Das Soča-Tal, gelegen im Nordwesten Sloweniens im Herzen der Julischen Alpen, grenzt an Italien und ist nicht weit von Österreich entfernt. Für Aktivurlauber, die abseits der Massen ursprüngliche Natur suchen, bietet diese Region beste Voraussetzungen. Hier entspringt die Soča aus einer Karstquelle am Fuße des Vršiš-Passes. Von dort fließt der noch kleine Bach durch ein enges Tal.
Kurz vor Bovec mündet die vom Predil-Pass kommende Koritnica, und der Fluss tritt in das Becken von Bovec ein. Die Gebirgswände weichen hier etwas zurück und bieten Platz für Campingplätze, einen kleinen Flughafen, Landwirtschaft und den Ort Bovec mit seinen fast 2000 Einwohnern.
Folgt man dem Soča-Tal weiter, kann man den spektakulären Boka-Wasserfall bewundern, bevor das Tal wieder enger wird. Die Bergrücken des Kobariski Stol und des Polovnik zwängen die Soča in eine enge Schlucht. Hier befinden sich die beliebtesten Abschnitte für Kajakfahrer und Rafter, die den Fluss berühmt gemacht haben. Bei Kobarid öffnet sich das Tal wieder, und die Soča strebt gemächlich der Adria entgegen. In diesem südlichen Abschnitt herrscht ein mediterranes Ambiente.
Das Soča-Tal war im Ersten Weltkrieg fast drei Jahre lang ein umkämpftes Frontgebiet und ging als Isonzo-Front in die Geschichtsbücher ein. Zahlreiche Wege und Straßen stammen noch aus dieser Zeit, und man trifft immer wieder auf Relikte aus dieser Epoche.
Warum Slowenien für Mountainbiker?
Nach Kranjska Gora im Dreiländereck fährt man von München aus etwa dreieinhalb Stunden. Kaum hat man den Karawanken-Tunnel durchquert, befindet man sich in einer anderen Welt: Karstfelsen umgeben den Triglav, den höchsten Gipfel mit 2864 Metern. Schilder mit ungewöhnlichen Orts- und Bergnamen weisen den Weg, und viele Schotterwege sind im Tal ausgebaut. Richtung Gipfel werden die Wege schmaler, und Trail-Abzweige verstecken sich hinter Gestrüpp. Hütten sind selten und oft nur am Wochenende geöffnet, was Raum für ein echtes Bergabenteuer bietet.
Egal, ob man Tagestouren unternimmt oder der Soca folgt, eine Überquerung der Julischen Alpen ist aufregend. Hier fährt man von hochalpinem Fels über Wald-Trails bis zum Strand der Adria. Die Unterkünfte sind einfach, aber die Gastgeber sind freundlich und sprechen meist gut Englisch. Inzwischen gibt es auch sieben Trail-Anlagen mit Lift in den Karawanken und Julischen Alpen.
Wer Almwiesen, klare Seen und aufgeräumte Wege bevorzugt, kann eine der Autobahnausfahrten vor der slowenischen Grenze nehmen. Auch die Kärntner bauen immer mehr Sommer-Trails um ihre Liftanlagen herum, darunter den längsten Europas an der Petzen mit elf Kilometern.
Ausgewählte Mountainbike-Touren im Soča-Tal
Wir haben die besten Touren aus diesen Regionen für Sie herausgesucht:
1. Triest: Slavnik-Runde (40,8 km | 1285 hm | 4:30 h)
Beginnen Sie die Tour mit einem italienischen Cappuccino an der Hafenmole von Triest und fahren Sie dann Richtung slowenisches Küstengebirge. Die Runde führt auf einer alten Bahntrasse den Slavnik hinauf, den mit 1028 Metern höchsten Gipfel der Region. Oben erwartet Sie eine großartige Aussicht, und am Wochenende ist die Hütte geöffnet. Das Highlight ist die Abfahrt: Ein flowiger Trail durch eine Almwiese, der später im Wald um Kalkfelsen führt. Über die Burg Socerb geht es zurück.
Schwierigkeitsgrad: Mittel
2. Kranjska Gora: Dreiländereck (23,2 km | 816 hm | 3 h)
Nordwestlich von Kranjska Gora treffen die Ländergrenzen von Slowenien, Österreich und Italien zusammen. Hier folgt man für zwei Kilometer der steilen Wurzenpass-Straße, bis ein einsamer Schotterweg zum Dreiländereck führt. Bei gutem Wetter überblickt man von hier oben halb Kärnten. Bergab sind gute Bremsen wichtig, denn der Pfad führt steil und in engen Serpentinen ins Dörfchen Ratice hinunter.
Schwierigkeitsgrad: Mittel
3. Kobarid: Matajur-Grenz-Tour (57,2 km | 1400 hm | 4:30 h)
Kobarid liegt am Wildwasserfluss Soca, einer Region, in der im Ersten Weltkrieg viele Soldaten starben. Biker profitieren heute von der militärischen Infrastruktur, besonders auf dieser Tour zum Gipfel des 1650 Meter hohen Matajur. Auf der Rückseite wartet eine 13 Kilometer lange Supertrail-Abfahrt, die lange auf dem Grenzkamm nach Italien entlangbalanciert und sich am Ende nach San Pietro hinunterwickelt. Von dort rollt man flach nach Kobarid zurück. Die Auffahrt kann man mit einem Shuttle abkürzen.
Schwierigkeitsgrad: Mittel
Trans-Slowenien für Mountainbiker
Eine Überquerung der Julischen Alpen ist eine lohnende Alternative zu einer Alpenüberquerung entlang der beliebten Routen weiter im Westen. Wer es auf eigene Faust versuchen möchte, findet GPS-Routen bei www.bike-gps.com und Strecken-Infos bei www.mtb-slowenien.de.
Tipp für den Rücktransfer: Mit der Fähre nach Triest und von dort mit dem Zug zurück nach Arnoldstein (Fahrzeit: ca. 3,5 Stunden mit Umsteigen in Udine).
Hüttenverpflegung in den Julischen Alpen
Die Hüttenverpflegung in den Julischen Alpen ist etwas einfacher als in den Ostalpen. Meist gibt es Graupen-, Kraut- und Gulaschsuppe, gebratene Wurst und manchmal auch Spaghetti Bolognese. Dazu trinkt man seit 1953 Cockta, eine fruchtige Alternative zu Cola ohne Koffein.
MTB-Tour von Bayrischzell zur Soca: 466 Kilometer / 9820 Höhenmeter / 7 Etappen. Vom Thierseer Tal über die Glockner-Straße durch die Hohen Tauern und dann hinein in die Kärntner Seenplatte. Möll- und Drautal führen weiter zum Millstädter See und am sechsten Tag über die slowenische Grenze. Hier klettert die Route noch mal die gepflasterten Kehren zum Vrsic-Pass (1611 m) hinauf, dann an der sprudelnden Soca nach Tolmin hinunter.
Karawanken-Trail-Tour
5 Etappen mit bis zu 60 km und 2000 hm. Das Grenzgebirge zwischen Kärnten und Slowenien bietet spannende Trails durch den Karstfels. Bergauf hilft hin und wieder ein Lift, bergab nur gute Fahrtechnik. Übernachtet wird auf urigen Almen.
Neue MTB-Trails in Kärnten
Die längste Flowtrail-Abfahrt der Alpen an der Petzen bekommt einen Downhill-Bruder namens "Thriller". Außerdem werden neue Trails am Weissensee und am Faakersee eröffnet.
5 Tipps fürs Biken bei Hitze
- Früh starten: Die Felsen der Julischen Alpen und Karawanken heizen sich stark auf.
- Isotonisch trinken: Viel trinken hilft gegen Hitzekrämpfe.
- Sonnencreme 30+: Sonnenbrand vermeiden.
- Auch bergauf: Helm tragen!
- Hitzschlag: Bei Kopfschmerzen und Übelkeit viel trinken und Kopf und Nacken kühlen!
Die schönsten Touren und Trails im Soča-Tal
Vereint zu einer 5-Tages-Rundtour! Stol, Matajur, Kolovrat, Kapela Bes - diese Namen lassen die Herzen jedes Trail-Liebhabers höherschlagen. Bei dieser Tour bieten wir Euch ein Gesamtpaket inkl. Übernachtungen und Gepäcktransport.
Die Etappen im Überblick
- Kleine Runde im Talkessel von Bovec. Über die Festung Kluže geht es auf Trails hinab zur Soča.
- Über eine Asphaltstraße, die alte Militärstraße und Trails fahren wir bis zum Gipfel des Matajur.
- Nach einem kurzer Fahrt durch Cividale führt uns die Auffahrt über Schotterwege und kleine Asphaltstraßen hinauf zum Bergrücken des Kolovrat.
- An der Soča entlang machen wir uns auf den Weg nach Kamno. Von hier fahren wir auf einer kleinen Straße bis zur Planina Kuhinja.
- Wir starten mit einer Trailabfahrt von unserer Unterkunft. Ein zweites Mal radeln wir durch die Gassen von Kobarid, ein zweites Mal erklimmen wir den Stol.
Anforderungen
Für eine Teilnahme an dieser Tour ist eine sehr gute Kondition für bis zu 1.650 hm/Tag und bis zu 50 km Tagesleistung erforderlich. Die teilweise anspruchsvollen Singletrails (bis S2, Einzelpassagen S3) erfordern sehr gutes fahrtechnisches Können.
MTB Reise durch das Soča-Tal
Diese wunderschöne MTB Reise Tour beginnt in Kranjska Gora, einem attraktiven und beliebten Ferienort, der eingebettet in wunderbare Naturlandschaft jedes Wander- und Radlerherz höher schlagen lässt. Von dort geht es über Sloweniens schönste Bergstraße auf den Pass Vršič und weiter in das weltberühmte, paradiesische Soča-Tal, wo Sie türkisgrünes Wasser in atemberaubender Kulisse erwartet.
Die Etappen
- Tag 1: Anreise nach Kranjska Gora
- Tag 2: Kranjska Gora - Bovec (51 km)
- Tag 3: Bovec - Kobarid (50 km)
- Tag 4: Kobarid - Tolmin (42 km)
- Tag 5: Tolmin - Solkan (64 km)
- Tag 6: Solkan - Divaca (69 km)
- Tag 7: Divača - Mt Vremščica (42 km)
- Tag 8: Divača - Piran
Packliste für die MTB-Tour
- Reisepass (mit Kopie)
- Impfpass
- Flugübersicht mit Buchungsnummer
- Bahnticket
- Bargeld, Kreditkarte, EC Karte
- Reiseunterlagen
- Sandalen / Crocs
- Sportschuhe
- Socken
- Radhose (kurz und / oder lang)
- Hose (lang)
- Trekkinghose
- T-Shirts
- Kurzarmhemden / -blusen
- Langarmhemden / -blusen
- Pullover / Jacke
- Unterwäsche
- Schlafbekleidung
- Badebekleidung
- Handtuch
- Regenhut
- Radhandschuhe
- Sonnenbrille
- Regenhülle für Rucksack
- Helmtuch
- Stirnlampe
- Gepäckstück flexibel
- Tages- und Wanderrucksack 25 l
- Sonnencreme
- Lippenbalsam
- Kulturbeutel
- Waschsachen / Hygiene-Artikel
- Trekkinghandtuch (klein)
- Reisewecker
- Fotoausrüstung
- Taschentücher, Feuchttücher
- Nähzeug
- Schreibzeug
- Packsack (wasserdicht, für Dokumente)
- Plastik- oder Nylonbeutel für Schmutzwäsche
- Fernglas
- Ersatzbrille
- Insektenschutzmittel
- Multifunktionsstecker
- Erste Hilfe Set
- Reiseapotheke
- Medikamente
- Handy (mit Ladekabel)
- Elektrolytgetränke
- Radhelm
- Radbrille
- Radschuhe
- Trinkflasche / Trinksystem
- Kettenschmierstoff und Putztuch
- Ersatzschlauch
- Gabel- und Dämpferpumpe
- ein Satz Bremsbeläge zur Reserve
- Luftpumpe / Standpumpe
- Ersatzmaterial und spezielles Werkzeug
- Kombitool für Zusammenbau des Bike
- Schaltauge / Ausfallende
- Ersatz Kettenglied
- Ersatz Speiche
- Flickzeug für Fahrradschlauch
- Kettenschloss für Fahrradkette
- Camel Bag
- Fleecejacke
- Hand-Desinfektionsmittel
- Mund-Nasen-Schutz
Vier Traumtouren für Mountainbiker im Soča-Tal
Wer die Einsamkeit und raue Trails liebt, ist in der schroffen, mediterran angehauchten Bergwelt der Julischen Alpen genau richtig. Und im Tal funkelt einer der schönsten Flüsse der Welt!
Das Wetter & Klima im Soča Tal
Durch die Einflüsse des Mittelmeers ist der Nordwesten Sloweniens relativ reich an Niederschlägen. Diese erreichen im Frühling und Herbst ihren Höhepunkt und flachen im Sommer deutlich ab. Durch die gemäßigten Temperaturen bietet sich Slowenien besonders im Sommer zum Mountainbiken an.
Wissenswertes für einen MTB Urlaub im Soča Tal
Die Landschaft der Julischen Alpen ist trotz Skibetriebs deutlich naturbelassener als wir es aus Bayern oder Tirol kennen. Dies macht sich auch in der Infrastruktur bemerkbar. So ist es ratsam stets ausreichend Proviant bei sich zu haben, da die Dichte an Hütten recht gering ist.
Die Lebenshaltungskosten sind vergleichbar mit denen in Deutschland. Seit 2007 gehört Slowenien zur Eurozone, sodass eine Zahlung mit Euro problemlos möglich ist.
Autofahrer sollten die ein paar slowenische Verkehrsregeln verinnerlichen (Licht auch am Tag an, beim Rückwärts fahren Warnblinker an) da die Bußgelder sehr empfindlich sein können.
Währung: Euro
Maut: Vignette (7 Tage kosten 7,50)
Stromspannung: 220V (kein Adapter notwendig)
Notruf: 113
MTB Trails in Bovec und Umgebung
Auch ohne lange Touren kannst du in Bovec und Umgebung Trails surfen. Es gibt zahlreiche Anbieter die einen Shuttle Service anbieten, aber auch ohne hast du im Socal Tal einge Trail-Optionen. Ein paar möchte ich dir hier vorstellen.
Kanin Trail
Die größte Trail-Herausforderung in der Region Bovec dürfte der hochalpine Kanin Trail sein. Die Seilbahn bringt dich und dein MTB in 40 Minuten von Bovec auf 2.270 Meter. Dort startet der ca. 10 km lange Kanin Trail.
"Trail Center" Ravelnik
Durch Zufall bin ich bei meinem letzten Besuch auf ein kleines aber feinen Trailnetz am Freilichtmuseum Ravelnik gestoßen.
MTB Trails am Freilichtmuseum Ravelnik
Neben Gefechtsstellungen aus dem 1. Weltkrieg erwarten dich hier ein paar Kicker und Flow Lines im Wald. Ideal um sich mal ein paar Stunden auszutoben. Lift gibt’s und braucht’s keinen, dafür kostet es auch nichts.
Zwischen Bovec und Kobarid: der Stol und seine Trails
Der Stol ist zwar nur 1.673 m hoch, trotzdem ist die Auffahrt lange und schweißtreibend. Dafür erwartet dich oben ein langer, genialer Kammweg der irgendwann links in einen ziemlich anspruchsvollen und steilen Trail abzweigt. Der Trail mündet am Ende in eine Forststraße, die kurz vor Kobarid in die Bundesstraße 203 übergeht.
Flowiger Trail vom Kolovrat
Nicht ganz so spektakulär dafür mit viel Flow und Panorama geht es auf dem Trial hinunter vom Kolovrat (1.115 m) zu. Zunächst kannst du von Livek kommend auf wilden Wegen auf dem Bergrücken entlang fahren, bevor am Freilichtmuseum Kolovrat ein toller S1 Trail startet. Nach etwa 1,3 km endet der Trail an einer Straße, doch wenig später gehts schon wieder weiter über Stock und Stein bis nach Tolmin.
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