Mountainbike Scheibenbremse nachrüsten – Eine detaillierte Anleitung

Möchten Sie Ihre Bremsscheiben selbst montieren und dabei Zeit und Geld sparen? In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung erfahren Sie, wie Sie sicher und präzise vorgehen. Praktische Tipps und Hinweise helfen Ihnen, Fehler zu vermeiden und Ihre Bremsen optimal einzustellen.

Warum Bremsscheiben austauschen?

Der Austausch der Bremsscheibe am Fahrrad ist entscheidend für Ihre Sicherheit. Bremsscheiben nutzen sich mit der Zeit ab, vor allem durch intensive Bremsvorgänge und Schmutz. Ratternde Geräusche, eine nachlassende Bremswirkung oder sichtbare Risse sind klare Anzeichen, dass ein Wechsel nötig ist.

Vorbereitung und Werkzeugauswahl

Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Montage der Bremsscheibe am Fahrrad. Für die eigenständige Montage benötigen Sie das passende Werkzeug, wie einen Torx-Schlüssel, und eine neue Bremsscheibe, die mit Ihrem Bremssystem kompatibel ist. Grundkenntnisse in der Fahrradtechnik sind hilfreich. Arbeiten Sie sorgfältig und ziehen Sie Schrauben mit dem richtigen Drehmoment fest. Sind Sie unsicher, lassen Sie den Austausch lieber von einem Fachhändler vornehmen.

Für die Montage von Bremsscheiben am Fahrrad brauchen Sie einen Torx-Schlüssel, einen Drehmomentschlüssel und eventuell einen Inbusschlüssel. Zur Reinigung der Scheibe empfiehlt sich Isopropanol oder Bremsenreiniger. Passende Ersatzteile finden Sie im Fachhandel oder aber online. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Bremsscheibe zu Ihrem Bremssystem - beispielsweise Shimano oder SRAM - und zur Größe Ihrer Laufräder passt. Viele Händler bieten auch Filterfunktionen, um die richtige Scheibe schnell zu finden. Lesen Sie außerdem die Angaben in der Bedienungsanleitung Ihres Fahrrads, um Fehler zu vermeiden.

Beginnen Sie, indem Sie das Fahrrad aufbocken, sodass das betroffene Rad frei dreht. Entfernen Sie dann das Laufrad, um ungehindert arbeiten zu können. Reinigen Sie nun die Kontaktflächen an der Nabe gründlich, um eine perfekte Auflage der Scheibe zu gewährleisten.

Demontage der alten Bremsscheibe

Nach der Vorbereitung ist die Demontage der alten Bremsscheibe am Fahrrad der erste Schritt beim Austausch. Hier kommt es ganz auf das jeweilige System an. Ist Ihre Bremsscheibe mit einem Centerlock-System befestigt, benötigen Sie einen passenden Werkzeugaufsatz und einen Drehmomentschüssel. Bei 6-Loch-Bremsscheiben verwenden Sie einen Torx-Schlüssel, um die Schrauben zu lösen. Arbeiten Sie diagonal, um Spannung zu vermeiden. Nach dem Entfernen der Schrauben oder der Mutter können Sie die alte Bremsscheibe abnehmen.

Fällt das Abnehmen schwer, können Rostlöser, Kriechöl oder Erwärmung - beispielsweise durch einen Fön - helfen, Korrosion zu lösen. Reinigen Sie nun die Aufnahmefläche an der Nabe gründlich, bevor Sie die neue Bremsscheibe montieren. Tatsächlich kann das Weglassen dieses Schrittes einige Probleme zur Folge haben. Darunter ein unsauberer Sitz durch Schmutz, Korrosion oder alte Rückstände.

Montage der neuen Bremsscheibe

Nachdem die Aufnahmefläche sauber ist, können Sie die neue Bremsscheibe montieren. Dafür sollten Sie zuerst die Bremsscheibe gründlich auf Schäden überprüfen. Achten Sie auf Risse, Verformungen oder starke Kratzer, die die Funktion beeinträchtigen könnten. Jetzt können Sie die Scheibe auf die Nabe setzen. Bei einer 6-Loch-Bremsscheibe richten Sie die Löcher aus und schrauben die Scheibe mit den passenden Torx-Schrauben an. Bei einer Centerlock-Scheibe setzen Sie die Scheibe auf die Nabe und befestigen sie mit der Mutter. Auch hier sollten Sie die Mutter mit dem richtigen Drehmoment anziehen. Unser Tipp: Vermeiden Sie es, die Bremsscheibe direkt mit den Fingern zu berühren, da Fett von der Haut die Bremsleistung beeinträchtigen kann.

Nacharbeiten und Überprüfungen

Nach der Montage der Bremsscheibe setzen Sie die Bremsbeläge in den Bremssattel ein. Achten Sie darauf, dass sie richtig ausgerichtet sind und gleichmäßig in den dafür vorgesehenen Halterungen sitzen. Richten Sie den Sattel so aus, dass er perfekt über den Bremsbelägen und der Bremsscheibe sitzt. Ziehen Sie die Befestigungsschrauben des Bremssattels mit dem richtigen Drehmoment fest und achten Sie darauf, dass der Sattel nicht verrutscht.

Nach der Montage der Bremsscheibe sollten Sie einige Nacharbeiten und Überprüfungen durchführen. Zuerst bringen Sie die Räder wieder an und ziehen die Radmuttern gleichmäßig und mit dem richtigen Drehmoment fest. Achten Sie darauf, dass keine Lecks an den Bremsleitungen auftreten. Anschließend führen Sie eine Funktionsprüfung durch.

Wichtige Hinweise für die Montage

  • Werkzeug richtig wählen: Stellen Sie sicher, dass Sie das passende Werkzeug, wie einen Torx-Schlüssel und einen Drehmomentschlüssel verwenden.
  • Bremsscheibe richtig reinigen: Reinigen Sie die Bremsscheibe vor der Montage gründlich mit Bremsenreiniger, um Öl oder Fett zu entfernen.
  • Bremssattel richtig anbringen: Achten Sie darauf, dass der Bremssattel korrekt über den Bremsbelägen und der Bremsscheibe sitzt.
  • Funktionstest durchführen: Betätigen Sie die Bremsen vor der ersten Fahrt, um sicherzugehen, dass sie gleichmäßig und ohne Vibrationen greifen.

Problemlösung und Wartung

Scheibenbremsen sind extrem effektiv, doch können mit an Wirkung verlieren.

Häufige Probleme und Lösungen

  1. Verschmutzung der Bremse: Eine Verschmutzung der Bremse kann deine Bremskraft reduzieren. Von einfachen Rückständen über Flugrost bis hin zu Verschmutzungen mit Fett ist die Ursache mehr oder weniger einfach zu reinigen.
    • Lösung: Manche Verschmutzungen kannst du einfach vom Bremskörper, den Belägen und der Scheibe entfernen.
    • Grenze: Stark mit Öl oder Fett kontaminierte Bremskörper können meist nicht mehr gereinigt werden. Ersetze die Pads, reinige die Scheibe und trage Gummihandschuhe bei Arbeiten an der Bremse.
  2. Falsch eingebremst: Deine Bremse hatte nie wirklich richtig Biss? Wenn du Bremsen falsch eingebremst hast oder oft zu heiß bremst, glasieren die Oberflächen.
    • Prüfen und putzen: Reinige die Bremsen und Bremsbacken mit Bremsenreiniger. Schleife die glasierten Bremsbeläge leicht mit 100er Sandpapier ab, reinige auch die Scheiben und entferne Rückstände ggf.
    • Grenzen: Wenn deine Bremsscheibe sich verfärbt hat, benötigst du eine neue.
  3. Luft im Bremssystem: Aufgrund des Drucks und durchlässiger Stellen im Bremssystem dringen Luft, Flüssigkeit und Schmutz ein. SRAM DOT-Bremsflüssigkeit zieht zudem Feuchtigkeit.
    • Unser Tipp: Bevor du die Kolben der Bremse mobilisierst, um Lufteinschlüsse vom Inneren der Kolben zu lösen, schraubst du bereits ein Reservoir mit Bremsflüssigkeit an den Griff, dieses dient als Ausgleichsbehälter und verhindert, dass du die Blase im Bremsgriff zerstörst.
  4. Beschädigte Bremsscheibe: Deine Bremsscheibe zeigt Verfärbungen oder Furchen?
  5. Abgenutzte Bremsbeläge: Auch fehlendes Profil deiner Bremsbacken kann ein Grund für den Wechsel sein.

Bremsbeläge: Organisch vs. Metallisch

An vielen Bikes sind organische Beläge heute der Standard. Die vergleichsweise weiche Bremsfläche ermöglicht eine gut dosierbare und effektive Bremsleistung. Wer auf lange Haltbarkeit setzt, kann von metallischen Belägen profitieren. Metallische Beläge sind haltbarer, doch entwickeln sie mehr Geräusche und Temperatur. Metallische Bremsbeläge werden gewünscht, wenn intensiv, lange und dadurch heißer gebremst wird oder du oft bei nassen Bedingungen unterwegs bist.

Upgrade der Scheibenbremse

Manchmal führt kein Weg an einem Upgrade vorbei. Wenn sich deine Fahrweise verändert hat oder du einfach etwas Neues ausprobieren möchtest, ist eine bessere Scheibenbremse eine willkommene Verbesserung.

Möglichkeiten zur Verbesserung der Bremsleistung

  • Größere Scheibe: Eine größere Scheibe bedeutet eine bessere Bremskraft, kann aber auch Grenzen haben.
  • Besseres Bremssystem: Möglich ist es, durch eine bessere Bremse Bremskraft zu gewinnen. Meist wechselt man dabei das komplette System, also Bremsgriffe, Leitungen und Scheiben. Beliebte hydraulische Scheibenbremsen sind die Magura MT5.

Befestigungsstandards

  • Post Mount: Eine Post Mount Scheibenbremse hat einen Lochabstand von 74 mm. Post Mount Bremsen unterstützen Scheibendurchmesser von 140 bis über 200 mm.
  • Flat Mount: Als Erfindung von Shimano haben sich Flat Mount Systeme bei Rennrädern und Gravel Bikes durchgesetzt. Das schmale Profil bedeutet aber auch, dass nur 140 bis 160 mm Scheiben eingesetzt werden.
  • International Standard: Der International Standard war der erste. Löcher der Schrauben haben 51 mm Abstand. Man benötigt einen 6 mm Spacer zum Ausrichten der Bremse.

Adapter können standardübergreifend sein. So kannst du mit dem richtigen Adapter eine Scheibenbremse mit PM-Adapter auf ein Rad mit IS-Mounts bauen. Dabei beachtest du die Nennung Rahmen zu Bremse, also z. B. Vor dem Kauf einer neuen Scheibenbremse solltest du prüfen, ob deine alte Bremse durch Reinigen und Entlüften wieder fit machen kannst.

Austausch der Bremsanlage am Trekkingrad

Die Shimano Deore XT Bremse bietet eine schnellere und höhere Kraftübertragung. Durch die 2 zusätzlichen Kolben wirken die Kräfte zudem gleichmäßiger auf der gesamten Auflagefläche des Bremsbelages. Der Deore Bremssattel hat einen geraden Bremsleitungs-Anschluss, während die Richtung des Anschlusses des Deore XT Bremssattels angepasst werden kann um die Bremsleitung bestmöglich am oder im Rahmen verlegen zu können.

Optische Unterschiede

Nicht außer Acht zu lassen ist auf jeden Fall die bessere Optik des Deore XT Bremssattels. Er ist hochglänzend in dunkel-grau metallic lackiert und hebt sich dadurch deutlich mehr an schwarzen Fahrradrahmen ab, wie die schwarz lackierte Deore Bremse. Das zwei zusätzliche Kolben eingebaut sind, kann man dem Gehäuse des Bremssattels äußerlich ansehen, wodurch die Bremse insgesamt wuchtiger wirkt. Den letzten Schliff geben dann die Bremsbeläge, die bei der Deore XT Bremse bereits Kühlrippen besitzen. Allerdings gibt es auch für den Deore Bremssattel passende Beläge mit Kühlrippen.

Bremshebel

Die Unterschiede zwischen den Bremshebeln BL-T6000 und BL-T8100 sind kaum der Rede wert. Der Deore XT Hebel ist geringfügig leichter. Ansonsten lesen sich die Spezifikationen fast identisch. Beide Hebel besitzen I-SPEC-II kompatible Befestigungsschellen, und besitzen eine Schraube, mit sich die Griffweite werkzeuglos einstellen läßt. Die 3-Finger Version des Deore XT Hebels bietet nicht die Möglichkeit den Leerhub zu verändern, so wie es bei dem 2-Finger Hebel BL-M8100 der Fall ist.

Einbremsen der Bremsbeläge

Bei allen Scheibenbremsen ist wichtig, die Bremsbeläge zunächst einzubremsen. Dadurch erhöht sich die Bremswirkung noch mal deutlich. Das Einbremsen funktioniert so, dass man ca. 20 Mal aus normalem Fahrtempo bis zur Schrittgeschwindigkeit herunterbremst.

Sicherheitshinweis

Fahrrad fahren macht Spaß - kann aber auch gefährlich sein. Daher ist es umso wichtiger, dass Thema Sicherheit immer im Focus zu haben.

Scheibenbremsen Nachrüsten: Voraussetzungen

Shimano-Scheibenbremsen (Disc Brakes) haben eine deutliche höhere Bremswirkung als herkömmliche Felgenbremsen. Noch dazu gelten diese als extrem zuverlässig und sind außerdem wartungsarm. Heutzutage sind die Scheibenbremsen von Shimano bei guten neuen Fahrrädern bereits standardmäßig verbaut. Wer nicht von Haus auf die Shimano Disc Brakes vertrauen kann, hat oftmals die Möglichkeit diesen beliebten Geschwindigkeitsreduzierer entsprechend nachzurüsten, sofern die Voraussetzungen am Fahrrad dies zulassen.

Schauen Sie nach, ob Ihr Fahrrad an der Federgabel und am Hinterbau des Fahrradrahmens Discaufnahmen hat. Ebenso müssen am Hinterbau und am Oberrohr eine Bremsleistungsführung vorhanden sein. Wenn Ihr geliebter Drahtesel über diese Komponenten verfügt, können Sie hier durchaus Shimano Scheibenbremsen nachrüsten. Wenn dem nicht so ist, müssen die entsprechenden Bauteile ausgetauscht werden, denn einzelne Aufhängungen sind nicht erhältlich.

Montagehinweise für Shimano Scheibenbremsen

Wichtig ist, dass Sie die neuen Shimano-Bremsen immer genauestens nach der Hersteller-Anleitung von Shimano einbauen und sich dabei an die Vorgaben halten. Es gibt keine allgemeine Anleitung, da jeder Hersteller hier andere Vorgaben hat. Starten Sie mit der Scheibenbremsen-Montage auf der Fahrradnabe. Beachten Sie dabei unbedingt die Laufrichtung, welche meist mit einem kleinen Pfeil angegeben ist. Befestigen Sie dann die mitgelieferten Adapter nach der Shimano-Anleitung am Fahrradrahmen. Achten Sie darauf, dass Sie nicht ausversehen den vorderen mit dem hinteren Adapter vertauschen. Ggf. Nun bringen Sie die Bremshebel am Fahrradlenker an und verlegen die Bremsleitungen. Entfernen Sie dann die Transportsicherungen an den Bremsbelägen und GANZ WICHTIG: Bestätigen Sie den Bremshebel NICHT!

Bremsscheibenmontage: Was Sie beachten müssen

Bremsscheibenmontage - da muss man doch nur sechs Schrauben festdrehen und fertig? Nicht ganz, tatsächlich gibt es deutlich mehr zu beachten, von der Auswahl der Scheiben, über passende Adapter, der Montage in Laufrichtung, Anzugsmomente und vieles mehr. Damit dir bei diesem sicherheitsrelevanten Bauteil niemals Fehler unterlaufen, haben wir dir das Wichtigste zum Thema Bremsscheibenmontage in diesem Artikel zusammengefasst. Solltest du dir also unsicher sein, lies einfach weiter.

Centerlock vs. 6 Loch

Grundlegend gibt es momentan zwei verschiedene Befestigungsstandards: Centerlock und 6-Loch. Bei letzterem Standard werden - wie es der Name vermuten lässt - die Bremsscheiben mittels sechs Schrauben befestigt. Je nach Hersteller sollten diese mit 4-6 Nm angezogen werden (sowohl Manual für die Nabe als auch der Scheibe beachten). Auf den Schrauben befindet sich eine Schraubensicherung, damit sich die Bremsscheibe nicht lösen kann.

Centerlock kommt hingegen mit einem einzelnen Abschlussring aus, der mit demselben Tool montiert wird, das für die Montage einer Kassette oder Innenlager benötigt wird. Hier werden gut 40-50 Nm Drehmoment benötigt. Durch eine Verzahnung auf der Nabe und auf dem Abschlussring wird verhindert, dass sich die Bremsscheibe lockern kann. Das System ist also, genauso wie bei 6-Loch, absolut sicher und zuverlässig. Die Vorteile von Centerlock liegen bei der einfacheren Montage. Da hier nur ein Verschlussring festgezogen werden muss, geht es deutlich schneller und entspannter. Das gilt natürlich nur, wenn man das passende Werkzeug hat. Je nachdem, welche Naben und Scheiben verwendet werden, kann manchmal auch ein leichter Gewichtsvorteil gegenüber 6-Loch-Systemen erreicht werden. Allerdings ist dieser Punkt schwer zu verallgemeinern.

Ein großer Nachteil von Centerlock ist die reduzierte Auswahl an Komponenten. Der Standard kommt ursprünglich von Shimano und so bieten hauptsächlich die Japaner passende Scheiben an. Auch bei den Naben ist längst nicht jeder Komponentenhersteller auf den Centerlock-Zug aufgesprungen. Will man also maximale Auswahl, setzt man lieber auf 6-Loch Scheiben. Auch auf Alpenüberquerungen oder anderen längeren Touren sind sie im Grunde überlegen, da man sie mit den meisten Multitools (meistens wird ein T25-Torx benötigt) demontieren kann. Für Centerlock müsste man dafür ein sperriges Kassettentool mitschleppen. Im Notfall findet man eine Schraube für 6-Loch Scheiben auch bedeutend leichter als den Verschlussring eines Centerlock-Systems. Wer also gerne etwas abseits vom Schuss unterwegs ist, ist mit 6-Loch besser beraten.

Ein Nachteil ist hingegen, dass sich durch nicht korrektes Anziehen (s. dazu Abschnitt „Worauf muss ich bei der Montage achten) die Scheibe verspannen und zu Defekten führen kann. Außerdem hat sich schon der eine oder andere schon eines der sechs Gewinde in der Nabe kaputtgedreht. Hier ist also Vorsicht geboten.

6-Loch Centerlock
Vorteile Große Auswahl an Naben und Bremsscheiben
Montage per Multitool (meist Torx-25)
Ersatzschrauben leicht zu beschaffen
Mit Adapter auch 6-Loch Bremssscheiben möglich
Kompatibel mit 15/20mm Achsen
Einfache und schnelle Montage
Eventueller Gewichtsvorteil
Nachteile Montage dauert länger
Höhere Wahrscheinlichkeit, ein Gewinde zu beschädigen
Spezielles Werkzeug notwendig
Reduzierte Auswahl an Bremsscheiben und Naben
Keine Umrüstung auf Centerlock möglich
Für verschiedene Achsen werden unterschiedliche Abschlussringe benötigt

Bremsscheibendurchmesser

Hinsichtlich der Größe haben sich 140, 160, 180 und 200mm Bremsscheiben durchgesetzt. Bei genauer Betrachtung ist es aber leider doch nicht ganz korrekt, da einige Hersteller ihr eigenes Süppchen kochen. So verwendet Formula z.B. 185mm Scheiben, während Magura nicht auf 200 sondern auf 203mm Bremsscheiben setzt. Warum das so ist, weiß vermutlich niemand so genau, aber umso wichtiger ist es daher, genau hinzusehen.

Allgemein gilt also, je abfahrtsorientierter, desto größer die Bremsscheibe. Die Empfehlungen oben sind dabei natürlich nur Richtlinien, die noch um Faktoren, beispielsweise den eigenen Fahrstil und das Fahrkönnen (Thema Schleifbremsung), ergänzt werden sollten. Außerdem sollte man sein Gewicht beachten, da mehr Gewicht nach größeren Scheiben ruft.

  • 140mm für Rennrad- und Cyclocross-Fahrer
  • 160mm für Cross-Country-Fahrer, leichte Fahrer können evtl. hinten noch auf 140mm setzen
  • 180mm vorne und hinten für Trail-Touren, bei mehr Körpergewicht vorne 200mm
  • 180mm hinten und 200mm vorne für Enduro-Bikes und E-Bikes
  • 200mm vorne und hinten für Downhiller

Lieber zu große Scheiben als zu kleine!

Spezielle Technologien

Wie bei jedem Fahrradteil wurde natürlich auch an der Bremsscheibe herumoptimiert, was das Zeug hält. Bei Shimano nennt sich das Ergebnis Ice-Tech. Diese Scheiben zeichnen sich durch zweiteilige Bremsscheiben aus. Ein Aluminiumträger im Zentrum, der als Spider fungiert und deutlich bessere Wärmeleitfähigkeit aufweist, nimmt einen Reibring aus Stahl auf. Dadurch sollen die Scheiben deutlich hitzebeständiger und geräuschärmer sein. Zudem beugt die zweiteilige Konstruktion einem ungünstigen Verformen bei hohen Temperaturen vor.

Auch der britische Hersteller Hope setzt auf zweiteilige bzw. sogar dreiteilige Scheiben aus Spider und zwei Reibringen. Die Reibringe sind dabei schwimmend gelagert und weisen einen schmalen Luftschlitz zwischen ihnen auf. Dadurch kann die Luft noch besser zirkulieren, was zu einer extrem guten Kühlperformance führen soll.

SRAM setzt bei seinen Scheiben auf die sogenannte Centerline-Technologie. Der Reibring ist hier durch sehr lange Aussparungen geteilt, die fast ringsherum gehen. Dadurch werden die Scheiben nicht nur leichter, sondern das Reibzentrum bleibt während der Radumdrehung durchgehend konstant. Das beugt nervigen Geräuschen vor, reduziert Vibrationen und sorgt für mehr Performance.

Benötige ich irgendwelche speziellen Adapter?

Es gibt vermutlich kein anderes Bauteil, das mit so vielen verschiedenen Adaptern kombiniert werden kann, wie die Scheibenbremse. Es ist ein regelrechter Urwald. Für den Durchblick muss daher zunächst geschaut werden, was für eine Bremse man überhaupt vor sich hat: Es gibt International Standard- (IS), Postmount- (PM) und Flatmount-Bremszangen. Jeder Standard hat dann seine eignen Adapter, um verschiedene Scheibengrößen zu verbauen.

  • Flatmount-Standard ermöglicht 140-180mm große Bremsscheiben
  • IS-Aufnahmen ermöglichen 140-203mm große Bremsscheiben
  • PM-Aufnahmen starten entweder bei 160mm (6 Zoll) oder 200mm (8 Zoll). Mittels Adapter können 6 Zoll PM-Aufnahmen auf bis zu 203mm angepasst werden
  • IS-Bremszangen passen auf PM-Aufnahmen mit Adapter und größeren Scheiben
  • PM-Aufnahmen passen auf IS-Aufnahmen mit Adapter
  • PM- und Flatmount sind mit Adaptern jeweils uneingeschränkt kompatibel

Was muss ich bei der Montage beachten?

Egal ob 6-Loch- oder Centerlock-Bremsscheibe - es ist extrem wichtig, immer auf die Montagerichtung der Scheibe zu schauen. Die meisten Bremsscheiben haben nämlich eine Laufrichtung, bei der die volle Stabilität gewährleistet werden kann. Montiert man die Scheibe umgekehrt, tritt genau der umgekehrte Fall ein: Speichen auf Zug, Reibring auf Druck. Das hat ab dann fatale Folgen, wenn die Bremsscheibe heiß wird. Nun sinkt nämlich die Widerstandsfähigkeit des Stahls, weshalb der Reibring unter dem Druck zusammenfallen kann. Unter Zug passiert das nicht.

Es ist also absolut sicherheitsrelevant, die Bremsscheibe in Laufrichtung zu montieren.

Bei 6-Loch-Schrauben sollte man außerdem darauf achten, die einzelnen Schrauben bei der Montage immer über Kreuz festzuziehen. Dadurch beugt man einer Verspannung der Scheibe vor, was sich ansonsten ebenfalls negativ auf deren Stabilität auswirken könnte.

Die oben genannten Drehmomente sollten natürlich immer beachtet werden, was auch für Centerlock-Scheiben gilt. Zudem sollte man an der Bremse immer mit sauberen Fingern arbeiten, da man sonst erst die Bremsscheibe und anschließend die Bremsbeläge unbrauchbar verschmutzen kann. Vor allem Öle und Fette sind hier natürlich problematisch.

Welche Hersteller sind die gängigsten?

Wie schon bei den Antrieben, sind auch bei den Bremsen zwei Platzhirsche besonders aktiv: Shimano und SRAM. Die meisten OEM Ausstattungen nutzen wohl Scheiben dieser beiden Hersteller und das zurecht: Schließlich funktioniert sowohl die Ice-Tech- als auch die Centerline-Technologie sehr gut. Natürlich darf in dieser Liste aber auch nicht der schwäbische Traditionshersteller Magura fehlen. Die Storm-Bremsscheiben sind schon seit geraumer Zeit echte Legenden und auch die neuaufgelegte Variante ist ein echter Wurfanker, dabei aber dennoch sehr leicht. Gerade seit der neu aufgelegten MT-Serie sieht man sie an unglaublich vielen Rädern. Wenn es dir auf das Preis-Leistungs-Verhältnis ankommt, solltest du dir Tektro ansehen. Die klassischen, einteiligen Stahlscheiben bieten zwar keine ausgefallene Technologie, dafür aber einen super Preis. Dennoch überzeugt die Performance vollständig und vom gesparten Geld kann man sich auf der nächsten Alm noch ein Bierchen gönnen. Wer es dennoch gerne etwas exklusiver mag, kann sich nochmals im Südwesten Deutschlands umsehen. Trickstuff ist eine Firma aus Freiburg, bei der es immer das gewisse Extra gibt. So auch bei ihrer Dächle Bremsscheibe. Speziell die Dächle Ultralight ist ein echter Hingucker, die aus mehr Löchern zu bestehen scheint als Stahl. Dabei soll sie dennoch sehr standfest sein. Apropos standfest: Wenn das dein Hauptanliegen sein sollte, dann ist der britische Hersteller Hope etwas für dich. Die zweiteiligen Floating Technology Scheiben kriegst du nämlich einfach nicht heißgebremst. Dank des Luftspalts zwischen den Bremsen hast du immer volle Performance, egal wie lange der Trail ist.

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