Mountainbike mit Licht nachrüsten: So geht's!

Nicht an jedem E-Bike sind Front- und Rücklicht bereits vom Hersteller integriert. Sind Sie bereits stolzer E-Bike-Besitzer, sollten Sie das Licht unbedingt nachrüsten. Noch dazu müssen Sie sowieso aus Sicherheitsgründen für eine ausreichende und vollwertige Beleuchtung sorgen. Daher ist es immer gut, auf eine gut funktionierende Lichtanlage zurückgreifen zu können und somit ausreichend Licht im Falle des Falles „parat“ zu haben. Es kann schnell mal passieren, dass man mit seinem E-Bike durchaus mal in ungünstige Lichtverhältnisse kommt.

Warum eine gute Beleuchtung wichtig ist

Damit du als Fahrradfahrer während der Fahrt eine gute Sicht hast und schnell von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wirst, brauchst du eine Beleuchtung für dein Fahrrad. In Deutschland ist der Aufbau der Fahrradbeleuchtung gesetzlich in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) geregelt: Front- und Rückstrahler sowie verschiedene Reflektoren sind Pflicht. Wer mit seinem S-Pedelec unterwegs ist, muss übrigens auch tagsüber mit Licht fahren.

Arten von Fahrradbeleuchtung

Es gibt jedoch eine breite Palette an wirkungsvoller Beleuchtung für dein Fahrrad. Neben vielen nützlichen Features darf dein Fahrrad zusätzlich mit Fernlicht und Bremslicht ausgestattet sein. Auch akku- oder batteriebetriebene Lichtanlagen sind erlaubt. Aktive Elemente wie Front- und Rückleuchten erzeugen selbst Licht und werden durch einen Akku, Batterien oder einen Dynamo mit Strom versorgt. Reflektoren ergänzen deine Beleuchtung am Fahrrad: Ein weißer Frontreflektor am Scheinwerfer sowie ein großer roter Reflektor hinten.

  • Frontscheinwerfer: Strahlen weißes Licht vor das Fahrrad aus.
  • Rückleuchten: Müssen an der Rückseite mit mindestens einer Schlussleuchte für rotes Licht ausgerüstet sein.
  • Reflektoren: Ein weißer Frontreflektor am Scheinwerfer sowie ein großer roter Reflektor hinten.

Du kannst natürlich auch Sets aus Frontscheinwerfer und Rückstrahler erstehen. Übrigens ist auch eine Bremslichtfunktion erlaubt. Abseits der Straße kannst du deine Beleuchtung am Fahrrad außerdem durch eine zusätzliche LED-Kopflampe am Helm optimieren.

Dynamo, Akku oder Batterie?

Es gibt ihn noch - den klassischen Dynamo, der durch die Drehung des Rades angetrieben wird. Nie wieder ohne Licht: Ein Dynamo ist fest verbaut und daher bei jeder Fahrt dabei. Viele Lampen bieten Sensorfunktionen. Diese schalten sich automatisch ein oder wechseln automatische von Tag- zu Nachtfahrlicht. Bist du eher ein sportlicher Fahrer? Dann empfindest du Leuchten mit Akku- oder Batteriebetrieb wahrscheinlich als Segen.

Wie du siehst, hat jedes System seine Vorteile. Die Entscheidung hängt also stark von dem gewünschten Einsatz deines Fahrrads ab.

Lux und Lumen: Was bedeuten die Werte?

Die im Straßenverkehr zugelassenen Leuchten liegen etwa zwischen 15 und 150 Lux, Leuchten für den Offroad-Einsatz oft auch darüber. Der vom Gesetzgeber minimal geforderte Wert beträgt 10 Lux - damit geht es aber mehr um das „Gesehen-Werden” als um die eigene Sicht bei Nacht. Gerade bei stärkeren Leuchten geben die Hersteller gerne den Lumen-Wert an. Die Einheit Lumen (lm) beschreibt den sichtbaren Lichtstrom und stellt so dar, wie viel Licht eine Lichtquelle in alle Richtungen abstrahlt. Die Maßeinheit Lux (lx) ist dagegen die Beleuchtungsstärke. Sie beschreibt den Lichtstrom (gemessen in Lumen), der auf eine bestimmte Fläche fällt.

Weder Lux noch Lumen sagen etwas darüber aus, wie viel Licht deine Fahrradleuchte tatsächlich bietet. Auch Lampen- und Reflektordesign sind wichtig, denn sie bestimmen die Lichtverteilung.

Fernlicht am Pedelec

Einen besonderen Sicherheitsgewinn am Pedelec und an Fahrrädern bis 25 km/h bietet dir das Fernlicht, das der Gesetzgeber seit 2017 zugelassen hat. Damit bist du im Dunkeln wesentlich souveräner unterwegs. Das Fernlicht leuchtet oberhalb der für das Standardlicht vorgeschrieben Hell-Dunkel-Grenze weit voraus. Es hilft dir damit auch, Hindernisse wie herunterhängende Äste rechtzeitig zu erkennen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Abgesehen davon, dass die Helligkeit sicher ein wichtiger Faktor beim Kauf einer Beleuchtung ist, solltest du darauf achten, dass die Lampe StVZO-konform ist. Die stärksten zugelassenen Frontleuchten verfügen über etwa 150 Lux. Damit diese starken Leuchten nicht blenden, ist eine blendfreie Einstellung und Fixierung wichtig.

City- und Trekkingräder werden meistens direkt in der Fertigung mit einem Nabendynamo ausgestattet. Rennrädern und Mountainbikes musst du dagegen selbst mit einer Lichtanlage ausstatten oder nachrüsten.

Verschiedene Optionen zur Nachrüstung der Beleuchtung

  1. Fest verbaute eMTB Scheinwerfer: Diese werden direkt von der Batterie des eBikes gespeist und benötigen so keine zusätzlichen Akkus oder Batterien.
  2. Abnehmbare Lampen mit MonkeyLink: Die Monkey-Link Schnittstelle ist eine innovative Art, ein eMTB nach Bedarf mit einer Frontlampe auszustatten.
  3. Abnehmbare Lampen an Lenker und Sattelstütze: Diese lassen sich ideal im Rucksack verstauen und bei Bedarf schnell anbringen.
  4. Helmlampen: Diese haben keine StVZO-Zulassung und sind daher nur im Gelände und bei Nightrides sinnvoll.
  5. Notbeleuchtung: Kleine LED-Lichter, die sich dank Gummizügen oder Clip-On-Befestigung montieren lassen, bieten ein Plus an Sicherheit.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen

Option Vorteile Nachteile
Fest verbaute Scheinwerfer Sehr gute Lichtausbeute, stabile Stromzufuhr Mehrgewicht am Cockpit, anfällig für Beschädigungen bei Stürzen
MonkeyLink Schnelle Montage, StVZO-konform Eingeschränkte Auswahl an Lampenmodellen
Abnehmbare Lampen Leichte Montage, große Auswahl an Lichtstärken Stromversorgung über Akkus/Batterien
Helmlampen Gute Ausleuchtung des Trails, Lichtkegel folgt der Blickrichtung Keine StVZO-Zulassung
Notbeleuchtung Praktisch für längere Touren, leicht zu montieren Oft geringe Leuchtkraft

Nachrüstung am E-Bike: Was Sie beachten müssen

An einem E-Bike ein Beleuchtungssystem nachzurüsten, ist um einiges aufwändiger und schwieriger als am herkömmlichen Zweirad. Aktuell gibt es leider noch keine gute Lösung, durch die man das Licht einfach am E-Bike befestigen könnte. Die nötige Spannung müssen Sie direkt vom Motor „holen“. Je nach E-Bike Modell gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, das Licht mit der Schnittstelle am Motorrad zu verkabeln.

Wichtig ist, zu beachten, dass die benötigte Schnittstelle, welche das Beleuchtungssystem mit der benötigten Spannung versorgt, als erstes freigeschaltet werden muss. Wenn dies nicht vom Werk aus gegeben ist und auch beim Kauf nicht gemacht wurde, sollten Sie zu einem Fachhändler und von diesem die Freischaltung durchführen lassen. Da die verfügbare Spannung für E-Bike-Lichtsysteme keine standardisierte Werte hat, sollten Sie sich vorab beim E-Bike-Händler bzw. E-Bike-Werkstatt der Region vorab erkundigen.

Manche Antriebe der Pedelec-Akkus liefern dabei bis zu 12 Volt. Prüfen Sie aber entsprechend, auf wieviel Spannung Ihre ausgewählten Scheinwerfer ausgelegt sind. Sie können das Licht übergangsweise für den Notfall über einen USB-Anschluss am E-Bike-Display installieren. Jedoch erreichen Sie auf diese Art nur eine sehr geringe Leistung.

Montage am Mountainbike

Grundsätzlich ist das auch für ein Mountainbike kein Problem. Ein paar Kleinigkeiten erschweren die Arbeiten aber doch: Fehlende Gewindebohrungen am Rahmen und an der Gabel, bzw. Als Stromproduzent für die Beleuchtung kam für mich nur ein Nabendynamo in Frage und dieser auch nur am Vorderrad. Bei einem lokalen Fahrradgeschäft habe ich mir ein neues Vorderrad mit dem Dynamo fertig machen lassen.

Da meine Federgabel keine Bohrung zur Befestigung hat, war dieser Teil etwas kniffelig. Lösungsvorschläge gibt es im Internet genug. Jetzt verlieb nur noch ein Problem: Wie das Rücklicht gescheit mir dem Frontlicht verbinden? Eine Kabelführung o. ä.

Nabendynamo nachrüsten

Speichen- oder Seitenläuferdynamos sind heute im Grunde nur noch an alten Fahrrädern zu finden. Wer sich kein neues Bike zulegen möchte, hat die Möglichkeit einen Nabendynamo nachzurüsten. Dies erfordert allerdings ein wenig technisches Verständnis und handwerkliches Geschick. Alternativ kann auch das komplette Vorderrad, dann inklusive Nabendynamo, ausgetauscht werden. Das ist im Falle eines Mountainbikes sinnvoll. Generell ist diese Variante zu empfehlen, da kaum ein Kostenunterschied vorhanden ist, wohl aber eine enorme Zeitersparnis.

Der Nabendynamo sitzt, anders als z.B. Seitenläuferdynamos, direkt auf der Nabe des Vorderrads. Beim Fahren läuft er stetig mit und erzeugt ein Magnetfeld aus dem die Energie für die Lichtquelle gezogen wird.

Einbau des Nabendynamos

Lösen Sie hierzu den Schnellspanner, der das alte Rad befestigt. Ist kein Schnellspanner vorhanden, lösen Sie die Schrauben, die sich stattdessen an der Stelle befinden. Das Rad kann nun ausgetauscht werden.

Empfehlungen für E-Bike-Lampen

  • SL Nano Classic für E-Bikes: Montage auf der Gabelkrone, 700 Lumen starkes Abblendlicht.
  • SL Nano für E-Bikes mit Newmen Vorbauten: Bis zu 1000 Lumen Fernlicht, kompatibel mit Evolution 31.4 Vorbauten von Newmen.
  • SL Nano für E-Bikes zur Montage an einem Bosch Intuvia bzw. Nyon Display: Varianten mit Bluetooth-Fernbedienung, Kabelgebundener Fernbedienung und ohne Fernbedienung.
  • SL F für E-Bikes: Bis zu 1300 Lumen Fernlicht, Montage am einem Bosch Intuvia/Nyon Display.
  • SL MiniMax Classic für E-Bikes: Montage auf der Gabelkrone, bis zu 2100 Lumen im Fernlicht.
  • SL X Classic für E-Bikes: Montage auf der Gabelkrone, bis zu 2800 Lumen Fernlicht.

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