Du liebst dein Bike und legst Wert auf eine 100%ige Funktion sowie tadellose Optik? Dann solltest du es regelmäßig reinigen und anschließend pflegen! Ein sauberes Rad ist ein glückliches Rad. Durch eine gründliche Reinigung schützen wir das Fahrrad vor Korrosion und im Winter kann Streusalz diese beschleunigen. Viele bringen ihr MTB wieder zurück ans Licht und bereiten sich auf die schönen Tage vor. Endlich geht’s wieder los!
Es fährt doch - warum also sollten Sie das Fahrrad putzen oder waschen? Ganz einfach: Dreck und dadurch entstehender Rost haben unter anderem zur Folge, dass die Seilzüge Ihres Fahrrads schwerfälliger gehen oder sogar stecken bleiben. Dadurch funktionieren Schaltung und Bremsen nicht mehr richtig. Vor allem im Winter ist die regelmäßige Fahrradreinigung Pflicht, denn Streusalz greift neben den Verschleißteilen auch den Lack Ihres Fahrrads an und begünstigt die Rost-Bildung.
1. Vorbereitung und Grundreinigung
Eine ausführliche Grundreinigung ist sehr wichtig. Diese führst du als Erstes durch, bevor du mit der Pflege anfängst.
Um effizient zu arbeiten, stelle dein Mountainbike in einen Montageständer oder Hinterbauständer. Verwende passende Minitools und Werkzeug - idealerweise aus einem Fahrradwerkzeugkoffer.
Für stark verschmutzte Bikes brauchst du: warmes Wasser, einen weichen Schwamm, und einen speziellen Fahrradreiniger (z. B. Muc-Off).
So gehst du vor:
- Bike mit warmem Wasser einweichen (kein Hochdruckreiniger!).
- Fahrradreiniger aufsprühen.
- 3-5 Minuten einwirken lassen.
Generell solltest du dein Bike immer direkt nach deiner Tour reinigen, denn dann sind die Verschmutzungen noch frisch und lassen sich leichter entfernen. Am besten gleich nach einer Tour durch Matsch und Schlamm, den groben Dreck mit Wasser abspülen.
Zum Reinigen deines Bikes solltest du auf keinen Fall einen Hochdruckreiniger verwenden. Durch den hohen Druck wird nicht nur das Wasser in die Lager gespült, sondern auch der Dreck. Dadurch werden die Lagerlaufflächen zerstört und es entstehen Korrosionen.
Am besten eignet sich ein sanfter Wasserstrahl wie z.B. der einer Blumendusche. Als zusätzliche Hilfsmittel empfehlen wir einen Schwamm und Reinigungsbürste mit weichen Borsten für den Rahmen und härteren Borsten für den Antrieb. Am besten reinigt Ihr Euer Bike mit Wasser und einem Lappen. Evtl. nutzt Ihr spezielle Fahrradreiniger die man aufsprühen kann.
Sorge für eine undurchlässige Unterlage, damit keine Reinigungs- und Schmiermittel ins Erdreich gelangen. Sollte der Antrieb stark verschmutzt oder verölt sein, benötigst du einen speziellen Reiniger, der auch eine entfettende Wirkung haben sollte. Mit einem Kettenreiniger kannst du nun den Kettenantrieb und die Ritzel einsprühen und einweichen lassen. Danach das Ganze mit dem Schlauch oder Hochdruckreiniger vorsichtig abspülen.Das Fahrrad jetzt komplett mit einer Bürste einschäumen und danach mit klarem Wasser abspritzen.Danach, das Fahrrad mit einem trockenen Lappen abtrocknen. Wenn du eine Druckluftpistole besitzt dann geht der Trockenvorgang wie von selbst.
Verwende den Fahrradreiniger auch nie in der prallen Sonne, denn dadurch vermeidest du ein direktes Antrocknen.
Bei der Grundreinigung können Sie getrost auf teure Reinigungsmittel verzichten. Für die Reinigung von Rahmen und Rädern eignet sich Spülmittel perfekt. Wichtig: Verwenden Sie keine Lösungsmittel oder andere aggressive Reiniger.
2. Feinreinigung: Details nicht vergessen
Nutze spezielle Bürsten für verwinkelte Bereiche. Schaltröllchen reinigst du mit einem Tuch oder bei hartnäckigem Schmutz mit einem Reifenheber. Für die Kassette empfiehlt sich ein Ritzelreiniger.
Schritte:
- Kassette erneut mit Reiniger einsprühen.
- 3-5 Minuten einwirken lassen.
- Dreck mit Ritzelreiniger entfernen.
- Zum Schluss alle Rückstände mit Wasser abspülen.
Befreien Sie Kassette, Kettenblätter und Umwerfer mit Schwamm und Zahnbürste von Dreck.
3. Kettenreinigung und -pflege
Das meist beanspruchte Bauteil am Bike ist die Kette. Um den Verschleiß gering zu halten, ist die regelmäßige Pflege sehr wichtig. Bei einer trockenen oder stark verschmutzten Kette ist ein Leistungsverlust messbar.
Nutze ein Kettenreinigungsgerät mit einem Multientfetter (z. B. von Finish Line): Entfetter einfüllen und Kette durchlaufen lassen. Rückstände mit Tuch abwischen.
Die Kette am besten zunächst mit einem Lappen trockenreiben. Ein paar Tropfen Öl auf den Lappen geben und die Kette durch Rückwärtskurbeln durch den Lappen gleiten lassen. Danach neues Öl auf die Kettenglieder geben und eine Weile Rückwärtskurbeln damit sich das Öl gut verteilt.
Fahrradkettenöl auftragen. Überschüssiges Öl mit Tuch entfernen.
Nachdem Sie das Fahrrad geputzt haben, ist nun die Kette an der Reihe. Reinigen Sie Ihre Fahrradkette, dabei müssen Sie darauf achten, dass Sie die Kette nicht komplett entfetten. Ansonsten kann sich das Öl zwischen Bolzen und Kettengliedern auslösen und Ihre Fahrradkette geht kaputt.
Es ist wichtig, die Kette nach jeder intensiven Reinigung richtig zu pflegen. Beim Öl können Sie zwischen dünnem oder dickflüssigem Öl wählen. An dünnem Öl bleiben Staub und Dreck weniger haften. Durch dünnes Öl kann aber die zähe Fettung der Kette zu stark verdünnt werden und die Fettung wird ausgewaschen. Diese im Nachhinein wiederherzustellen, ist nahezu unmöglich. Wachs ist schmutz- und wasserabweisend und hält die Kette somit besser sauber. Zudem verschmutzt es die Kleidung nicht.
Sind Sie viel abseits von Straßen unterwegs, sollten Sie die Kette öfter reinigen.
4. Finish: Schutzspray auftragen
Sprühe das gesamte Bike - außer die Bremsscheiben - mit einem Schutzspray (z. B. Muc-Off Bike Protect) ein. Das schützt vor Feuchtigkeit, Rost und Schmutz.
5. Zusätzliche Pflegetipps
Bevor du mit der weiteren Pflege durch Wachs, Öl und andere Produkte beginnst, muss dein Fahrrad komplett trocken sein. Nur so halten Pflegemittel und Schmiermittel zuverlässig. Nur mit den passenden Pflegeprodukten erhöhst du die Langlebigkeit deines Bikes. Dabei solltest du bei der Rahmenpflege auf die Oberfläche achten. Bei matten Rahmen empfehlen wir daher eine spezielle Mattpflege zu verwenden und bei glänzenden ein Schutzwachs oder eine Politur. Dadurch wird die Oberfläche zuverlässig versiegelt und ein Anhaften von Schmutz erschwert.
Beim regelmäßigen reinigen deines Bikes darfst du das Schmieren auf keinen Fall vernachlässigen. Bei nassem Wetter eignen sich besonders WET-Kettenöle da sie stark haften und somit für eine zuverlässige und langanhaltende Schmierung sorgen. Bei trockenem Wetter eignen sich hingegen DRY-Kettenöle auf Wachs oder PTFE Basis, die das Anhaften von Staub und Dreck erschweren und somit den Verschleiß der Kette minimieren.
Ist dein Bike mit einem Riemenantrieb ausgestattet, empfehlen wir den Einsatz eines speziellen Pflegestiftes für Zahnriemen.
Bitte beachte vor allem beim Verwenden von Schmiermitteln in Sprühform darauf, dass deine Bremsscheiben und Bremsbeläge, sowie bei Felgenbremsen, deine Felgen nicht damit in Berührung kommen.
Alle beweglichen Teile wie z.B. Schaltwerk, Umwerfer sowie bei Fullys die Drehpunkte am Rahmen, sollten regelmäßig mit z.B. einem Silikonöl behandelt werden.
Falls dein Bike mit einer Federgabel und Dämpfer ausgestattet ist, empfiehlt es sich die Standrohre regelmäßig mit einem vom Gabel- und Dämpferhersteller frei gegebenem Pflegeöl zu behandeln.
Durch Stein- und Kettenschläge können recht schnell unschöne Lackschäden entstehen. Um diese zu vermeiden, eignen sich besonders robuste, selbstklebende Schutzfolien, welche einfach an die gefährdeten Stellen angebracht werden können.
6. Regelmäßige Überprüfung und Wartung
Neben der Reinigung deines Bikes ist es wichtig in regelmäßigen Abständen die Verschleißteile wie z.B. Reifen, Kette oder Ritzelpaket auf Mängel zu überprüfen. Die passenden Werkzeuge dazu findest du in unserem Shop. Bitte beachte dabei immer die Angaben der Hersteller insbesondere bei den angegebenen Drehmomenten. Von daher gehört ein passender Drehmomentschlüssel zur Grundausstattung deiner Werkstatt dazu.
Für unterwegs empfiehlt sich eine kleine Satteltasche mit einem passenden Ersatzschlauch, Multitool, Reifenheber und Flickzeug für Schlauch und Reifen sowie Einweghandschuhe. Wenn es besonders schnell gehen soll, empfiehlt sich eine Pannenspray, um kleine Löcher einfach abzudichten. Zudem gehört eine, dem Fahrradtyp entsprechende, Pumpe mit zur Grundausstattung an jedes Bike.
Neben dem richtigen Reifendruck solltest du auch auf den Verschleißgrad des Reifenprofils achten. Durch Witterungseinflüsse wie z.B. Sonneneinstrahlung oder aufgrund von Alterung kann der Reifen porös werden. Dann sollte er auf jeden Fall erneuert werden, um eine Panne zu vermeiden.
Um den Verschleißgrad der Kette zu überprüfen, gibt es spezielle Verschleißmesslehren. Durch den rechtzeitigen Austausch der Kette, schonst du dein teures Ritzelpaket.
7. Scheibenbremsen und Schaltzüge
Zur ausgiebigen Fahrradreinigung zählt auch die Pflege der Scheibenbremsen. Die sollten vollständig frei von Schmutz, Staub und Unebenheiten sein.
- Montieren Sie die Scheibenbremse für eine gründliche Fahrradreinigung ab.
Das ganzheitliche Fahrradputzen schließt auch die Schalt- und Bremszüge ein. Bei freiliegenden Bremszügen kann Schmutz und Wasser in die Außenhüllen der Innenzüge gelangen.
8. Trocknen und Pflegen nach der Reinigung
Nachdem Sie Fahrrad und Einzelteile sorgfältig gewaschen und geputzt haben, sollten Sie Ihr Fahrrad abtrocknen und auch alle anderen Komponenten gut trocknen lassen. Dann geht es daran, dass Fahrrad zu pflegen. Das Fahrrad pflegen bedeutet, es vor Wind, Wetter oder Schäden zu schützen.
Je trockner das Fahrrad und die Einzelteile, desto besser haftet das Öl. Den Rahmen können Sie zusätzlich mit einem Pflegeöl einsprühen und nach circa fünf Minuten Einwirkzeit (Produktbeschreibung beachten) mit einem trockenen Tuch wieder vom Rahmen abnehmen.
Jetzt nur noch alle mechanischen Bauteile wie Schaltrollen und Schaltzüge mit Öl einsprühen. Seid vorsichtig das kein Öl oder Fett auf Bremsbelege oder Scheibenbremsen geraten.
Achten Sie darauf, sparsam zu fetten. Wichtig: Achten Sie unbedingt darauf, dass kein Öl auf die Bremsscheiben und den Bremssattel kommt.
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