Der Fahrradreifen ist eines der wichtigsten Fahrradteile. Ohne ihn lässt sich ein Rad nicht fortbewegen. Reifen für das Fahrrad gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Die Fahrradreifen unterscheiden sich beim Aufbau, Reifenprofil und Material. Oft wird für den Reifen auch der Begriff des Fahrradmantels angewendet.
Bestandteile eines Fahrradreifens
Ein Fahrradreifen besteht aus mehreren Komponenten. Die meisten Bestandteile sind dabei nicht direkt zu sehen, weil sie sich im Innern eines Fahrradreifens befinden.
- Reifenlauffläche: Das, was von außen auf dem Reifen sichtbar ist. Sie ist im Alltag als Reifenprofil bekannt und hat Kontakt zum Fahrbelag.
- Pannenschutz: Liegt direkt unter dem Profil. Nicht alle Reifen haben einen solchen Schutz integriert.
- Reifenwulstkern: Die Reifenkante, die in der Felge sitzt.
- Reifenkarkasse: Der Unterbau, auf dem die Reifenlauffläche liegt. Die Qualität der Karkasse eines Reifens wird in Fäden pro Zoll oder Threads per Inch (TPI) angegeben.
Reifengröße und -breite
Die Größe eines Fahrradreifens bestimmt sich über den Durchmesser der Felge und wird in Zoll angegeben. Bei einem Fahrrad für Erwachsene beträgt die Größe meistens 28 Zoll. Der in Europa am weitesten verbreitete Standard zur Bestimmung der Reifengröße ist die sogenannte Europäische Reifen- und Felgennorm (ETRTO). Die Angaben zur Größe des Fahrradreifens befinden sich an der Seite des Mantels.
Die Reifenbreite ist das Merkmal mit dem größten Einfluss auf die Performance und das Fahrverhalten auf dem Fahrrad. Unter der Maßgabe, dass Reifen den gleichen Luftdruck haben, laufen breite Reifen besser als schmale Reifen. Wer mit dem Rennrad oder City-Bike eher auf asphaltierten Wegen fährt, setzt lieber auf schmale Reifen.
Reifenprofil und Fahrverhalten
Das Reifenprofil ist ein weiteres Attribut mit einem relevanten Einfluss auf das Fahrverhalten. Grundsätzlich wirken sich die Breite und das Profil auf den Grip aus. Je mehr davon vorhanden ist, desto größer ist die Griffigkeit der Bereifung. Allerdings erhöht sich dadurch die Reibung und der Rollwiderstand.
Ein Rennrad-Reifen ist schmal und besitzt meistens eine sehr glatte Außenfläche. Die profillosen Reifen werden auch Slicks gekannt. Welcher Fahrradreifen sich für welchen Bodengrund eignet, hängt von der Fahrstrecke ab, die überwiegend mit dem Fahrrad zurückgelegt wird.
Verschiedene Reifentypen
Fahrradreifen lassen sich nicht nur über Typen klassifizieren, die in bestimmten Anwendungsbereiche ihre Vorteile ausspielen. Eine weitere Möglichkeit, Fahrradreifen zu unterscheiden, besteht darin, sie nach der Art ihrer Architektur und Beschaffenheit einzuordnen.
- Drahtreifen: Der Name beruht darauf, dass am unteren Ende des Reifens ein steifer Draht zu finden ist.
- Faltreifen: Statt des Drahtes halten Fasern aus Kunststoff den Reifen stabil. Die Fasern bestehen meist aus Aramid oder Kevlar und sorgen dafür, dass Faltreifen ein geringeres Gewicht aufweisen.
- Schlauchreifen: Hier wird der Fahrradschlauch direkt an den Reifenmantel festgenäht und komplett auf die passende Felge geklebt.
- Tubeless-Reifen: Sie kommen gänzlich ohne Schlauch aus.
Wer Fahrradreifen kaufen möchte, hat die Wahl zwischen Falt- oder Drahtreifen. Grundsätzlich handelt es sich bei diesen Reifenvarianten jeweils um Drahtreifen. Beide Reifenarten werden durch Drähte im Fahrradmantel stabil zusammengehalten. Die Drähte geben den Reifen erst ihre runde Form.
Reifen für spezielle Fahrräder
Bei den Reifen für Mountainbikes bestehen große Unterschiede bei der Reifenbreite und der Reifengröße. Sie reicht von 26 Zoll über 27,5 Zoll bis hin zu 29 Zoll. Pedelecs oder E-Bikes mit einem Kennzeichen benötigen Fahrradreifen, die eine bestimmte Norm erfüllen und für eine Geschwindigkeit bis zu 50 km/h zugelassen sind.
Tubeless-Reifen: Die Zukunft?
Tubeless-Reifen entwickeln sich zunehmend als Alternative zu Schlauchreifen. Der Name sagt schon aus, dass diese Reifen ohne Schlauch auskommen. Die Nutzer dieser Variante fahren vor allem ein MTB oder üben Radsport aus. Vorteile ergeben sich aber auch für Fahrer eines City-Bikes oder beim Trekking. Das Flicken eines Schlauches nach einem Defekt gehört damit der Vergangenheit an.
Tubeless-Reifen sind recht einfach aufgebaut; sie weisen zumeist die Eigenschaften von sogenannten Faltreifen bzw. Drahtreifen auf. Zusammen mit der Fahrradfelge bilden sie eine dichte Luftkammer. Damit die Luft besser im Reifen gehalten wird, hat er meist eine ganz spezielle Form. Auf den Boden der Felge wird ein spezielles Tubeless Felgenband geklebt - so wird der Reifen abgedichtet und das Entweichen der Luft über die Speichenlöcher verhindert.
Tabelle: Empfohlener Reifendruck für 28“ Reifen in Abhängigkeit von Fahrergewicht und Reifenbreite
| Fahrergewicht | 50-70 kg | 70-90 kg | 90-110 kg |
|---|---|---|---|
| Reifenbreite in mm | Reifendruck in bar | Reifendruck in bar | Reifendruck in bar |
| 30 - 35 | 4,5 - 5,5 | 5,5 - 6,5 | 6 - 7 |
| 37 - 42 | 3 - 3,5 | 3,5 - 4,5 | 4 - 5 |
| 42 - 47 | 2,5 - 3 | 3 - 4 | 4 - 5 |
| 50 - 60 | 2 - 2,5 | 2,5 - 3,5 | 3,5 - 5 |
Hinweis: Die Tabelle dient als Richtlinie. Der tatsächliche Reifendruck kann je nach Reifenmodell, Fahrergewicht und Streckenbeschaffenheit variieren.
Für die Umrüstung auf ein Tubeless-System eignet sich ein Tubeless-Kit. Ein Bausatz für schlauchlose Reifen enthält Ventile, Dichtmilch sowie Flüssigkeit für die Montage. Um Pannen zu vermeiden, ist eine Tubeless-Bereifung fast schon unschlagbar. Ob ein Schlauchlos-System für dich in Frage kommt, ist wie so oft eine individuelle Entscheidung.
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