Ein Mountainbike mit Schutzblech bietet vor allem bei schlechtem Wetter Schutz vor Dreck und Schmutz. Gerade, wenn Sie mit Ihrem Fahrrad gerne auch mal im Winter oder auf unwegsamem Gelände „im Dreck“ unterwegs sind, lohnt sich also definitiv die Anschaffung eines guten Fahrrad-Schutzblechs.
Die Funktionsweise ist dabei durchaus interessant: Denn bei Regen oder feuchtem Wetter auf unwegsamen Wegen wird der Schmutz und Dreck über das Reifenprofil aufgenommen und dank der Rotation der Räder und der Gravitationskraft wieder an den Boden abgegeben. Ihnen wird dabei schnell klar, dass das auf der Vorderseite direkt senkrecht zur Lauffläche ist, also direkt vor dem Fahrer in die Luft fliegt.
Doch dabei kann man auch bei Schutzblechen auf dem Radmarkt gerne mal den Überblick verlieren. Unser Fahrrad Schutzblech Test sagt Ihnen alles über Material und die passende Größe Ihres Schutzblechs. Darüber hinaus erfahren Sie noch einiges über potenzielle Extras wie abnehmbare Schutzbleche und ähnliches.
Wir haben uns daher die beliebtesten und vielversprechendsten Modelle genauer angeschaut, damit du den perfekten Mudguard für dein Rad und Einsatzgebiet findest.
Testumgebung und Bewertung
Das Setup für unseren Praxistest der Schutzbleche war durchaus speziell: Ein Testfahrer im weißen Maler-Overall durchfuhr fünfmal eine felgentiefe, etliche Meter lange Schlammpfütze. Danach war sehr sichtbar, was die Schmutzschützer leisten - oder auch nicht… Bis zum Knie oder halben Oberschenkel gibt es keine Rettung, doch den Rest hielten die guten Konstruktionen einigermaßen sauber.
Die mit Abstand wichtigste Anforderung an einen Mudguard ist das Sauberhalten von Gesicht und Augen. Wer bleibt schon gerne stehen und pult Dreckpartikel aus dem Auge oder möchte seine Brille alle paar Meter putzen? Was fast genauso nervt, wie Matsch im Auge, ist ein lautes Rad. Darum sollten die Mudguards weder klappern noch irgendwelche anderen Geräusche von sich geben.
Auch das Material spielt eine große Rolle. Es sollte so flexibel sein, dass der Mudguard bei einem Crash nicht gleich bricht, aber steif genug, dass er sich bei einer Ausfahrt nicht verbiegt, dadurch den Mantel berührt und zu schlagen beginnt.
Einzelne Modelle im Test
Hier eine Übersicht einiger getesteter Modelle und ihrer Eigenschaften:
1 - Crud XL Fender / Rear Fender
Setpreis ca. 65 Euro (online)
Länge v/h: 62/64 cm
Gewicht v/h: 194/168 g
Mit dem Fender XL fürs Vorderrad haben die Briten einen Treffer gelandet. Viel Länge vorne, daher guter Schutz fürs Gesicht. Unser Tipp fürs Vorderrad. Die werkzeuglose Montage mit sechs straffen Gummiringen ist wackelfrei, die mittig geteilte Konstruktion lässt Luft zum Reifen.
Der hintere Schützer lässt für den Federweg am Fully zwangsläufig viel Luft zum Reifen. Entsprechend mäßig ist der Schutz - eher ein Teil für Hardtails. Die Montage an der Sattelstütze erfordert einen 5-mm-Innensechskant. Technisch solide, aber kein Siegertyp. Leider nur online bestellbar.
2 - Mucky Nutz MugGuard front/rear
Setpreis 77 Euro
Länge v/h: 62/82 (44) cm
Gewicht v/h: 110/225 g
Der vordere Schmutzschutz von Mucky Nutz ließe sich wohl nur mit Kabelbindern sinnvoll montieren. Die beigelegten Klettstreifen sind fummelig und wenig haltbar. Zudem halten sie den sehr flexiblen Schützer kaum vom Reifen weg. Aus unserer Sicht wenig empfehlenswert.
Das Hinterradmodell kann dagegen glänzen. Es bietet die größte Winkelverstellung und passt daher auch für Hardtails oder Hinterbauten außerhalb des Viergelenker-Mainstreams. Es sitzt solide. Die montierte Verlängerung ist per Daumendruck schnell entfernt. Guter Schutz und gute Konstruktion.
3 - SKS Mudrocker Set
Setpreis 65 Euro
Länge v/h: 50/65 (bis 85) cm
Gewicht v/h: 122/266 g
SKS liefert das ausgeglichenste Set im Test. Beide Teile sind in Sachen Schutz und Montage richtig gut, auch wenn keines Maßstäbe setzt. Vorne bietet nur SKS mit beigelegtem Adapter die Möglichkeit zur direkten Schraubmontage an geeigneten Gabelbrücken, aber auch die relativ breiten Klettriemen halten beide Schützer sicher am Platz.
Der hintere Schützer ist in zwei Winkeln montierbar und lässt sich durch beigelegte Extensions um je etwa zehn Zentimeter nach vorne und hinten verlängern. Wir haben auf die hintere Verlängerung verzichtet, weil sie das sichtbare Schwänzeln verstärkt hätte. Ein Plus: das umfangreiche Befestigungsmaterial im Lieferumfang.
4 - Topeak Tetrafender Set
Setpreis 65 Euro
Länge v/h: 54 (38)/55 (32) cm
Gewicht v/h: 230/360 g
Topeak treibt für seine Schlammfänger maximalen Aufwand: Die ohnehin solidesten Klettriemen im Test lassen sich mit einem Schräubchen weiter straffen, die Metallstreben sind verstellbar, beide Schützer lassen sich werkzeugfrei verkürzen und verlängern. Das wiegt. Das Set ist über 200 Gramm schwerer als die meisten Mitbewerber und in der Erstmontage etwas aufwendiger anzupassen.
Mit gut durchschnittlichem Schutz vorne und einem etwas zu knapp bemessenen Abweiser am Heck hält das Set bei der Schutzwirkung nicht ganz das Niveau der Fertigungsqualität.
5 - Unleazhed MR02/M02 Set
Setpreis 75 Euro
Länge v/h: 51/76 cm
Gewicht v/h: 115/217 g
Das Set des deutschen Herstellers Unleazhed ähnelt auf den ersten Blick dem SKS-Angebot. Im direkten Vergleich zeigen sich unterschiedliche Qualitäten: Unleazhed begnügt sich bei seinem etwas leichteren Set mit schmaleren Klettbändern, auch die Gummi-Auflagen zwischen hinterem Schützer und Rahmen sind etwas fummeliger geraten.
Deutlich besser als beim Mitbewerber ist aber die Schutzwirkung des hinteren Schlamm-Catchers. Der üppig lange Schützer ist durch dreidimensionale Versteifungen auf der Innenseite weniger schwingungsanfällig. So kann er seine Länge und Breite souverän ausnutzen. Keiner im Test hielt den Rücken sauberer.
SKS Mudrocker Front im Detail
Wenn ihr den Mudguard von SKS an eurem Rad montieren wollt, habt ihr die Wahl zwischen Klett, Kabelbindern und Schrauben. SKS fertigt den MUDROCKER FRONT in Deutschland. Für 29,99 € bekommt ihr einen 490 mm langen Mudguard und all das benötigte Zubehör, um den Mudguard entweder mit Kabelbindern, Klett oder Schrauben zu befestigen.
Dank der unterschiedlichen Befestigungsarten schwankt das Gewicht zwischen 120 und 147 g. Durch den universellen Fit des SKS MUDROCKER gibt es nur sehr wenige Federgabeln, zu denen er nicht passt.
Die schnellste und von uns bevorzugte Montagearten ist die Klettmontage mit den drei mitgelieferten Straps. Solltet ihr eine Lösung für eine längere Zeit suchen, könnt ihr die Straps auch einfach durch Kabelbindern ersetzen. Es gibt zudem noch eine weitere Möglichkeit: Ihr könnt den Mudguard auch an eure Gabelbrücke schrauben.
Beim Wackeltest in der Werkstatt nach der Montage sitzt der Mudguard stabil in der Federgabel. Das spiegelt sich auch bei den Testfahrten durch eine angenehme Stille des Mudguards wider. Auch bei der Schutzwirkung kann SKS überzeugen, denn selbst unter widrigsten Bedingungen bleibt unser Gesicht sauber. Zwar liegt der Spritzschutz, genau wie die Länge, etwas unter dem Niveau von Mucky Nutz und Mudhugger. Das restliche Testfeld kann der SKS MUDROCKER jedoch übertrumpfen. Genau wie unser Gesicht bleiben auch die Gabeldichtungen frei von Matsch.
Der SKS MUDROCKER FRONT hat uns voll und ganz überzeugt. Er liefert einen ausgezeichneten Schutz für Gesicht und Gabeldichtungen. Dazu kommt die schnellste Montage im Test, die dank Klett auch kein Werkzeug benötigt. Somit ist es kein Problem, den MUDROCKER an einem matschigen Tag noch schnell an die Gabel zu montieren. Solltet ihr den Mudguard länger als einen Tag benötigen, könnt ihr ihn mit Kabelbinder oder Schrauben dauerhaft befestigen.
Weitere getestete Produkte
Neben den oben genannten Modellen wurden auch noch diverse andere Schutzbleche getestet, darunter:
- Velmia Fahrrad Schutzblech
- SKS Germany Mudrocker Rear
- SKS Set Schockklinge + X-Klinge
- Unleazhed M02
- SKS GERMANY Shockblade Schutzblechset
- Topeak Set DeFender M1 & M2
- RBRL RL-910F/R
- Bergsteiger Schutzblech-Set
- Spgood Fahrrad Schutzblech Set
- Nicedack NK-02FD
- Fischer Spritzschutz-Set
- Zefal Deflector FM20
Die Qual der Wahl: Welches Schutzblech passt zu mir?
Je nach Fahrradtyp und Ausstattungsniveau gehört ein Fahrrad Schutzblech bereits zur Grundausstattung eines Bikes. Und das aus gutem Grund, überzeugt das Schutzblech doch gerade im Alttagseinsatz beim gemütlichen Fahren durch die Straßen Ihrer Stadt. Ein Radschutz zur Montage an Ihrem Mountainbike lohnt sich definitiv, da Sie mit Ihrem MTB vermutlich oft in schlammigen oder dreckigen Gefilden unterwegs sind.
An den meisten Citybikes und Trekkingrädern sind bereits standardmäßig Schutzbleche beim Kauf mit dabei. Diese sollten Sie allerdings, natürlich abhängig vom Alter Ihres Bikes und der Bleche, regelmäßig austauschen und erneuern. So stellen Sie kein Sicherheitsrisiko beim Fahren für Sie oder Ihre Kinder dar.
Materialien und Montage
Schutzbleche aus Kunststoff sind meistens etwas schneller und einfacher zu montieren und obendrein noch leichter als vergleichbare Modelle aus Metall (Aluminium mal etwas außen vor gelassen!). Hier reicht nicht selten eine einfache Aufschiebekonstruktion am Vorderrad aus, um das Schutzblech stabil zu fixieren. Schutzbleche aus Metall oder Aluminium sind dafür etwas robuster, dafür auch schwerer und auch leicht komplizierter zu montieren.
Ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste, Punkt beim Kauf eines Fahrrad Schutzblechs ist, die richtige Breite zu wählen. Damit ein Schutzblech seinen vollen Schutz entfalten kann, muss es breiter als der Mantel bzw. als das Rad sein, über dem es montiert ist.
Kompatibilität mit Federgabeln
Nicht jeder Mudguard passt zu jeder Gabel. Das betrifft besonders die geschraubten Modelle. Hier passen RockShox und FOX nur auf ihre eigenen Gabeln, und auch nur auf die neuen Modelle. Bei Mudhugger sieht es da schon sehr viel besser aus. Mit verschiedenen Adaptern passt er auf eine Vielzahl von Gabeln, nur mit der RockShox Lyrik gibt es hier noch Probleme.
Die beste Kompatibilität habt ihr natürlich bei den Mudguards, die mit Klett oder Kabelbindern montiert werden. Durch eine große Anzahl an Befestigungslöchern passen die Mudguards an alle gängigen Federgabeln. Neben den Modellen der Marktführer FOX und RockShox können sie somit auch an Federgabeln von kleineren Herstellern wie BOS, DVO, EXT, Öhlins oder Formula angebracht werden.
Die Vor- und Nachteile verschiedener Befestigungsmethoden
Die Montage eines Mudguards kann man grundsätzlich in zwei verschiedene Methoden unterteilen: verzurrt oder verschraubt. Bei den verzurrten Mudguards unterscheiden wir zudem noch zwischen Kabelbinder und Klett. So wie alles im Leben hat auch hier jede Variante ihre eigenen Vor- und Nachteile.
Der größte Nachteil der verschraubten Mudguards ist sicherlich die Kompatibilität. Man benötigt eine aktuelle Gabel mit Gewinden und den dazu passenden Mudguard. Hinzu kommt, dass immer ein Inbus für die kleinen Schrauben gebraucht wird, was meistens eine recht fummelige Angelegenheit ist. Dafür bekommt man eine saubere Optik und muss sich keine Gedanken um den Lack seiner Federgabel machen. Das ist das größte Problem der verzurrten Modelle. So ein Mudguard, egal wie fest ihr ihn zurrt, reibt immer leicht am Gabellack und beschädigt diesen über die Zeit. Abhilfe kann hier Schutzfolie auf den Lower Legs oder Moosgummi auf der Gabelbrücke schaffen.
Bei häufiger Montage und Demontage kommen bei Modellen mit Kabelbindern zudem noch eine ganze Menge an Resten dazu, die ihr wegschmeißen müsst. Im Gegenzug bekommt man eine einfache Montage und die Mudguards passen auf die meisten Federgabeln. Die Unterschiede zu den Klett-Straps sind, abgesehen von der Anbringung, gering. Denn die ist werkzeugfrei und schnell gemacht. So eignen sich Klett-Straps sehr gut, wenn der Mudguard nur für eine kurze Zeit ans Rad soll. Alle Mudguards mit Klett-Straps lassen sich auch mit Kabelbindern befestigen. Umgekehrt ist das leider nicht immer der Fall, da Kabelbinder nicht so breit und die Befestigungslöcher dementsprechend kleiner sind.
Tabelle: Übersicht der getesteten Modelle
| Modell | Setpreis (ca.) | Länge v/h (cm) | Gewicht v/h (g) | Montage | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Crud XL Fender / Rear Fender | 65 Euro | 62/64 | 194/168 | Werkzeuglos mit Gummiringen | Guter Schutz vorne, mäßig hinten |
| Mucky Nutz MugGuard front/rear | 77 Euro | 62/82 (44) | 110/225 | Klettstreifen/Winkelverstellung | Vorne wenig empfehlenswert, hinten sehr gut |
| SKS Mudrocker Set | 65 Euro | 50/65 (bis 85) | 122/266 | Klett/Schraubmontage | Ausgeglichenes Set, umfangreiches Zubehör |
| Topeak Tetrafender Set | 65 Euro | 54 (38)/55 (32) | 230/360 | Klettriemen mit Schrauben | Solide Montage, Schutzwirkung durchschnittlich |
| Unleazhed MR02/M02 Set | 75 Euro | 51/76 | 115/217 | Klettbänder | Hervorragende Schutzwirkung hinten |
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