Mountainbikes & Kinder - diese Kombination hat in den letzten Jahren geboomt. Doch die Frage nach dem passenden Mountainbike für Kinder ist für Eltern oft eine Qual. Das Mountainbike ist für Kinder und Jugendliche nach wie vor die beste Alternative zu Smartphone und Playstation. Denn statt stundenlangem passiven Bildschirm-Glotzen kann man sich mit dem Mountainbike herrlich an der frischen Luft bewegen.
Was sich prima anhört, kann aber auch für so manchen Schock bei Eltern sorgen. Denn Mountainbikes für Kinder und Jugendliche sind teuer. Wer ins Material-Wettrüsten - wie man es bei manchen MTB-Kinderrennen sieht - einsteigen will, kann gut und gerne 1.500 € und mehr für ein Jugend-Mountainbike ausgeben.
Worauf man bei einem 24-Zoll-Mountainbike achten sollte
Kinderräder galten lange als schwieriges Geschäft, hochpreisige Modelle sowieso. Doch so langsam scheint sich das zu ändern, was auch mit der Wertigkeit des Fahrrades an sich zu tun hat. Vor zehn Jahren hätte man sich nicht vorstellen können, dass sich Millionen von Menschen E-Bikes für mehrere Tausend Euro kaufen.
Und warum auch nicht? Auch Kinderräder sind längst kein selten genutztes Spielzeug mehr, sondern Teil moderner Familienmobilität, dazu Sportgerät und technisches Faszinosum. Klar wollen die Kids am liebsten auf Bikes, die technisch an jene von Mama und Papa angelehnt sind. Hierfür hat sich in den letzten Jahren viel getan. MTBs ohne Scheibenbremsen gibt es nicht mehr, solche mit Dreifach-Kettenblatt nur noch in den untersten Preisklassen.
Das ist gut und noch besser, wenn es um Kinder-MTBs geht - die profitieren nämlich besonders von Funktionssicherheit und technischer Reduzierung. Und das merkt man den hier vorgestellten Modellen an. Die teureren Ausführungen wiegen allesamt nur zwischen neun und elf Kilo, was für Kinderräder sehr wenig ist. Zwei Bikes sind mit sensibel ansprechenden Luftfedergabeln ausgestattet, eins mit einer topmodernen Elfgangschaltung, und sogar ein Modell mit Carbonrahmen ist dabei.
Bei Preisen bis zu tausend Euro kann man natürlich kurz mal schlucken - nicht vergessen darf man aber, dass gerade hochwertige Kinderräder auf dem Gebrauchtmarkt sehr begehrt sind und zu hohen Preisen weiterverkauft werden können.
Die Top-Modelle im Test
Im Folgenden werden einige der getesteten 24-Zoll-Mountainbikes genauer betrachtet:
- Bulls Tokee Ultra Lite: Das Bulls ist eigentlich das teuerste Bike im Test, dabei aber in Sachen Preis-Leistung kaum zu schlagen. Seine Highlights sind ein leichter Carbonrahmen, was beim Kinder-MTB ein absolutes Alleinstellungsmerkmal darstellt, sowie die Luftfedergabel, die ans Körpergewicht des Kindes angepasst werden kann und damit feinfühlig anspricht und bestens funktioniert.
- Cannondale Cujo: Ein Bike für kleine (bzw. die Kinder von) Puristen stellt Cannondale mit dem Cujo vor. An den leichten Aluminiumrahmen mit der schönen FlipFlop-Lackierung kommt eine ebensolche Forke statt einer Federgabel, was gerade für Einsteiger ein gutes Fahrtechnik-Training ist. Um die Sache aber nicht allzu schwierig zu machen, ist das Cujo mit 2,6 Zoll breiten Reifen ausgestattet, die mit ihrem großen Volumen top in Sachen Stoßdämpfung und Fahrbahnhaftung sind.
- KTM Wild Speed Disc: Das KTM macht einen durchaus vielversprechenden Eindruck mit seinem schönen Alu-Rahmen in der auffälligen Hausfarbe, bei dem Schaltzug und Bremsleitung im Unterrohr geführt werden. Und auch der mit 549 Euro günstige Preis lockt, entspricht das Rad mit 1x-Antrieb doch modernen Standards.
- Scott Scale RC 400: Das Gewicht des RC 400 muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Kaum mehr als neun Kilo wiegt das Rad inklusive Pedalen, was beim Handling gerade für Kinder einen deutlichen Unterschied macht. Wobei das kompakte Rad, das schon von Kindern um 1,15 Meter gefahren werden kann, die Testpilotinnen und -piloten mit seiner unauffälligen Optik nicht auf Anhieb ansprach.
- Woom Off Air 5: Woom hat sich mit federleichten Kinderrädern einen guten Namen erarbeitet, auf den vor allem Eltern anspringen. Das Testteam selbst reagierte anfangs verhalten, was aber eher auf die zurückhaltende Lackierung des Off Air 5 zurückzuführen ist, das nicht wie sonst bei Woom in diversen kräftigen Farben zu haben ist.
Weitere getestete Modelle
Etablierte Hersteller, wie Marin und Scott bauen ihr Kinder-Portfolio beständig aus. Damit aber nicht genug: Bislang weniger bekannte Labels, wie Roko.Bike, geben mächtig Gas und werben um die Gunst der Familien. 24-Zöller mit Starrgabel versprechen günstigere Preise und ein niedrigeres Gewicht. Derweil können 24-Zoll-Hardtails mit Federgabel schon ernstzunehmende Spaß-Geräte für erste Sprünge und immer anspruchsvollere Abfahrten sein.
Das Angebot klafft weit auseinander, weshalb wir uns drei der aktuell interessantesten Optionen zur Brust genommen haben. Unser Schnell-Check zeigt, wie spannend der Markt für Kinder-Mountainbikes für 700 bis 1100 Euro sein kann.
In vielen Kindern stecken schon ernst zu nehmende Mountainbiker. Die neuesten 24-Zoll-Mountainbikes zeigen: Ihr Material muss dem der Erwachsenen heute in Nichts mehr nachstehen.
Drei interessante Optionen im Detail
Diese drei Kinder-MTBs sind klasse, aber nur die Spitze des Eisbergs. Das große Angebot an tollen 24-Zoll-Bikes macht es für Eltern schwer eine gute Kaufentscheidung zu treffen.
- Marin San Quentin 24: Traditionshersteller Marin widmet sich dem Thema Kinder-Mountainbikes schon seit langer Zeit ausgiebig. Erst kürzlich stellten die Kalifornier eine große Palette unkomplizierter Kinder-Bikes mit Starrgabel vor. Bei Ausflügen ins Gelände könnte das Marin San Quentin 24 der richtige Begleiter sein. Genau, wie beim großen Bruder für Erwachsene, handelt es sich auch beim 24-Zoll-Modell des San Quentin um ein Trail-Hardtail.
- Roko.Bike 24: Vom kleinen Label Roko.Bike hat man in Deutschland wahrscheinlich noch wenig gehört. Zeit das zu ändern, denn die Polen haben sich auf leichte und günstige Kinderbikes spezialisiert. Erst seit 2022 ist das junge Unternehmen im Geschäft. Aktuell bedient Roko.Bike vor allem den polnischen Markt. Die Bikes sind über die Homepage aber auch hierzulande erhältlich, der Versand ist kostenlos.
- Scott Scale RC 400: Dank Fahrern, wie Nino Schurter und Kate Courtney, dürfte Scott-Sram-MTB-Racing eines der berühmtesten Crosscountry-Worldcup-Teams überhaupt sein. Der Modellname Scale ist deshalb kein unbekannter, sondern zieht sich vom Profi-Sportgerät bis zum Kinder-MTB durch die Hardtail-Produktpalette von Scott. Am 24-Zoll-Modell bleibt die Waage dank Alu-Starrgabel schon bei knapp über 9 Kilo stehen.
Weitere wichtige Aspekte beim Kauf
Für unsere Kaufberatung berücksichtig wir alle für das Fahrerlebnis relevanten Baugruppen eines Kinderbikes. Wir haben dabei immer auf die altersspezifischen Bedürfnisse von Kindern geachtet. Denn wer sich tiefgründig mit dem Thema Kinderfahrrad beschäftigt wird feststellen: Jede Laufradgröße bringt ihre eigene Herausforderungen mit sich.
Wir unterscheiden Kinderfahrräder in drei Arten. Ab einer Laufradgröße von 24 Zoll lohnt es sich über eine Federgabel nachzudenken. Davor fährt man mit einer starren Gabel nicht nur günstiger, sondern meist auch besser. Wenn die Entscheidung für eine Federgabel gefallen ist, sollte man unbedingt ein Bike mit hochwertiger, luftgefederter Gabel kaufen. Gabeln mit einer Stahlfeder machen in den aller meisten Fällen keinen Sinn.
Bikes mit guten Federgabeln sind teuer. Wer nicht bereit ist über 600 € auszugeben fährt auch im 24 Zoll Bereich ohne Gabel besser.
Die richtige Größe finden
Verlass dich bei der passenden Größe fürs Fahrrad deines Kindes nicht auf allgemeine Alters- und Zoll-Empfehlungen! Ermittle die Innenbeinlänge deines Kindes und gleiche sie, zusätzlich zur Körpergröße, mit den genauen Größenempfehlungen des Herstellers ab. Beim ersten Fahrrad ist es extrem wichtig, dass die kleinen Kinder im Sattel sitzend mit den Füßen zum Boden kommen. Ab einer Laufradgröße von 20 Zoll wird eine ergonomisch korrekte Sitzposition zum in die Pedale treten wichtiger.
Tendenziell gilt für Fahranfänger darf das Rad lieber zu klein als zu groß sein. Fortgeschrittene Fahrer profitieren dagegen eher von größeren Laufrädern.
Leichtbauweise und Ausstattung
Kinder freuen sich bereits beim ersten Fahrrad über ein leichtes, kindgerechtes Modell. In der Regel ist ein Mountainbike vor allem für die ersten Fahrversuche im Alter von 2,5 bis 4 Jahren die beste Wahl. Etwas mehr Geld zu investieren, lohnt sich. Denn so haben Kinder nach dem Umstieg vom Laufrad direkt Spaß am Radfahren.
Bei der Radgröße gilt: Nicht raten, sondern Körpergröße und Innenbeinlänge messen. Manche haben bereits mit 3 Jahren die Größe für ein 16 Zoll Bike. Andere sind noch besser auf einem 14 Zoll Bike aufgehoben. Es muss nicht unbedingt ein Woom oder Puky sein!
Weitere Tipps für den Kauf
- Lass dich beim Kinderfahrrad-Kauf nicht zu sehr von angesagten Marken blenden und fixiere dich nicht von vornherein auf einen bestimmten Hersteller.
- Hochwertige Kinderfahrräder bekommt man bereits unter 500 € - vor allem in den Größen bis 20 Zoll. Aber diese Highend-Räder machen in den wenigsten Fällen Sinn!
- Man muss nicht zwingend so viel Geld ausgeben, um den eigenen Kindern den Spaß am Radfahren näherzubringen. Auch mit einem leichten Hardtail können Sie Mama oder Papa auf einfachen Entdeckungstouren im Wald begleiten.
- Wer Geld sparen will tut gut daran, auf nicht zwingend nötige Bauteile wie eine Federgabel zu verzichten. Gute Kinderbikes müssen nicht unendlich teuer sein.
- Bei 16 Zoll Bikes sollte man prinzipiell auf eine Schaltung verzichten. Ab einer Größe von 20 Zoll und mehr sind die einfache Bedienung der Gangschaltung und kindgerechte Schalthebel sind das A und O! Wir empfehlen Kettenschaltungen mit 1x-Antrieb. Nabenschaltungen machen die Kinderfahrräder oft schwer.
Der Fahrradkauf ist komplex, der Kinderfahrradkauf ist aber noch komplizierter. Warum? Man kann sich als Erwachsener einfach extrem schwierig in die Bedürfnisse von Kindern beim Radfahren hineinversetzen. Und mit jedem Jahr, indem das Kind älter wird, ändern sich die Bedürfnisse.
Die Qual der Wahl: Welches Mountainbike ist das Richtige?
Welche Mountainbikes für Kinder geeignet sind und was beim Kauf wichtig ist: Hier unsere Community-Favoriten und Experten-Tipps für Kinder-MTBs von woom, Puky, S’COOL und Co.
Wir haben recherchiert, auf welche Kriterien man bei einem Kinder-Mountainbike achten sollte. Zusätzlich haben wir auch mit Marcus Degen von Velomotion im Rahmen unseres Podcasts Dad’s Talk darüber gesprochen, welche Kaufkriterien aus seiner Sicht beachtet werden sollten. Und die Väter und Eltern aus der Dad’s Life Community haben wir befragt, was sie von E-Bikes für Kinder halten.
Wie bei allen Kinder-Fahrrädern gilt es auch bei MTBs zunächst, die richtige Größe (hier 24“) zu wählen. Ein breiter Lenker und breite Reifen mit tiefem Profil sind zwei der Merkmale eines Mountainbikes.
Für Einsteiger empfehlen Experten ein Mountainbike mit Federung vorne, nicht gleich ein Fully.
Unsere Favoriten für Kinder-Mountainbikes:
- Premium-Modell ab 6 Jahre: woom OFF 4 (20 Zoll)
- Klassiker ab 8 Jahre: Puky Kinder-Mountainbike
- Preis-Leistungs-Tipp ab 8 Jahre: Bergsteiger Montreal
- Elektro-MTB ab 12 Jahre: S’COOL e-troX
Zusammenfassung der Testergebnisse
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass alle 24-Zoll Mountainbikes in unserem Test auf ihre Art überzeugen konnten. Wir haben uns deshalb entscheiden, allen fünf Kinderbikes ein Velomotion Gütesiegel mit der Note sehr gut zu geben.
- Das Scott Scale war das leichteste Rad im Test.
- Das Bulls Tokee Ultra Lite überzeugt mit seiner technisch herausragenderen Ausstattung, vor allem wegen des Carbon-Rahmens.
- Das Cannondale 24-Zoll MTB zeigt tolle Off-Road Eigenschaften, vor allem wegen der sehr breiten Reifen.
- Beim Wild Speed Disc von KTM muss man unter anderem bei der Federgabel einige Abstriche machen. Trotzdem ist es absolut empfehlenswert, da es preislich attraktiv ist.
Weitere empfehlenswerte Modelle
Ghost hat seinen Firmensitz in Bayern und ist vor allem für seine hochwertigen, sportlichen Bikes bekannt. Mit dem KATO 24 PRO gehen die Bayern einen klassischen Weg für Kinder Mountainbikes. Mit dem KATO 24 PRO lässt sich nicht nur perfekt das Radfahren erlernen, sondern auch bereits in leichtes Gelände abbiegen.
Die Anbauteile und die Verarbeitung des Bikes hinterlassen einen wertigen Eindruck.
Ausstattung und Details des Ghost KATO 24 PRO
- Federgabel: Auch die RST Gabel im KATO 24 PRO kann man leider nur in einem gewissen Bereich auf das Körpergewicht des Fahrers anpassen.
- Reifen: Die 2,35 Zoll Schwalbe Reifen haben einen Vorteil: Durch ihr relative hohes Volumen vermitteln sie sowohl im Gelände als auch auf der Straße ein Gefühl von Sicherheit.
- Bremsen: Die hydraulische Funktionsweise der Tektro Scheibenbremsen minimiert die nötige Handkraft beim Verzögern auf ein Minimum.
- Schaltung: Am KATO 24 PRO fällt die Bandbreite mit 382 % sehr üppig aus. Da steht dem sportlichen Einsatz nichts im Weg.
Die Entwicklung des Marktes für Kinder-Mountainbikes
24 Zoll gilt für viele Kinder-Bikes als das perfekte Mittelmaß zwischen kleinen 20 Zoll und größeren 26 oder gar 29 Zoll Laufrädern. Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema Kinder-Mountainbikes auseinandersetzt, wird deshalb überrascht sein, wie groß die Vielfalt an 24-Zoll-Rädern inzwischen ist.
Ein 24-Zoll Mountainbike ohne Dreifach-Kettenblatt zu bekommen, war vor vier Jahren noch fast unmöglich. Inzwischen hat sich das Konzept eines soliden Kinder-MTBs mit Starrgabel und 1x-Antrieb durchgesetzt, und wer seinen Kindern ein Rad mit diesen Ausstattungsdetails gönnt, kann sicher sein, solides, vielseitiges und nicht zu schweres Material zu erwerben. Und auch wenn statt der Scheibenbremsen noch V-Brakes montiert sind, kann man bedenkenlos zugreifen: Die einfach aufgebauten Felgenbremsen sind kräftig genug, dabei günstig und leicht zu warten.
Wer deutlich mehr investiert, wünscht sich natürlich eine lange Nutzungsdauer und sollte den Nachwuchs deshalb nicht zu spät aufs 24er Rad steigen lassen. Genau aus diesem Grund bietet die Industrie Rahmen mit kurzem Sitzrohr an, was schon mittelgroßen Grundschulkindern den Aufstieg ermöglicht. Die nächste Laufradgröße ist dann nach zwei bis spätestens drei Jahren dran.
Viel Zeit, sich ans echte Offroad-Bike zu gewöhnen, bleibt da nicht. Kinder, die mit neun Jahren noch kein großes Interesse am Geländeradeln haben, kommen also auch mit einem konventionellen 24er Sportrad klar.
Bikes mit Federgabel eignen sich vor allem für junge Fahrerinnen und Fahrer, die ambitioniert unterwegs sind und die Vorzüge der Federung wirklich nutzen können. Eltern sollten bedenken, dass eine Federung dauerhafter Wartung bedarf.
Was die Nutzung angeht, weisen bereits die fünf hier vorgestellten Räder in unterschiedliche Richtungen. Ein Bulls mit Carbonrahmen ist ein reines Sportgerät, das pfleglich behandelt werden sollte und wenig Erweiterungsmöglichkeiten bietet - perfekt für Kids, die mit den Eltern biken gehen und richtig Spaß daran haben. Ein Alu-Starrbike wie das Scott wiederum lässt sich problemlos zum Alltagsrad umbauen, oder man schraubt für eine längere Radtour einen Gepäckträger dran.
Preiswerte Alternative: Canyon Grand Canyon Young Hero
Für 599 € ist das Grand Canyon Young Hero eine preislich attraktive Alternative. Canyon bietet mit seinem Grand Canyon Young Hero eine preislich vernünftige Alternative.
Auf ein 24-Zoll-Bike passt man ca. ab einer Körpergröße von 125 cm. Unsere Erfahrungen decken sich beim Canyon Young Hero 24 mit der Empfehlung des Herstellers.
Gerade bei Kindern ist es wichtig, nicht nur die Laufrad- und Rahmengröße im Blick zu behalten. Das Canyon Grand Canyon kommt ab Werk mit einem 760 mm breiten Lenker - was für Kinder in der passenden Größe deutlich zu breit ist. Wir haben deshalb nach der ersten Testfahrt den Lenker links und rechts um jeweils 8 Zentimeter mit einer Eisensäge gekürzt. Mit 600 mm Breite ist man gut aufgestellt. Außerdem haben wir die 300 mm lange Sattelstütze so weit gekürzt, dass sich der Sattel maximal im Rahmen versenken lässt. In der Werkskonfiguration war das nicht möglich.
Bei Kindern hat das Thema Gewicht - aufgrund ihres geringeren Körpergewichts - eine übergeordnete Bedeutung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es bei diesem Gewicht bereits eine Federgabel und Scheibenbremsen an Bord hat. Unsere Marktanalyse zeigt: Wer eine Federgabel will, ist mit dem Gewicht von 11,5 Kilo gut dabei.
Federgabeln sind cool. Und genau deshalb wollen fast alle Kinder eine solche haben. Ab einer Laufradgröße von 24 Zoll macht das auch Sinn - davor sind Federgabeln eher ein unnötiger Ballast. Leider verbaut Canyon eine SR Suntour-Gabel mit Stahlfedern. Sie spricht zwar feinfühlig an, lässt sich aber nur bedingt auf sehr leichte oder eher schwerere Kinder einstellen. Eine Pille, die man in diesem Preissegment schlucken muss. Denn eine hochwertige Luftfedergabel kostet fast so viel wie hier das ganze Bike.
Die 9-Gang-Shimano-Cues-Schaltung ist robust, hat Schalthebel, die extra für kleine Hände ausgelegt sind, und stellt mit dem großen 46er-Ritzel an der Kassette auch einen leichten Klettergang bereit - ohne dass Kinder einen zweiten Schalthebel für den Umwerfer an der Kurbel bedienen müssen. Ähnliches gilt für die Tektro-Scheibenbremsen: Die Bremshebel lassen sich gut auf Kinderhände einstellen. Vor allem aber verzögern die Bremsen auch mit wenig Handkraft zuverlässig.
Das Canyon Grand Canyon ist ein echtes Mountainbike, zeigt bei den Rahmendetails aber auch eine pragmatische Seite. Am Unterrohr ist Platz für ein Bordo-Schloss, und am Oberrohr gibt es einen zusätzlichen Montagepunkt für ein kleines Täschchen - z. B. für Snacks oder den Haustürschlüssel. Canyon hat mit dem Grand Canyon Young Hero ein sinnvolles, bezahlbares und robustes Bike auf die Laufräder gestellt.
Das Bike begeistert Kinder und hat durchdachte Details. Mit guter Bremse und soliden Reifen ist der Nachwuchs auch im richtigen Gelände sicher unterwegs.
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