Mountainbike oder Crossrad: Unterschiede und Entscheidungshilfe

Viele Radfahrer stehen vor der Frage, ob sie sich ein Mountainbike oder ein Crossrad kaufen sollen, besonders wenn sie ein neues Fahrrad für das Gelände suchen. Beide Fahrradtypen sind grundsätzlich geländetauglich, aber es gibt wesentliche Unterschiede, die die Entscheidung beeinflussen können.

Was ist ein Crossbike?

Das Crossbike zählt grundsätzlich zu den Alleskönnern im Fahrradbereich, denn die Einsatzmöglichkeiten sind besonders vielfältig. Ein Crossbike ist eine Mischung aus Mountainbike und Rennrad. Dies resultiert aus der sinnvollen Kombination vieler Bauteile des Crossbikes, das im Grunde eine Mischung aus Mountainbike und Rennrad ist.

  • Es verfügt im Normalfall über eine Kettenschaltung mit bis zu 30 Gängen.
  • Ein Crossbike ist schwerer als ein Rennrad aber leichter als ein Mountainbike.
  • Es eignet sich hervorragend für variable Einsätze auf der Straße, Schotterwegen oder im Wald.
  • Die Reifengröße liegt bei 28 Zoll und die Reifen sind deutlich schmaler als beim Mountainbike. So haben sie einen geringeren Rollwiderstand und rollen deutlich leichter.

Das Crossbike eignet sich vor allem für aktive und dynamische Menschen die einen Mittelweg suchen, um sportlich ambitioniert und gleichzeitig entspannt Fahrrad zu fahren.

Unterschiede zwischen Mountainbike und Crossrad

Um zu wissen, ob Crossrad oder Mountainbike die bessere Wahl ist, sollte man sich die Unterschiede zwischen den beiden Fahrradtypen vor Augen führen. Ein Mountainbike rollt in der Regel auf 26-Zoll-Reifen mit einer Breite von 2.00 durch das Gelände. Für gröberes Gelände sind allerdings 2.25 oder 2.4 MTB Reifen notwendig, um genügend Traktion und Durchschlagschutz zu haben. Ein Crossrad verfügt über 28 Zoll Laufräder mit schmaler 1.5er Bereifung.

Die Entscheidung, ob ein Mountainbike oder Crossbike das richtige für dich ist, lässt sich mit wenigen Überlegungen schnell entscheiden. Ein Mountainbike solltest du kaufen, wenn du vorrangig im Gelände unterwegs sein möchtest und auf der Straße nur Transferfahrten machst um von dem einen Waldweg zum nächsten zu kommen. Hier kannst du auch überlegen, ein Mountainbike mit Federung am Hinterrad zu wählen. Planst du allerdings auch mal längere Touren auf der Straße und der Anteil im Gelände ist deutlich kleiner, wäre das Crossbike für dich die richtige Wahl.

Was bei der Frage „Crossrad oder Mountainbike“ ebenfalls bedacht werden soll, ist die gänzlich unterschiedliche Sitzposition.

Einsatzbereich

Für technisch anspruchsvolle Trails über Wurzeln und Steinbrocken sowie Ausflüge ins Voralpenland ist das Mountainbike das richtige Fahrrad. Wer bevorzugt auf Waldwegen und in leichtem Gelände unterwegs ist und die Alpen nur vom Fernsehen kennt, für den ist ein Crossrad wahrscheinlich die bessere Wahl.

Wer vorwiegend in Wäldern und auf Forststraßen unterwegs ist, während des Urlaubs aber gerne mal einen Ausflug in die Alpen macht, sollte einen Blick auf die neuen 29er Mountainbikes werfen. Die größeren Laufräder ermöglichen eine höhere Endgeschwindigkeit in der Ebene und mit dünneren Reifen lässt sich Crossrad-Feeling erzeugen.

Weitere Unterschiede im Detail

Crossbike vs. Fitnessbike

Um zu entscheiden, ob ein Cross- oder ein Fitnessbike zu dir passt, sollte man vorerst seinen angestrebten Einsatzbereich abstecken. Das Fitnessbike orientiert sich mehr am Rennrad und ist dafür ausgelegt, auf der Straße gefahren zu werden. Eine Federgabel für Komfort auf Schotterwegen und Co. sucht man beim Fitnessbike vergeblich.

Ist man daran interessiert, gelegentlich auch auf einem Schotter- oder Waldweg zu fahren, ist man mit einem Crossbike besser bedient, denn dieses orientiert sich eher am Mountainbike und verfügt über eine Federgabel an der Front.

Crossbike vs. Cyclocross

Auch wenn das Einsatzgebiet eines Crossbike und Cyclocross relativ ähnlich ist, ist der Unterschied zwischen den Bikes an sich immens. Betrachten wir das Crossbike und das Cyclocross-Bikes, so unterscheiden sich beide vor allem in der Form des Rahmens. Das Crossbike orientiert sich mehr am Mountainbike und bietet mit der meist verbauten Federgabel mehr Komfort. Das Cyclocross Bike hingegen lässt sich im Grunde als Rennrad mit dickeren Reifen beschreiben. Es lässt sich zwar auch im leichten Gelände bewegen, Fahrkomfort und Sitzposition sind dort aber nicht so angenehm wie bei einem Crossrad.

Crossbike vs. Citybike

Diese Entscheidung lässt sich schnell herbeiführen, denn der Unterschied zwischen einem Citybike und einem Crossbike ist klar erkennbar. Das Citybike ist im Normalfall mit einer kompletten StVZO Ausstattung versehen und verfügt zudem über Schutzbleche. Neben der Kettenschaltung finden sich oft auch Nabenschaltungen in diesem Bereich. Bei den Bremsen setzen Hersteller oft auf klassische V-Brakes.

Das Citybike wird, wie der Name schon sagt, hauptsächlich in der Stadt bzw. auf der Straße benutzt - gemütliches Fahren, um entspannt von A nach B zu kommen. Beim Crossbike wird in der Regel auf eine StVZO Ausstattung sowie Schutzbleche verzichtet und auch Nabenschaltungen kommen hier nur seltenst zum Einsatz. Gefahren wird das Crossbike auf der Straße, aber auch gleichermaßen im leichten Gelände.

Crossbike vs. Rennrad

Der Unterschied zwischen Rennrad und Crossbike ist immens, denn das Rennrad lässt sich ausschließlich auf der Straße bewegen. Ein Ausflug in selbst leichtestes Gelände ist nicht ratsam. Mit dem Crossrad hingegen ist dies kein Problem, allerdings gleitet dieses natürlich nicht so leicht über die Straße wie ein Rennrad.

Crossbike vs. Trekkingbike

Das Trekkingbike hat eine ähnliche Geometrie und Aufmachung wie das Crossbike, allerdings gibt es dennoch immense Unterschiede zwischen den beiden. Das Trekkingbike verfügt immer über einen Gepäckträger, Schutzbleche und eine StVZO-Ausstattung mit Licht. Meist wird dieses über einen Nabendynamo gespeist. Oft wird auch hier eine Federgabel verbaut, diese verfügt aber meist nur über wenige Zentimeter Federweg.

Das Crossbike setzt im Gegensatz zum Trekking mehr auf Geländegängigkeit und weniger auf Straßentauglichkeit.

Weitere Aspekte beim Crossbike

Sitzposition

Um die optimale Sitzposition bei einem Crossbike einzunehmen, sollte der Sattel so montiert werden, dass die Beine nahezu durchgestreckt sind wenn die Füße auf den Pedalen stehen. Für die Sitzhöhe gibt es vermehrt Standardformeln. Hier wird die Schrittlänge x 0,885 berechnet. Der daraus resultierende Wert ist deine Sitzhöhe. Für die Orientierung ist dies ein guter Wert.

Die Lenkerhöhe sollte im zweiten Schritt so angepasst werden, dass man als Fahrer eine weitestgehend aufrechte Sitzposition einnimmt, um komfortabel fahren zu können. Sollte am Crossbike ein Vorbau montiert sein, der sich nicht verstellen lässt, kann man diesen zunächst mit größeren Unterlegscheiben, sogenannten Spacern, ein wenig nach oben korrigieren. Reicht auch das nicht aus, dann gibt es im Zubehörhandel Vorbauten, dessen Höhe mittels Gelenk verstellt werden kann.

Federgabel: Ja oder Nein?

Mit einem Crossbike möchte man im Normalfall auch das Gelände erkunden, im Wald und auf Schotterwegen unterwegs sein und trotz holpriger Untergründe ein Maximum an Komfort haben. Daher ist es ratsam, sich für ein Crossbike mit Federgabel zu entscheiden. Ohnehin fallen Crossbikes ohne Federgabel eher in den Bereich Fitnessbike, sodass sie sich besser für die Benutzung auf der Straße eignen.

Gepäckträger

Ein Gepäckträger am Crossbike ist eher selten direkt vom Hersteller montiert, da dieser auch von einer Nutzung in teilweise unwegsamerem Gelände ausgeht. Viele Crossbike Rahmen verfügen aber über kleine Bohrungen im hinteren Rahmenddreieck, so dass ein Gepäckträger in der Regel nachgerüstet werden kann. Sollte ein Crossbike Rahmen nicht über diese Bohrungen verfügen, bietet der Zubehörmarkt auch Gepäckträger Lösungen an, die nur an der Sattelstütze befestigt werden und dennoch ein ähnliches Gewicht transportieren können.

Welche Bremsen?

Der Fahrradmarkt bietet jede Menge verschiedene Bremssysteme die wir dir hier kurz vorstellen möchten:

  • Hydraulische Scheibenbremsen: Diese Bremsen sind sehr kraftvoll, lassen sich gut dosieren und haben nur einen geringen Verschleiß. Ein oder mehrere Bremskolben drücken die Bremsbeläge gegen eine am Laufrad montierte Bremsscheibe. Das Prinzip kennst du vom Auto. Einziger Haken: Eine Wartung ist meist nur durch den Fachmann zu realisieren.
  • Hydraulische Felgenbremsen: Die Funktionsweise ist grundsätzlich mit der einer klassischen V-Brake Felgenbremse vergleichbar, wobei der Seilzug gegen eine Hydraulikleitung mit Öl getauscht wird. Die Bremskraft und Dosierbarkeit ist bei der hydraulischen Felgenbremse deutlich besser als bei einer V-Brake. Zudem ist sie wartungsärmer und weniger Anfällig bei schwankenden Wetterbedingungen wie Regen, Kälte, Matsch usw.)
  • V-Brake Felgenbremsen: Dabei handelt es sich zwar um die einfachste Art von Bremsen, die man an einem Crossbike finden kann, dennoch liefern sie eine sehr gute Bremsleistung. Dabei werden zwei Bremsklötze an die Bremsflanke der Felge gedrückt. Die Kraftübertragung erfolgt vom Bremshebel am Lenker aus über einen Drahtseilzug bis hin zur eigentlichen Bremse.

Schutzbleche

Das klassische Crossrad wird in der Regel ohne Schutzbleche seitens des Herstellers ausgeliefert. Ob du ein Schutzblech benötigst, hängt natürlich von deinen Fahreigenschaften ab. Bist du viel im Gelände unterwegs und nicht ausschließlich ein Schönwetterfahrer, so macht es durchaus Sinn, Schutzbleche am Crossbike nachzurüsten. Dazu stehen dir entweder entsprechende Bohrungen am Rahmen und an der Federgabel zur Verfügung oder du nutzt Zubehör-Schutzbleche, die an der Sattelstütze oder am Schaft der Federgabel montiert werden. Diese können im Regelfall auch einfach abgenommen werden, so dass du sie nur montieren kannst wenn du sie auch wirklich benötigst.

Laufräder

Die Laufräder beim Crossbike sind in der Regel 28 Zoll groß und mit leicht profilierten, relativ schmalen Reifen bestückt. Je nach Fahrradmodell und Ausstattung verfügen sie entweder über eine Bremsflanke für Felgenbremsen oder eine an dem Laufrad montierten Bremsscheibe, die in Kombination mit einer hydraulischen Scheibenbremse maximale Bremsperformance liefert. Die Laufräder bestehen aus leichtem Aluminium und sind durch die gespannten Speichen sehr stabil und widerstandsfähig, so dass auch bei Fahrten im Gelände keine Defekte zu erwarten sind.

Pedale

Es gibt keine Vorschrift, welche Pedale für ein Crossbike Sinn machen. Sportlich ambitionierte Fahrer können hier ohne Frage auf Klickpedale zurückgreifen, bei denen sich der Schuh fest mit den Pedalen verbinden lässt. Alternativ zu empfehlen sind normale Pedale aus Aluminium oder Stahl mit einer Riffelung, damit auch bei Ausflügen ins Gelände und einem wackeligen Untergrund noch ausreichend Grip vorhanden ist. Letztlich gibt es auch nicht geriffelte Kunststoffpedale, die je nach Witterung rutschig werden können und sich eher für den reinen Einsatz auf der Straße eignen.

Schaltung

Im Grunde gibt es zwei unterschiedliche Schaltungen am Crossbike. Das wäre zum einen die Nabenschaltung und zum anderen die Kettenschaltung. Die Nabenschaltung zeichnet sich durch eine minimale Wartungsintensität aus. Dabei liefert die Alfine Schaltung 11 und die Rohloff Schaltung 14 Gänge. Preiswerte Naben verfügen über 7-8 Gänge. Die Kettenschaltung liefert bis zu 30 Gänge, ist jedoch wartungsintensiver.

Lenker und Vorbau

In der Regel werden am Crossbike Lenker wie beim Mountainbike gefahren. Diese sind fast gerade, allerdings leicht nach oben und zum Körper hin gebogen. Der Vorbau am Crossbike trägt maßgeblich zu einer guten Sitzposition bei und sollte entsprechend angepasst werden. Es gibt Vorbauten in vielen verschiedenen Winkel und Längen, so dass für jede Körpergröße der passende zu finden ist. Grundsätzlich orientieren sich die Fahrradhersteller allerdings an Normmaßen, so dass beispielsweise ein Vorbau eines Crossbikes in Größe S kürzer ist als der eines Crossbikes in Größe L. Meist reicht es also, den Vorbau ein wenig in der Höhe zu justieren, wenn die Werkseinstellung nicht optimal zur eigenen Sitzposition passt.

Straßentauglichkeit

In der Regel sind Crossbikes von Haus aus nicht mit einer STVO Ausstattung versehen. Ebenso sucht man meist Schutzbleche vergeblich. Um das Crossbike straßentauglich zu machen müssen also Zubehörteile aus dem Zweiradhandel montiert werden. Dennoch gibt es auch Ausnahmen wo selbst beim Crossbike bereits für diese Bauteile gesorgt ist.

Luftdruck

Die Wahl des richtigen Luftdrucks ist teilweise Geschmackssache und orientiert sich zudem auch am Einsatzzweck des Fahrrads. Bist du viel auf Schotter- und Waldwegen unterwegs, macht es Sinn den Luftdruck am Crossbike etwas zu senken um mehr Komfort zu erhalten. Im Gegenzug dazu macht es allerdings Sinn, den Luftdruck zu erhöhen, wenn du viel auf der Straße fährst. Generell gilt, dass ein höherer Luftdruck am Crossbike einen geringeren Rollwiderstand mit sich bringt und man so schneller von A nach B kommt.

Bei der Wahl des Luftdrucks solltest du auch unbedingt die auf der Reifenflanke aufgedruckten Herstellerangaben beachten, denn nicht jeder Reifen kann mit denselben Werten befüllt werden.

Rahmenhöhe

Da sich das Crossbike mehr am Mountainbike orientiert und somit nicht immer so flexibel einstellbar ist wie beispielsweise ein Citybike mit verstellbarem Vorbau, sollte die ideale Rahmenhöhe für das Crossbike gut überlegt sein. Generell sitzt man auf einem Crossbike etwas mehr nach vorne gerichtet und nicht so aufrecht wie beispielsweise bei einem Citybike. Einen guten Anhaltspunkt zur Größenbestimmung findest du in einem Crossbike Rahmengrößen-Rechner.

Mountainbike oder Crossbike? - Eine Gegenüberstellung

Beide Bikes sind durchaus offroadtauglich, jedoch in unterschiedlichen Arten von Gelände zuhause. Während das Mountainbike viele Talente von Uphill bis Downhill besitzt und auch für schwerstes Gelände geeignet ist, ist das Crossbike das schnelle Sportrad für leichtes bis mittelschweres Gelände. Je ruppiger und unwegsamer das Gelände wird, desto eher benötigst du eine Federung und breite Reifen, um das Bike in der Spur zu halten. Sollten zudem Sprünge zu deinem Fahrstil gehören, ist eine (Voll)Federung unausweichlich - ein solches Terrain kannst du nur mit einem Mountainbike bewältigen.

Das Crossbike bietet dir auf der Straße und auf unbefestigten Wegen eine gleichermaßen gute Performance, dabei ist es robuster als ein Fitnessbike und schneller als ein Mountainbike. Als ergänzendes Trainingsrad für die Herbst- und Wintermonate eignet es sich ebenso gut, wie für alltägliche Trainingsfahrten in wechselndem Terrain, wobei sich die Offroadeignung auf Schotter- und Waldböden beschränkt.

Gewichtung der einzelnen Kategorien

In der Übersicht kannst du die Gewichtung der einzelnen Kategorien beider Bikes gut erkennen:

Kategorie Mountainbike Crossbike
Straße + +++
Lose und matschige Böden +++++ ++
Trails +++
Sprünge/Downhill +++
Tempo ++ ++++
Gewicht ++ +++
Training ++++ ++++++
Wettkampf +++
Reise/Gepäck ++++

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