Mountainbike Reifen: Abgefahren erkennen und rechtzeitig wechseln

Die Reifen sind eines der wichtigsten Teile am Fahrrad, egal ob E-Bike oder traditionelles Fahrrad, egal ob Urban Bike, Gravelbike oder Cruiser Bike. Denn sie entscheiden maßgeblich über das Fahrgefühl und die Sicherheit, weil die Reifen Einfluss auf alle entscheidenden Parameter am Fahrrad haben: Rollwiderstand, Pannenschutz, Grip und Kurvenhalt.

Wann brauche ich eigentlich einen neuen Reifen?

Du solltest die Reifen an deinem Fahrrad oder E-Bike nicht erst tauschen, wenn er einen Defekt hat. Ist ein Fahrradreifen auf der Lauffläche stark abgefahren - oft ist in der Mitte eine leichte Kannte erkennbar - dann muss ein neuer her. Wenn das Gummi bereits rissig wird oder die Karkasse, also das Netzgewebe unter der Gummischicht, bereits sichtbar wird, dann wird der Reifen sogar zum Sicherheitsrisiko und du musst ihn sofort wechseln.

Viele Fahrradreifen besitzen eine Verschleißanzeige - eine schmale, durchgehende Vertiefung oder mehrere regelmäßig verteilte Vertiefungen. Wenn die nicht mehr zu erkennen sind, ist der Reifen so stark abgefahren, dass du ihn tauschen musst.

Beim Fahrradreifen hat das Profil weit weniger Bedeutung als z. B. beim Autoreifen. Der Reifen ist abgefahren und muss ersetzt werden, wenn auf der Lauffläche die Pannenschutzeinlage oder Karkassenfäden sichtbar werden. Häufig gehen die Seitenwände der Fahrradreifen kaputt, bevor die Lauffläche abgefahren ist.

Bei Rennradreifen ist die Stärke des Laufflächengummis ein wichtiger Faktor für Performance und Sicherheit. Unsere High-End Rennradreifen der Schwalbe Pro One Serie sind aus diesem Grund mit besonderen Verschleißindikatoren ausgestattet. Kleinste Einbuchtungen in der Lauffläche zeigen an, wie weit ein Profil abgefahren werden kann, bevor der Reifen gewechselt werden sollte. Insgesamt vier dieser Indikatoren sind über die Lauffläche eines Schwalbe Pro One Rennradreifens verteilt. Die genaue Position der Indikatoren wird auf der Seitenwand des Reifens über Pfeile und das Kürzel "T.W.I." gekennzeichnet. Die Abkürzung T.W.I.

Die richtige Reifengröße

Im ersten Schritt musst du wissen, welche Größe die Reifen für dein Fahrrad haben müssen. Zwei Maße sind dabei wichtig. Fix ist das Maß, welchen Durchmesser die Felge beziehungsweise der darauf montierte Reifen überhaupt haben muss. Bei Fahrrädern für Erwachsene gibt es die Größen 26 Zoll, 27,5 Zoll (auch 650B genannt), 28 Zoll, und 29 Zoll. Kinderräder haben kleinere Reifen, gängig sind hier 16, 20 und 24 Zoll.

Das zweite entscheidende Maß ist die Breite des Reifens, auch sie wird meist in Zoll angegeben und variiert je nach Fahrrad-Typ zwischen 0,75 und bis zu 2,6. Bei der Breite hast du Spielraum: Etwas schmaler als der aktuell montierte Reifen geht immer. Wenn du einen etwas breiteren Reifen montieren willst, zum Beispiel für etwas mehr Komfort, dann musst du checken, ob zwischen den Ketten- und Sitzstreben, in der Gabel und unter den Schutzblechen genug Platz vorhanden ist. Generell solltest du nie zu stark von der aktuell montierten Breite abweichen. Am einfachsten orientierst du dich am aktuell montierten Reifen, auf dem das passende Maß angegeben ist, und zwar in einer dieser Angaben:

  • Reifenmaß in Zoll, z.B. 28 x 1,75 (der Reifen hat 28 Zoll Durchmesser und 1,75 Zoll Breite).
  • Reifenmaß nach ERTO in Millimetern, z.B. 35 - 622 (der Reifen ist 35 mm breit und hat einen Durchmesser von 622 mm)

Reifentypen: Profil oder Slick?

Brauchst du einen Reifen mit Profil oder einen glatten Slick - oder irgend etwas dazwischen? Es gibt zahlreiche unterschiedliche Oberflächen, zwischen denen du dich bei Fahrradreifen entscheiden kannst. Grundsätzlich gilt:

  • Reifen ohne Profil (Slicks): geringer Rollwiderstand, hoher Grip auf glattem, festem Untergrund, leichter als vergleichbare Reifen mit Profil, schlecht auf losem Untergrund
  • Reifen mit Profil (Stollenreifen): guter Halt auf losem Untergrund, schwerer als vergleichbare Slicks, höherer Rollwiderstand

Auf einem Mountainbike brauchst du einen Stollenreifen, auf einem Urban Bike einen Slick, logo. Etwas schwieriger wird es zum Beispiel bei Touren- oder Trekkingbikes, mit dem du sowohl auf festem Untergrund, aber auch mal auf Schotterwegen oder Forstwegen unterwegs bist. Hier gilt es abzuwägen, wo du hauptsächlich unterwegs bist, und was dir wichtiger ist: sicherer Grip auf jedem Untergrund oder geringer Rollwiderstand? Als Kompromiss gibt es auch sogenannte Semi-Slicks mit glatter Lauffläche in der Mitte und leichten Stollen seitlich.

Wichtig zu wissen: Du kannst auch mit einem wenig profilierten Reifen oder einem Slick den Halt auf unebenem Untergrund verbessern, indem du den Luftdruck verringerst, denn so vergrößert sich die Kontaktfläche des Reifens zum Untergrund - mit dem Nachteil von höherem Rollwiderstand und einem höheren Pannenrisiko. Experimentiere etwas und verringere Schrittweise den Reifendruck, bis du das Optimum für deine Bedürfnisse herausfindest.

Pannenschutz

Die meisten Reifen besitzen serienmäßig eine spezielle Schicht zwischen Gummi und Karkasse, die besonders resistent gegen Durchstiche ist, also zum Beispiel Scherben oder andere spitze Gegenstände. In den letzten Jahren haben sich diese Pannenschutzschichten deutlich verbessert, sie wurden leichter und geschmeidiger, wodurch sie den Rollwiderstand nur noch unwesentlich verschlechtern - das war früher ein Problem. Heute kann man also sagen: Auf guten Pannenschutz solltest du bei Fahrradreifen nicht verzichten, egal ob du in der Stadt, auf Touren oder im Gelände unterwegs bist.

Im Zweifel solltest du in einen etwas teureren Reifen investieren, der dafür eine moderne Pannenschutzschicht besitzt und trotzdem kaum schwerer ist als ein günstigerer Reifen mit schlechterem Pannenschutz.

Weitere Eigenschaften von Fahrradreifen

Abgesehen von den vielen Funktionen, die ein Fahrradreifen erfüllen muss, haben manche Modelle noch weitere praktische Features parat, über die du nachdenken kannst. Bist du auch bei Dämmerung oder nachts mit dem Fahrrad unterwegs, dann sind Fahrradreifen mit Reflektoren eine gute Sache. Meist ist auf der Seitenwand durchgehend ein reflektierender Streifen aufgebracht - der erhöht deine Sichtbarkeit und damit Sicherheit enorm.

Eher was für echte Vielfahrer sind Tubeless-Reifen: Hier kommt der Reifen ohne Schlauch aus. Beim Auto und Motorrad ist das völlig normal, bei Fahrradreifen nur am Mountainbike weit verbreitet. Die Vorteile von Tubeless-Reifen am Fahrrad: Das System ist leichter, rollt besser, und bietet in Verbindung mit einer speziellen Pannenschutzmilch auf Latex-Basis auch extrem hohen Pannenschutz. Die Nachteile: Tubeless-Reifen funktionieren nur auf speziellen tubeless-tauglichen Felgen, und sie sind recht teuer.

Zusätzliche Tipps beim Reifenwechsel

Wenn du neue Reifen montierst, solltest du mindestens genau prüfen, in welchem Zustand der bisher verwendete Schlauch ist - und ihn im Zweifel auch ersetzen. Denn auch der Schlauch altert und ist dauerndem Stress ausgesetzt, vor allem in dem Bereich, in dem das Ventil eingeklebt ist. Außerdem solltest du bei der Gelegenheit auch das Felgenband checken. Sitzt es noch mittig?

Laufleistung von Fahrradreifen

Es ist sehr schwierig hierüber eine Aussage zu machen, denn die Laufleistung wird sehr stark von Reifendruck, Belastung, Fahrbahnuntergrund, Umgebungstemperaturen und dem Fahrstil beeinflusst. Bei hohen Temperaturen, großer Belastung und rauem Asphalt verschleißen Reifen z. B. Als grobe Orientierung kannst Du von Schwalbe Standardreifen eine Laufleistung von 2.000 bis 5.000 km erwarten. Die Reifen der Marathon-Familie halten in der Regel zwischen 6.000 und 12.000 km. Marathon Supreme ist diese etwas geringer (ca. 5.000 bis 9.000 km).

Leider erreichen viele Reifen nicht die mögliche Kilometerleistung, weil sie dauerhaft mit zu wenig Luftdruck betrieben werden. Ohne ausreichenden Luftdruck kann der Reifen die Last nicht richtig tragen. Der Reifen muss sich beim Abrollen übermäßig verformen, was er nur eine begrenzte Zeit mitmacht.

Abbildung 1 zeigt die typischen Ermüdungsrisse, die durch zu wenig Luftdruck entstehen. Wenige große Risse im oberen Bereich der Seitenwand. Das zweite Bild zeigt dagegen normale Alterungsrisse (aufgrund von Überalterung). Diese Risse sind eher klein und über die komplette Seitenwand verteilt. Auch die Bilder 3 und 4 zeigen eindeutige Anzeichen für dauerhaft unzureichenden Luftdruck. Typische Abriebspuren: Der Reifen ist nicht in der Mitte am stärksten abgefahren, sondern links und rechts daneben.

Reifentyp Laufleistung (ungefähre Angaben)
Schwalbe Standardreifen 2.000 - 5.000 km
Reifen der Marathon-Familie 6.000 - 12.000 km
Marathon Supreme 5.000 - 9.000 km

Unsere Reifen sind - in der Regel - für Fahrräder konzipiert und damit für mehrspurige Fahrzeuge wie z. B. Anders als bei einem (einspurigen) Fahrrad kann sich ein Dreirad üblicherweise nicht in die Kurve neigen. In der Kurve „schiebt“ das Fahrzeug dann quer zur Fahrtrichtung über die eingelenkten Vorderräder (Untersteuern). Bei extrem hohem Verschleiß, z. B. wenn der Reifen bereits nach weniger als 1.000 km abgefahren ist, liegt die Ursache meist darin, dass die Spur des Fahrzeugs nicht korrekt eingestellt ist. Selbst bei Geradeausfahrt erzeugen die zur Fahrtrichtung „schief“ stehenden Reifen erhöhte Reibung und somit übermäßigen Verschleiß.

Das Gleiche gilt auch für Anhängerreifen. An einem Fahrradanhänger müssen die Reifen in Regel weder Antriebs- noch Lenkkräfte übertragen. Deswegen ist der Abrieb normalerweise sogar deutlich geringer als an einem Fahrrad.

Lagerung von Fahrradreifen

Du kannst einen Schwalbe-Fahrradreifen problemlos 5 Jahre lagern. Nach Möglichkeit sollten Reifen stets kühl, trocken und vor allem dunkel gelagert werden. Montierte Reifen sollten immer aufgepumpt sein, oder das Rad sollte hängend gelagert werden.

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