Wenn Sie die Kurbel an Ihrem Fahrrad austauschen oder zum Beispiel an das Innenlager gelangen möchten, müssen Sie zunächst die vorhandene Kurbel demontieren. Mit dem passenden Spezialwerkzeug, einem Kurbelabzieher, können Sie sich diese kraftaufwändige Arbeit deutlich erleichtern. Dieses Werkzeug kostet nur wenige Euro und macht sich deshalb schnell bezahlt.
Benötigte Werkzeuge
Für die Demontage einer Fahrradkurbel benötigen Sie neben dem Kurbelabzieher noch einen Schraubendreher, einen Innensechskantschlüssel und einen passenden Steckschlüssel mit Nuss (SW14). Zum Ausbauen deiner Kurbelgarnitur benötigst du: einen Innensechskantschlüssel, einen verstellbaren Gabelschlüssel, einen Kurbelabzieher, Rostlöser und Fett. Mit einem Montageständer erleichterst du dir die Arbeit!
Demontage der Kurbel
- Hebeln Sie mit dem Schraubendreher die Staubschutzkappe aus der Kurbel.
- In das Innengewinde der Kurbel wird nun das Außengewinde des Kurbelabziehers fest eingeschraubt (im Uhrzeigersinn). Prüfen Sie zunächst, ob das Gewinde auch sauber und unbeschädigt ist.
- Die Innensechskantschraube am Kurbelabzieher wird nun mit dem passenden Schlüssel rechts herum in das Lager gedreht. Diese stößt dann an der Innenlagerwelle an, so wird die Kurbel herausgedrückt und kann abgenommen werden.
Ein Kurbelabzieher ist ein Spezialwerkzeug zur Demontage von Fahrradkurbeln. Er besteht aus zwei beweglichen Teilen. Um den Abzieher fest mit der Kurbel zu verbinden, wird der eine Teil des Abziehers in das Kurbelgewinde gedreht (Schritt 3).
Schritt-für-Schritt Anleitung zur Demontage
- Schritt 1: Ausbauen der Pedale mithilfe eines Innensechskantschlüssels. Entferne die sich auf der Pedalinnenseite befindenden Schrauben: Je nach Fahrradmodell benötigst du hierzu einen Innensechskantschlüssel der Größe 6 oder 8.
- Schritt 2: Nimm die Kette von deinem Kettenblatt: Entferne nun die Staubschutzkappen der Kurbeln, falls dein Fahrrad damit ausgestattet ist.
- Schritt 3: Entferne die Schrauben, mit denen die Kurbel befestigt ist, bevor du sie mithilfe des Kurbelabziehers abziehst: Schraube den Abzieher in die Kurbel und verwende anschließend einen verstellbaren Gabelschlüssel, um sie zu lösen. Zum Lösen der Kurbeln solltest du den Gabelschlüssel am äußeren Ende mit Kraft betätigen.
- Schritt 4: Führe den gleichen Vorgang auf der anderen Seite durch: Jetzt musst die nur noch die verschiedenen Komponenten deines Fahrrads säubern und fetten, bevor du deine neue Kurbelgarnitur einbaust.
Auswahl der richtigen Kurbel
Steigt ihr auf euer Rad und pedaliert, beschreibt die Kurbel eine in sich geschlossene Kreisbahn. Ähnliches gilt für die Suche nach der idealen Kurbel. Nähert ihr euch der Frage von einer Seite, stoßt ihr automatisch auf einen weiteren Punkt. Der hängt direkt mit eurem Einstiegsthema zusammen. Und dann kommt da noch einer. Irgendwann gelangt ihr wieder zum Anfang.
- Los geht’s mit der Frage, wie lang die für euch ideale Kurbel ist? Als Faustregel könnt ihr euch folgende Formel merken: Innenbeinlänge : 5. In der Praxis sind Abstufungen in der Kurbellänge von fünf Millimetern üblich.
- So, die Länge haben wir grob bestimmt. Für welchen Fahrradtyp wollt ihr die Kurbel nutzen? Auch hier genügt eine grobe Unterteilung. Fester, eher ebener Untergrund oder unebenes Gelände? Überall, wo enge Kurven, Absätze, Hindernisse und generell holprige Bedingungen warten, erweist sich eine größere Bodenfreiheit schnell von Vorteil. Ihr bleibt seltener hängen, könnt so häufiger durchtreten und rasanter um die Ecken zischen.
- Auf die Einsatzfrage folgt fließend die nach dem dafür geeigneten Material. Je besser eine Kurbel jeglichem Verwinden und Verbiegen widersteht, um so effizienter leitet sie die einwirkende Muskelkraft in Vortrieb um. Zudem nimmt sie alle beim Treten anfallenden Kräfte auf, stützt sie ab und führt sich auf eine Kreisbahn. Wenn ihr auf eurem Enduro-Ausritt nach meterweiten Sprüngen gekonnt landet, unterliegt sie einer anderen Belastung als beim entspannten Radeln auf dem frisch asphaltierten Fernradweg. Beides geht mit dem absolut steifsten und widerstandsfähigsten Material.
- Keine Materialdiskussion ohne das Gewicht zu checken, oder? Stahl, Aluminium verschiedenster Güte, Carbon und Titan - hier wird alles geboten. Gratis gibt es keins von alledem. Im Zweifelsfall beantwortet diese Frage euer Budget.
- Nach vier Kriterien könnt ihr sicher schon ein paar Kandidaten ausschließen. Was aber ist mit euren eigenen Vorlieben? Fühlt ihr euch tendenziell mit einer höheren oder niedrigeren Trittfrequenz wohler? Eine längere Kurbel weist einen längeren Hebel auf, sodass ihr beim Treten Kraft spart. Durch sie verlängert sich der Beschleunigungsweg, was ein langsameres Treten unterstützt.
So, Kopfzerbrechen über die beste Lösung lohnt noch nicht. Schließlich muss noch geklärt werden, welche Kurbel sich überhaupt an ein euer Bike montieren lässt. Entscheidend ist hier die Aufnahme am Innenlager. Die gängigsten Standards am E-Bike sind ISIS und Vierkant. Falls eure Wunschkurbel an der Stelle ausscheidet, gibt es zwei Optionen: Weitersuchen oder abbrechen. An sich können wir jetzt noch über die Optik sprechen. Andererseits kann das nur nach hinten losgehen. Schließlich lässt sich über Geschmack nicht streiten. Und wenn ihr euch so intensiv dem Thema widmet, dann entscheidet ihr euch am Ende sicher für etwas, das euer E-Bike perfekt ergänzt. Der Markt bietet glücklicherweise vielfältige Farben, Profile, Linienführungen etc.
Beispiele für E-Bike Kurbeln
Praxis Works eCrank
Unter den Namen eCrank vereint Praxis Works speziell für E-Bikes konzipierte Kurbeln. Deren Design unterscheidet sich teilweise untereinander. Nicht alle Kurbeln passen zu jedem Motor. Eher unaufgeregt kommt die Aluminium-Variante der eCrank daher. Die fließende, glatte Form ziert lediglich der Schriftzug der Kalifornier und drei schräge, breitere Streifen. Das täuscht aber nicht über die tolle Qualität hinweg. Hochwertiges Alu sorgt ein gehöriges Maß an Stabilität. Die Waage pendelt sich bei rund 485 g ein.
Darüber freuen können sich alle Biker, in deren Rad ein Bosch-Motor der Performance Line in der zweiten und vierten Generation, ein Yamaha PW-X, ein Giant SyncDrive Pro oder ein Specialized steckt. Für etwa 185 Euro mehr gibt es den ganzen Spaß aus Carbon. Wer so viel Kleingeld übrig hat, spart immerhin 162 g. Das ergibt nach Adam Riese rund 1,14 Euro pro Gramm. Die Entscheidung will also gut überlegt sein. Andererseits ist die Verlockung natürlich groß. Schließlich zahlen sich der Gewinn an Steifheit und die Gewichtsersparnis bei jedem einzelnen Tritt aus. Und davon wird es im besten Falle unzählige geben.
Race Face Kurbeln
Etwas verstreuter im Sortiment finden sich auch bei Race Face passende Kurbeln für euer Upgrade am E-Bike. Zur Kategorie Aluminium zählt das Kurbelarm-Set Aeffect AM19. Optisch mutet dieses etwas technischer an als die Produkte von Praxis Works. Unter dem aufwändigeren Dekor verbirgt sich 6066 T6 Aluminium. Ausgerichtet auf alle Bosch E-Bike-Motoren der zweiten Generation fällt hier zum einen der große Q-Faktor von 40 auf. Zusätzlich wurde das Spline-Interface neugestaltet. Beide Eigenschaften sorgen dafür, dass die Kurbeln beim Treten optimal am Motor vorbeigeführt werden.
Weniger kantig als die Aeffect AM19 ist die Next R sozusagen das Flaggschiff von Race Face in Sachen Carbon-Kurbel fürs E-Bike. Nochmals 10 g leichter als die Lösung von Praxis Works eignet sich die diese Kurbel für alle Mittelmotoren von Bosch. Beim Innenlager seid ihr erneut auf eine ISIS-Aufnahme angewiesen. Neben der Direktmontage lässt sich bei der Next R auch ein Spider befestigen. Wer möchte, kann die Kurbel also auch für Mehrfach-Antriebe nutzen. Das sind eine Menge Pluspunkte. Dafür wird aber auch ordentlicher Preis aufgerufen.
Q-Faktor
Beschäftigt ihr euch mit dem Thema der Tretkurbel, stoßt ihr eventuell auf den Q-Faktor. Dieser begegnet euch typischerweise in zwei Varianten. Die erste ist in Millimetern angegeben und bezeichnet den horizontalen Abstand zwischen den beiden Pedalen am Fahrrad. Messpunkt ist jeweils der Punkt, an dem sich Pedalachse und äußere Kante der Kurbel treffen. Bei E-Bikes mit Mittelmotoren beträgt der Q-Faktor leicht 180 mm und mehr. In anderen Fällen wird der Q-Faktor lediglich als Zahl angegeben. Dann ist gemeint, wie stark die Kurbel gekröpft ist. Q0 bezeichnet eine Kurbel, deren Kurbelarm komplett geradlinig im Vergleich zur Kettenlinie verläuft. Bei einem Q18 weist der Kurbelarm dagegen eine Kröpfung von 18 mm auf.
Aus biomechanischer Sicht ist ein Q-Faktor von rund 145 mm für ein möglichst effizientes Treten optimal. Damit E-Bikes mit Mittelmotoren sich nicht zu weit von diesem Wert entfernen, verbauen einige Hersteller inzwischen linke und rechte Kurbeln mit unterschiedlicher Kröpfung.
Montage der Kurbel
Seit Jahrzehnten ist der konisch zulaufende Vierkant ungeschlagen die Nummer 1 , wie man die Tretkurbeln mit dem Tretlager verbindet. Um Beschwerden in den Knien vorzubeugen oder abzuhelfen und damit die Kraft in den Beinen effektiv auf die Kurbeln übertragen werden kann, sollten Sie die richtige Kurbellänge wählen. Wie können Sie die richtige Kurbellänge ermitteln? Als Faustregel gilt: Die richtige Länge der Kurbel ist 1 / 10 der Körpergröße.
- Als erstes hebeln Sie mit einem spitzen Gegenstand wie einen Schlitzschraubenzieher die Kappe ab, die auf beiden Enden der Tretachse aufgesteckt ist.
- Achtung! Drehen Sie nächstes die Kurbelschraube mit einem passenden Steckschlüssel entgegen dem Uhrzeigersinn heraus. Am besten verwenden Sie dazu deine Ratsche mit einem langen Griff, damit Sie eine bessere Hebelwirkung haben. Sollten Sie jedoch keine Ratsche zur Hand haben, können Sie auch den Steckschlüssel am hinteren Ende des Kurbelabziehers auf die Kurbelschraube stecken und mit einem Schraubenschlüssel gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen.
- In der Innenseite der Kurbel finden Sie ein Gewinde. Genau in dieses Innengewinde passt das Außengewinde am Ende des Kurbelabziehers. Überprüfen Sie, ob dieses Gewinde in einem sauberen und unbeschädigten Zustand ist, falls nötig, müssen Sie den Dreck und Schmutz vom Innengewinde beseitigen.
Bevor Sie den Kurbelabzieher gebrauchen, müssen Sie den inneren Teil, also die Spitze, soweit es geht zurück drehen, dass es fast bündig ist mit dem Außengewinde. Es ist ratsam, diese Spitze mit etwas Fett (z.B. Shimano Lagerfett) einzuschmieren, um später beim Herausziehen der Kurbel die Reibung auf die minimieren. Die besseren und daher auch teureren Modelle verfügen über eine mit drehender Spitze, wodurch quasi keine Reibung beim Drehen entsteht.
Schrauben Sie anschließend das Außengewinde des Kurbelabziehers vorsichtig im Uhrzeigersinn in das Innengewinde der Kurbel. Passen Sie besonders auf, dass die Gewinde sauber ineinander laufen und sich nicht verkanten. Mit einem Schraubenschlüssel können Sie noch etwas den Kurbelabzieher weiter hinein drehen. Aber drehen Sie diesen mit viel Gefühl hinein, damit Sie das Gewinde nicht überdrehen. Ihre Kräfte brauchen Sie für den nächsten Arbeitsschritt.
Setzen Sie mit der einen Hand halten Sie die Kurbel fest, während Sie mit der anderen Hand das Innenteil des Kurbelabziehers mit einem passenden Schraubenschlüssel hineindrehen. Dadurch, dass das Innenteil immer weiter hinein gedreht wird, jedoch an der Achse ansteht, wird die Kurbel, die ebenfalls fest mit dem Kurbelabzieher fest verschraubt ist, richtig von der Vierkantachse gezogen. Dafür brauchen Sie vor allem am Anfang richtig viel Kraft, da die Kurbel in der Regel sehr fest auf dem Vierkant sitzt.
Damit Sie leichter die Vierkantkurbeln montieren können, fetten Sie zu Anfang etwas den Vierkant an den Enden der Achse ein. Vermeiden Sie zu viel Fett, sonst können Sie die Kurbeln nicht in die endgültige, feste Position bringen. Das führt dazu, dass die Kurbeln nicht ordentlich sitzen und schneller locker werden.
Drücken Sie die Kurbel so weit wie möglich auf die Vierkantachse, ohne dass sie sich jedoch dabei verkantet. Fetten Sie als nächstes das Gewinde der Kurbelbefestigungsschraube und deren Unterlegscheibe ein, um später ein lästiges Schleifgeräusch zu vermeiden. Mit dieser Kurbelschraube pressen Sie die Kurbel richtig fest auf den Konus der Achse und befestigen die Kurbel darauf.
Genauso, wie wir Ihnen bei der Demontage von der Vierkantkurbel, eine Ratsche mit einem langen Griff empfohlen haben, wäre eine solche Ratsche auch jetzt wieder sinnvoll, da sie mit dieser die Kurbelschraube richtig fest anziehen können, um der Kurbel auch einen festen Sitz zu verschaffen. Der vorgeschlagene Anzugsdrehmoment liegt bei Kurbelschrauben bei 35 N/mm², kann sich aber je nach Hersteller auch unterscheiden.
Bevor Sie zum Abschluss der Arbeiten die Staubkappe darauf setzen, machen Sie eine Probefahrt mit ihrem Fahrrad und treten dabei immer wieder fest in die Pedalen. Hören Sie damit sofort auf, wenn Sie merken, dass die Kurbel locker sitzt. Wenn Sie ihre Probefahrt beendet haben, versuchen Sie nochmal, die Kurbelschraube weiter hinein zu drehen. Setzen Sie hinterher die Staubkappe wieder auf die Kurbel.
Zusätzliche Tipps und Hinweise
- Reinigen Sie die Gewinde am Innenlager und im Tretlagergehäuse gründlich mit einem Lappen, es dürfen vor allem keine Metallspäne zurückbleiben. Anschließend fetten Sie das Gewinde an den Lagerschalen großzügig ein. Hinweis: Neue Innenlager sind oft schon vorgefettet.
- Je nach Breite des Tretlagergehäuses müssen unterschiedlich viele Distanzringe auf die Lagerschalen. Bei einer Gehäusebreite von 68 mm braucht es etwa bei Shimano zwei Ringe rechts, einen links, bei Sram jeweils einen links und rechts. Vorgaben des Lagerherstellers beachten!
- Fetten Sie die Achse inklusive Verzahnung, bevor Sie den rechten Kurbelarm bis zum Anschlag durch das Innenlager stecken und die Kette aufs kleine Blatt legen. Jetzt den linken Kurbelarm auf die Verzahnung stecken und die Kurbelkappe am Gewinde ansetzen.
- Drehen Sie die Kurbelkappe mit dem Spezialtool fest, Handkraft reicht. Dadurch wandert der rechte Kurbelarm in die richtige, axiale Position. Drücken Sie nun das Kunststoff -Plättchen zurück in den Klemmspalt, am besten wieder mit dem Schlitzschraubendreher.
- Drehen Sie die gegenüberliegenden Schrauben am rechten Kurbelarm abwechselnd gleichmäßig fest. Verwenden Sie dabei am besten einen Drehmomentschlüssel. Das empfohlene Anzugsmoment von Shimano liegt zwischen 12 und 15 Nm.
Verwandte Beiträge:
- Bestes Mountainbike unter 1000€: Test & Vergleich der Top-Modelle
- Naturnser Alm Mountainbike Tour: Streckenbeschreibung & Tipps
- Mountainbike Sattelfederung: Komfort & Performance im Vergleich
- Mountainbike Kurs Aachen: Techniktraining & Touren
- E-Bike Akku am Gepäckträger: Die überraschenden Vor- und Nachteile, die du kennen musst!
- Der ultimative Guide zum Motorradmarkt: Top-Marken, Modelle & geheime Strategien enthüllt!
Kommentar schreiben