Die Entscheidung für ein Mountainbike ist gefallen, aber welches Modell soll es sein? Hardtail oder Fully? Der größte Unterschied zwischen diesen beiden Typen liegt in der Federung. Während das Hardtail MTB lediglich über eine Federgabel verfügt, ist das Fully MTB auch am Hinterbau gefedert.
Was ist ein Hardtail MTB?
Der Begriff Hardtail bedeutet so viel wie „starres Heck“. Dieser MTB-Typ ist typischerweise mit einer Federgabel mit 100 mm bis 120 mm Federweg ausgestattet. Der Rahmen besteht meist aus Carbon oder Aluminium, was ihn sehr leicht macht.
Einsatzgebiet
Das Hardtail MTB eignet sich hervorragend für Fahrten auf befestigten Straßen, Forstwegen.
Hardtail Kategorien
- Down-Country: Diese Bikes sind die gängigste Version der Hardtails. Ein leichter Alurahmen und meist 100mm Federweg bieten Geschwindigkeit und Fahrspaß, ohne viel Kraft am Berg einzubüßen.
- Cross-Country: Ausgelegt für lange Strecken und Rennen, auch Marathonbikes genannt. Ein sparsamer Federweg von 100mm bis 120mm bietet Komfort und schont die Gelenke bei längeren Touren. Der Fokus liegt hierbei auf Antriebseffizienz, auch beim Treten bergauf.
- Trailbikes: Diese MTBs bieten mit 120mm bis 130mm den längsten Federweg.
Fully MTB: Vollfederung für jedes Gelände
Das Full-Suspension-Bike, auch Fully genannt, ist voll gefedert bzw. gedämpft. Mit diesem Bike ist man in jedem Gelände zuhause und überwindet auch die größten Hindernisse. Der Rahmen ist je nach Preisklasse meist aus Carbon oder Aluminium gefertigt.
Einsatzgebiet
Das Fully MTB macht die Natur zum Spielplatz. Es gibt fast kein Gelände, in dem man sich nicht vorankommt: von der Straße über den Waldweg, durch den Matsch und dann den Berg runter.
Fully Kategorien
- All-Mountain-Fullys: Wie der Name schon sagt, ist dieses MTB ein echter Allrounder. Es ist etwas schwerer als ein Fully-Trailbike, hat allerdings auch ein paar Besonderheiten. Eine absenkbare Sattelstütze sorgt auf dem Trail oder Downhill für mehr Bewegungsfreiheit. Außerdem ist eine sperrbare Federgabel verbaut, um dir das Bergauffahren zu erleichtern. Der Federweg liegt meist bei ca. 120mm - 140mm.
- Enduro-Fullys: Vor allem für die Bergabfahrt entwickelt und darum mit einem eher flachen Lenkwinkel und einem tiefen Schwerpunkt konzipiert. Die absenkbare Sattelstütze sorgt auch hier für mehr Bewegungsfreiheit beim Downhill. Der Federweg beträgt bei diesen Bikes meist 160mm bis 180mm. Mit dieser Federung überwindest du auch große Hindernisse und Schläge werden sehr gut gedämpft. Die Federung kann in der Regel gesperrt oder verhärtet werden, womit auch längere Fahrten auf der Straße zum vollen Erfolg werden ohne unnötig Kraft einzusetzen.
- Downhill-Fullys: Wie der Name verrät, sind diese MTB ausschließlich für Downhillfahrten entwickelt worden. Durch die starke Federung mit einem Federweg von 180mm bis 200mm nimmst du sämtliche Drops und Sprünge mit, aber das hat seinen Preis. Durch das zusätzliche Gewicht der Federung wird Bergauffahren beinahe unmöglich bzw. sehr Kraftaufwendig. Ein Lift oder Shuttleservice ist darum empfehlenswert.
- Freeride-Fullys: Stabil und schwer, dieser MTB-Typ ist sehr gut für die Fahrt abseits von Wegen oder Trails geeignet. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die direkte Lenkung mit minimalem Gewicht bietet dir volle Kontrolle. Diese Fullys sind für Sprünge und das Überwinden technisch anspruchsvoller Hindernisse konzipiert.
Laufradgrößen bei Mountainbikes
Sehr lange waren 26 Zoll das Nonplusultra in der MTB-Szene. Mittlerweile haben 27,5 Zoll und 29 Zoll Laufräder die beliebten „Oldies“ fast gänzlich abgelöst. Größere Laufräder ermöglichen es dir deutlich einfacher über Hindernisse zu rollen, ohne dein Rad lupfen zu müssen. Größere Laufräder sind schwerer, bieten dafür aber deutlich mehr Laufruhe und bessere Abrolleigenschaften. Kleinere Laufräder sind agiler und etwas leichter, sie könnten je nach Fahrstil für dich die richtige Wahl sein. Du möchtest schnellstmöglich beschleunigen und bist eher auf schmalen Strecken und in engen Kurven unterwegs?
Federgabeln bei Kinder-Mountainbikes
Kinder wollen eine Federgabel haben, aber in vielen Fällen macht das keinen Sinn. Federgabeln sind cool. Und genau deshalb wollen fast alle Kinder eine solche haben. Als Eltern sollte man bei diesem Punkt aber in die Diskussion mit seinem Nachwuchs gehen. Denn Kinder Mountainbikes mit Federgabeln sind nicht nur deutlich teurer als Bikes ohne Federgabeln. Sie sind auch schwerer und machen vor allem bei kleinen Kindern kaum Sinn. Denn die Kinder brauchen selbst ein gewisses Körpergewicht, um die Federgabel auch zum Arbeiten zu bringen. Zudem sollten sie sicher auf den Pedalen stehend fahren können, um auch wirklich von einer Federgabel zu profitieren. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass diese Kriterien meist dann erfüllt sind, wenn Kinder auf ein 24 Zoll Mountainbike passen. Davor raten wir tendenziell von einer Federgabel ab. So bleiben die Bikes mit 20 Zoll oder kleineren Laufrädern leicht und günstig. Außerdem schult eine starre Gabel das Fahrkönnen im jungen Alter deutlich besser. Denn ohne Federgabel müssen Kinder lernen kleine Schläge mit den Armen abzufangen. Wenn diese Fahrtechnik bereits im Kindesalter in Fleisch und Blut übergeht, hilft das auch später das Rad sicher zu beherrschen.
Qualität und Funktionsweise von Federgabeln
Wenn du dich für eine Federgabel im Mountainbike entscheidest, solltest du unbedingt darauf achten, dass das Modell qualitativ hochwertig ist. Generell gibt es zwei Funktionsweisen von Federgabeln. Entweder federt eine Stahlfeder im Inneren der Gabel die kleinen Schläge ab, oder die Federung wird von einer Luftkammer übernommen. Wer eine wirklich gute Gabel sucht, sollte ausschließlich zu Luftgabeln greifen. Meist sind diese schon bei den Produktdaten eines Kinderbikes mit „Air“ gekennzeichnet. Warum ist das Federelement „Luft“ so wichtig für Kinderbikes? Über die Luftkammer kann man die Federhärte der Gabel ganz individuell an das Körpergewicht und die Vorlieben des Kindes anpassen. Dazu ist lediglich eine Gabelpumpe nötig. Bei Gabeln mit einer Stahlfeder, kann man zwar meist auch den „Preload“, also die Vorspannung der Feder, einstellen, allerdings zeigen die dafür vorgesehenen Drehknöpfe oben am Gabelholm meist wenig Wirkung. Bei Stahlfedergabeln wird die Federhärte primär durch die verbaute Stahlfeder bestimmt und ist kaum anpassbar.
Vorteile von Luftgabeln
Bereits im oberen Absatz wurde der Vorteil einer Luftgabel klar. Neben der Einstellmöglichkeit auf das Körpergewicht haben Luftgabeln aber noch weitere Vorteile. Denn Stahlfedergabeln sind immer schwerer als Luftfedergabeln und haben außerdem häufig keine Dämpfung. Die Dämpfung (Zugstufe) reguliert die Ausfedergeschwindigkeit einer Gabel. Federgabeln ohne Dämpfung springen beim Ausfedern sehr schnell zurück und machen das Fahrverhalten eines Bikes eher unsicher. Nur wenn die Gabel relativ langsam und vor allem definiert ausfedert, erhöht sie die Kontrolle im Gelände. Ein Zugstufe ist also auch bei Kinderrädern essentiell. Diese lässt sich in den meisten Fällen über ein rotes Drehrad am rechten unteren Gabelholm einstellen. Durch ihre bessere Einstellmöglichkeit, das geringere Gewicht und die Dämpfung sind Luftfedergabeln eindeutig die besseren Gabeln. Da es im Kinderbereich viele, oftmals unbekannte Hersteller von Gabeln gibt, ist es besser sich an Fakten als an Marken zu orientieren.
Federweg bei Kinder-Mountainbikes
Als Federweg bezeichnet man den maximalen Hub einer Federgabel. Und pauschal, lässt sich da eins sagen: Je kleiner und damit auch leichter ein Kind ist, desto weniger Federweg benötigt es. Die physikalische Erklärung dafür ist ganz einfach. Wenn ein Kind mit mit 30 Kilo Körpergewicht mit seinem Fahrrad von der Bordsteinkante springt, muss die Federgabel deutlich weniger Energie abbauen, als bei einem Erwachsenen, der mit 80 Kilo und mehr von derselben Bordsteinkannte springt. Zudem erhöht jeder Millimeter mehr Federweg die Bauhöhe der Gabel. Würde man in ein Kinderbike mit 20 Zoll Reifen eine Federgabel mit 150 Millimeter Federweg verbauen, kann der Nachwuchs im Prinzip nur noch unter dem Lenker durchgucken. Die Darstellung ist natürlich etwas übertrieben, bringt aber auf den Punkt warum Kinder Mountainbikes immer deutlich weniger Federweg als Erwachsenen Bikes haben.
Fullys für Kinder: Ja oder Nein?
Mountainbikes, die nicht nur vorne sondern auch hinten gefedert sind, nennt man auch Fully. Vernünftige Kinder Fullys sind mit Preisen über 1200 € extrem teuer. Klar, dass nicht alle Eltern heiß darauf sind so ein Bike zu kaufen. Und in den meisten Fällen ist das auch gar nicht nötig. Denn um die Vorteile eines Fullys wirklich ausnutzen zu können, braucht dein Kind nicht nur eine extrem gute Fahrtechnik, sondern auch dementsprechende Strecken. Auf normalen Waldwegen und auf leichten Trails kommt dein Kind locker mit einem Hardtail ohne gefedertes Heck klar. Wenn das nicht der Fall ist, überforderst du dein Kind mit den ausgewählten Strecken wahrscheinlich oder bist mit ihm zu schnell unterwegs. Fullys lohnen sich tatsächlich nur, wenn du mit deinem Kind exzessiv auf Trails unterwegs bist und regelmäßig im Bikepark abhängst. Im normalen, alltäglichen Gebrauch, auf leichten Trails oder in Anstiegen schränken Fullys den Spaß durch ihr höheres Gewicht oft sogar ein. Außerdem lernen Kinder mit Hardtails eine viel sauberere Fahrtechnik, die ihnen im Erwachsenenalter noch zugute kommt.
Empfehlungen für die Wahl der Federung
Ab einer Laufradgröße von 24 Zoll lohnt es sich über eine Federgabel nachzudenken. Davor fährt man mit einer starren Gabel nicht nur günstiger, sondern meist auch besser. Wenn die Entscheidung für eine Federgabel gefallen ist, sollte man unbedingt ein Bike mit hochwertiger, luftgefederter Gabel kaufen. Gabeln mit einer Stahlfeder machen in den allermeisten Fällen keinen Sinn. Bikes mit guten Federgabeln sind teuer.
Starrgabel vs. Federgabel: Eine Frage des Einsatzbereichs
Manche glauben ja, dass ein Mountainbike nur dann ein echtes Mountainbike ist, wenn es mit einer Federgabel daherkommt ist. Klar, das sieht ja auch cooler aus, wie bei den Bikes der Großen. Doch ob eine Federgabel Sinn macht oder nicht, hängt vor allem von Einsatzbereich und Fahrkönnen ab. Und, Ihr ahnt es, davon, wie schwer ein Bike sein darf. Denn eine Federgabel drückt auf’s Gewicht. Selbst hochwertige Federgabeln machen das Bike mindestens ein Kilogramm schwerer als eines mit einer Starrgabel. Ist Euer Sprössling eher moderat unterwegs, beherrscht er oder sie gerade mal die Grundlagen der Fahrtechnik, könnt Ihr getrost auf eine Federgabel verzichten. Setzt stattdessen auf eine leichte Starrgabel, eine prima Alternative, um das Gewicht möglichst gering zu halten. Eine Starrgabel aus Alu oder Carbon hat durchaus ihre Vorzüge, gerade am Anfang. Ein derart straffes Fahrwerk schult die Linienwahl, korrekte Gewichtsverlagerung und damit die Fahrtechnik. Vor allem profitiert das Kind vom geringeren Gewicht, weil es einfach schneller voran und auch etwas leichter die Berge rauf kommt. Wer seinem Kind mehr Komfort bieten möchte, kann ja in erster Instanz auf breitere Reifen upgraden, sofern Rahmen und Gabel das zulassen.
Vor- und Nachteile von Federgabeln
Auch wenn eine Federgabel für ein Mountainbike oder Trekkingrad viele Vorteile bietet, ist sie nicht für jeden Einsatzzweck und für jeden Fahrradfahrer geeignet. Sie bietet neben ihren Vorteilen auch Nachteile.
Vorteile
Eine Federgabel bietet einen deutlich erhöhten Fahrkomfort, vor allem auf schlechten Straßen, Radwegen und auch im Gelände. Kleine Kuhlen, Löcher und Wurzeln werden "weggefedert". Dadurch werden weniger Erschütterungen und Vibrationen auf den Fahrer übertragen.
Nachteile
Auch wenn Federgabeln weitgehend wartungsfrei sind, müssen diese doch von Zeit zu Zeit besonders bei hoher Beanspruchung, gewartet werden. Durch leichte Wippbewegungen, also minimale Einfederung beim Treten, haben Sie beim Fahren kleine Effizienzverluste; außer Ihre Federgabel verfügt mit einem "Lock Out System" über eine Blockiermöglichkeit der Federung. Manche Federgabeln bieten eine einstellbare Plattformdämpfung zur Verminderung des Wippens, z.B.
Die Starrgabel als Alternative
Eins ist klar, eine Starrgabel wiegt deutlich weniger als eine typische Federgabel. Insbesondere dann, wenn sie aus Carbon ist. 100 mm Federweg ist mit 1,4 kg im Vergleich zu einer Carbon-Starrgabel ein Schwergewicht. Die noshox Boost MTB Gabel bringt nur dezente 560 Gramm auf die Waage. Gewicht einsparen kannst, als beim Wechsel von der Federgabel auf eine Carbongabel. Eine Gewichtsreduzierung zwischen 800 - 1800 Gramm ist absolut realistisch.
Effizienz und Wartung
Du kennst das Problem, spätestens, wenn du im Wiegetritt fährst oder in der Ebene auf dem großen Blatt richtig drückst, macht sich deine Federung bemerkbar. Gabel taucht ein wenig ein oder dein Bike schaukelt sich (etwas) auf. Faktoren. Aber egal wie gut, wie teuer, wie leicht deine Federgabel ist - etwas Eintauchen und Aufschaukeln bleibt im System. Federgabel auch einen Teil der Energie, die eigentlich in Vortrieb also Geschwindigkeit umgesetzt werden sollte. Bei der Starrgabel entfällt dieser Effekt. Eine vernünftige Federgabel ist nicht nur in der Anschaffung eine teure Sache, sondern auch dauerhaft recht kostspielig. alle 3-4 Jahr der große Gabelservice, natürlich abhängig von Kilometerleistung und Fahrweise, da kommen schon einige Euros zusammen. gepflegt sein will. Eine Starrgabel ist dem gegenüber quasi wartungsfrei bzw. anspruchslos. auch das gelegentliche Fetten des Lagersitzes kannst du auch ohne Schrauber-Abitur selbst machen.
Fahrverhalten
Klare Sache, eine Starrgabel federt nicht. wird, dann ist eine gut getrimmte Federgabel in Sachen Federung und Komfort eindeutig im Vorteil. Ein schwieriges Kriterium, weil der Vergleich meines Erachtens hinkt. fährt sich anders, als eine Federgabel und hat ein anderes Fahrverhalten. Soviel ist klar, aber nicht jede Gabel der einen wie der anderen Gruppe hat das gleiche Fahrverhalten. Gabel-Eigenschaften, die das Fahrverhalten ebenfalls bestimmen. Die Federung ist definitiv ein wichtiges Kriterium, aber nicht das Einzige. allgemein das Cockpit-Setup sowie die Rahmengeometrie sind weitere Eigenschaften, die maßgeblichen Einfluss auf das Fahrverhalten haben.
Kriterien für die Entscheidung
Jetzt wird es Ernst. Kriterium. Warum? weil Du aus bestimmten Gründen Kompromisse eingehen musst. in einem separaten Blog-Post). Die entscheidende Frage ist also: Was hast Du vor? Wie willst Du fahren, auf welchem Terrain, mit welchem Anspruch usw.? zum Einsatzzweck ausfällt, desto klarer kann eine Entscheidung für eine Starrgabel oder Federgabel ausfallen. Trainingsrunden über Feld- und Waldwege, die eventuell vorhandene Federgabel sowieso fast immer "gelocked"?
Individualisierung und Kosten
Schau Dir die Bilder in der Starrgabel-Galerie an. Mit einer starren Carbon-Gabel hebst Du Dich definitiv von der Masse der Bikes ab. Starrgabeln (aus Stahl) begonnen hat, heute bist Du mit einer Carbongabel der Exot im Peloton und Fragen zu deiner Gabel sind keine Seltenheit. Ein wichtiges Kriterium! Eine einfache Starrgabel aus Stahl kannst du für weit unter 100 € kaufen und selbst mit der teuersten Carbon-Gabel inkl. landest du bei max. 700€. Das ist ungefähr da, wo die Preisspanne für ordentliche Federgabeln anfängt. vernünftige Federgabel. Die ist dann aber schwer und eher Einstiegsniveau. Ganz zu schweigen von den Top-Modellen der bekannten Marken, bei denen Du locker die 2.000 € Grenze überschreitest.
Alternativen zur Federung
Ein Rad ohne jegliche Federung an Gabel, Hinterbau, Sattelstütze oder Vorbau ist leichter, wartungsärmer und meist auch günstiger. Na und?! Was hilft mir das, wenn es mir auf einem schlechten Radweg, dem Kopfsteinpflaster in der Innenstadt, dem grobem Schotter des Waldweges oder dem Wurzeltrail beim Mountainbiken den Lenker oder Sattel brutal in die Hände oder den Hintern donnert? Am Ende verliere ich noch die Kontrolle über mein Rad und stürze. Oder habe Schmerzen in meinen Händen, am Po oder sonst wo. Spaß ist für mich der elementare Punkt beim Radfahren. Selbst die Beine rasierende Rennradfraktion lechzt nach immer mehr Komfort, Traktion und Leichtlauf. Unterm Strich werden auch dort seit Jahren die Reifen immer breiter, das Chassis wie Anbauteile deutlich komfortabler ausgelegt. Und auch im trendigen Gravelbereich werden die Reifen breiter, bieten immer mehr namhafte Hersteller Federgabeln oder Rahmen mit Komfortelementen an.
Die Bedeutung des Fahrwerks
Und beim Mountainbiken? Der zentrale Punkt eines Fahrwerkes ist, dass die Laufräder unabhängig vom restlichen Rad auf dem Boden arbeiten können. Dadurch kann der Reifen Unebenheiten besser folgen und größeren Hindernissen ausweichen. Der Reifengummi hat länger Kontakt mit der Bodenoberfläche und kann sich besser mit dieser verzahnen. Das erhöht die Haftung und somit auch die Sicherheit, weil die Kontrolle über das Rad vorhanden bleibt. Wer also effektiv gefedert Rad fährt, schont die Kontaktpunkte. Der ganze Halteapparat muss weniger Energie zum Abbau der schädlichen Vibrationen und Schläge aufbringen, wodurch der Körper erst viel später ermüdet. Am Ende sind die Energiereserven dann voller und mehr Ausdauer vorhanden.
Weitere Komfortelemente
Sind keine Federelemente am Rad verbaut, braucht es nicht gleich ein neues Rad: Für mehr Komfort sorgen auch gefederte Sattelstützen und Vorbauten. Sind Vorerkrankungen oder Verletzungen vorhanden, kann die Federung das Radfahren überhaupt erst möglich machen oder Schmerzen reduzieren.
Justage und Pflege von Federelementen
Um effektiv arbeiten zu können, muss neben der Qualität auch die Justage passen. Dazu sollte das Rad beim Kauf am besten gleich vom Fachmann mit Blick auf das Fahrergewicht sowie den Einsatzbereich überprüft und die Federelemente bei Bedarf angepasst werden. Luftfeder-Elemente sind hier sehr dankbar, weil sie einfach mit einer Hochdruckpumpe abstimmbar sind. Bei Stahlfederelementen müssen die Ersatzfedern erst mal vorhanden sein und dann eingebaut werden. Damit die Federelemente dann auch ordentlich arbeiten, braucht es allerdings Pflege und Service. Wer nach jeder Fahrt mit einem sauberen Lappen die Tauchrohre und Dichtungen abwischt, hat schon viel gewonnen. Ab und an ein paar Tropfen Gabelöl auf die Dichtungen schaden ebenso nicht. Wer viel und regelmäßig fährt, sollte die Federelemente zudem einmal im Jahr, wer wenig fährt nach spätestens zwei Jahren zum professionellen Service geben.
Zusammenfassung der Vor- und Nachteile
Federungen wiegen mehr, brauchen Pflege und Service, kosten bei guter Qualität auch ordentlich. Klar, eine Federgabel hat unwidersprochen Vorteile. Sie erhöht nicht nur allgemein den Komfort. Sie erhöht auch die Sicherheit. Weil sie den Bodenkontakt hält und somit bessere Kontrolle ermöglicht. Und sie unterstützt eine aktive Fahrweise. Das gilt aber nur für eine richtig eingestellte und funktionierende Federgabel!
Die Realität im Alltag
Und hier liegt schon eines der zentralen Probleme. Denn wer, außer engagierten Mountainbikern, stellt sich regelmäßig hin und justiert den Druck seiner Gabel? Erst recht, wenn es sich um ein Modell mit Luftkammer handelt. Selbst Modelle mit Stahlfedern, die man mit einem Drehknopf einstellen könnte, bekommen diesen Liebesdienst doch oft nicht. Wer sich nur ein bisschen unter Alltagsfahrern umsieht, erkennt schnell den erschreckend schlechten Beziehungsstatus zwischen Fahrer und Federgabel. Viele Menschen sind dabei auch überfordert. Das gilt noch mehr für die richtige Wartung. Viele Reiseradler, die sich ja besonders auf die Zuverlässigkeit ihres Systems verlassen können müssen, dürfen da gerne als Vorbild dienen. Sie setzen deshalb zurecht fast ausschließlich auf starre Forken. Obendrein kann man an Federgabeln kaum Gepäckträger anbringen.
Qualität und Zuverlässigkeit
Die Zuverlässigkeit vieler Federgabeln ist auch deshalb nur selten so gegeben, weil sie oft von einfacher Qualität sind. Dadurch sind sie auch billig, sogar billiger als schon halbwegs gute Starrgabeln! Auch darum sind sie oft erste Wahl. Ein weiterer Nachteil: Die billigen Federgabeln sind auch spürbar schwerer als viele starre Modelle. Natürlich gibt es auch gute und sehr gute Federgabeln für Alltags- und Trekkingräder. Gewartet und eingestellt werden müssen die aber auch.
Die Lösung: Großvolumige Reifen und Starrgabeln
Eine viel sichere und zuverlässigere Alternative, oder besser: die Lösung, sind großvolumige Reifen, am besten mit hohem Pannenschutz. Mit weniger Luftdruck gefahren, dämpfen sie die allermeisten Unebenheiten und Vibrationen erfolgreich ab, ohne aufzuschaukeln, und rollen dabei auch noch wenigstens so leicht wie schlankere Ausführungen. Außer gelegentlichem Nachpumpen, das wohl jeder verinnerlicht hat, ist nichts weiter nötig. So hält man ein System einfach - und funktional! Wenn dann noch eine gute Starrgabel, am besten aus Stahl, dazukommt, die in sich flexibel ist, hat man alles, was man braucht: Komfort, Zuverlässigkeit, Wartungsarmut und Zweckdienlichkeit!
Weitere Federelemente und Alternativen
Man kann diese Gedanken leicht auch auf andere Federelemente, wie eine Sattelstütze übertragen. Hier muss zwar wenig bis gar nichts eingestellt werden. Unnötig, wenig hilfreich, und oft billig, dazu noch schwer sind sie aber auch. Gerade klassische Federstützen, die senkrecht wirken, helfen nur, wenn sie auch senkrecht belastet werden. Also, wenn man sehr gerade über einer möglichst senkrechten Sattelstütze sitzt. In allen anderen Fällen - das sind die meisten - belastet man sie nicht ideal und hat keinen Nutzen. Leider sind zusätzlich viele der billigen Modelle nicht zuverlässig, sie verkanten oder verschleißen schnell. Eine Lösung können (hochwertige) Parallelogramm-Federstützen sein. Sie federn eher waagerecht und damit in der häufigsten Belastungsrichtung ein. Dass sich dabei die Sitzlänge verändert, muss man mögen. Besser, und einfacher, ist auch die Lösung in Form einer schlanken, und damit flexiblen, starren Stütze.
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