch das Drehen an der Schraube wird die Spannung erhöht bzw. gelöst. An dieser Stelle ist Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld gefragt.
Um die richtige und saubere Einstellung zu finden, sollten Sie die Schraube jeweils um ¼ Drehung bewegen und anschließend alle Gänge durchtesten.
Für eine einwandfreie Funktion des Schaltwerks an einer Mountainbike-Schaltung ist der je nach Modell leicht unterschiedliche Abstand zwischen Schaltwerk und Kassette wichtig.
Sram bietet für seine Eagle 1x12 MTB-Schaltwerke eine Montagemesslehre aus Kunststoff (Sram Chaingap Tool) an. Damit lässt sich der Abstand vom Schaltwerk zum Ritzelpaket haargenau einstellen.
2. Verschleiß von Kette und Ritzeln
Defekt und Verschleiß Das Schaltwerk funktioniert trotz korrekter Einstellung immer noch nicht? Weitere Gründe können verschlissene Ketten oder Ritzel sein.
Mittlerweile macht mein Fahrrad auch im Gang 7 und 8 hin und wieder, wenn ich sehr stark mit voller Bafang-Power in die Pedale trete laute Knackgeräusche. In der Regel sind dann die beiden Ritzel zu tauschen.
Ich finde die beiden kleinsten Ritzel sehen nicht mehr gut aus. Wenn die hier also schon "nicht mehr gut aussehen", dann erst recht.
In der Großaufnahme der Ritzel sieht man bei den beiden kleinen Ritzeln doch recht deutlich, dass sie die hier unter "Zahnform Ritzelverschleiß" sehr schön dargestellte Zahnform angenommen haben. Das bedeutet nicht, dass die anderen Ritzel noch gut sind.
Kontrolliere mal, ob alle Kettenglieder leichtgängig sind.
Hast du mal die Kettenlängung geprüft, wie lange fährst du die Kombi von Kette/Kassette? Da liegt das Problem.
3. Schaltauge
Das Schaltauge verbindet am Fahrrad den Rahmen und die Schaltung - genau genommen das Schaltwerk. Ist das Schaltauge - das meist aus Aluminium besteht und den Rahmen bei Stürzen schützen soll - stark verbogen, geht beim Schalten so gut wie nichts mehr.
Das Schaltauge ist ein unscheinbares Teilchen am Mountainbike, das oft dafür verantwortlich ist, dass die Schaltung nicht einwandfrei funktioniert. Man bemerkt es aber sofort, wenn es verbogen oder gebrochen ist.
Das Schaltauge fungiert als Sollbruchstelle zwischen Rahmen und Schaltwerk. Es soll beide vor gröberen Schäden schützen, wenn das Schaltwerk etwa an einer Wurzel oder einem Ast hängen bleibt.
Deshalb ist das Schaltauge aus sprödem Material gefertigt. Wird die Belastung zu hoch, bricht es. Bevor es knackt, kann es aber auch verbiegen.
Dann funktioniert die Mountainbike-Schaltung nur noch eingeschränkt, da die Flucht von Schaltwerk und Ritzeln nicht mehr stimmt. Bisweilen sind Schaltaugen sogar im Neuzustand leicht verbogen.
Um sie behutsam auszurichten, arbeitet man am besten mit einem speziellen Richtwerkzeug. Stark verbogene Exemplare tauscht man besser aus.
4. Weitere Ursachen
Und auch verschmutzte oder abgenutzte Schaltzüge verschlechtern die Schaltungsfunktion.
Also im Video steht das hintere schaltwerk meiste Zeit senkrecht nach unten, bewegt sich aber während des knackend nach vorne. Weist das nicht eher drauf hin, dass während des knacksens der untere, unbelastete Kettenteil das schaltwerk nach vorne zieht, also zb die Kette am kettenblatt verklemmt?
Aber natürlich sollte das Kettenblatt auch angesehen werden.
Was tun bei Problemen?
Die Suche nach der Ursache ist immer der erste Schritt zur Lösung. Im zweiten Schritt empfehlen wir meist den Versuch zu unternehmen, das Problem selbst zu lösen.
Je besser Sie Ihr Bike kennen, desto einfacher ist es. Zuviel Respekt vor der Technik hält gerade Hobbybiker oftmals ab, selbst Hand anzulegen.
Dabei lohnt sich ein genauer Blick um festzustellen, dass ein Problem mit etwas Einsatz und der nötigen Geduld manchmal gar nicht so unlösbar ist wie es scheint.
Tabelle: Mögliche Ursachen und Lösungen
| Ursache | Lösung |
|---|---|
| Falsche Schaltungseinstellung | Schaltzugspannung prüfen und einstellen, Schaltbereich am Schaltwerk einstellen |
| Verschlissene Kette oder Ritzel | Kette und Ritzel auf Verschleiß prüfen, ggf. austauschen |
| Verbogenes Schaltauge | Schaltauge richten oder austauschen |
| Verschmutzte oder abgenutzte Schaltzüge | Schaltzüge reinigen oder austauschen |
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