Mountainbike Schwarz Türkis Test

Rocky Mountain zählt zum Urgestein des Mountainbike-Sports. Das in North Vancouver ansässige Unternehmen produziert und prägt das Gesicht von Mountainbikes bereits seit 1981. Seit 2001 ist das Slayer schon Bestandteil des Portfolios; damit ist es eines von ganz wenigen Bikes, das das „legal drinking age” in allen zehn Provinzen von Kanada erreicht hat. Das Slayer ist das langhubige Aushängeschild von Rocky Mountain und repräsentiert Big Mountain Riding und Freeride wie kein zweites Bike im Firmenportfolio.

Das Rocky Mountain Slayer im Detail

Nach knapp drei Jahren Design Freeze verpasst das Team von Rocky Mountain ihrem Freeride-Bike Slayer eine Generalüberholung. Ein neuer Rahmen, ein neues Laufradgrößen-Konzept und ein Maximum an Federweg sollen das Slayer auf die Höhe der Zeit holen. Ob die Rechnung so für die Kanadier aufgeht, haben wir für euch getestet.

Im Vergleich zum Vorgänger besitzt es jetzt, unabhängig von der Laufradgröße, 180 mm Federweg an Front und Heck, und in einer speziellen Parkausstattung sogar eine Doppelbrückenfedergabel mit 200 mm Hub. Apropos Laufradgrößen, die neueste Iteration des Slayer ist in allen Rahmengrößen mit 29”-Rädern oder einem Laufradgrößenmix aus 29” vorne und 27,5” hinten kompatibel. Möglich wird das durch einen neuen Vollcarbon-Rahmen mit einem durchdachten Geo-Konzept und vielen neuen Detaillösungen.

Eins vorweg: Das Designteam hinter dem Slayer steht auch weiterhin auf Metal(l), weshalb es das neue Modell auch als Alu-Variante geben wird. Für das Modelljahr 2023 hat sich Rocky Mountain vom Alu-Hinterbau verabschiedet und setzt nun auf einen Vollcarbon-Rahmen. Das Hinterbau-Konzept ist ein klassischer Viergelenker und hört bei Rocky Mountain auf den Namen „Smoothlink“. Im Vergleich zum Vorjahr soll jedoch die Lager-Konfiguration für einen steiferen Hinterbau überarbeitet worden sein.

Alle Slayer-Modelle kommen standesgemäß mit einem horizontal verbauten Stahlfeder-Dämpfer, der sich vorne in einer vertikalen Verstrebung zwischen Ober- und Unterrohr abstützt. Der RIDE-4-FlipChip in der hinteren Dämpferaufnahme wurde vom Vorgänger übernommen und erlaubt eine Anpassung der Geo und Fahrwerksprogression. Im Ausfallende ist ein FlipChip hinzugekommen, der zuvor bereits beim Instinct und Altitude zum Einsatz gekommen ist.

Die Rahmenproportionen sowie die gerade Linienführung wirken optisch stimmig und bis auf die vertikale Verstrebung mit Dämpferaufnahme eher schlicht. Der Wiedererkennungswert ist auf jeden Fall vorhanden und wird durch kleine Details, wie dem schönen Rocky-Mountain-Emblem auf dem Steuerrohr, dem kleinen Slayer hinten am Sattelrohr sowie dem Ahornblatt auf dem Oberrohr, zusätzlich verstärkt. Hier leistet sich Rocky Mountain aus unserer Sicht jedoch einen kleinen Fauxpas und überlappt das Ahornblatt mit dem Produktsticker, den man mit etwas Popelei zum Glück wieder abziehen kann.

Alle Slayer-Modelle werden entweder in der von uns getesteten Farbkombo oder in einer dunkelgrau-schwarzen Farbkombo angeboten, die typisch Rocky-Mountain nach bekannten Songs benannt sind. Farbkombo 1: Another Brick in the Wall (rot), Wind of Change (türkis), Black Dog (schwarz) und Farbkombo 2: Smoke on the Water (grau), Black Dog (schwarz) und One Bourbon, One Scotch, One Beer (gold). Weder ein freundliches „Let the Sunshine in” in Gelb, ein schmutzabweisendes Taylor Swift „Shake it off” in Pink noch ein „World Painted Blood” von Slayer in Rot stehen auf dem Programm.

Der Carbon-Hauptrahmen erhält nun zum ersten Mal ein Staufach (die Alu-Varianten haben hingegen ein geschlossenes Unterrohr ohne Staufach). Das von Rocky Mountain als Penalty Box getaufte Staufach - zu Deutsch: die Eishockey-Strafbank - wird von einer Kunststoffabdeckung verschlossen. Die Abdeckung wird auf die Unterseite des Staufachs aufgesteckt, an der Oberseite hält eine Magnetleiste die Abdeckung fest. Eine kleine Lippe an der Oberseite sorgt dafür, dass man die Klappe leicht zu fassen bekommt. Da die Abdeckung nur das eigene Gewicht und keine Trinkflasche zu tragen hat, verhält sie sich auf dem Trail klapperfrei. Allerdings haben wir sie bereits nach einem halben Tag auf dem Bike unauffindbar verloren und die Entwickler der Penalty Box haben hier wohl die Schlägerei gegen uns verloren.

Wie bei der ersten Schultüte legen die Produktmanager von Rocky Mountain noch zwei unterschiedliche Schulmäppchen in das Staufach: Eines davon eignet sich für das Multitool und Kleinteile, das andere für einen Ersatzschlauch plus Minipumpe. Die linke Mappe besitzt unterteilte Fächer, wird aufgerollt und von einem Klettverschluss zusammengehalten. Sie eignet sich für Werkzeug und Kleinteile.

Wie bereits erwähnt, wird die Trinkflasche nicht auf dem Deckel platziert, sondern sitzt am unteren Ende des Unterrohrs. Nach zwei vorausgegangenen Fehlversuchen haben wir beim dritten Anlauf einen Trinkflaschenhalter gefunden, der sich in die klaustrophobische Enge hat reinzwängen lassen. Wer allerdings nicht mit der Armspannweite von Michael Jordan gesegnet ist, muss sich während der Fahrt tief nach unten zur Flasche bücken. Das ist zwar nicht unbedingt praktisch gelöst, aber dafür liegt die Flasche zumindest zentral im Schwerpunkt des Bikes und bei einem Freeride-Bike halten sich die Pedalier-Orgien sowieso im Rahmen.

Damit die neuartige Staufach-Flaschenanordnung formschön aufgeht, wurde das Sattelrohr nach hinten abgewinkelt und schafft so etwas Platz für die Flasche. Wer sich mit dieser Anordnung partout nicht anfreunden kann und die Trinkflasche lieber weiter oben in Reichweite mit sich führen will, sollte einen Blick auf die Alu-Varianten des Slayer werfen. Hier sitzt die Halterung etwas weiter oben. Seasons in the Abyss - die Wasserflasche ist tief nach unten in den Rahmen-„Abgrund“ hinabgewandert.

Was zusammen mit dem Rocky Mountain Slayer 2023 für eine hohe Lebensqualität sorgt, sind die vielen Schutz-Applikationen und die Zugverlegung. Fast das gesamte Unterrohr wird von einem großzügigen, dreigeteilten Unterfahrschutz abgedeckt. Damit ist das Bike vor Steinschlägen und der Heckklappe eines Pick-up-Trucks geschützt, wenn ihr das Bike für einen Shuttle-Run auf die Ladefläche wuchtet. Der Kettenstrebenschutz reicht bis weit nach hinten und auch auf der gegenüberliegenden Seite findet sich ein großzügiger Sitzstrebenschutz.

Am Kettenblatt wird die Kette von einer OneUp TopGuide-Kettenführung gehalten. Rocky Mountain hat dafür die eigene Canadarm-Kettenführungsaufnahme im Programm, die direkt am Hauptlager des Hinterbaus befestigt wird - irgendwie cool. Das Kettenblatt wird von einem OneUp-Bashguard in Schutz genommen. Bei der Zugführung hat man sich für eine Lösung mit Cableports am Steuerrohr entschieden. Die sind im Vergleich zum Vorgänger etwas nach vorne gewandert und mit zwei richtig großen Kabelklemmen abgedeckt, die am Rahmen fest verschraubt werden können. Im Rahmen selbst wandern die Leitungen und Züge durch Kabelkanäle, was wiederum die Verlegung vereinfacht. Allerdings sind sie im Bereich des Staufachs kurz zu sehen und verursachen unter anderem an dieser Stelle lautes Geklapper auf dem Trail.

Der Preiskiller? Das Slayer Carbon 50 steht bei Rocky Mountain am unteren Ende der Carbon-Bike-Nahrungskette. Es macht für 6.900 € den Einstieg in das Carbon-Lineup und kommt mit einer stämmigen FOX 38 Performance-Federgabel daher. Im Standrohr ist jedoch nur eine einfache GRIP-Kartusche verbaut, die beschränkte Einstellmöglichkeiten bietet und nicht so optimal anspricht wie die höherwertige GRIP2-Kartusche aus dem FOX-Sortiment. Der FOX DHX2 Performance Elite-Stahlfederdämpfer erzeugt, ebenso wie die Federgabel, 180 mm Federweg. Auch der Dämpfer besitzt nur eine beschränkte Einstellbarkeit und liefert auf dem Trail nur eine schwache Performance ab.

Ausgeliefert wird das Slayer mit größenabhängigen Dämpfer-Tunes und Federhärten - in Größe L zum Beispiel mit einer 450-lbs-Feder. Entspricht man nicht ganz dem Schönheitsideal von Rocky Mountain und über- oder unterschreitet das passende Gewicht für die Federhärte, gestaltet sich der Federwechsel schwierig. Um die Feder des Dämpfers zu tauschen, benötigt man nämlich ein Spezialwerkzeug von Rocky Mountain, das wahrscheinlich die wenigsten zur Hand haben.

Bremsen und Schaltung steuert Shimano bei. Beide Komponenten entstammen der preiswerten SLX-Gruppe und liefern eine solide Leistung ab. Zudem sind die Vierkolben-Bremsen mit 200 mm großen Bremsscheiben vorne und hinten versehen. Wer jedoch etwas schwerer ist oder das Bike - wie es sich für ein Slayer eigentlich gehört - primär im Bikepark bewegt, würde von größeren 220-mm-Bremsscheiben profitieren.

Über jeden Zweifel erhaben sind jedoch die robusten MAXXIS-Reifen mit Doubledown-Karkassen. An der Front schaufelt sich ein stark profilierter MAXXIS ASSEGAI mit weicher MaxxGrip-Gummimischung in den feinsten kanadischen Loam, hinten ist ein Minion DHR II in der etwas härteren, dafür langlebigeren MaxxTerra-Gummimischung aufgezogen. Bereits in Serie werden in allen Carbon-Modellen die CushCore XC-Reifeninserts verbaut. Sie sollen die Reifen und Felgen vor Durchschlägen schützen und erlauben es dadurch, mit niedrigerem Reifendruck im Gelände unterwegs zu sein.

Rocky Mountain bietet das Slayer in drei Carbon-Varianten und drei Alu-Varianten an. Am Topmodell Slayer Carbon 90 kommt das Feinste vom Feinen von FOX und Shimano zum Einsatz. Außerdem setzt Rocky Mountain beim Topmodell auf ein Paar Race Face ARC Carbon 31-Laufräder. Dafür verlangen die Kanadier aber auch stolze 11.500 € oder den aktuellen Gegenwert in Ahorn-Sirup.

Das Rocky Mountain Slayer Carbon 70 2023 sitzt in der Mitte zwischen dem Topmodell und unserem Testbike. Es besitzt ein FOX Performance Elite-Fahrwerk, das bei der FOX 38-Federgabel ihrem Pendant am Topmodell in nichts nachsteht und nur ohne goldene Kashima-Beschichtung auskommen muss. Bremsen und Schaltung stammen aus der Shimano XT-Gruppe, die sich aufgrund ihrer Preis-Leistung großer Beliebtheit erfreut. Für das sehr gut ausgestattete Slayer Carbon 70 werden 8.700 € fällig.

Neben den drei Carbon-Varianten bietet Rocky Mountain mit dem Slayer Alloy 50 und Slayer Alloy 30 zwei günstige Ausstattungsvarianten mit Alu-Rahmen an. Statt auf FOX setzt Rocky Mountain hier auf Fahrwerke von RockShox und Marzocchi. Bei den Alu-Modellen müsst ihr nicht nur auf die Penalty Box im Unterrohr verzichten, sondern auch auf die CushCore-Reifeninserts.

Fahrwerk und Geometrie

Das Rocky Mountain Slayer 2023 übernimmt das RIDE-4-System vom Vorgänger. Mit einem FlipChip in der Dämpferaufnahme lassen sich damit die Bike-Geometrie und auch die Fahrwerksprogression feintunen.

Neu hinzugekommen am Slayer - aber durchaus bekannt von anderen Modellen - ist der FlipChip in der Kettenstrebe, mit dem sich der Radstand unabhängig von der Laufradgröße um 10 mm verlängern lässt. Die Kettenstreben selbst wachsen jedoch nicht mit den Rahmengrößen mit. Sehr cool ist, dass für den Wechsel der Kettenstrebenlänge keine zusätzliche Hardware benötigt wird, denn ihr könnt den Adapter für den Bremssattel ebenfalls drehen und so sitzt der Sattel immer richtig auf der Bremsscheibe.

Canyon Mountainbikes

Katrin Neumann, Dipl. Sportwissenschaftlerin und ehemals Führende der Transalp Challenge, sitzt nun seit gut über einem Jahr hinter dem Schreibtisch bei Canyon als Product Manager Women. Die weibliche Seite zeigt das Bike durch seine Farbgebung, denn durch einige Umfragen unter Bikerinnen wurde bestätigt, dass Türkis- und Blautöne gerade besonders en vogue sind. Der Aluminiumrahmen ist allerdings auch in schlichtem Schwarz erhältlich.

Die ausgeklügelte Leitungsführung macht Kabel-Wirrwarr zur Geschichte. Federgabel sowie Dämpfer stammen aus dem Hause Fox und sind einstellbar, vom annähernd blockierten „firm“ für Wiegetritt-Passagen über „medium“ für maximale Effektivität ohne großen Kraftverlust bergauf bis hin zur Einstellung „open“, womit die Gabel butterweich auf die kleinste Unebenheit reagiert.

Der Dämpfer ist via Remote-Hebel in diesen Stufen verstellbar, ein Detail, das viele aufgrund des Bedienkomforts schätzen, uns aber überflüssig erscheint, weil man den Hebel direkt am Dämpfer auch beim Radfahren bestens bedienen kann. Bei den Schalt- und Bremsvorgängen vertraut der Koblenzer Direktversender durchgängig auf die Performance von Shimanos XT Gruppe. Unterrohr und Kettenstrebe sind nochmals speziell durch Aufkleber bzw.

ENVE Komponenten

Spricht man über Carbon Komponenten dann kommt man nicht am Namen ENVE vorbei. Die Carbonspezialisten aus Ogden in Utah sind bekannt für ihre exklusiven Carbon Laufräder die Radfahrer jeglicher Profession begeistern. Vor drei Jahren stellte ENVE, passend zu den neuen Laufrädern, auch seine neue Komponententreihe vor - Erstmals auch mit 35mm Option. Der neue 35-mm-M7-Lenker und -Vorbau wird als das ultimative Enduro-Setup angepriesen und soll ein steifes, aber dennoch nachgiebiges Fahrverhalten bieten.

Wie man es von ENVE erwartet und auch kennt, ist die Verarbeitung am Carbon als auch am Alu Vorbau tadellos. Das spiegelt sich dann auch in den Preisen wieder. Allerdings muss man hier auch erwähnen dass der M7 Lenker von Enve in der selben Klasse wie Beast Components, Syntace oder Tune liegt. Preistechnisch gibt es dort also keine Ausreisser im 200+€ Club der Carbon Lenker. Anders beim ENVE Vorbau: Greift man zur Carbon Version kostet das Locker mal 280€.

Die M7-Serie ist ENVEs erster und bisher einziger Vorstoß in die Welt des 35-mm-Lenkerklemmdurchmessers, der es ihnen nach eigenen Angaben ermöglicht hat, einen Lenker mit der für aggressive Enduro-Konstruktionen erforderlichen Steifigkeit herzustellen. Farbtechnisch muss man sich bei Enve mit der weissen Standardversion begnügen. Allerdings liefert Enve einen Stickerbogen mit. Bei Lenkern hat ENVE eine besondere Herangehensweise: Jeder Lenker ist für einen speziellen Einsatzzweck geschaffen. Das Beginnt in der Fertigung beim Carbonlayup und endet beim Kunden, der die Wahl hat zwischen dem M7 für Downhill und Enduro oder zum Beispiel dem M5 für XC Riding.

Dementsprechend sind auch die Rise Optionen. Der 800mm Lenker kann bis auf 760mm gekürzt werden. Allerdings empfiehlt ENVE den Lenker nicht unter 780mm zu kürzen da sich sonst die Fahreigenschaften für die der Lenker gemacht worden ist, zu sehr verändern. ENVE setzt zum ersten Mal überhaupt auf Aluminium Komponenten und ähnlich wie bei den bekannten und beliebten Carbon Produkten von ENVE ,wie dem ENVE Carbon Vorbau (Zum Cockpit Test) glänzt der Vorbau schon auf den ersten Blick mit sauberer und präziser Fräskunst. Mit einem Lenkerdurchmesser von 35mm kann der Vorbau mit dem ENVE M7 MTB Carbon Lenker für Dein ultimatives Setup kombiniert werden. Zudem gibt es auch noch die klassische 31.8mm Klemmvariante.

Der Vorbau kommt in insgesamt drei verschiedenen Längen in den Handel. Von kurzen 35 mm über 50 mm bis hin zu 65 mm dürfte für alle Trailfahrer etwas dabei sein. Das Enve Cockpit bietet das Gefühl eines Alu Cockpits mit dem Gewicht eines Carbon Cockpits und flext nur da, wo es soll. Der Lenker ist steif und vermittelt ein sehr direktes Lenkgefühl. Wird man auf dem Trail schneller, so dass das Fahrwerk schnelle aufeinander folgende Stöße verarbeiten muss hilft der lenker aus.

Ein zu steifes Cockpit kann dem Komfort abträglich sein, vor allem bei längeren Fahrten auf unwegsamem Terrain. Es ist die Upper Class der Cockpits. Die Kombination aus M7 Lenker und Alloy Stem aus dem Hause ENVE zauber jedem Mountainbiker ein Lächeln auf den Trail. Der Kombipreis aus 200+150€ dürfte dann allerdings nicht für Freudensprünge sorge.

Weitere Mountainbike-Modelle

Das Produkt Jealous AL 10.0 (Modell 2024) von Radon führt derzeit unser Ranking mit der Note 1,5 an. Weniger Verkehrsmittel und mehr Sportgerät - das ist ein Mountainbike (MTB). Ein typisches Merkmal dieser geländetauglichen Fahrräder ist häufig das Fehlen der für den Straßenverkehr unerlässlichen Komponenten wie etwa Beleuchtung und Klingel. Seit Anfang der 1980er Jahre werden MTBs hauptsächlich industriell produziert.

Biker, die gerne mal eine schnellere Feierabendrunde drehen und ausgedehnte Radtouren am Wochenende lieben, zählen zu den Touren-Bikern. Zu diesem Zweck eignet sich am Besten ein sogenanntes Hardtail - der Klassiker unter den MTBs. Wie sein Name verrät, ist das Hinterrad bei diesem Modell nicht gefedert. Daraus resultiert zum einen ein vermindertes Gewicht und zum anderen eine geringe Wartung sowie niedrigere Instandhaltungskosten. Hardtails sind außerdem sehr vortriebsorientiert gebaut, tempostabil und geben die vom Fahrer aufgewendete Kraft effizient weiter. Für sportiche Fahrer sowie für den Geländeeinsatz sind felgenschonende Scheibenbremsen von Vorteil, die speziell bei feuchtem und weichem Untergrund über eine gute Bremsleistung verfügen. Hardtails gibt es schon ab einem Preis von 600 EUR, das beste Preis-Leistungsverhältnis erhält man in der Preisklasse um 1.000 EUR. Sie sind daher besonders für Einsteiger attraktiv.

Der Enduro-Biker begibt sich gerne in schwieriges Gelände und absolviert Geschicklichkeitsprüfungen auch in Form von Wettkämpfen - sogenannten Trials. Hier ist ein vollgefedertes Mountainbike (Fully) mit einem 140 bis 160 mm Federweg gefragt. Bei einem Enduro fällt vor allem der gekröpfte Lenker auf, welcher speziell bei schwierigen Abfahrten Sicherheit vermittelt und die Sitzposition erhöht. Aber auch auf Touren ist dieses Fahrrad in seinem Element. Bergiges Gelände ist kein Problem. Um allen Belastungen Stand zu halten, verfügt es über breitere und gut profilierte Laufräder und einen stabilen Rahmen. Zudem ist eine Anti-Wipp-Dämpfung vorhanden. Je nach Ausstattung sind Enduro-Bikes ab circa 2.200 EUR zu haben.

Wer beim Radfahren nur eine Richtung kennt - und zwar bergab und Sprünge, Geschwindigkeit sowie schwierige Trials liebt und prinzipiell keine Touren fährt, der ist ein Freeride-Biker. Bei Freeride-Bikes handelt es sich um ebenfalls vollgefederte Mountainbikes mit langen Federwegen von 150 bis 200 Millimetern. Von Vorteil ist hier eine absenkbare Luft-Federgabel, um genügend Steigfähigkeit zu gewährleisten. Scheibenbremsen, die an Vorder- und Hinterrad montiert sind, sollten ebenso vorhanden sein wie ein stabiler Rahmen und robuste Laufräder. Neben Freeride-Bikes unterscheidet man Downhill-Bikes für Fahrten, die ausschließlich bergab führen und bei denen der Anstieg nicht aus eigener Kraft bewältigt wird. Wegen ihrer besonders stabilen Bauart, die aufgrund der hohen Belastung durch Abfahrten nötig ist, sind diese Räder relativ schwer. Beide Modelle gibt es ab ungefähr 2.400 EUR zu kaufen.

Für ihn eignen sich sogenannte Race-Fullys, die besonders leicht sind und über eine gestreckte Sitzposition verfügen. Für Einsteiger sind sie jedoch nicht zu empfehlen. Eine komfortablere Geometrie bieten vollgefederte All-Mountain-Bikes. Mit ihnen lassen sich entspannt lange Touren bewältigen. Rahmen und Laufräder sind solide, das Gewicht etwas höher als bei Race-Fullys. Ab rund 1.400 EUR stellen sie eine gute Alternative für zwar durchaus sportliche, aber nicht extrem-sportliche MTB-Einsteiger dar.

Allgemein gilt, wer eher im leichten Gelände fahren möchte, liegt mit dem Kauf eines Hardtails in der Regel richtig. Alle weiteren MTB-Typen sind für spezielle sportliche Zwecke ausgelegt und nur bedingt für Einsteiger geeignet.

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