Mountainbike schneller machen: Ultimative Tipps für mehr Geschwindigkeit

Je einfacher, leichter und schneller ein Fahrrad fährt, umso besser. Besonders bei Wettkämpfen kommt es oft auf jede Zehntelsekunde an. Es gibt genug Potential, um das Fahrrad dazu zu "bewegen", leichter zu rollen. Dieser Artikel zeigt dir, wie du mehr Geschwindigkeit aus deinem Fahrrad herauskitzeln kannst, ohne gleich ein neues Bike kaufen zu müssen.

Die Grundlagen für mehr Geschwindigkeit

Es gibt einige Kriterien, die du beachten solltest, damit dein Bike die übertragenen Kräfte deiner Beine am effizientesten ausnutzt. So kommst du mit weniger Kraftaufwand schneller und weiter voran. Hier sind die wichtigsten Aspekte:

  • Reifendruck: Optimiere den Luftdruck für weniger Rollwiderstand.
  • Reifenprofil: Wähle das passende Profil für den jeweiligen Untergrund.
  • Sattelhöhe: Achte auf die richtige Einstellung für effizientes Pedalieren.
  • Schleifende Teile: Überprüfe dein Bike auf unnötige Reibung.
  • Antrieb: Sorge für einen gut geschmierten und sauberen Antrieb.
  • Gewicht: Werfe unnötigen Ballast ab.
  • Schaltung: Schalte rechtzeitig in den richtigen Gang.

Reifendruck: Der Schlüssel zum Rollwiderstand

Sorge für optimalen Luftdruck auf den Fahrradreifen. Je höher der Druck, umso weniger Komfort im unwegsamen Gelände, aber umso weniger Rollwiderstand auf befestigten Straßen ein somit schnelleres und leichteres Fahren mit weniger Krafteinsatz. Orientieren Sie sich am maximalen Luftdruck des Herstellers. Dieser steht aufgeprägt auf der Reifenflanke. Prüfen Sie den Luftdruck regelmäßig nach. Am besten alle 2-3 Wochen, bei häufigen Fahrten bei sehr hohem Druck, also z.B. bei einem Rennrad, auch häufiger. Nutzen Sie zur Kontrolle am besten eine Standpumpe mit einem integrierten Manometer oder einen separaten Luftdruckprüfer.

Reifenwahl und Profil: Entscheidend für Grip und Geschwindigkeit

Nutzen Sie am besten möglichst leichte Reifen. Je weniger diese auf die Waage bringen, umso schneller können Sie beschleunigen, da Sie weniger Schwungmasse in Bewegung bringen müssen. Sorgen Sie für das optimale Profil. Auf einer asphaltierten Straße rollt ein Straßenreifen mit relativ glattem Profil schneller als ein grobstolliger MTB-Reifen. Im Gelände sind grobe Reifenprofile wiederum optimal. Hier kommt es nicht auf hohe Geschwindigkeit, sondern auf guten Halt und Grip auf unwegsamen Untergrund an.

Ergonomie: Die richtige Sattelhöhe

Achten Sie auf die richtige Sattelhöhe. Nur wenn der Fahrradsattel optimal eingestellt ist, können Sie effizient in die Pedale treten. Ist der Sattel zu hoch bzw. zu niedrig eingestellt, machen sich nicht nur frühzeitig Ermüdungserscheinungen breit, auch die Kraftübertragung ist nicht optimal.

Reibungsverluste minimieren

Überprüfen Sie Ihr Bike auf eventuell schleifende Teile. Haben Sie eine Unwucht bzw. eine Acht in der Felge und nutzen Sie Felgenbremsen, dann kommt es oft vor, dass bei der Umdrehung des Laufrades die Bremsbeläge an der Felge schleifen und das Rad dadurch jedes Mal ein wenig abbremsen. Sie können eine eventuelle Unwucht selbst sehr gut prüfen. Greifen Sie mit der einen Hand mittig an den Lenker bzw. an den Vorbau und halten das Bike einige Zentimeter hoch. Drehen Sie mit der anderen Hand das vordere Laufrad. Achten Sie auf eventuell schleifende Geräusche. Ist das Laufrad leichtgängig, sollte es sich, auch bei relativ wenig Schwung, mehrere Male drehen.

Antrieb optimieren: Schmierung und Wartung

Prüfen Sie, ob alle Komponenten des Antriebes gut geschmiert, sauber und nicht abgenutzt sind. Die wichtigsten Teile sind: Kette, vordere Kettenblätter, hintere Zahnkranzkassette (Ritzel) und Schaltwerk. Nur wenn alle Einzelkomponenten gut geschmiert sind und keine Abnutzungserscheinungen zeigen, können Sie die Beinkraft optimal und effizient auf den Antrieb Ihres Fahrrades übertragen. Ohne ausreichende Schmierung kommt es zu erhöhter Reibung und Abnutzung. Sind die Ritzel der Kettenblätter und Zahnkranzkassette extrem abgenutzt, kann es sogar zum Durchrutschen der Kette kommen.

Gewicht reduzieren: Ballast abwerfen

Werfen Sie Ballast ab. Je weniger Sie am Fahrrad mit sich führen, umso weniger Masse müssen Sie bewegen. Sie sollten, wenn das Wetter mitspielt eventuelle Steckschutzbleche abnehmen.

Schaltung: Effizientes Schalten

Wie beim Autofahren sollten Sie auch beim Fahrrad immer rechtzeitig in den nächsthöheren bzw. niedrigeren Gang schalten.

Tabelle: Tuning-Teile und Kosten

Teil Kosten (ca.) Hinweis
Nippelspanner 5 € Zum Zentrieren der Räder
Konusschlüssel 10 € Für Naben mit offenen Kugellagern
Kettenlehre 8 € Zum Prüfen des Kettenverschleißes
Kette ab 15 € Regelmäßig erneuern
Kettenspray (100ml) 5 € Für geschmeidige Kettenglieder
Fett (100g) 6 € Für Lager und bewegliche Teile
Latex-Schlauch (Vittoria) 10 € Leichter als Standard-Schlauch
Reifen (Continental Race King) ab 25 € Für Gelände
Reifen (Continental Contact Speed) ab 20 € Für Asphalt
Reifen (Schwalbe Hurricane) ab 30 € Allround-Reifen

Weitere Tuning-Tipps

  • Leichtere Schläuche: Ersetze schwere Butyl-Schläuche durch leichtere Latex- oder TPU-Schläuche.
  • Ergonomische Lenkerhörnchen: Für eine aerodynamischere Haltung.

Aerodynamik: Was dich beim Radfahren bremst

Mit zunehmender Geschwindigkeit steigt der Luftwiderstand an. Und zwar im Quadrat. Daraus lässt sich schon einmal ableiten, dass die Aerodynamik im Hinblick auf Geschwindigkeit beim Radfahren eine besondere Rolle spielt. Du als Fahrer samt Körperhaltung und Kleidung beeinflusst davon übrigens bis zu 75 %. Um eine Vorstellung zu bekommen, welche Kräfte dort wirken: Bei Tempo 50 km/h kostet dich der Kampf gegen den Luftwiderstand in der Ebene auf Meereshöhe alleine 90 %! deiner Pedalierkräfte.

Die Laufräder: Hier schlummert Potenzial

Die Laufräder bestehen aus Reifen, Schlauch, Felge, Speichen und der Radnabe. Hier schlummert das größte Potenzial zur Gewichts-Reduzierung und zum Laufwiderstand:

  • Der Luftdruck im Reifen: Ein hoher Reifendruck reduziert die Walkarbeit des Reifens beim Abrollen gewaltig. Das Fahrrad läuft somit leichter und der Vortrieb kostet weniger Kraft.
  • Die Reifenbreite: Schmale Reifen sind leichter und aerodynamischer als breite Reifen.
  • Das Reifenprofil: Wähle für Asphaltstraßen am besten Reifen mit harter Gummimischung und geringem Profil.

Die Speichen: Spannung ist entscheidend

Wenn die Speichen nicht ausreichend unter Spannung stehen, geben sie im Fahrbetrieb so stark nach, dass ein mehr oder weniger großer Anteil deiner Pedalierkraft als Blindleistung verloren geht. Übrigens steigt mit der Anzahl Speichen der Luftwiderstand. Hast du also die Wahl zwischen 32 und 36 Speichen, dann wähle für mehr Stabilität 36 Speichen und für mehr Aerodynamik 32 Speichen.

Das Nabenlager: Regelmäßige Wartung

Regelmäßige Wartung am Kugellager erhöht nicht nur dessen Lebenserwartung signifikant, sondern hält auch den Rollwiderstand minimal.

Die Fahrradschaltung: Pflege und Einstellung

Für alle Schaltungen gilt übrigens: Sie müssen gepflegt werden, immer gut geschmiert und sauber eingestellt sein.

Tretlager und Kurbeltrieb: Leichtgängigkeit und Kraftübertragung

Hier geht es hauptsächlich um Leichtgängigkeit und effektive Kraftübertragung. Und beides wirkt sich indirekt auf deine Geschwindigkeit aus.

Fahrwerk-Setup optimieren

Fühlt sich euer Bike langsam und behäbig an und wird es bei schnellen Schlägen bretthart? Dann solltet ihr euch eure Zugstufe anschauen. Wenn ihr schneller fahrt und auf Wurzeln und Steine trefft, muss euer Fahrwerk mehr arbeiten. Wenn eure Zugstufe zu langsam eingestellt ist, also mehr dämpft, erholt sich das Fahrwerk nicht schnell genug nach Schlägen und komprimiert immer weiter, wodurch sich der Federweg reduziert und das Fahrgefühl z. B. bei Steinfeldern härter und härter wird.

5 Tipps von den Profis der EWS

  • Kleine Stopfen aus Motofoam sind perfekt, um die Hohlräume auszufüllen, in denen sich der Matsch sammelt - also unterm Sattel, im Gabelholm oder in den Kurbeln.
  • Schalthebel und Remote der Sattelstütze mit Grip-Tape vom Skateboarden bekleben.
  • Tapet euch einfach ein Kettenschloss an eine Zughülse.
  • Eine smarte Lösung gegen klappernde Kabel sind Schrumpfschläuche.
  • Besorgt euch eine Rolle Scotch 2228-Tape für den Kettenstrebenschutz.

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