27,5 Zoll, 650B, 29er? Fully oder Hardtail? Enduro, Trailbike oder doch ein Cross Country Race Bike? Und wozu das alles überhaupt!? Die Fragen, die bei der Auswahl eines Mountainbikes auf dich einprasseln, sind gefühlt endlos. Doch worauf kommt es bei der Wahl des richtigen Bikes wirklich an? Was brauche ich und was brauche ich nicht? Und was gibt mein Budget her?
Wer den Mountainbike-Markt in den letzten Jahren beobachtet hat, wird feststellen, dass sich viel getan hat: Neue Bike-Kategorien schießen aus dem Boden wie Pilze, fest etablierte Laufradgrößen verschwinden und neue, größere Standards ersetzen altbekanntes. Das kann erstmal ganz schön verwirrend sein.
Tatsache ist: Das klassische Mountainbike mit Diamant-Stahlrahmen und Felgenbremsen gibt es in dieser Form nicht mehr. Zwischenzeitlich hängt es stark vom Fahrstil aber auch dem Einsatzbereich ab, welches Bike du benötigst.
Auch immer ein Thema: Das Budget. Zwar gibt es inzwischen Bikes mit riesigen Federwegen und Bremsen, die nicht mehr als einen Finger benötigen, um dich problemlos zum Stehen zu bringen, doch hat das meist auch seinen Preis. Es ist einleuchtend, dass ein Fahrrad mit Federung an Front und Heck und elektronischer Schaltung nicht zum gleichen Preis angeboten werden kann, wie ein Bike ohne Federung am Hinterrad und einer einfacheren Ausstattung.
Doch fangen wir ganz vorne an. Durch die große Veränderung in den letzten Jahren sollten wir zuerst einmal klären: Was genau ist ein Mountainbike?
Ein Mountainbike ist definitionsgerecht nämlich kein einfaches Fahrrad mit dicken Reifen. Vielmehr handelt es sich beim Mountainbike um ein Fahrrad, das speziell auf den Einsatz abseits befestigter Straßen und Wege ausgerichtet ist. Dementsprechend hat ein Mountainbike eine geländertaugliche Geometrie, breitere und stärker profilierte Reifen, einen Antrieb mit schaltbaren Gängen, eine Federgabel mit 100mm oder mehr Federweg und optional einen zweiten Dämpfer am Hinterbau. Auch Scheibenbremsen gehören mittlerweile zum Standard.
Rahmen aus Alu, Carbon oder seltener auch Stahl, bieten inzwischen Möglichkeiten leichte und steife Räder zu bauen, die ihren Anforderungen in jeder Hinsicht gerecht werden.
Hardtail vs. Fully: Eine Grundsatzfrage
„Nur die harten komm‘ inn‘ Garten.“ - „Nee, wer richtig Enduro fahren will kommt mit nem Hardtail nicht weit!“ - „Ach Quatsch, mit der richtigen Technik hängst du auf dem Trail fast jeden Fully-Fahrer ab.“ So oder so ähnlich läuft die altbekannte Diskussion immer ab. Doch was ist dran, am Mythos „Hardtail vs. Fully“?
Vorneweg sei eines gesagt: Eigentlich ist das ganze keine Entweder-oder-Entscheidung.
Hardtail: Die Vorteile
Betrachten wir das Hardtail-Mountainbike gibt es hier ganz klar folgende Vorteile zu nennen:
- Ein Hardtail ist beim Berganfahren das vortriebseffizienteste Konzept, denn es ist nur an der Front gefedert. Das sorgt dafür, dass die Leistung, die in die Pedale abgegeben wird, fast eins zu eins ans Hinterrad weitergegeben wird und kaum Leistung verloren geht.
- Zusätzlich sind sie aufgrund des einfachen Rahmens oft etwas leichter.
- Der Wartungsaufwand und die Anfälligkeit für Defekte sind bei Hardtails sehr gering.
- Ein ungefederter Hinterbau hat zudem den Vorteil, dass dort keine Kugellager, Federelemente oder andere Verbindungselemente wie Schrauben oder Bolzen verbaut sind, die Wartung benötigen oder ermüden bzw. kaputt gehen können. Ein Hardtail bringt also im Regelfall etwas weniger Wartungsaufwand mit sich.
- Außerdem, fällt ein steifer Hinterbau natürlich weniger schwer ins Budget und macht das Rad etwas leichter.
Hardtail: Die Nachteile
Jedoch gibt es auch ein paar Nachteile, die man bezüglich des Kaufs eines Hardtails bedenken sollte.
- Denn ein Hinterbau, der nicht nachgibt, bietet entsprechend auch weniger Komfort und Traktion bzw. Reserven, wenn es mal richtig rau wird.
- Somit ist das Mountainbiken mit einem Hardtail zwar „intensiver“ als mit einem Fully, allerdings auch anspruchsvoller, wenn es in sehr unwegsames Gelände geht.
Fully: Die Vorteile
Ein Vollgefedertes Rad, auch Fully genannt, hat wiederrum andere Vor- und Nachteile.
- Die Federung an Vorder- und Hinterrad bietet Reserven, Komfort und Traktion an Stellen, an denen es auf dem Hardtail schon richtig „scheppert“ und verzeiht Fehler besser.
- Auch ist das Biken mit einem vollgefederten Mountainbike grade bei heftigen Abfahrten weniger ermüdend und softer.
Fully: Die Nachteile
- Grade Fullys mit viel Federweg neigen bergan dazu, teile des Vortriebs im Federweg zu verlieren, weil die Federelemente an Vorder- und Hinterrad durch den Zug auf der Kette versinken oder wippen.
- Dennoch bedeutet ein gefederter Hinterbau durch seine vielen Bauteile meist ein Mehrgewicht im Vergleich zum starren Hinterbau.
Die meisten Fahrer, die offroad unterwegs sein wollen, greifen aber mittlerweile zum vollgefederten MTB, da der Fahrkomfort sie einfach überzeugt.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Auch mit einem Hardtail ist alles möglich, mit einem Fully ist es aber meist leichter.
Mountainbike-Typen: Eine Übersicht
Neben Full-Suspension-Bike und Hardtail, lassen sich MTBs allerdings inzwischen wesentlich spezifischer einordnen.
Race- und Cross-Country Bikes
Bei diesen Bikes handelt es sich um schnelle, leichte Bikes mit um die 100mm Federweg. Sowohl Fullys als auch Hardtails, sind für den Cross-Country Einsatz weit verbreitet. Sie haben vergleichsweise leichte und schmale Bereifung und sind bergauf sehr effizient und fix. Bergab hingegen braucht es einiges an Können, um auch abseits der Hauptwege richtig schnell unterwegs zu sein.
Downcountry Bikes
Downcountry Bikes sind noch recht jung, finden aber nach und nach mehr Anklang. Bei Downcountry Bikes handelt es sich um Cross-Country Bikes mit „ein bisschen mehr Wumms“. Statt 100mm sind hier schon 120mm Federweg verbaut. Die Bikes haben etwas flachere Lenkwinkel was sie „slacker“ macht. Mit anderen Worten: Die Bikes liegen flacher auf dem Trail und sind bei hohen Geschwindigkeiten etwas ruhiger und allgemein etwas besser aufgestellt, wenn es mal rauer wird. Auch bei der Bereifung wird es etwas gröber, dennoch sind die Bikes gut am Berg und grade für Toren ideal aufgestellt.
All-Mountain und Trail Bikes
Trail Bikes sind im Grunde genommen die neuen All-Mountains und gelten gemeinhin als die besten Tourenbikes und die ultimativen Allrounder. Federweg von 120 mm bis zu 150 mm Federweg und ein Gewicht, welches sich im Mittelfeld des Spektrums eingliedert, versprechen Spaß bergauf als auch bergab. Dank der recht allroundfähigen Geometrie kann es auch gen Tal richtig losgehen. Zwar wird es ruppig, wenn der Trail mal richtig grob wird, versierte und technisch gut aufgestellte Fahrer kommen aber mit einem Trail Bike überall runter.
Enduro Bikes
Nur die harten kommen in den Garten: Mit den Enduro Bikes sind wir nun im abfahrtsorientierten Sektor des Bikespektrums angelangt. Federwege ab 150mm bis 180mm und ein etwas höheres Gewicht machen sich zwar bergauf bemerkbar, bergab aber dafür erst so richtig Spaß! Dicke Wurzel- und Steinfelder, große Sprünge und hohes Tempo auf den Trails liegen Enduros besonders. Sie haben flache, lange Geometrien und sind nicht mehr so wendig wie Trailbikes, liegen allerdings im Gegenzug dazu bei hohem Tempo satt auf dem Trail. Telestütze, breite, grobstollige und vor allem pannensichere Bereifung sollten an jedem Enduro Bike dran sein.
Superenduros
Superenduros sind ein relativ junger Trend. Im Prinzip geht es hier um Enduro Bikes die von den Herstellern noch ein wenig aufgemotzt wurden. So kommen sie auf 180mm bis 190 mm Federweg und haben ein klein wenig mehr Reserven.
Downhill Bikes
Down we go! Und zwar schnell! Das ist es, was Downhill Bikes am allerbesten können. Doppelbrückengabel, besonders grobe und pannensichere Bereifung, fein abgestufte schwere Gänge, flache, lange Geometrien und Federweg von 200mm und mehr sind an DH-Bikes inzwischen normal. Doch so schnell die Boliden den Berg runterfahren, wieder rauf geht es nur mit Bus, schiebend oder dem Lift. Denn die Geometrie dieser Bikes in Kombination mit dem hohen Gewicht und der abfahrtsorientierten Übersetzung, ermöglichen das Bergauffahren kaum. Wer in Bikeparks unterwegs ist und den Berg nur in eine Richtung bezwingen will, nach unten, der wird hier fündig!
Fatbikes
Fatbikes sind eine besondere Gattung von Mountainbikes. Mit Reifen über 3 Zoll Breite sind sie quasie die Traktoren unter den Fahrrädern.
E-Mountainbikes
Auch E-Bikes sind inzwischen eine weit verbreitete Bikegattung. Längst sind die Zeiten rum wo Räder mit elektrischer Unterstützung nur etwas für Rentner sind. Inzwischen gibt es, wie beim MTB viele verschiedene Arten der Elektroflitzer. Auch für den Nachwuchs gibt es inzwischen schon richtig ernst zu nehmende Kinder-Mountainbikes mit Scheibenbremsen, Federgabeln und allem was dazu gehört!
Die richtige Rahmengröße finden
Mindestens genauso wichtig wie die Wahl des richten Mountainbikes ist die Wahl der richtigen Rahmen-Größe deines MTB’s. Nur wenn du dein Rad in der richtigen Größe kaufst, funktioniert und verhält sich das Bike so, wie es vom Hersteller entworfen wurde. Denn die Länge des Oberrohres, der Winkel zwischen Federgabel und Untergrund sowie der Winkel des Sitzrohres, ergeben mit anderen Größen und Längen ein stimmiges Konzept und können die Eigenschaften und das Fahrgefühl auf einem Mountainbike maßgeblich bestimmen.
Leider gibt es kein Einheitliches Größensystem, das man beim Kauf eines Zweirades auf alle Hersteller übergreifend anwenden könnte. Grund zum Verzweifeln ist das allerdings nicht. Denn viele Hersteller haben einen Größenschlüssel, oder ein „Fitting-System“, das dich durch deine Körpergröße und verschiedene Maße wie Innenbeinlänge, Armlänge usw. die Größe deines Rades einfach bestimmen lässt.
Nicht selten kommt es vor, dass du zwischen zwei Größen landest. Dann heißt es testen oder nach persönlicher Präferenz entscheiden. Magst du eher eine gestreckte, sportlichere Haltung und ein längeres etwas laufruhigeres Bike, dann wähle die größere Größe.
Im Normalfall findest du solche Angaben immer auf der Homepage des jeweiligen Herstellers.
Laufradgrößen: 27,5 Zoll vs. 29 Zoll
Ein weiteres wichtiges und nicht uninteressantes Thema beim Mountainbike ist die Größe der Laufräder. Während um die 2000er 26 Zoll als das Mountainbike-Laufradmaß galt, sind inzwischen die Laufradgrößen 27,5 Zoll (auch 650B genannt) und 29 Zoll die gängigsten Laufradgrößen.
Doch wozu gleich zwei unterschiedliche Größen? Und was ist nun besser? Eine Frage, bei der jeder seine eigene Wahrheit hat.
27,5 Zoll
27,5 Zoll Laufräder sind die wendigeren und weniger trägen Kandidaten. Mit 58,5 cm Durchmesser und einem Laufradumfang von um die 222 cm haben diese Laufräder ein gutes Gleichgewicht aus Wendigkeit, Ab- bzw.
29 Zoll
Allerdings hat auch ein 29 Zoll Laufrad einige unschlagbare Vorteile. Durch ihren größeren Durchmesser von 62,2 cm und den größeren Radumfang von 233 cm haben sie ein noch besseres Ab- und Überrollverhalten, was sie (bei gleicher Bereifung) in der Ebene schneller macht und Hindernisse besser überwinden lässt. Der Nachteil ist das Mehrgewicht und die damit verbundene Trägheit. Die größeren Laufräder lassen sich somit schlechter „auf Tempo bringen“.
Mullet-Bauweise
Ein Hybridkonzept dieser beiden Laufradgrößen ist die Mullet-Bauweise. Sie kombiniert ein 27,5 Zoll Hinterrad mit einem 29 Zoll Vorderrad und soll so die Vorteile der beider Laufradgrößen zur Geltung bringen.
Die richtige Bereifung
An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass es sich hier um eine oberflächliche Erläuterung handelt, da das Thema Reifen und Reifenbreiten selbst für einen eigenen Beitrag reichen würde. Am Mountainbike gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Bereifungen. In erster Linie wird hier zwischen Draht- und Faltreifen unterschieden. Während der Drahtreifen eine mit Drahtgeflecht verstärkter Reifenflanke hat und aufgrund seines hohen Gewichtes und des hohen Pannenschutzes eigentlich ausschließlich im Downhillbereich genutzt wird, ist der Faltreifen leichter und weniger träge besitzt aber auch weniger Pannenschutz.
Gerade bei Enduro Bikes gibt es daher häufig die Möglichkeit, sein Rad auf Tubeless (Schlauchlos) umzubauen. Hier wird kein Schlauch im Hinterrad verbaut, sondern eine Dichtmilch, die den Reifen von innen abdichtet.
Ein weiterer großer Unterschied bei der MTB-Bereifung ist zudem die Profilart und die Breite. Diese wird in Zoll angegeben. Am häufigsten sind hier Reifenbreiten von 2.2 Zoll bis hin zu 3.0 Zoll verbaut, wobei ab 2.6 Zoll von sogenannten „Plus-Bikes“ die Rede ist. Der Vorteil der verschiedenen Reifen breiten ist recht einfach erklärt: Desto breiter der Reifen desto mehr Auflagefläche bietet er. D.h. mehr Grip, aber auch ein schwammigeres Fahrgefühl und mehr Rollwiderstand. Ist ein Reifen schmaler, hat er weniger Auflagefläche.
Bei der Profilwahl gibt es ein großzügiges Angebot. Grundsätzlich gilt: Desto gröber das Profil, desto griffiger der Reifen. Allerdings gilt auch: Desto gröber das Profil, desto schlechter rollt ein Reifen. Wie so oft gibt es hier keine Eier legende Wollmilchsau und man muss sich nach persönlicher Präferenz entscheiden.
Des Weiteren gibt es für alle möglichen Wetterbedingungen spezielle Reifen. Matschreifen mit grobem und weitem Profil sind hier das gängigste Beispiel.
Die Sattelstütze
Kaum ein anderes Bauteil hat das Mountainbike so revolutioniert wie die Teleskopsattelstütze. Seitdem die erste Vario Sattelstütze auf dem Markt ist, erfreuen sich vor allem Mountainbiker über den verbesserten Fahrkomfort.
Vorbei sind die Zeiten der manuellen Sitzhöhenverstellung, bevor es nach einem langen Uphill wieder bergab gehen kann. Die im Englischen auch Dropper-Post genannten Sattelstützen finden vor allem an Mountainbikes Verwendung. Besonders Enduro- und Allmountainbikes sind mit den praktischen Parts ausgestattet.
Moderne Modelle werden immer leichter und schlanker entwickelt, sodass sie auch im CC-Rennsport stets beliebter werden. Durch immer anspruchsvollere Strecken, die besonders bergab eine große Bewegungsfreiheit erfordern, kommen immer häufiger Dropper-Posts zum Einsatz. Die aktuellen Modelle verfügen bis zu 200 mm Verstell-Höhe, auch Hub genannt.
Die variable Höhe lässt sich ganz bequem während der Fahrt über einen Remotehebel am Lenker einstellen. Über eine hydraulische oder mechanische Leitung oder gar ein wireless System lässt sich die Höhe also in Windeseile anpassen. Bei den Teleskopsattelstützen gibt es unterschiedliche Systeme, viele davon verfügen über einen stufenlosen Einstellbereich. Das bedeutet, die Höhe kann komplett individuell im Hubbereich angepasst werden. Einige Sattelstützen verfügen jedoch auch nur über einige vorbestimmten Höhen bzw. Einstellmöglichkeiten.
Vor- und Nachteile einer Vario Sattelstütze
Auf den ersten Blick hat eine Vario Sattelstütze vor allem eine ganze Reihe an Vorteilen zu verbuchen. Den größten Vorteil erhalten die Fahrer durch den höhenverstellbaren Sattel in Bezug auf den Fahrkomfort.
Durch die Einstellmöglichkeiten kann der Fahrer immer in der idealen Höhe Platz nehmen und somit eine komfortable Haltung einnehmen. Bei einer Bergauffahrt nutzen Fahrer bei der Sattelstütze meist den vollen Hub und fahren die Stütze ganz aus, um eine bestmögliche Kraftübertragung beim Pedalieren zu ermöglichen.
Das präzise Einstellen der Sattelhöhe kann einfach und schnell unterwegs vorgenommen werden und das auch noch ohne Hilfe von Werkzeug. Für Downhill Passagen wird der Sattel dann ganz einfach abgesenkt. Der Fahrer erhält so durch die gewonnene Bewegungsfreiheit eine noch bessere Kontrolle über sein Bike.
Besonders bei extrem steilen Abfahrten erlangt man durch einen tief stehenden Sattel mehr Sicherheit über das Fahrrad. Auch bei verschiedenen Hindernissen wie Baumstämmen oder Felsen kann man sich auf dem Rad mit einem niedrig eingestellten Sattel agiler bewegen.
Ein Nachteil ist die höhere Wartungsintensität als bei einer starren Sattelstütze. Vario Stützen müssen ein wenig liebevoller behandelt werden, als ihre starren Kollegen. Ähnlich wie bei anderen hydraulischen Bauteilen am Fahrrad (Federgabel, Dämpfer oder Scheibenbremsen) sollte eine Teleskopsattelstütze nach einiger Zeit regelmäßig gewartet werden um eine perfekte Funktion zu gewährleisten.
Hier kommt vor allem das Entlüften und eventuell auch ein kompletter Austausch der Hydraulikflüssigkeit zum Tragen. Geübte Hobbymechaniker können das mit dem richtigen Werkzeug und einem passenden Entlüftungskit in der heimischen Werkstatt allerdings problemlos erledigen. Ungeübte Schrauber sollten besser eine Profiwerkstatt aufsuchen.
Auch bei der Reinigung sollte man etwas sensibler mit der Teleskopstütze umgehen. Ähnlich wie bei Federelementen oder Rahmen-Lagern sollte vor allem vermieden werden, die Dichtungsbereiche mit dem Hochdruckreiniger zu säubern.
Tabellarisch zusammengefasst:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Höherer Fahrkomfort | Teurer als herkömmliche Sattelstützen |
| Bessere Kontrolle über das Bike | Wartungsintensiver als herkömmliche Sattelstützen |
| Schnelle und bequeme Anpassung der Sattelhöhe | Mehrgewicht |
| Kein Werkzeug zur Einstellung der Sattelhöhe notwendig |
Der richtige Durchmesser der absenkbaren Sattelstütze hängt natürlich von den Maßen des Fahrradrahmens bzw. des Sattelrohres ab. Die schlankeren Versionen mit einem Durchmesser von 27,2 mm kommen vor allem im Cross-Country zum Einsatz.
Für die CC Bikes sind die Sattelstützen besonders filigran verarbeitet, da es bei den sehr leichten Rädern auf jedes Gramm ankommt. Im Enduro Segment finden vorwiegend die etwas dickeren Stützen Verwendung. Meist wird hier ein Durchmesser von 30,9 mm, 31,6 mm oder sogar 34,9 mm verbaut. Da die Belastung aufgrund der ruppigen Strecken beim Enduro oder Trailriding höher ist als bei den meisten CC-Touren, ist hier eine stabilere Bauweise gefragt.
Ein größerer Durchmesser der Vario Sattelstütze spricht jedoch nicht unbedingt für ein qualitativ hochwertigeres Produkt. Zwar sind die längeren Sattelstützen (mit einem größeren Verstellbereich) oftmals ein wenig teurer als die kürzeren Versionen, das sagt aber nichts über die grundlegende Qualität aus. Länge und Durchmesser sollten nach Anwendung und Gegebenheiten des Rahmens bestimmt werden.
Teleskopsattelstützen lassen sich problemlos nachrüsten. Sie zählen sogar zu den beliebtesten Tuningparts am Fahrrad, denn eine absenkbare Stütze kann ohne Probleme am Bike montiert werden. Die Sattelstütze selbst kann einfach gegen die vorhandene starre Sitzstange ausgetauscht werden. Hierfür muss lediglich die Klemme am Sattelrohr gelöst werden.
Der Remotehebel kann ebenfalls unkompliziert am Lenker installiert werden. Bei einigen Systemen, wie z.B. bei Sram, kann der Remotehebel mit der Klemme der Brems- oder Schalthebel kombiniert werden. So behält der Lenker eine aufgeräumte Optik und man spart ein paar Gramm Gewicht ein.
Kompliziert kann es nur werden, wenn die Leitung der Hydraulik oder der Seilzug der Mechanik im Rahmen verschwinden soll. Je nach Rahmen ist das zwar durch vorgefertigte Löcher möglich, jedoch nicht immer ganz einfach. Wem hier die Übung oder die Geduld fehlt, sollte den Fahrradladen seines Vertrauens aufsuchen.
Beim Einstellen der richtigen Sitzhöhe gelten dieselben Regeln wie bei einer herkömmlichen Sattelstütze.
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