Im Freundes- und Bekanntenkreis werde ich häufig um Rat gefragt, wenn der Kauf eines neuen Bikes oder auch von Komponenten fürs Rad ansteht. Ob wir das schon getestet haben, ob Alu oder doch lieber Carbon, welcher Federweg Sinn macht, welche Laufradgröße und wie viele Gänge die Schaltung haben muss, sind immer wieder Thema.
Klar, es ist sinnvoll, sich mit all diesen Parametern auseinander zu setzen. Was ich aber oft vermisse, ist die Frage danach, ob das Endprodukt dann auch zum Körper des Fahrers passt. Jeder Fahrer stuft sich vom Fahrkönnen her irgendwo ein, ist ambitioniert oder eher nicht. Was leider oft zu kurz kommt, nicht nur beim Internetkauf, ist die Anpassung des Rades an den Fahrer.
Wenn das Rad nicht zu einem passt, ist ein Neukauf unausweichlich. Ein zu großer oder zu kleiner Rahmen lässt sich schwer kompensieren. Doch auch, wenn das Bike sich gut anfühlt, kann ich nur empfehlen, sich die drei wichtigen Kontaktpunkte genau anzusehen: Cockpit (Griffe, Lenker, Vorbau), der Sitzbereich (Sattel und Sattelstütze) und der Antrieb (Pedale und Kurbel).
Die Bedeutung der Ergonomie beim Biken
Der Begriff geht auf das Altgriechische zurück und ist zusammengesetzt aus „ergon“ für Arbeit und „nomos“ für Regel/Gesetz. Wissenschaftlich betrachtet möchte die Ergonomie eine Situation schaffen, in der ein Mensch besonders effizient arbeiten kann. Dazu gehört, dass der Mensch weder geschädigt wird noch frühzeitig ermüdet. Auch beim Biken leistet der Mensch etwas; er verrichtet Arbeit, erbringt eine Leistung. Das heißt: Ein optimal angepasstes Rad sorgt für mehr Leistung, spätere Ermüdung und somit einfach mehr Spaß beim Biken.
Das Cockpit: Lenker, Vorbau und Griffe
In den letzten Jahren war der Trend ganz klar: Der Lenker sollte möglichst breit sein und die Front tief. Das ist nicht uneingeschränkt sinnvoll. Als Faustregel gilt: Der Lenker sollte so tief stehen, dass immer genug Druck auf dem Vorderrad gewährleistet ist, zum Beispiel beim Klettern. Er sollte aber noch so hoch sein, dass in steileren Abfahrten nicht sofort Überschlagsgefühle aufkommen.
Bewährt haben sich eher schmalere Lenker um die 680 Millimeter mit Vorbauten zwischen 70 und 100 Millimetern für Einsätze im Marathon und CrossCountry. Hier geht es um jede Sekunde bergauf, da darf die Front auch gern etwas tiefer stehen. Für Trailrider und Enduristi empfehle ich Lenker zwischen 760 und 780 Millimetern mit Vorbauten von 50 Millimetern oder kürzer. Ich rate von der Paarung „kurzer Vorbau und schmaler Lenker“ bzw. „langer Vorbau und breiter Lenker“ ab. Ersteres macht die Lenkung sehr nervös, zweites sehr träge.
Wer noch eins der Modelle deutlich unter 70 Zentimetern an seinem Schätzchen fährt, sollte dringend etwas Breiteres probieren. Das spürbare Plus an Kontrolle ist diese Investition sicher Wert. So verläuft die Abfahrt entspannter und man kann bei verschiedenen Fahrmanövern oder im Wiegetritt leichter Druck aufbauen; das spart Kräfte. Natürlich gilt hier aber nicht, dass breiter immer besser ist.
Neben der Breite und Höhe der Lenkstange will der Winkel, mit dem die Lenkerenden sich von ihrer Mitte nach hinten biegen, beachtet werden. Etabliert ist ein Winkel um die acht Grad. Mehr als zehn sind gewöhnungsbedürftig, weniger als sechs Grad sind einfach unangenehm. Je breiter der Lenker, umso stärker der Backsweep.
Die zweite Biegung des Lenkers nennt sich Upsweep bzw. Tip. Das ist der Winkel nach oben. Er liegt meist bei ca. fünf Grad. Das bringt die Ellenbogen etwas mehr nach außen und gibt eine sportlichere, reaktionsfreudigere Armhaltung vor, die Fahrt wird stabiler.
Eine häufige Problemzone sind schmerzende Hände. Wenn der richtige Lenker bereits montiert ist und nicht zu viel Druck auf den Armen lastet, sollte man sich die Griffe genauer ansehen. Hier sind es vier Kriterien, die über Freud und Leid entscheiden: Breite, Dicke, Material, und Formgebung.
Der Griff sollte so breit sein, dass die Hand keinesfalls auf dessen Rand oder den Klemmringen aufliegt. Zwei bis drei Zentimeter freie Grifffläche ermöglichen einen Wechsel der Handposition. Der Durchmesser sollte ebenfalls zur Hand passen. Ein zu dicker Griff macht es unmöglich, die Hand weit genug zu schließen und es droht schlimmstenfalls der Kontrollverlust. Ein zu dünner Griff zwingt die Hand ebenfalls in eine unnatürliche Haltung, so dass das Halten des Lenkers sehr viel Kraft erfordert.
Ich empfehle, immer nur einen Griff zu tauschen und einen der „gewohnten“ am Rad zu belassen, so wird auf der Ausfahrt sehr schnell klar, was eine Verbesserung bringt. Das gilt auch für die Form. Inzwischen bieten zahlreiche Hersteller Griffe an, die eine gesunde Handhaltung unterstützen. Es gibt sie für praktisch jeden Einsatzbereich.
Wenn das alles passt, ist eine korrekte Einstellung von Brems- und Schalthebeln unabdingbar. Dazu sollten alle Bedienelemente bei der normalen Handposition am Lenker ohne Umgreifen erreichbar sein. Die Hand sollte am Handgelenk möglichst wenig nach oben oder unten abknicken. Die Bremshebel sollten bequem erreichbar sein, aber bei völliger Blockade noch zwei Zentimeter zum Lenker haben. Lieber die Bremshebel weiter außen greifen als zu weit innen, das erhöht die Bremspower.
Der Sitzbereich: Sattel und Sattelstütze
Wenn man nicht gerade Downhiller ist, verbringt man die meiste Zeit im Sattel sitzend. Man kann sich hier nicht auf den Rat des Trainingspartners verlassen: Der hat wahrscheinlich einen anderen Hintern und ein anderes Sitzpolster, ganz zu schweigen vom anderen Rad.
Als Ausgangsbasis kann man den Sitzknochenabstand bestimmen. Das lässt sich einfach mit einem Stück Wellpappe bewerkstelligen. Diese auf einen Stuhl oder Hocker mit harter Sitzfläche legen und sich im besten Fall nackt oder in Unterwäsche darauf setzen. Jetzt die Füße auf die Zehenspitzen stellen. Die Sitzknochen hinterlassen einen Abdruck auf der Pappe. Der Wert von Mitte bis Mitte gemessen liegt irgendwo zwischen sechs und 17 Zentimetern.
Generell gilt: Je stärker man nach vorne geneigt sitzt, umso weniger muss man dazu zählen; je aufrechter man sitzt, umso mehr. Wer also sehr sportlich gestreckt sitzt, kann einfach mit einem Sattel in der Breite seiner Sitzknochen fahren. Wer sehr aufrecht sitzt, kann schon mal fünf Zentimeter oben drauf rechnen.
Der Sattel sollte im Idealfall waagerecht ausgerichtet sein; dazu einfach eine Wasserwaage auf der Sitzfläche platzieren. Eine Neigung nach hinten ist nicht zielführend; eine Neigung der Sattelspitze kann helfen, wenn Druckschmerz im Schambereich auftritt. Das ist oft bei starker Überhöhung vom Sattel zum Lenker der Fall oder bei Frauen, bei denen das Schambein oft tiefer liegt.
Gute Händler bieten die Möglichkeit, hochwertige Sättel auszuprobieren. Die Sitzhöhe sollte so gewählt werden, dass die Beine beim Pedalieren nie vollständig durchgestreckt werden. Um das zu erreichen, kann man (ohne das Becken zu kippen) mit den Fersen und durchgestrecktem Bein pedalieren. Das sollte ungefähr deiner Innenbeinlänge x 0,885 entsprechen.
Für das Fahren im Gelände kann es, je nach persönlicher Vorliebe, angenehmer sein, den Sattel wenige Zentimeter niedriger zu fahren, um besser auf das Streckenprofil reagieren zu können. Fahrer, die tendenziell niedrigere Trittfrequenzen mit viel Kraft treten, sitzen eher höher; Fahrer, die hohe Trittfrequenzen treten, etwas niedriger.
Außer in der Höhe ist der Sattel auch nach vorne und hinten verstellbar. Um hier die Position passend einzustellen, bindet man einen Gegenstand an eine Schnur, um ein Pendel zu simulieren und bittet jemanden um Hilfe. Man setzt sich in „Normalposition“ aufs Rad und positioniert die Kurbel waagerecht. Von der Mitte des vorne stehenden Knies sollte das Lot jetzt durch die Pedalachse fallen. Wenn nötig, einfach den Sattel etwas nach vorne oder hinten verschieben.
Der Antrieb: Pedale und Kurbel
Die Schnittstelle Nummer drei ist die, an der die Kraft eingeleitet wird. Wir haben diese bereits touchiert, als wir die Sattelstellung danach ausgerichtet haben. Die Länge der Kurbelarme bestimmt den Radius, den der Fuß beim Treten zurücklegen muss. So ist für größere Personen mit längeren Beinen eine lange Kurbel richtig und für kleinere Menschen mit kürzeren Beinen eine kurze. Die Längen variieren zwischen 160 und 180 Millimetern (mit Ausnahmen).
Als Faustregel empfehle ich: Innenbeinlänge (in Zentimetern) multipliziert mit 2,12 ergibt die Kurbellänge (in Millimetern). Das Ergebnis entspricht meist nicht einer der verfügbaren Kurbellängen.
Der Q-Faktor ergibt sich aus dem Abstand von der Außenseite der ersten Kurbel bis zur Rahmenmitte addiert mit dem Abstand von der Außenseite der zweiten Kurbel bis zur Rahmenmitte. Normalerweise liegt der Q-Faktor zwischen 155 und 175 Millimetern.
Einfluss auf den richtigen Tritt haben auch die Pedale und die Schuhe. Manche Firmen bieten ihre Pedale mit verschiedenen Achslängen an. Auch die Einstellung der Pedalplatten am Radschuh sollte fachmännisch durchgeführt werden. Hier kann nicht nur der Spaß schnell ein Ende haben, sondern auch das gesunde Knie.
Die richtige Sitzposition auf dem Mountainbike
Ein optimal eingestellter Fahrradlenker fördert die gesunde Sitzhaltung auf dem Fahrrad. Die richtige Position mit einem geraden Rücken verbessert das Fahrgefühl. Oft steht die Frage im Raum nach der idealen Lenkerhöhe im Raum. Sie ist von vielen Faktoren abhängig, zum Beispiel vom Typ des Fahrrads, der Körpergröße und der bequemsten Sitzposition.
Du kannst die für dich passende Lenkerhöhe mit Hilfe der Sitzhaltung selbst überprüfen. Generell ist der Lenker richtig eingestellt, wenn das Becken des Fahrers beim Sitzen auf dem Rad nach vorne kippt. Zudem bildet gleichzeitig der Rücken ein leichtes Hohlkreuz. In dieser Position formt sich die Wirbelsäule zu ihrer natürlichen und gesunden S-Form.
Wer es sportlich mag, stellt den Lenker im Vergleich zum Sattel deutlich tiefer ein. Beim Fahren nimmst du dann die typische Sitzposition von Rennradfahrern ein. Auch auf einem Trekkingrad ist das die optimale Sitzposition. Für eine gemütliche Fahrt auf dem Fahrrad ist der Lenker meistens genauso hoch wie der Sattel oder der Lenker etwas niedriger ausgerichtet. Diese fast gerade Ausrichtung ist eher typisch für Bikes in der Freizeit oder Citybikes.
Bei einem Mountainbike sind Lenkerhöhe und Sattelhöhe gleich hoch. Beim Kauf eines neuen Rades empfehlen wir, den Fahrradlenker unterschiedlich auszurichten und damit jeweils Probe zu fahren.
Neben der idealen Lenkerhöhe ist auch der Abstand zwischen Fahrradsattel und Lenkstange wichtig. Er sorgt beim Fahren für die richtige Sitzposition auf dem Rad. Mit Hilfe einer Faustformel bestimmst du den perfekten Abstand zwischen den beiden Fahrradteilen. Halte den Unterarm von der Sattelspitze ausgehend in Richtung des Lenkers. Strecke zusätzlich die Hand aus. Berührt sie den Lenker ganz oder fast, ist der Abstand einwandfrei. Je kleiner die Entfernung ausfällt, desto aufrechter sitzt du auf deinem Rad.
Die Sitzhaltung wirkt sich definitiv auf das Fahrverhalten aus. Wähle deshalb immer eine Position, bei der du effektiv und zudem auch bequem und kraftsparend unterwegs bist. Ist das nicht der Fall, musst du den Lenker niedriger oder höher einstellen.
Auswirkungen der Lenkerhöhe auf das Fahrgefühl
Früher fuhren wir alle mit 680 mm breiten Flat-Bars und selbst die leichtesten Abfahrten waren angsteinflößend. Mit den aufkommenden breiteren Riser-Bars richteten wir Neandertaler uns allmählich aus unserer gebückten Fahrposition auf und entdeckten, dass Komfort und Kontrolle sich nicht gegenseitig ausschließen müssen.
Allerdings wuchs auch der Federweg unserer Bikes Jahr für Jahr und mittlerweile ragt die Front eines modernen, langhubigen 29ers höher empor denn je zuvor. Und zwar so sehr, dass der Lenker-Hersteller Renthal erst kürzlich eine neue Flat-Version seiner beliebten FatBar Lite herausgebracht hat - für alle, die an der Front etwas tiefer gehen wollen. Ist niedriger also plötzlich wieder besser?
Stack und Reach
Bevor wir uns der Lenkerhöhe widmen, ist es zunächst wichtig, einige Begrifflichkeiten zu verstehen, namentlich Stack und Reach. Stack ist der vertikale Abstand gemessen von der Tretlagermitte des Rahmens zum Mittelpunkt der Oberkante des Steuerrohrs (wo der Gabelschaft aus dem Rahmen kommt).
Riser-Lenker vs. Spacer
Zuerst einmal ist es Zeit, einen weitverbreiteten Irrglauben zu zerstören: Spacer mit einer Höhe von 40 mm unter dem Lenker zu installieren, ist NICHT dasselbe, wie einen 40-mm-Riser-Lenker zu nutzen. Als Beispiel: Wenn ihr von einem Flat-Lenker auf einen 40-mm-Riser-Lenker wechselt (angenommen Backsweep - die Biegung des Lenkers nach hinten - und Breite bleiben dabei gleich), dann bewegen sich die Kontaktpunkte eurer Hände vertikal 40 mm aufwärts. Wenn ihr jedoch Spacer unter dem Vorbau installiert, verändert ihr die Position des Vorbaus auf dem Steuerrohr, welches in einem bestimmten Winkel steht.
Testergebnisse verschiedener Lenkerhöhen
Wir testeten eine Reihe von Lenkerhöhen, von superflach bis hin zu 40 mm Erhöhung. Ein montierter Flat-Lenker an unseren Test-Bikes war für unsere Tester sofort spürbar. Das Körpergewicht wird nach unten sowie in Richtung Front gezogen und die Verbindung zum Vorderrad fühlt sich weitaus direkter an. Die Lenkung ist bei niedrigen Geschwindigkeiten super präzise und man spürt in Kurven die Traktion des Vorderrades. Auf Flow-Trails und flacheren Strecken fliegt das Bike mit höchster Präzision durch Kurven und untersteuert dabei nicht.
Fährt man jedoch in sehr steilem Terrain, dann zieht die niedrige Front euer Gewicht weit nach vorn in eine äußerst aggressive Position, die mehr Kraft und Energie kostet - wir hatten den Eindruck, dass unsere Arme und Hände schneller müde wurden. Durch die hohe Last auf dem Vorderrad fühlt es sich außerdem ein wenig überladen an und lässt sich in Kompressionen und über Löchern schwerer entlasten.
Am anderen Ende des Spektrums waren die Veränderungen ebenfalls sofort spürbar, als wir auf einen 40-mm-Riser-Lenker wechselten. Die Fahrposition ist deutlich offener und das Fahrgefühl komfortabler, dank erhöhtem Kopf und Brustkorb. Auf steileren Trails fühlten wir uns zentraler ins Bike integriert, mit besserer Gewichtsverteilung zwischen Armen und Beinen sowie weniger Erschöpfungsgefühl. Das Vorderrad fühlte sich auf steilen Trails in Kurven sehr ausgewogen an, trotzdem konnten wir das Rad über Hindernisse heben.
Allerdings fühlten wir uns auf flacheren Trails und in Kurven mit weniger Geschwindigkeit nicht genug mit dem Vorderrad verbunden und mussten uns für maximale Kontrolle aktiver auf dem Bike nach vorne lehnen.
Fazit zur Lenkerhöhe
Mountainbiken ist nicht dasselbe wie Rennradfahren, denn die Position auf dem Bike ist viel dynamischer und von daher gibt es keine „empfohlene“ ideale Lenkerhöhe. Diese ist, genauso wie die Abstimmung eures Fahrwerks, hochgradig subjektiv und hängt von eurer körperlichen Statur, Größe, Bike-Auswahl und dem gewählten Terrain ab.
Eine flache Front verleiht euch auf flacheren Trails gewaltigen Grip am Vorderrad, führt jedoch zu einer physisch stärker fordernden Position auf steileren Trails. Ein höherer Lenker hingegen bringt euch mehr Kontrolle und Komfort in steilerem Gelände sowie eine entspanntere und aufrechtere Position in sanftem Terrain. Die Nachteile lauten Traktionsverlust auf steileren Anstiegen und weniger Gewicht über dem Vorderrad auf flacheren Trails.
Auch wenn es keine Universallösung gibt, empfehlen wir euch, mit eurer Lenkerhöhe zu experimentieren. Am einfachsten geht das, indem ihr die Spacer unter oder über dem Vorbau montiert. Wenn ihr das nächste Mal auf euren Home-Trails unterwegs seid, dann versucht einen Zentimeter nach oben oder unten zu gehen (abhängig von den oben beschriebenen Aspekten) und schaut, ob es eine Verbesserung für euch darstellt.
Für ein Allround-Bike, mit dem ihr bergauf und bergab gleichermaßen Spaß haben wollt, empfehlen wir euch, eine Position zu finden, die so hoch ist, wie gerade noch möglich und mit der ihr in flachen Kurven genug Gewicht über dem Vorderrad habt.
Weitere Aspekte der Sitzposition
Ob Sie - bei einem üblichen Fahrradtyp- aufrecht, moderat oder sportlich nach vorne gebeugt sitzen, wird durch die Maße des Vorbaus, die Form des Lenkers und die Geometrie des Rahmens bestimmt. Natürlich ist das Empfinden hier subjektiv variabel: was der Eine als entspannt wahrnimmt, kann von einem Anderen als sportliche Sitzhaltung wahrgenommen werden und umgekehrt usw.
Oft wird davon ausgegangen, dass mit einem bestimmten Fahrradtyp oder einer bestimmten Lenkerform eine bestimmte Sitzposition zwangsläufig einhergeht. Dies muss nicht so sein. Auch bei einem Rennrahmen kann durch Erhöhen des Lenkers durch einen entsprechenden Vorbau eine nur leicht nach vorne geneigte Sitzposition erreicht werden.
Nehmen Sie sich die Zeit, bis Sie wirklich einen Fahrradtyp gefunden haben, bei dem Rahmengröße und Sitzposition für Sie optimal sind und machen Sie hier keine Kompromisse. Probieren Sie verschiedene Fahrradtypen und Sitzpositionen aus. Dadurch ist der Oberkörper aufrecht oder nur leicht nach vorne gebeugt. Die Arme sind leicht angewinkelt und auf den Handgelenken und dem Lenker lastet fast kein Gewicht.
Viele Menschen empfinden es als angenehm, wenn die Entfernung vom Sattel zum Lenker eher kurz ist. Der Sattel sollte bei dieser Position bequem sein, weil auf dem Gesäß fast das gesamte Körpergewicht lastet. Hier befindet sich der Sattel leicht unterhalb des Lenkers bis maximal auf gleicher Höhe mit dem Lenker.
Der Oberkörper ist um ungefähr 15°-40° nach vorne gebeugt. Ein Teil des Gewichtes des Fahrers lastet auf Händen und Armen. Für viele Fahrer bietet diese Haltung eine angenehme Mischung aus Dynamik und Entspannung. Sie bietet sich für Alltagsfahrer, Touren und moderate Freizeitsportler an. Die natürliche S-Form der Wirbelsäule kann hier meist realisiert werden und macht dann diese Position ideal für Kurzstrecken ebenso wie für lange Touren.
Um diese nach vorne gebeugte Position zu erreichen, wird der Lenker deutlich unterhalb des Sattels positioniert (siehe Foto). Je tiefer der Lenker angebracht wird, umso weniger Windwiderstand leistet der nach vorne geneigte Oberkörper. Ein großer Teil des Körpergewichtes ruht hierbei auf den Händen, Armen und Schultern. Der Rücken wird zwangsläufig gerundet und die Halswirbelsäule ständig gekrümmt gehalten. Der Großteil der handelsüblichen Rennräder, Fitness- und Mountainbikes zwingt den Fahrer in eine solche sportliche Körperhaltung (relativ niedriger Rahmen, geringe Vorbau-/Lenkerhöhe).
Für Freizeitradler, die den Großteil der Radkäufer ausmacht, steht jedoch nicht der Zeitgewinn im Zehntelsekundenbereich im Vordergrund, sondern die Freude am Fahren. Haben sie bereits ein Rennrad, Mountain- oder Fitnessbike und wollen die Sitzposition rückenschonender gestalten, können Sie auf verschiedene Spezial-Vorbausysteme zurückgreifen, die eine höhere Lenkerposition ermöglichen.
Keineswegs! Vielmehr gilt: Wer angenehm sitzt, kann schneller fahren! Eine komfortable - also angenehme, schmerzfreie - Sitzposition ist insbesondere für die optimale Leistungsentfaltung im Ausdauerbereich eine entscheidende Voraussetzung. Die Körperstabilität ist besser, wenn man sich in seiner Sitzhaltung wohlfühlt. Das macht sich u. a. durch effizienteres Treten bemerkbar. Außerdem gibt es keine Energieverschwendung durch Herumrutschen auf dem Sattel und ständiges Verändern der Lenkerhaltung, weil man eine angehmere Position sucht, was sich natürlich auch mental und bei der Konzentration auswirkt.
Extreme Sitzpositionen sind nur etwas für Spitzensportler, die durch gezieltes Training und sportmedizinische Betreuung objektiv herausfinden können, welche Details einem bestimmten Radsportler tatsächliche Zeit-/Geschwindigkeitsvorteile bringen. Für die Sitzposition bei Spezialfahrrädern wie Scooter, Halbliegeräder, Liegeräder etc. gelten vollkommen andere Grundlagen.
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