Mountainbike TQ Motor im Test: Leistung, Effizienz und Fahrgefühl

TQ-Drives gehört zur TQ-Systems GmbH, einem deutschen Elektronikdienstleister mit Hauptsitz in Seefeld bei München. Spätestens mit der Vorstellung des TQ HPR50 vor einigen Monaten dürfte es der deutsche Hersteller nun ins Rampenlicht der Szene geschafft haben. Als Hersteller des derzeit noch immer stärksten Mittelmotors überhaupt, dem HPR120s, war TQ vielen E-Bikern zweifellos schon in den letzten Jahren ein Begriff.

TQ HPR 50: Der Minimalist unter den E-Bike-Motoren

Der HPR 50 ist der erste Minimal-Assist-Motor des bayerischen Technologie-Unternehmens TQ. Mit seiner dezenten Unterstützung will TQ ein sehr natürliches MTB-Fahrgefühl bieten. Nun könnte man meinen, was wissen die schon über den E-Bike-Motorenbau - eine ganze Menge! TQ brachte bereits 2012 den HPR 120 S auf den Markt, der mit seinen 120 Nm Drehmoment und 920 Watt Maximalleistung alle anderen Motoren in den Schatten stellte. Doch man erkannte, dass auf dem MTB viel nicht immer viel hilft. Der kleine TQ HPR 50 ist das krasse Gegenteil.

Mit seinen 50 Nm Drehmoment und 300 Watt Maximalleistung kommt er nicht annähernd an die Werte des großen Bruders heran und auch in unserem Testfeld ist er zumindest auf dem Papier der schwächste Motor. Aber das stand bei der Entwicklung auch nicht im Vordergrund, vielmehr reihte sich ein leichtes Antriebssystem mit natürlichem Fahrgefühl auf der Prioritätenliste der Münchner ein. Zudem wollte man bei TQ - das Kürzel steht für Technologie in Qualität - auch möglichst gut auf die Anforderungen der Bike-Hersteller eingehen und so suchte man sich früh starke Partner.

Bei der Entwicklung hatte auch US-Gigant Trek die Finger im Spiel, was den Amerikanern ein exklusives Anrecht auf das Motorsystem für die ersten 3 Monate verschafft hat, bevor dann weitere Hersteller wie SCOTT oder SIMPLON das System verwenden durften. Das Einsatzgebiet reicht weit und jeder Hersteller interpretiert den Einsatzzweck auf seine eigene Art und Weise. So findet der Motor in den unterschiedlichsten Konzepten Verwendung: Von Down-Country-E-Bikes wie das SCOTT Lumen eRIDE, über Trail-Bikes wie Trek Fuel EXe bis hin zum potenten Enduro mit E-Support wie SIMPLON Rapcon Pmax TQ.

Kompakte Bauweise und technische Details

Auf den ersten Blick sticht die kompakte Bauform des TQ HPR 50 heraus - oder eben gerade nicht. Er ist kaum größer als eine Faust und einer der kleinsten Minimal-Assist-Motoren überhaupt. Das verdankt er seiner Konstruktionsweise: In ihm steckt ein patentiertes Harmonic-Pin-Ring-Getriebe, das dem Motor nicht nur seinen Namen gibt, sondern die spezielle Bauform eben erst ermöglicht. Der Motor und das Getriebe können um die Kurbelachse herum positioniert werden und müssen nicht wie bei anderen Mittelmotoren getrennt angeordnet sein. Die runde Bauform bietet auch für die Bike-Konstrukteure eine Menge Vorteile: Zum einen lässt sich der Motor einfacher und schöner in den Rahmen integrieren, aber auch der Akku kann dadurch zugunsten eines besseren Schwerpunkts tiefer im Bike positioniert werden.

Den Strom liefert der hauseigene 360-Wh-Akku, der sich entweder fest verbauen oder aus dem Bike entnehmen lässt. Für ROTWILD hat TQ einen speziellen 250-Wh-Akku entwickelt, der in zwei Bikes der Marke zum Einsatz kommt. Für mehr Reichweite auf ausgedehnten Touren hat TQ noch einen Range Extender mit 160 Wh im Programm, der sich im Flaschenhalter befestigen lässt. TQ hat ein sehr leichtes Motorsystem geschaffen, in Zahlen ausgedrückt kommt die Waage bei den Kernkomponenten Motor und Akku schon bei 3,65 kg zum Stehen. Das sind rund 400 g weniger als der Bosch Performance Line SX oder der FAZUA Ride 60. Das Mehrgewicht der beiden Konkurrenten liegt aber größtenteils an deren größeren Akkukapazitäten.

Auch um den Rest des Motorsystems haben sich die Münchner gekümmert. Das 2” große TQ-Display ist unauffällig, aber gut sichtbar ins Oberrohr integriert. Die gewählte Unterstützungsstufe wird in Punkten und Ringen angezeigt, was gerade beim ersten Aufsteigen nicht sonderlich intuitiv ist. Durch doppeltes Klicken auf den Knopf unterhalb des Displays lässt sich zwischen den wichtigsten Informationen durchschalten, wie Geschwindigkeit, Akkustand in Prozent, momentane Leistung von Fahrer und Motor in Watt und der Restreichweite in Kilometer, basierend auf dem momentanen Verbrauch. Die Unterstützungsstufen oder den Walk-Modus wählt man an der unauffälligen Lenker-Remote, die durch gummierte Tasten mit einer angenehmen Haptik und Ergonomie überzeugt und deutlich hochwertiger wirkt als die FAZUA Ring Remote.

App und Konnektivität

Anhand von Display und Remote wird nochmal verdeutlicht, dass der TQ HPR 50 für Sportgeräte konzipiert und auf die reinen Leistungs- und Motorfunktionen reduziert ist. Auch bei der hauseigenen TQ E-Bike App geht es minimalistisch weiter und der Claim „Keep it clean. Keep it simple“ ist Programm. Die App ist recht einfach gehalten und geizt eher mit Informationen als einen damit zu überfluten. Die drei Fahrmodi Eco, Mid und High lassen sich einzeln in der maximalen Unterstützung, Leistung und Dynamik einstellen. Das war es im Großen und Ganzen auch schon, mehr lässt sich über die App nicht konfigurieren. Eine Navigationsfunktion wie viele andere Apps bietet die TQ E-Bike App nicht. Die beste App für das TQ-Motorsystem stammt nicht von TQ selbst, sondern von Trek.

Die Bike-Marke integriert die motorspezifischen Funktionen in ihrer eigenen App, die die Reichweite über eine Karte veranschaulicht, via Bluetooth z.B. den Luftdruck über die verbauten TyreWizz-Sensoren anzeigt oder Vorschläge für das Fahrwerks-Setup eures Trek-Bikes macht. All in one - cool! Bei der recht einfach gehaltenen App lassen sich die drei Fahrmodi in der maximalen Unterstützung, Leistung und Dynamik einstellen.

Fahrgefühl und Leistung auf dem Trail

Wie bereits oben erwähnt, stehen auch auf dem Trail die drei Unterstützungsstufen Eco, Mid und High zur Verfügung. Der TQ HPR 50 punktet sogar im High-Modus in der Standardeinstellung mit einem sehr natürlichen Fahrgefühl, da kann selbst der ebenfalls natürliche Specialized SL1.2 nicht mithalten. Das liegt aber auch daran, dass der TQ weniger Unterstützung leistet und damit von Natur aus unauffälliger arbeitet. Durch die geringe Power und das unauffällige Ein- und Aussetzen fühlt sich der TQ HPR 50 eher nach einem analogen Mountainbike als nach einem E-MTB an. Erst beim Abschalten der Unterstützung merkt man, welche Arbeit der TQ Motor leistet.

Um seine volle Leistung abzurufen, benötigt er eine verhältnismäßig hohe Trittfrequenz, was den Fahrer im Vergleich zu den anderen Minimal-Assist-Motoren am meisten ins Schwitzen bringt. Rauscht man unvorbereitet in einen Gegenanstieg und hat noch einen zu schweren Gang eingelegt, braucht es ordentlich Input vom Fahrer, um nicht den gesamten Schwung zu verlieren. Im Vergleich zum FAZUA Ride 60 oder Specialized SL1.2 erfordern technische Uphills wesentlich mehr körperlichen Einsatz und eine noch präzisere Gangwahl, weil der Motor weniger Drehmoment hat und so abhängiger von einer höheren Trittfrequenz ist.

Shuttle-Feeling oder Uphill-Flow wie beim doppelt so leistungsstarken Bosch Performance Line SX kommt beim TQ nie auf. Dahingehend ist der Uphill-Spaß, sich technische Trails spielerisch hinaufzukämpfen, begrenzt. Der HPR 50 ist primär für moderate Uphills auf Schotterwegen geeignet. Er nimmt einem aber unangenehme Rampen ab und man kommt schneller ans Ziel, ohne den Trainingseffekt ganz zu vernachlässigen. Der TQ HPR 50 arbeitet eher im Hintergrund und passend zu seinem dezenten Auftritt ist eine Geräuschkulisse auch kaum vorhanden. Er ist einer der leisteten Mittelmotoren mit einem derart angenehmen und unaufdringlichen Klang, dass er schnell mit den Umgebungsgeräuschen im Hintergrund verschwimmt. So kann man sich mühelos an seine Kumpels mit analogen Bikes anpirschen, ohne entdeckt zu werden. Mit Full-Power-E-MTBs kann man im Gegensatz zu einem FAZUA Ride 60 oder Bosch Performance Line SX nicht mithalten, außer man ist fit wie ein Turnschuh! Schwere Fahrer werden mit dem deutlich stärkeren Bosch SX mehr Freude haben.

Technische Ausfälle und Fazit zum TQ HPR 50

Beim TQ HPR 50 hatten wir bislang nur einen technischen Ausfall - Totalausfälle wie bei FAZUA gab es nie. Der TQ HPR 50 sorgt mit seinem sehr natürlichen Fahrgefühl für analoges MTB-Feeling. Er fordert mehr Eigenleistung als die Minimal-Assist-Motoren-Konkurrenz und ist deutlich schwächer, weshalb sein Einsatzbereich schmaler ist. Dennoch nimmt er fiesen Anstiegen den Schrecken und ist eine gute Alternative, um seine Fitness zu steigern. Wer sich aber entspannt den Berg hoch shutteln lassen will oder viel auf technischen Climbs unterwegs ist, findet am TQ-Motor keinen Gefallen.

TQ HPR 60: Mehr Leistung und verbesserte Effizienz

TQ hat mit dem HPR60 einen neuen Light-E-Bike-Antrieb am Start, der vieles besser machen soll als sein Vorgänger HPR50. Dafür spendieren die Oberbayern ihrem neuen Motorsystem 17% mehr Leistung und 20% extra Drehmoment, mehr Akku-Optionen und ein neues Display. Macht jetzt 60 Nm und 350 W Spitzenleistung. Der Name verrät es bereits: Ab sofort gibt es 60 Nm Drehmoment, 20% mehr als beim HPR50. Auch die Spitzenleistung haben die Bayern laut Datenblatt angehoben, von bisher 300 auf jetzt 350 W. Einen temporären Boost wie etwa bei FAZUA oder dem DJI Avinox M1-Motor sucht man aber weiterhin vergebens. Natürlichkeit bleibt also das Maß der Dinge beim HPR-System.

Verbessert haben will TQ auch das thermische Verhalten und spendiert dem HPR60 nun etwas größere Kühlrippen. An der Gesamtgröße des Motors hat sich dadurch aber kaum etwas geändert. Und mit jetzt 1,92 kg hat er auch nur 70 g gegenüber seinem Vorgänger zugelegt. Auf den ersten Blick also nur kleine Anpassungen bei Leistung und Größe. Das sieht bei den Akkus schon ganz anders aus. Während der Vorgänger lange Zeit nur mit einer einzigen Akku-Größe von 360 Wh auskommen musste, bietet TQ den Bike-Herstellern mit HPR60-Antrieb von Anfang an 3 Optionen: 290, 360 und 580 Wh. Während es den 580er auch bereits für den Vorgänger-Antrieb gab (bisher aber in kaum einem Bike verbaut), ist der kleinste Energiespeicher brandneu. Mit nur 1.460 g eignet sich die 290-Wh-Batterie natürlich in erster Linie für den Aufbau besonders leichter Räder.

Technische Details des TQ HPR 60

Die Grundform des neuen TQ HPR 60 ist identisch mit der des Vorgängers HPR 50. Doch TQ verspricht, dass der komplette Antrieb neu entwickelt wurde. Neue E-Maschine, neues Getriebe, neue Lager. Und als einzig klar sichtbares Element: auffällige Kühlrippen. So wollen die Bayern ihrem Flüstermotor mehr Effizienz, Drehmoment und Leistung verpasst haben. 60 Newtonmeter Drehmoment und 350 Watt Spitzenleistung stehen im Datenblatt des Neulings, zuvor waren es 50 Nm bzw. 300 W. Und seine maximale Leistung soll der Motor auch länger aufrecht erhalten können. Offenbar hat sich TQ unsere Kritik zu Herzen genommen, denn die mäßige Hitzebeständigkeit des Vorgängers mussten wir seit unserem ersten großen Test häufig kritisieren. 90 Gramm Mehrgewicht sollen die Kühlrippen mitbringen.

Display und Remote des TQ HPR 60

Auch das Display hat TQ für die Neuauflage überarbeitet. Die Fragmentbildung bei Berührung, die den Vorgänger etwas altbacken wirken ließ, hat TQ eliminiert. Zudem strahlt der neue Screen in Farbe. Das macht die Erscheinung deutlich hochwertiger. Auch die neue Aufteilung der Anzeige hat uns im Test sehr gut gefallen. Die Daten sind sinnvoll aufbereitet und gut ablesbar. Außerdem sind die Datenseiten nach wie vor über die App frei individualisierbar. Neu: Ist das Ladegerät angeschlossen, wird im Display die verbleibende Ladezeit angezeigt. Auch das ist ein guter Mehrwert. Die kompakte Remote bleibt bestehen. Sie läuft kabelgebunden und lässt sich mit ihrer Gummierung gut und sicher bedienen. Das Feedback beim Druck der Tasten ist knackig und definiert.

Fahrgefühl und Leistung des TQ HPR 60 auf dem Trail

Die gute Nachricht vorweg: Von seinen Stärken hat der TQ-Motor nichts eingebüßt. Sowohl bei der Geräuschkulisse, als auch beim Fahrgefühl bleibt der HPR 60 auf dem bekannt starken Niveau des HPR 50. Mit seinem dezenten Schub fühlt er sich geschmeidig und natürlich an. Bei voller Leistung ist er zwar klar hörbar, wird aber nie laut. Nach wie vor gilt: So leise wie der TQ ist kein anderer E-MTB-Motor. Auffällig und beachtlich: Beim Drehmoment hat der Mini-Motor deutlich zugelegt. Bei niedriger Trittfrequenz schiebt der Motor spürbar kerniger. So sind steile Rampen drin, die man einem so kleinen Aggregat kaum zugetraut hätte.

Wir konnten den HPR 60 im Vergleich mit den beiden direkten Konkurrenten Bosch SX und Fazua Ride 60 testen. Beim Blick auf das Drehmoment ist der neue TQ kräftiger unterwegs als der Bosch SX. An längeren, steilen Rampen, die keine hohe Trittfrequenz erlauben, steckt er den drehzahlabhängigen SX also in die Tasche. An die Kraft des Fazua Ride 60 kommt er aber nicht ganz heran. Bei schnellem Tritt liefert der starke SX in diesem Trio klar spürbar die höchste Spitzenleistung. In der höchsten U-Stufe liegen Fazua und TQ ungefähr gleichauf - wobei der Ride 60 im kurzzeitigen Boost-Modus noch etwas zulegen kann.

Akkus für den TQ HPR 60
Akku Kapazität Gewicht (Herstellerangabe)
TQ Akku 290 Wh 1460 Gramm
TQ Akku 360 Wh 1835 Gramm
TQ Akku 580 Wh 2695 Gramm
Range Extender 160 Wh 960 Gramm (ohne Befestigung und Kabel)

Reichweite und Effizienz des TQ HPR 60

Wir konnten mit dem TQ HPR 60 schon unseren standardisierten Reichweitentest absolvieren, den wir in den vergangenen Jahren mit allen relevanten E-Bike-Antrieben diverse Male durchgezogen haben. Der HPR 50 schnitt in diversen Vergleichen eher unterdurchschnittlich ab. Sowohl den Bosch SX mit 400 Wattstunden, als auch den sehr effizienten Fazua Ride 60 mit 430 Wh übertrumpft das System locker.

TQ HPR40: Ultraleichter Motor speziell für Dropbar-Bikes

Mit gerade einmal 40 Nm bringt TQ einen der derzeit leichtesten und leistungsschwächsten Mittelmotoren auf den Markt - bewusst reduziert, konsequent auf den Einsatz in Road- und Gravelbikes zugeschnitten. Damit wird möglich, was bislang als kaum erreichbar galt: vollintegrierte E-Roadbikes mit Mittelmotor unterhalb der magischen 10-Kilo-Marke. Und auch wenn der Motor auf dem Papier „nur“ maximal 200 Watt liefert, katapultiert er damit durchschnittlich trainierte Fahrer in Watt-pro-Kilo-Bereiche, die sonst der Weltelite vorbehalten sind.

Der Motor an sich ist dabei kaum größer als eine Faust und bietet laut TQ die höchste Drehmomentdichte auf dem Markt. Die kompakte, runde Bauform ermöglicht eine cleane Rahmen-Integration in den Tretlagerbereich. Der Motor an sich wird dabei - ähnlich wie der Lenker an den Vorbau - mit zwei Brücken an den Rahmen fixiert. Intern setzt der Motor auf TQs patentierte Harmonic Pin Ring-Getriebe-Technologie, die eine deutlich kompaktere Bauform ermöglicht und laut TQ gleichzeitig für eine sehr direkte und verlustfreie Kraftübertragung sorgt. Die Getriebeübersetzung ist so gewählt, dass sie für einen geräuscharmen Betrieb sorgen soll und optimal zu Rennrad-typischen Trittfrequenz-Bereichen zwischen 75 und 95 Umdrehungen pro Minute passt.

Der verbaute Leistungs- und Trittfrequenzmesser im Tretlager passt die Motorunterstützung an den Rider-Input an und übermittelt die Daten auf Wunsch auch an den Radcomputer. Angetrieben wird der Motor von einem intern verbauten, 290 Wh starken Akku, der klein genug ist, um in einem Rennradrahmen zu verschwinden. Wer Großes vorhat, kann die Reichweite des Antriebs mit Hilfe eines Range Extenders um weitere 160 Wh vergrößern. Dieser hat den Formfaktor einer 500-ml-Flasche, wiegt laut Hersteller 900 g und wird in einem der Flaschenhalter montiert.

Bedieneinheit und Konnektivität des TQ HPR40

Passend zum minimalistischen Gesamtkonzept des Antriebs zeigt sich auch die Bedieneinheit des TQ HPR40: Integriert in das Lenkerende wirkt die Steuerung fast unsichtbar und fügt sich nahtlos ins Cockpit ein - puristisch, clean und funktional. Eine kleine, farbige LED-Anzeige gibt Auskunft über den aktuellen Akkustand und zeigt den gewählten Unterstützungsmodus an. Besonders spannend ist die Möglichkeit, die Unterstützungsmodi über die Zusatzknöpfe elektronischer Schaltgruppen zu steuern. Damit lassen sich Moduswechsel oder Lichtsteuerung ganz einfach vom Schaltgriff aus erledigen - ohne zusätzlich montierte Remote.

TQ setzt hier auf maximale Offenheit: Das System bietet zudem gleich mehrere Anschlüsse für externe Verbraucher, sodass zum Beispiel auch Front- und Rücklichter direkt vom Hauptakku gespeist werden können. Neben Licht und Schaltung können Hersteller auch Lademöglichkeiten für Headunits, Radar-Rücklichter oder Smartphones an das System anschließen. Die interne „Schaltzentrale“ im Lenker bietet hierfür zwei zusätzliche Ausgänge - ein cleverer Schachzug, der das HPR40-System noch vielseitiger macht und die Integration externer Komponenten erleichtert.

Apropos vernetzt: Wer mehr aus dem System herausholen will, koppelt den Antrieb ganz einfach via Bluetooth mit der TQ-E-Bike-App auf dem Smartphone. Neben klassischen Funktionen wie dem Batteriestatus und grundlegenden Fahrinformationen lassen sich in der App auch verschiedene Fahrerprofile anlegen. Besonders praktisch: Über das integrierte Tuning-Tool können die drei Unterstützungsmodi individuell angepasst werden - von der maximalen Leistung über den Unterstützungsgrad bis hin zur Pedal-Response.

Fahrgefühl und Leistung des TQ HPR40

Die Aussage, man müsse zwei Mal hinsehen, um zu erkennen, dass es sich um ein E-Dropbar-Bike handelt, ist im Jahr 2025 alles andere als neu. Versteckt integrierte Antriebssysteme gehören längst zum guten Ton im E-Road-Segment. Der Motor verschwindet beinahe vollständig im Unterrohr des Bikes, das lackierbare Cover passt sich dabei perfekt an das Rahmendesign an. Ein Display auf dem Oberrohr? Fehlanzeige. Stattdessen sitzt die dezente LED-Anzeige im Lenkerende - so unauffällig, dass sie selbst beim zweiten Blick kaum ins Auge fällt.

Auch sonst bleibt alles clean: keine zusätzlichen Buttons, keine auffälligen Bedienelemente. Die Steuerung der Unterstützungsmodi und des Lichts erfolgt direkt über die Zusatzknöpfe elektronischer Schaltungen - egal ob von SRAM oder Shimano. Doch der HPR40 überzeugt nicht nur durch seine optische Zurückhaltung. Auch akustisch bleibt er extrem dezent - selbst bei voller Unterstützung ist der Motor so leise, dass Abrollgeräusche und Umgebungsgeräusche deutlich dominanter wirken.

Und dann wäre da noch das Gewicht - bislang die Achillesferse vieler E-Rennräder. Doch TQ kommt dem Traum vom „normalen” Rennrad mit E-Unterstützung verdammt nah. Das neue Canyon Endurace:ONfly bleibt in der leichtesten Ausstattung mit dem HPR40-Motor unterhalb der 10-Kilo-Grenze. Auf der Straße fährt sich das Rad entsprechend natürlich. Die Kraftübertragung vom Pedal ans Hinterrad ist direkt, die Gewichtsverteilung ausgewogen.

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