Die aufrechte Sitzposition auf dem Mountainbike: Vorteile und Nachteile

Eine optimale Sitzposition auf dem Fahrrad ist einer der wichtigsten Faktoren, um die Performance auf dem Rad zu verbessern. Wer richtig auf dem Rad sitzt, hat gleich mehrere Vorteile.

Mountainbiken ist eine sehr individuelle Sportart und die Sitzposition ist eine individuelle Angelegenheit. Und deshalb werden hier auch viele Fehler gemacht. Mittlerweile gibt es gerade im Mountainbike-Bereich viele unterschiedliche Modelle, die Auswahl der Bikes hat sich in den letzten Jahren um das zigfache gesteigert. Es werden Rahmengrößen von 26″, 27,5″ bis hin zu 29″ Bikes angeboten.

Bedeutung der richtigen Sitzposition

Beim Fahrradfahren spielt neben der richtigen Kraftübertragung am Berg auch die technisch richtige Positionierung auf dem Mountainbike eine wichtige Rolle. Hat der Fahrer beispielsweise Probleme mit den Bandscheiben, Halswirbelsäule oder Handgelenken, kann die richtige Sitzposition sogar darüber entscheiden, ob das Biken überhaupt noch Spaß macht oder der Gesundheit nicht eher schadet. Wenn dann noch der Sitzwinkel und die Sattelhöhen falsch oder unbefriedigend eingestellt sind, sind die Probleme vorprogrammiert.

Meine Philosophie ist daher: immer einen eher kleinen Rahmen zu kaufen als einen zu großen. Den durch die Einstellungsmöglichkeiten an Sattelstütze und Vorbau besteht immer die Möglichkeit die Sitzpostion zu regulieren. Bei einem zu großen Rahmen dagegen gibt es kaum Möglichkeiten zur Regulierung.

Erkennen einer guten Sitzposition

Aber wie kann man denn eine gute Sitzposition erkennen, bzw. das Fahrrad entsprechend einstellen? Bis vor 10 Jahren ging man davon aus, dass die Sitzposition auf einem Straßenrad der auf dem Mountainbike entspricht und hat diese entsprechend eingestellt.

Immer wieder fällt mir auf, dass die meisten Athleten zu weit hinter dem Tretlager sitzen. Meine Philosophie im Mountainbikesport ist es, eher 1-3 cm über die Pedalachs-Mitte zu sitzen. Überall wird gepredigt, dass bei einer waagrechten Pedalstellung das Lot von der Kniescheibe in die Pedalachs-Mitte gelangen sollte. Die Kraftübertragung kann dadurch um das mehrfache gesteigert werden, da gerade der Knöchel ruhig gehalten werden kann und kaum eine Rotation über die Pedalachse stattfindet. Hier lohnt sich ein Blick auf die Profis: Die meisten von ihnen fahren genau so.

Als Test kannst du versuchen, die Ferse bei jeder Pedalumdrehung nach unten zu drücken. Du wirst schnell feststellen, dass der Kraftverlust dadurch enorm ist. Prinzipiell gilt, dass die Kraftübertragung von der Knieaußenseite über den kleinen Zeh bis hin zum großen Zehballen stattfindet.

Die Sitzpostion war über die Jahre zu gestreckt gewesen. Ein Weltklasse Athlet kam damals zu mir und hatte genau diese Probleme. Nach mehreren zehntausend Trainingskilometern hatte er sich an diese Sitzpostion gewöhnt. Jedoch war der Kraftverlust enorm den bei jeder Pedalumdrehung trat der Athlet mit der Ferse gegen die Pedalachse.

Mit einem Tennisball an der Schuhferse und einem zusätzlichen Tape fixierten wir dann sein Sprunggelenk. Dadurch wurde der Fersenspann stabilisiert und die Trittphase wurde auf Anhieb steiler.

Bei einem Bandscheibenvorfall empfehle ich grundsätzlich, die Sitzhöcker zu entlasten. Gerade Menschen mit Bandscheibenbeschwerden machen allerdings meistens genau das Gegenteil. Das ist schlichtweg falsch, da der Druck auf den Sitzhöckern enorm auf die Wirbelsäule drückt und diese dadurch belastet wird. Grund dafür ist, dass die Athleten davon ausgehen, dass bei kompakter und aufrechter Sitzposition der Rücken entlastet wird.

Die richtige Maßnahme ist also, die Sitzhöcker eher zu entlasten. Diese Entlastung wird entweder durch einen längeren Vorbau, durch Verschieben des Sattels oder durch eine Veränderung des Sitzwinkels erreicht. Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass das Fahrgefühl nicht beeinträchtigt wird.

Und jetzt noch ein Selbstcheck, ob deine Sitzposition richtig ist: Setze dich mit leicht gekröpften Armen auf das Rad und richte deinen Blick zunächst nach vorne in Fahrtrichtung, danach senke deinen Kopf nach vorne. Jetzt sollte der Lenker die Vorderradnabe verdecken.

Einfluss der Rahmengeometrie

Abstände, Längen und Winkel formen den Charakter eines Mountainbikes. Bei Einsteiger-Hardtails kann man nicht viel falsch machen. Die Geometrie dieser Mountainbikes muss keine besonderen Antriebseinflüsse von Bremse oder Kette ausgleichen. Trotzdem gibt es kleine, aber feine Unterschiede, die ausschlaggebend für das Fahrverhalten und die Sitzposition sind.

Bei MTB-Fullys allerdings ist die Rahmengeometrie entscheidender. Durch die Federung am Hinterbau sehen sich die Ingenieure in Sachen Tritteffizienz und Dämpfungsverhalten vor große Herausforderungen gestellt.

Wer also mit abfahrtsorientierten MTBs wie All Mountains oder Enduros liebäugelt, muss als Mountainbike-Neuling vorsichtig sein: Extrem flache Lenkwinkel, üppige Reach-Werte und kurze Kettenstreben entsprechen zwar dem Trend, machen aber nur unter dem Diktat geübter Piloten Sinn. Einsteiger können die Vorteile einer solchen Geometrie oft nicht ausschöpfen und tun sich damit im Gelände eher schwer.

Wichtige Werte der Mountainbike-Geometrie im Überblick

Wer das Fachchinesisch aus den Geometrietabellen der Hersteller versteht, kann noch vor dem Kauf erahnen, wie sich das Bike im Gelände verhält.

  • Oberrohr: Ein langes Oberrohr sorgt für eine gestrecktere und sportlichere Sitzposition. Ein kurzes Oberrohr lässt den Fahrer entspannter und aufrechter sitzen.
  • Sitzrohr: Je größer die Schrittlänge, desto länger darf das Sitzrohr sein. Neben dem Reach ist vor allem die Sitzrohrlänge für die Rahmenhöhe - und damit Größe des Bikes - entscheidend.
  • Überstandshöhe: In technischem Gelände bietet eine geringe Überstandshöhe mehr Bewegungsfreiheit.
  • Vorbaulänge: Lange Vorbauten sorgen für eine sportliche Sitzposition, kurze Modelle für ein direktes Lenkverhalten. Hier steckt viel Tuning-Potenzial für wenig Geld, um die Sitzposition eines Bikes anzupassen.
  • Steuerrohrlänge: Ein langes Steuerrohr sorgt für eine hohe Front. Bergab bringt das ein Plus an Sicherheit. Bergauf steigt dafür schneller das Vorderrad. Ein langes Steuerrohr verschlechtert also die Kletterfähigkeit des Bikes.
  • Kettenstrebenlänge: Lange Kettenstreben verbessern zwar die Klettereigenschaften des Mountainbikes, dafür verliert es bergab an Spieltrieb. Mit kurzen Kettenstreben lässt sich das Vorderrad leichter über Wellen und Hindernisse heben.
  • Lenkwinkel: Eine der wichtigsten Stellgrößen der MTB-Geometrie. Er beschreibt die Neigung der Gabel. Ein flacher Lenkwinkel macht das Bike spurtreu im Downhill. Ist der Lenkwinkel steiler, fährt sich das Bike agiler.
  • Sitzwinkel: Ein flacher Sitzwinkel lässt das Gefühl aufkommen, von hinten in die Pedale zu treten. Ein steiler Sitzwinkel verbessert die Klettertauglichkeit.
  • Tretlagerhöhe: Ein tiefes Tretlager sorgt für ein sicheres Fahrgefühl bergab. Der Nachteil: Im Gelände setzen die Pedale schneller auf.
  • Radstand: Ein langer Radstand vermittelt viel Laufruhe. Ist der Radstand kurz, fährt sich das Bike agiler.
  • Stack: Bei einem hohen Stack steht man in der Abfahrt eher aufrecht im Bike. Ist der Stack zu groß, kann es sein, dass man nicht genug Druck aufs Vorderrad bekommt und die Kontrolle leidet.
  • Reach: Der Trend geht bei Mountainbikes in den letzten Jahren zu einem langen Reach gepaart mit einem kurzen Vorbau. Das soll für ein direktes Lenkverhalten und viel Laufruhe sorgen.

Vergleich verschiedener Fahrradtypen und Sitzpositionen

Beim Hollandrad kommt durch die aufrechte Sitzposition sehr wenig Druck auf Hände, Handgelenke und Ellbogen. Allerdings eignet sich das Hollandrad eher für kurze Strecken in flachem Gelände. Durch die aufrechte Position ist sportliches Fahren nicht möglich. Zusätzlich muss die Rückenmuskulatur den Oberkörper aufrecht halten wodurch sie schnell ermüdet. Auf dem Cityrad ist der Oberkörper leicht nach vorne geneigt. Es eignet sich für den Nahverkehr oder für leichte, gemütliche Radtouren.

Auf dem Trekking- oder Tourenrad ist die Sitzposition etwas sportlicher. Der Winkel zwischen Oberkörper und Armen liegt zwischen 70° und 90°. In dieser Sitzposition haben wir eine ergonomische Gewichtsverteilung. Das Mountainbike oder Rennrad ermöglicht eine sehr sportliche Fahrweise. Der Winkel zwischen Oberkörper und Armen ist meist größer als 90 Grad.

Zeitfahr- oder Triathlonräder finden hauptsächlich in Wettkämpen ihren Einsatz. Der Fahrer hat sich durch das Training an die sehr sportliche Sitzposition gewöhnt. Eine weitere Kategorie sind die Liegeräder. Diese gibt es mit zwei oder drei Rädern. Für Menschen mit Behinderung ist ein dreirädriges Liegerad oftmals eine Möglichkeit aus eigener Kraft mobil zu sein. Liegeräder eignen sich als Nahverkehrsmittel genauso wie zur Radreise. Durch die niedrige Sitzposition hat man einen deutlich geringeren Luftwiderstand. Die schnellsten von Muskelkraft angetriebenen Fahrzeuge sind aus diesem Grund die Liegeräder. Viele dieser Fahrzeuge kann man auch mit einer Verkleidung ausrüsten.

Die richtige Einstellung des Mountainbikes

Die richtige Einstellung deines Mountainbikes ist entscheidend für dein Fahrerlebnis. Eine falsche Sitzposition kann nicht nur zu Schmerzen und Ermüdung führen, sondern auch deine Gesundheit langfristig beeinträchtigen. Besonders die Sattelhöhe und -neigung, sowie die Position des Lenkers und der Griffe spielen eine große Rolle. Hier sind einige Gründe, warum du dein MTB richtig einstellen solltest:

  • Vermeidung von Schmerzen und Beschwerden: Eine zu hohe oder zu niedrige Sattelhöhe kann zu Knie-, Rücken- und Handschmerzen führen.
  • Effiziente Kraftübertragung: Eine korrekte Sitzposition ermöglicht eine optimale Kraftübertragung auf die Pedale.
  • Bessere Kontrolle und Handling: Ein richtig eingestellter Lenker verbessert die Kontrolle über das Bike und erhöht die Sicherheit.

Sattelhöhe

Die Sattelhöhe ist einer der wichtigsten Faktoren für eine komfortables Fahrerlebnis und effiziente Kraftübertragung. Sie ist entscheidend für eine effiziente Tretbewegung und um Knieprobleme zu vermeiden. So stellst du sie ein:

  1. Innenbeinlänge messen: Stelle dich ohne Schuhe mit dem Rücken an eine Wand und miss von der Sohle bis zum Schritt. Dies schaffst du am besten, indem du ein Buch zwischen den Beinen nach oben schiebst. Die Oberkante des Buches ist deine obere Messkante.
  2. Sattelhöhe berechnen: Multipliziere deine Beinlänge mit 0,883. Das Ergebnis ist die deine Sattelhöhe.
  3. Sattel einstellen: Stelle den Sattel so ein, dass der gemessene Abstand dem von der Mitte des Tretlagers zur Oberkante des Sattels entspricht.

Horizontale Sattelverstellung

Die horizontale Position des Sattels beeinflusst deine Position im Verhältnis zum Tretlager und zum Lenker. Das erreichst du, imdem du ein Lot von der Kniescheibe nach unten fällst. Das Lot sollte durch die Pedalachse fallen. Verschiebe den Sattel so lange nach vorne oder hinten, bis diese Position erreicht ist.

Sattelneigung

Die Sattelneigung beeinflusst die Druckverteilung auf dein Gesäß und deine Hände.

Lenkerhöhe und -position

Die Lenkerhöhe und -position beeinflussen deine Sitzhaltung und den Fahrkomfort. So stellst du den Lenker richtig ein:

  • Lenkerhöhe: Die Höhe des Lenkers sollte so eingestellt sein, dass deine Arme leicht gebeugt sind. Ein höherer Lenker sorgt für eine aufrechtere Sitzposition, ein niedrigerer Lenker für eine sportlichere Haltung.
  • Lenkerbreite: Die Lenkerbreite sollte zu deiner Schulterbreite passen. Ein breiterer Lenker bietet mehr Kontrolle, ein schmalerer Lenker weniger Luftwiderstand.
  • Lenkerneigung: Stelle den Lenker so ein, dass deine Handgelenke in einer neutralen Position sind, um Überlastungen zu vermeiden.

Individuelle Anpassung und Bikefitting

Komfort und Effizienz müssen sich nicht ausschließen, gerade beim Bike Fitting bedingen sie sich sogar gegenseitig. Dies ist der Königsweg der Anpassung und meist auch mit höheren Kosten verbunden. Nichts anderes passt so gut auf Anhieb.

Weitere Tipps zur Optimierung der Sitzposition

Was ich aber oft vermisse, ist die Frage danach, ob das Endprodukt dann auch zum Körper des Fahrers passt. Liegen gesundheitliche Einschränkungen vor? Ist das Verhältnis von Körperlänge zu Schrittlänge untypisch? Passt die Einstellbarkeit der Hebelweite der Bremse zur Größe der Hand?

Jeder Mensch ist anders. Trotzdem bekommen verschiedene Körper mit gleicher Größe meist dasselbe Rad, wenn sie die gleichen Anforderungen benennen.

Ein optimal angepasstes Rad sorgt für mehr Leistung, spätere Ermüdung und somit einfach mehr Spaß beim Biken. Wenn das Rad nicht zu einem passt, ist ein Neukauf unausweichlich. Ein zu großer oder zu kleiner Rahmen lässt sich schwer kompensieren. Doch auch, wenn das Bike sich gut anfühlt, kann ich nur empfehlen, sich die drei wichtigen Kontaktpunkte genau anzusehen. Diese sind: Cockpit (Griffe, Lenker, Vorbau), der Sitzbereich (Sattel und Sattelstütze) und der Antrieb (Pedale und Kurbel).

Lenker und Vorbau

In den letzten Jahren war der Trend ganz klar: Der Lenker sollte möglichst breit sein und die Front tief. Das ist nicht uneingeschränkt sinnvoll. Als Faustregel gilt: Der Lenker sollte so tief stehen, dass immer genug Druck auf dem Vorderrad gewährleistet ist, zum Beispiel beim Klettern. Er sollte aber noch so hoch sein, dass in steileren Abfahrten nicht sofort Überschlagsgefühle aufkommen.

Bewährt haben sich eher schmalere Lenker um die 680 Millimeter mit Vorbauten zwischen 70 und 100 Millimetern für Einsätze im Marathon und CrossCountry. Hier geht es um jede Sekunde bergauf, da darf die Front auch gern etwas tiefer stehen. Für Trailrider und Enduristi empfehle ich Lenker zwischen 760 und 780 Millimetern mit Vorbauten von 50 Millimetern oder kürzer.

Die Bedeutung der Lenkerbreite

Wer noch eins der Modelle deutlich unter 70 Zentimetern an seinem Schätzchen fährt, sollte dringend etwas Breiteres probieren. Das spürbare Plus an Kontrolle ist diese Investition sicher Wert. So verläuft die Abfahrt entspannter und man kann bei verschiedenen Fahrmanövern oder im Wiegetritt leichter Druck aufbauen; das spart Kräfte. Natürlich gilt hier aber nicht, dass breiter immer besser ist.

Lenkerwinkel

Neben der Breite und Höhe der Lenkstange will der Winkel, mit dem die Lenkerenden sich von ihrer Mitte nach hinten biegen, beachtet werden. Etabliert ist ein Winkel um die acht Grad. Es gibt ausgefallene Modelle mit bis zu 16 Grad Backsweep. Ausgangsbasis sollte ein Backsweep um die acht Grad sein. Mehr als zehn sind gewöhnungsbedürftig, weniger als sechs Grad sind einfach unangenehm. Je breiter der Lenker, umso stärker der Backsweep.

Griffe

Eine häufige Problemzone sind schmerzende Hände. Wenn der richtige Lenker bereits montiert ist und nicht zu viel Druck auf den Armen lastet, sollte man sich die Griffe genauer ansehen. Hier sind es vier Kriterien, die über Freud und Leid entscheiden: Breite, Dicke, Material, und Formgebung.

Der Griff sollte so breit sein, dass die Hand keinesfalls auf dessen Rand oder den Klemmringen aufliegt. Zwei bis drei Zentimeter freie Grifffläche ermöglichen einen Wechsel der Handposition. Der Durchmesser sollte ebenfalls zur Hand passen. Ein zu dicker Griff macht es unmöglich, die Hand weit genug zu schließen und es droht schlimmstenfalls der Kontrollverlust.

Ich empfehle, immer nur einen Griff zu tauschen und einen der „gewohnten“ am Rad zu belassen, so wird auf der Ausfahrt sehr schnell klar, was eine Verbesserung bringt. Inzwischen bieten zahlreiche Hersteller Griffe an, die eine gesunde Handhaltung unterstützen.

Brems- und Schalthebel

Wenn das alles passt, ist eine korrekte Einstellung von Brems- und Schalthebeln unabdingbar. Dazu sollten alle Bedienelemente bei der normalen Handposition am Lenker ohne Umgreifen erreichbar sein. Die Hand sollte am Handgelenk möglichst wenig nach oben oder unten abknicken.

Sattel

Wenn man nicht gerade Downhiller ist, verbringt man die meiste Zeit im Sattel sitzend. Der hat wahrscheinlich einen anderen Hintern und ein anderes Sitzpolster, ganz zu schweigen vom anderen Rad. Man kann sich hier nicht auf den Rat des Trainingspartners verlassen. Als Ausgangsbasis kann man den Sitzknochenabstand bestimmen. Das lässt sich einfach mit einem Stück Wellpappe bewerkstelligen.

Generell gilt: Je stärker man nach vorne geneigt sitzt, umso weniger muss man dazu zählen; je aufrechter man sitzt, umso mehr. Wer also sehr sportlich gestreckt sitzt, kann einfach mit einem Sattel in der Breite seiner Sitzknochen fahren. Wer sehr aufrecht sitzt, kann schon mal fünf Zentimeter oben drauf rechnen.

Der Sattel sollte im Idealfall waagerecht ausgerichtet sein; dazu einfach eine Wasserwaage auf der Sitzfläche platzieren. Eine Neigung nach hinten ist nicht zielführend; eine Neigung der Sattelspitze kann helfen, wenn Druckschmerz im Schambereich auftritt.

Sitzhöhe

Die Sitzhöhe sollte so gewählt werden, dass die Beine beim Pedalieren nie vollständig durchgestreckt werden. Um das zu erreichen, kann man (ohne das Becken zu kippen) mit den Fersen und durchgestrecktem Bein pedalieren. Das sollte ungefähr deiner Innenbeinlänge x 0,885 entsprechen. Für das Fahren im Gelände kann es, je nach persönlicher Vorliebe, angenehmer sein, den Sattel wenige Zentimeter niedriger zu fahren, um besser auf das Streckenprofil reagieren zu können.

Kurbelarmlänge

Die Länge der Kurbelarme bestimmt den Radius, den der Fuß beim Treten zurücklegen muss. So ist für größere Personen mit längeren Beinen eine lange Kurbel richtig und für kleinere Menschen mit kürzeren Beinen eine kurze. Innenbeinlänge (in Zentimetern) multipliziert mit 2,12 ergibt die Kurbellänge (in Millimetern).

Q-Faktor

Der Q-Faktor ergibt sich aus dem Abstand von der Außenseite der ersten Kurbel bis zur Rahmenmitte addiert mit dem Abstand von der Außenseite der zweiten Kurbel bis zur Rahmenmitte.

Ermittlung der perfekten Grundeinstellung in 7 Schritten

  1. Innenbeinlänge messen.
  2. Sattelhöhe einstellen: Sitzhöhe = 0,885 x Schrittlänge (cm).
  3. Sattelneigung beim Hardtail waagerecht einstellen.
  4. Pedalplatten so einstellen, dass die Längsachse deines Fußes im rechten Winkel zur Pedalachse steht.
  5. Sattelnachsitz so einstellen, bis bei waagerechter Pedalstellung das Lot von deinem Kniegelenk genau durch die Pedalachse fällt.
  6. Sitzlänge messen: Abstand von der Sattelspitze bis zur Lenkermitte. Dieser Wert sollte etwa der Faustregel von 0,3 x Körpergröße entsprechen.
  7. Lenker-/Sattelüberhöhung bestimmen. Die Lenkerhöhe liegt bei komfortorientierten Mountainbikern 2 cm über bzw. 2 cm unter Sattelniveau.

Wie stelle ich mein Cockpit richtig ein?

Biken mit abgeknickten Handgelenken wird dir früher oder später Taubheitsgefühle in Armen und Händen bescheren und dir den Spaß an deiner Mountainbike-Tour rauben.

Lenkerbreite wählen

Wo früher noch Lenkerbreiten von 600 mm Standard waren, sind die heutigen MTB-Lenker im Durchschnitt 720 mm bis 780 mm breit. Im Zweifelsfall einen etwas breiteren Lenker wählen und verschiedene Griffweiten ausprobieren, gekürzt werden kann der Lenker immer noch.

Bremshebel einstellen

Um blitzschnell bremsen zu können, muss der Bremshebel perfekt erreichbar sein. Daher sollte sich dieser weder zu nah am Griff noch zu weit davon entfernt befinden, sodass eine optimale Hebelwirkung erreicht werden kann. Wichtig ist auch die Neigung des Bremsgriffs. Diese ist entscheidend dafür, dass deine Hände auf langen Abfahrten nicht so schnell ermüden.

Satteltypen

Der Sattel beim Mountainbike ist üblicherweise lang und schmal, jedoch etwas breiter und mehr gepolstert als beim Rennrad, um eine gute Stützwirkung in der aufrechten Sitzposition zu erzielen. Gegen Taubheitsgefühle im Schritt oder unangenehme Druckstellen gibt es beispielsweise Sättel mit einer langgezogenen Aussparung im Dammbereich.

Überprüfung der Sitzposition

Oftmals bildet sich nach den ersten Kilometern bzw. Trails erst das neue Fahrgefühl richtig aus und du kannst dein Empfinden beim Fahren genauer bewerten. In der Praxis erkennst du eine gute Sitzposition daran, dass du längere Zeit ohne nennenswerte Probleme oder Beschwerden fahren kannst.

Kenngrößen der Mountainbike-Geometrie Stack und Reach

Die Hersteller geben ihre Rahmengröße bei Mountainbikes meist in Zoll an, z.B. 19,5 Zoll. Einige Hersteller geben ihre Rahmen auch in den Größen S, M, L und XL an, was auf den ersten Blick nichts über die tatsächlichen Maße aussagt.

Stack und Reach erfassen als signifikante Kenngrößen des Rahmens die Maße zwischen Mitte Tretlager und Oberkante Steuerrohr in senkrechter und waagerechter Richtung.

Anhand der Angabe von Stack und Reach bzw. dem Quotienten daraus (StR) kannst du die Charakteristik eines Rahmens ableiten, beispielsweise ob er eher tief und lang oder hoch und kurz ist. Außerdem kannst du unterschiedliche Rahmen anhand dieser Werte genau miteinander vergleichen.

Stack geteilt durch den Reach ergibt in der Regel einen Wert zwischen 1,35 und 1,65, wobei kleinere Werte bis 1,45 für eine sportlich gestreckte Sitzposition stehen, Werte zwischen 1,45 und 1,55 eine gemäßigt sportliche Sitzposition abbilden und Werte über 1,55 für eine komfortable Geometrie stehen.

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