Mountainbike Sattel Damen Testsieger: Der ultimative Leitfaden für schmerzfreies Biken

Sitzprobleme sind ein weit verbreitetes Problem unter Radfahrerinnen. Da die Anatomie des weiblichen Beckens von der des Mannes abweicht, sind herkömmliche Sättel oft nicht ideal geeignet. Ein speziell entwickelter Damensattel kann hier Abhilfe schaffen und für mehr Komfort und Fahrspaß sorgen.

Die Anatomie der Frau im Fokus

Die Ergon-Entwicklerinnen haben sich dem Thema Damen-Mountainbikesattel komplett neu genähert. Frauen sind im Becken deutlich beweglicher als Männer. In der fürs Mountainbike typischen Sitzposition kippt deshalb das Becken häufig stärker nach vorn. So entsteht oftmals erheblicher Druck im Genitalbereich.

Anatomisch bedingt liegt bei Frauen die Schambeinfuge (vordere Knorpelverbindung der beiden Beckenhälften) etwa um ein Viertel tiefer als bei Männern. Außerdem ist der Winkel der Schambeine zueinander größer. Aufgrund der Besonderheiten ihres Beckens leiden Frauen auf herkömmlichen Sätteln häufig unter Beschwerden an den Genitalien.

Der SM Women nimmt ihnen den Druck von den sensiblen Zonen: Der anatomisch ideal platzierte Entlastungskanal mit seiner Öffnung verhindert Taubheitsgefühle und Schmerzen.

Testergebnisse und Empfehlungen

Insgesamt wurden 24 MTB-Sättel ausgiebig getestet, mit einer Preisspanne von 10 bis ca. 200 Euro. Die Suche nach dem richtigen MTB-Sattel ist nicht einfach und bedarf etwas Zeit und tatsächlich auch Geduld. Eine reine Faustformel gibt es nicht, aber gewisse Anhaltspunkte, an denen man sich orientieren kann.

Testsieger: SQlab 611 Ergowave

Der SQlab 611 Ergowave ist unser Testsieger. Er bietet nahezu alles, was man von einem MTB-Sattel erwarten kann. Er ist straff, aber dennoch sehr komfortabel, und mit dem breiten und tiefen Dip verhindert er ein Taubheitsgefühl im Dammbereich. Die breite und flache Sattelnase unterstützt dies noch zusätzlich.

Das robuste und leicht strukturierte Obermaterial erhöht die Lebensdauer und Fahrkontrolle und sogar das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier. Der SQlab 611 Ergowave hat es zum Testsieger geschafft. Er überzeugt mit hohem Sitzkomfort bei jeglichen Bedingungen. Schmerzen an den Sitzknochen und ein Taubheitsgefühl im Dammbereich sind mit diesem MTB-Sattel nahezu kein Thema mehr, hat man die Richtige der insgesamt vier Breiten gewählt.

Auch der Dip und die breite Spitze machen genau das, was sie sollen, nämlich den Druck vom Damm nehmen und ihn auf eine breite Fläche verteilen. Bei den zum Teil recht langen Uphills hatten wir nie ein taubes Gefühl oder Probleme dieser Art. Der Sattel war der komfortabelste in dieser Testrunde.

Weitere Empfehlungen

  • Ergon SM Pro: Der Ergon SM Pro steht unserem Testsieger in nichts nach. Er ist ähnlich komfortabel, nur bei langen Touren und bei steilen Anstiegen verspürten wir ein leichtes Taubheitsgefühl.
  • Ergon SMC Core: Der Ergon SMC Core hat das ausgeklügeltste Dämpfungssystem im Test. Mit dieser Technik ist die obere Schale schwimmend gelagert und passt sich so der Tretbewegung an, was zu einem sehr hohen Fahrkomfort führt.
  • Selle Italia SLR Boost X-Cross Ti 316 Superflow: Der Selle Italia SLR Boost X-Cross Ti 316 Superflow ist straff gepolstert, dennoch relativ komfortabel und verfügt über einen edlen Materialmix.

Die richtige Wahl treffen

Bei der Wahl des richtigen Sattels sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:

Sitzknochenabstand

Der erste Schritt ist sicherlich, den Sitzknochenabstand zu bestimmen. Im Fachgeschäft gibt es hierzu spezielle Matten, mit denen man den Abstand ermitteln kann, zu Hause ist das aber auch recht einfach machbar. Hierzu wird nur ein Stück Mess- oder Wellpappe benötigt sowie ein einfaches Lineal.

MTB-Disziplin

Ein weiterer Punkt ist die MTB-Disziplin beziehungsweise das Rad, für welches man den Sattel kaufen möchte. Je nach Disziplin sollte der Sattel schmäler oder breiter sein. Beispielsweise kann man 0-1 cm bei CC-Bikes dazu addieren, 2 cm bei einem All-Mountain-Fully oder vielleicht sogar 3 cm bei einem reinrassigen Enduro-Bike.

Sitzposition

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sitzposition und die richtige Größe des Bikes überhaupt. Wer komplett falsch auf einem zu kleinen oder zu großen Bike sitzt, wird nie einen Sattel finden, der einen schmerzfrei Radfahren lässt.

Polsterhärte

Am Ende kann man sagen: Je sportlicher man fahren will, desto straffer sollte die Polsterung sein, damit bei langen Touren der Sattel ausreichend gut stützen kann. Bei langen Touren sind härtere Sattel eher von Vorteil, da man sonst in das weiche Polster einsinkt und der Sattel anfängt zu drücken.

Ergon Sport Gel Women im Test

Christiane und Sabrina haben den Ergon Sport Gel Women Sattel getestet und ihre Erfahrungen geteilt.

Christiane testet den Ergon SR Sport Gel Women

Christiane verbringt als Rennradfahrerin viele Stunden im Sattel - nur eben der hat bis dato Probleme gemacht. Mit dem Ergon SR Sport Gel Women sitzt sie nun beschwerdefrei. Während des Fahrens wuchs mit jedem Kilometer meine Zufriedenheit über den überraschend guten Sitzkomfort. Selbst nach längerer Fahrtzeit kamen keine Beschwerden auf.

Mich hat der Ergon SR Sport Gel Women voll überzeugt! Ich kann jeder rennradbegeisterten Frau nur nahelegen, den Ergon Sattel zu testen! Früher dachte ich, leichte Schmerzen nach langer Zeit wären normal - Heute weiß ich, dass man sich nicht mit Sitzproblemen abfinden muss und bin auch nach Stunden im Sattel schmerzfrei!

Sabrina testet den Ergon SM Sport Gel Women

Sabrina ist bereits einige Sättel gefahren, keiner hat sie aber so überzeugt wie der Ergon SM Sport Gel Women. Sie entschied sich für die Größe S/M, welche für einen Sitzknochenabstand von 9 - 12 cm geeignet ist.

Da ich bereits einen Ergon Sattel gefahren bin, brauchte ich keine große Eingewöhnung und fühlte mich direkt sehr wohl. Das doch relativ weiche Padding war keineswegs störend oder gar „zu komfortabel“. Im Gegenteil, die Druckverteilung ist wirklich gut und ich hatte auch nach 3 Stunden auf dem Sattel kein Taubheits- oder Druckgefühl - also genau das, was man von einem guten Sattel erwartet!

Seitdem ich jedoch auf dem Ergon sitze, habe ich auch nach langen Tagen im Sattel keine Probleme mehr und bin wunschlos glücklich!

Die Bedeutung der Sattelbreite

Die Sattelbreite ist eine der wichtigsten Größen bei der Sattelwahl, besonders, wenn man eher aufrecht auf dem Bike sitzt, und wird immer an der breitesten Stelle gemessen. Der Sattel muss mindestens so breit sein, dass beide Sitzbeinhöcker komplett auf ihm aufliegen und man nicht an der Kante der Polsterung sitzt.

Hier sollte der Sattel im mittleren Teil etwas breiter ausfallen, um den Schambeinkufen ausreichend Auflagefläche zu bieten. Breite und Form des Sattels sollten also immer auch von der Sitzposition und nicht allein vom Sitzknochenabstand abhängig gemacht werden.

Weitere Tipps für eine schmerzfreie Fahrt

  • Radhose: Eine passende und gepolsterte Radhose ist Pflicht, da dieses Polster meist keinen Druck im Dammbereich erzeugt, sofern die Hose zum entsprechenden Fahrer und Einsatzgebiet passt.
  • Sitzposition: Achten Sie auf eine korrekte Sitzposition. Höhe, Winkel und Position des Sattels können das Sitzerlebnis stark beeinträchtigen. Bestenfalls sollten Sättel immer waagrecht montiert werden.
  • Bike-Fitting: Sollten weiterhin Probleme im Sitzbereich bestehen, wird empfohlen, ein Fahrradfachgeschäft aufzusuchen, denn oft bieten diese professionelle Bike-Fittings an.

Die Rolle der Expertinnen

Franziska Schmidt von Gebiomized empfiehlt eine Druckmessung auf dem Rad, um die Beckenposition und die belastete Fläche zu sehen. Janina Haas von Ergon / Terry betont die Bedeutung der Unterstützung des mittleren Bereichs des Sattels und rät von T-Form-Sätteln ab. Sarah Seckler von SQlab empfiehlt, den Sitzknochenabstand nach einer Schwangerschaft erneut zu überprüfen.

Fazit

Die Wahl des richtigen Mountainbike-Sattels für Damen ist ein individueller Prozess, der Zeit und Geduld erfordert. Mit den richtigen Informationen und etwas Ausprobieren finden Sie jedoch den perfekten Sattel für schmerzfreies Biken.

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