Mountainbike-Strecken in der Lüneburger Heide

Die Lüneburger Heide erstreckt sich südlich von Hamburg bis zum Fluss Aller bei Celle. Die Region zählt zu den bekanntesten Urlaubsdestinationen Norddeutschlands und eignet sich auch gut für schöne Mountainbike-Touren. Das Radwegenetz der Lüneburger Heide ist sehr weitläufig.

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Ein Paradies für Mountainbiker

All das fanden wir zu unserer eigenen Überraschung nah vor unserer Haustür: in der Lüneburger Heide. Umso intensiver erleben wir den Kontrast, als wir von der A7 abfahren und uns nach nur wenigen Kilometern in der Abgeschiedenheit wiederfinden. Wir fahren die Fenster herunter und lassen den feuchtwarmen Duft des Waldes herein.

Das Kartenmaterial der Region wird von zwei Farben geprägt: Da ist das Grün der Waldgebiete und das Rosa der geschützten Heidelandschaft. Seit dem 19. Jahrhundert prägt sie den Nordosten Deutschlands, und gerade in den Monaten August und September zieht es die Menschen hierher. Die kleinen Blüten des Heidekrauts öffnen sich millionenfach und verwandeln die Gegend in einen riesigen, bunten Teppich.

Das Wegenetz um Overharbeck führt abwechslungsreich durch weite Heide und duftende Wälder. Inmitten dieses grün-violetten Mosaiks liegt das Dorf Oberhaverbeck samt Campingplatz. Idyllisch eingebettet zwischen zwei großen Heideflächen ist er der perfekte Stützpunkt. Komfort spielt keine Rolle, wenn man dafür in der Nacht hört, wie der Wald lebt.

Herausforderungen und Belohnungen

Zum Auftakt peilen wir gleich mal den höchsten Berg der Lüneburger Heide an - und der ist zugleich auch der höchste Berg im gesamten Nordwesten Deutschlands. 169 Meter hoch ragt der Wilseder Berg empor. Geformt haben ihn in der Eiszeit die mächtigen Gletscher, und in dieser Endmoräne - so stellen wir bald fest - ist das Mountainbiken kein Zuckerschlecken mehr, sondern eine richtige Herausforderung.

Wer wissen will, von was ich spreche, der sollte mal in der Gegend um Steingrund und Totengrund biken. Auch wenn es der Name nicht vermuten lässt: Der Weg, der am Grat entlangverläuft, legt den Blick auf ein ganz bezauberndes Tal frei. Doch wirklich genießen kann man die Aussicht nicht, denn, was vor dem Lenker passiert, sollte man nicht aus den Augen verlieren. Der Untergrund präsentiert sich ziemlich wechselhaft.

Jetzt ist seine Zeit gekommen. Daniel schwingt sich auf den Sattel, um sich auf den technischen Trails so richtig auszutoben. Er kommt komplett durchgeschwitzt und dauergrinsend zurück - und die gute Gattin reicht ihm eine Schüssel voller süßer Brombeeren, die von der Sonne noch ganz warm sind. Heide-Idylle.

Die Einsamkeit ist überwältigend. Der Vollmond leuchtet väterlich auf uns herab. Ein Marder huscht vorbei, in der Ferne ruft eine Eule. Es ist magisch.

Über dem Heide-Teppich schweben dünne, grau-blaue Nebelschwaden. Normalerweise würde Daniel als leidenschaftlicher Fotograf nun losziehen. Aber der erste Tag off road mit Anhänger hat ihn wohl kaum weniger geschlaucht als ein Enduro-Ritt in den Alpen. Und außerdem haben wir ja Urlaub.

All die Dinge, die wir Erwachsenen nicht mehr beachten, sind für Sophie Spannung pur. Dort drüben ein Schaf, da ein Frosch im Gras oder ein Käfer auf Spaziergang.

Um die Mittagszeit wird es voller in den beliebten Ecken der Lüneburger Heide. Das überrascht nicht, schließlich ist Wochenende, und das Blüten-Barometer schlägt aus. Dazu kommen noch Festlichkeiten und Veranstaltungen. Jeder will das Naturspektakel erleben und die regionale Küche kosten.

Wir genießen wiederum, dass uns keine Autos begegnen, da das Kerngebiet des Naturparks eine autofreie Zone ist. Dafür gibt es Pferdekutschen. Irgendwie fühlen wir uns in die Zeiten vor der Industriellen Revolution zurückversetzt. Gerade in einem Dorf wie Wilsede, das von einer wunderschönen und vor allem wunderbar erhaltenen Architektur geprägt ist - ein wahres Open-Air-Museum.

Die Weite der Heide ist die eine Seite, die dichten Wälder die andere. Hier entdecken wir immer wieder Trails, auf die sich kein Tourist verirrt. Für unseren Anhänger wird es auf diesen Strecken zwar recht eng, doch Daniel manövriert mit seiner Fahrtechnik geschickt auf den Pfaden. Durch warm duftenden Kiefernwälder und üppige Moorlandschaften biken wir zurück und erreichen schließlich müde den Campingplatz - ja, er ist es tatsächlich.

Es ist Ende August, und es ist heiß. In der Nacht ziehen Stürme auf, am Tag brennt die Sonne herab. Auf den Abschnitten ohne Schattenspender fühlen wir uns wie auf der Rallye Dakar. Die Hitze flimmert, der Sand knirscht im Getriebe und unter den Rädern. Unsere Hälse sind staubtrocken. Die dornigen Wacholderbüsche, die aus der trockenen Erde ragen, erinnern an Kakteen.

Tourenvorschläge

  • Runde 1: Oberhaverbeck - Alfred-Toepfer-Blick - Lila-Krönung-Radweg - Spitzbubenweg - Alte Landesstraße - Schneverdingen - Heide-Erlebnis/Heide-Kunst-Radweg (Lila-Krönung-Radweg) - Lönsstein - Heidegrund/Heide-Kunst-Radweg - Oberhaverbeck
  • Runde 2: Oberhaverbeck - Niederhaverbeck - Einem - Heide-Erlebnis-Radweg - Wilseder Berg - Wilsede - Holzberg - Totengrund - Steingrund - Stattberg, Heidetal - Oberhaverbeck
  • Runde 3: Oberhaverbeck - Wilsede - Kutur-Findlinge-Wanderweg - Döhle - Hörpel - Lila-Krönung-Wanderweg - Sellhorn - Hermann-Löns-Weg - Oberhaverbeck

Ausrüstungstipps

Die Lüneburger Heide mag kein Gebirge sein, doch die staubigen, holprigen Waldwege und das Kopfsteinpflaster in den Orten haben wir unterschätzt. Wir würden im Nachhinein einen gefederten Anhänger mit ausreichend Stauraum empfehlen.

Der perfekte Anhang: Für Touren abseits des Asphalt-Netzes empfiehlt sich ein gefederter Kinderanhänger.

  • Zum Beispiel der Chariot CX1 mit Hängematte und einstellbaren Blattfedern. Ab ca. 900 Euro. www.thule.com.
  • Oder der Singletrailer von Tout Terrain mit 200 mm Federweg. 1350 Euro. Info: www.tout-terrain.de

Strecken-Limit und Ausflüge

Müde wird ein Kind kaum, aber vielleicht gelangweilt. Deshalb sind Pausen so wichtig, auch um ein kurzes Nickerchen einzulegen. Das Limit auf gutem Untergrund würden wir bei maximal 60 Kilometern am Tag setzen. Bei uns waren die Wege anspruchsvoller und wir fuhren so maximal 40 Tageskilometer.

Die Lüneburger Heide bietet auch für Bike-freie Tage jede Menge Abwechslung - vom Wildpark, über Freizeitparks bis hin zu Bademöglichkeiten.

Das Revier

Das spannendste Bike-Terrain findet man im Norden der Lüneburger Heide zwischen Schneverdingen im Westen und Egestorf in Osten: Die Heidelandschaft ist umringt von wunderschönen Wäldern und durchzogen von einem dichten, markierten Routen-Netz. Es bietet sich ein mittiges Basislager an, von dem aus man die Gegend erkunden kann. Von längeren Touren gelangt man auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Während der Blütezeit verkehrt ein kostenloser Bus zwischen den Dörfern, inklusive Radtransport.

Die Rosengarten-Tour

Die Rosengarten-Tour bietet Fahrspaß für Einsteiger und erfahrene Biker in einem attraktiven Waldgebiet.

Im ersten Teil der Tour erwartet Euch der Anstieg zum Karlstein, der über einen Singletrail befahren wird. In Richtung Norden durchquert Ihr das Gebiet des Stiftssunders über breite Waldwege bis zur Schulenburgseiche. Von dort geht es über eine lange kurvige Downhillstrecke zum nördlichsten Punkt der Tour.

In Richtung Süden fahrt Ihr über teils sonnige Waldwege zur Großmoddereiche. Diese erreicht ihr über einen schmalen, bergab führenden Waldweg, der eine kurze Erholung zulässt. Durch das Naturschutzgebiet „Buchenwälder im Rosengarten“ gelangt ihr über einen leichten Anstieg auf befestigten Wegen wieder in Richtung des Ausgangspunktes.

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