Die Haard ist eine etwa 55 km² große und bis 156,9 m ü. NHN hoch gelegene Hügellandschaft aus Sandstein im Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland (Nordrhein-Westfalen) im Norden des Kreises Recklinghausen. Der südlichste Ausleger ist nur rund 12 km von meiner Haustür entfernt. Daher eignet sich dieses riesige Gebiet eigentlich optimal als Spielplatz, wenn man mal etwas Abwechslung von der Halde sucht. Man findet dort sandigen, losen Waldboden, viele Nadelbäume, Wanderer und Pferdestrecken vor.
Mountainbiker scheinen mir dort weitestgehend gern gesehen zu sein, wenn man sich denn an die vorhandenen Wege hält. Die Haard verfügt über 13 Erhebungen, welche zwischen 77 m und 156,9 m liegen. Der südlichste Zugang zur Haard liegt in Oer-Erkenschwick, westlich gehört sie zu Marl, östlich findet man Datteln vor und nördlich liegt Flaesheim.
Anreise und Ausgangspunkte
Tobi und ich starten am “Waldspielplatz Flasesheim” und kommen mit dem Auto vorbei. Der Parkplatz ist leicht über die A43 zu erreichen. Am Kreuz Marl-Nord einfach auf die L612 abfahren und dem Bossendorfer Damm in Richtung Flaesheim folgen. Die Anreise mit dem ÖPNV und dem Rad ist, wie gewöhnlich, nur dann möglich, wenn die Bahn bereit ist, Dein Rad zu transportieren. Sonst kannst Du aber mit der Bahn bis Haltern am See Bf fahren und von dort aus dann mit dem Rad die letzten 5,8 km radeln. Unser erstes Ziel war der Dachsberg, welcher mit 122,6 m zu den kleineren Erhebungen der Haard gehört.
Erkundung der Trails
Unsere Rucksäcke waren voll mit Video-Equipment, denn wir wollten diesen Ausflug natürlich auf Speicherkarten bannen, um später was Schönes zu schneiden. Unser Plan: Wir suchen uns Trails, kartografieren sie, fahren sie und erstellen so, nach und nach, eine schöne GPX Datei für eine anspruchsvolle Tour durch die Haard. Unsere Priorität liegt dabei auf Waldautobahn für den Uphill und Trails für Downhill. Ganz wichtig, wenn man hier unterwegs ist: Rücksicht nehmen!
Schon bald fanden wir den ersten verdächtigen Einstieg am Wegesrand. Ein umgestürzter Baum mit eindeutigen Spuren weckte unsere Neugier. Doch der Trail wirkte anspruchsvoller, als zunächst gedacht. Der Boden war sandig, die Abfahrt steil und sie führe zudem noch ins Ungewisse. Nach der ersten rasanten Abfahrt ging es dann hoch auf den Dachsberg. Einfach mal schauen. Schon auf dem Weg nach oben entdeckten wir weitere Spuren für Bike-Action. Vermeintliche Trail-Ausgänge, denen wir nachgehen wollten.
Oben angekommen fanden wir dann einen schönen Einstieg vor. Einen sandigen kleinen Sprung, welcher so perfekt in eine Abfahrt müden könnte, wenn es sie denn geben würde. Wir entschlossen uns, hier eine kleine Pause zu machen, um diverse Aufnahmen von diesem Sprung zu erstellen. Hier ließ Tobi auch die Drohne steigen, um ein paar herrliche Aufnahmen der Umgebung einzufangen.
Wenn man die Augen offen behält, findet man ständig irgendwelche kleinen Trails durch das Gehölz. Dabei sind auch viele Trampelpfade, welche sicher nicht für den offiziellen Gebraucht gedacht sind. Hier muss man dann Disziplin walten lassen und sich am Riemen reißen. Sehr häufig bieten sich alte Forstwege an, die bereits stark verwittert sind. Hier liegen Bäume kreuz und quer und kreieren so eine natürliche Auslese an anspruchsvollen Trails.
So richtig Spaß kam aber erst auf, als wir ein lokales Pärchen getroffen haben. Die haben uns dann einen tollen Trail gezeigt, welcher zwar auch von Wanderern genutzt wird, aber ganz offenbar häufiger befahren wird. Die Beiden sind vorweg gefahren, ich war dahinter und Tobi hat die Reihe abgeschlossen. Beide haben es ordentlich krachen lassen und ich wollte sie nicht aus den Augen verlieren. Ich bin daher alles gefahren, was die auch gefahren sind. Nach einer Abfahrt trennten sich unsere Wege und Tobi und ich entschieden uns, gleich nochmal zu fahren.
Freundlichkeit und Umweltbewusstsein
Was mir aufgefallen ist, man ist hier freundliche zueinander. Trifft man andere Biker, wird man gegrüßt. Grüßt man Wanderer, grüßen sie zurück. Die Leute achten hier auf die Umwelt, werfen keinen Müll auf den Boden und wenn man nicht grade an den Feuerwachtürmen ist, sehen auch die Mülleimer absolut okay aus. Alles in allem scheint es den Leuten daran gelegen zu sein, die Natur zu beschützen und vor schlimmerem zu bewahren.
Die Haard als Spielplatz
Die Haard ist ein riesengroßer Spielplatz. Sie ist absolut abwechslungsreich und man kann hier alles finden, was man sucht. Waldwege, Waldautobahn, Trails, Höhenmeter und Landschaft. Das alles ist sehr zentral gelegen und mit ziemlich jedem Verkehrsmittel gut erreichbar. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall, aber eine gute Vorbereitung ist wichtig.
Empfohlene Komoot Strecken
Ich habe Dir aus diesem Grund weiter unten mal 3 Komoot Strecken herausgesucht, welche vielversprechend zu sein scheinen. Der Trail Haard on Tour ist als großer Rundkurs angelegt. Durch die kleeblattähnliche Anlage lässt sich die Strecke aber auch leicht verkürzen, denn auch die Abkürzungen sind als Zwischenwege wie auch die Zufahrten von den Wanderparkplätzen ausgeschildert. So ist auch eine kurze Feierabendrunde leicht möglich. Der Weg ist gegen den Uhrzeigersinn komplett ausgeschildert.
Im Vordergrund steht bei dem Mountainbike-Trail das Naturerlebnis. Meistens geht es über breitere Forstwege, die aber mehr oder weniger von der Natur zurückerobert wurden und daher Trail-Charakter bekommen haben. Dabei geht es über Wege, die auch von Wandernden benutzt werden können. Auch mit Gegenverkehr muss anders als beim Trail auf Hoheward gerechnet werden. Die Tour ist charakterisiert durch ein ständiges Auf und Ab, sodass am Ende doch einige Höhenmeter zusammen kommen. Das wellige Höhenprofil führt zu sehr unterschiedlichen Angaben der Höhenmeter.
Ein idealer Ausgangspunkt für die Anreise mit dem Auto ist der Wald- und Wanderparkplatz zum Dachsberg in Flaesheim ganz im Norden der Strecke. Von hier aus ergibt sich auch ein perfekter Spannungsbogen mit einem sehr leichten Einstieg und einem spaßigen Abschluss der Tour. Zwischendurch wird der Trail langsam anspruchsvoller, wobei er auch für Einsteiger:innen gut fahrbar bleibt. Zusätzlich stehen Euch fünf weitere Wanderparkplätze als Einstiegsorte in die Haard on Tour zur Verfügung.
Die Tour eignet sich hervorragend für Familien und Einsteiger:innen in den Mountainbike-Sport. Die schwierigeren Passagen können gut umfahren bzw. geschoben werden. Aber auch fortgeschrittene Biker:innen werden auf dem Trail ihren Spaß erleben. Mit dem sandigen Boden werden die Trails an einigen Stellen durchaus anspruchsvoll. Dazu kommen einige, für ortsunkundige überraschend knackige Anstiege und satte Abfahrten.
Haard on Tour: Ein neuer Mountainbike-Parcours
"Haardt on Tour" heißt ein neuer Mountainbike-Pacours in der Haardt. „Durch ein verbessertes Angebot mit ausgewählten Standorten und offiziellen Strecken machen wir so die grüne Infrastruktur der Metropole Ruhr auch für Sportbegeisterte erlebbar. Der Zugang zur MTB-Route erfolgt über sechs Wanderparkplätze als Einstiegsorte. Dort warten eigens aufgestellte MTB-Infostelen mit allen wichtigen Informationen zur Strecke. Einstiegsorte zu den umgebenden Stadtzentren in Haltern und Marl-Sinsen eröffnet Tagesausflüglern auch eine gute Anbindung mit der Bahn. Zuwege zur Hauptroute.
Die MTB-Strecke ist nach den Erfahrungen erster Testfahrer sehr abwechslungsreich mit oft geradlinigem Verlauf und 500 Höhenmetern. naturnahe Single-Trails. Nur auf wenigen Abschnitten werden Forsttrassen genutzt. Insbesondere im Osten der Haard verläuft die Route recht kurvig.
Als ich das erste Mal von einer Mountainbikestrecke in der Haard zwischen Haltern am See, Oer-Erkenschwick und Recklinghausen gehört habe, war ich zunächst skeptisch. Deswegen fragte ich meinen besten Kumpel Florian, ob er nicht Lust hat, mit mir die „Haard on Tour“ zu inspizieren, damit wir uns ein eigenes Bild machen können. Gesagt getan. Ein kurzes Stück entlang der A43 und schon sehen wir auf der anderen Seite der Autobahn das weitläufige Waldgebiet der Haard. Kurze Zeit später erreichen wir den Parkplatz an der Brinkfortsheide und sehen sofort das erste blaue Schild, das uns den Weg zur Haard on Tour weist.
Nach ca. 2,5 km können wir kaum glauben, dass wir gerade noch im Herzen des Ruhrgebiets waren. Ein dichter Wald, sandiger Boden, keine Autos, irgendwie idyllisch. Am Wegesrand entdecken wir gleich schon das nächste Schild. Diesmal ein Rotes. Die Haard on Tour ist ein Rundkurs durch die gesamte Haard. Folgt man ihm, so kann man einige Stunden Spaß haben. Dabei bietet dieser für nahezu alle Biker seine Vorteile. Wer viel Zeit hat, fährt die gesamte Runde.
Das Schöne dabei ist, dass man fast keinen Zwischenstopp machen muss. Man kann stundenlang fahren, ohne an einer Straße oder Ampel anhalten zu müssen. Für diejenigen, die vielleicht nur eine kleine Feierabendrunde drehen wollen, bietet der MTB Trail mehrere Möglichkeiten der Abkürzung, sodass Ihr auch die verschiedenen Abschnitte der Runde einzeln fahren könnt. Flo und ich entscheiden uns aufgrund der Anreise mit dem Bike für eine der kleinen Runden. Von der Brinkfortsheide folgen wir den Schildern im Uhrzeigersinn und kürzen über den Recklinghäuser Weg ab.
In diesen knapp 60 Minuten überrascht uns eine 18 Kilometer lange Schleife, die nicht nur konditionell, sondern auch fahrtechnisch etwas zu bieten hat. Die Haard ist mit ihrem sandigen Untergrund sehr speziell. Man bekommt hier als Mountainbiker wirklich nichts geschenkt. Die fehlenden Höhenmeter gleicht der Rollwiderstand des Sandes sofort aus. Man fühlt sich oft so, als ob man wirklich bergauf fahren würde.
Durch die Abkürzung kommen wir auf direktem Weg weiter zum Dachsberg nach Haltern. Von hier aus starten die wohl anspruchsvollsten Kilometer der neuen Mountainbikestrecke. Auf einigen Abschnitten dieser Strecke fanden in der Vergangenheit schon zahlreiche NRW-Meisterschaften, Deutschlandcups und sogar die deutsche Hochschulmeisterschaft statt. Auf diesem Teil der Strecke kommen vor allem die geübten Biker auf ihre Kosten. Es geht steil bergauf und flowig wieder bergab. Wenn es mal regnen sollte, wird es je nach Reifen sogar richtig schwierig.
Nachdem wir nun auch das Ründchen am Dachsberg abgeschlossen haben, schauen Flo und ich ungläubig auf unsere Tachos. Schon vier Stunden, satte 95 km und fast 1000 hm stehen zu Buche. Die Zeit verging aufgrund der abwechslungsreichen Streckenführung durch die Haard einfach wie im Flug, wir hatten beide eine Menge Spaß und kamen vollends auf unsere Kosten. Die neue Mountainbikestrecke „Haard on Tour“ ist für mich persönlich eine großartige Ergänzung zu den bereits bestehenden legalen Strecken im Ruhrgebiet.
Dank des RVRs sowie den „Haardbikern“ steht uns allen nun ein neues Mountainbike-Revier zur Verfügung, in dem wir alle eine Menge Spaß haben werden.
Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat den 42 Kilometer langen Mountainbike-Rundkurs „Haard on Tour“ freigegeben. Biker können nun die naturverträgliche Strecke auf den Stadtgebieten Haltern, Datteln, Marl und Oer-Erkenschwick für sich erobern. Die MTB-Strecke wird durch die Ruhr Tourismus GmbH im Rahmen des radrevier.ruhr touristisch vermarktet.
„Als Eigentümer zahlreicher Halden und Waldgebiete wollen wir uns wie hier in der Haard verstärkt für den Mountainbike-Sport im Ruhrgebiet engagieren,“ bekräftigt Nina Frense. „Durch ein verbessertes Angebot mit ausgewählten Standorten und offiziellen Strecken machen wir so die grüne Infrastruktur der Metropole Ruhr auch für eine jüngere Zielgruppe und Sportbegeisterte erlebbar. Zum anderen tragen wir mit einer gezielten Routenplanung erheblich zum Schutz der Natur bei und vermeiden Konflikte mit anderen Naturinteressierten.“
„Mit dem Mountainbike-Rundkurs „Haard on Tour“ bieten wir ein entspanntes und naturverträgliches Landschaftserlebnis für Bikerinnen und Biker aus nah und fern,“ ergänzt Thomas Kämmerling. „Die markierte Strecke ermöglicht dabei auch ohne vorherige Streckenplanung eine attraktive Tour durch die vielseitige Waldlandschaft der Haard.“
Der Zugang zur MTB-Route erfolgt über sechs Wanderparkplätze als Einstiegsorte. Diese zeichnen sich durch neu aufgestellte MTB-Infostelen mit allen wichtigen Informationen zur Strecke und deren Nutzung aus. Von den Einstiegsorten führen beschilderte Zuwege zur Hauptroute. Wer nicht die komplette Tour fahren möchte, dem bieten gekennzeichnete Abkürzungen die Möglichkeit die Länge der Tour zu variieren. Die Nähe der Einstiegsorte zu den umgebenden Stadtzentren eröffnet Tagesausflüglern eine gute Anbindung mit Bus und Bahn.
Die MTB-Strecke ist nach den Erfahrungen erster Testfahrer sehr abwechslungsreich mit oft geradlinigem Verlauf. Vornehmlich führt die Route über Waldwege und natürlich auch viele naturnahe Single-Trails. Nur auf sehr wenigen Abschnitten werden Forsttrassen genutzt. Insbesondere im Osten der Haard verläuft die Route recht kurvig. Auf einigen wenigen kurzen Abschnitten erhöht sich der ansonsten leichte bis mittlere Schwierigkeitsgrad der Strecke durch Wurzeln, lose Steine, Sand und Gefälle.
Die neue Mountainbike-Route wurde im Rahmen des Waldband-Projektes „Naturverträgliche Tourismusentwicklung der Haard“ realisiert. Der Rundkurs für Biker ist Teil von insgesamt vier Maßnahmen im beliebten Erholungsraum im Kreis Recklinghausen, die durch verbesserte Angebote eine naturverträgliche Erholung für verschiedenste Nutzer ermöglichen. Dazu zählen neben dem MTB-Rundkurs zukünftig auch ein neues Rundwanderwegesystem, die Waldpromenade am Südrand sowie ein Informations- und Orientierungssystem für Besucherinnen und Besucher.
Die Kosten für Entwicklung und Realisierung der MTB-Route belaufen sich auf rund 50.000 Euro. Das Projekt wird zu 50 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und zu 30 Prozent mit Landesmitteln sowie zu 20 Prozent aus Eigenmitteln des RVR gefördert. Die Gesamtkosten aller Maßnahmen betragen rund 1,5 Mio. Euro.
Zahlreiche Trails spicken die Haard und es gibt auch einen legalen Rundkurs für Mountainbikes. Wir belassen es heute aber dabei, größtenteils die Waldautobahnen zu befahren. Es ist Feiertage in NRW und ich hätte tatsächlich nicht gedacht, dass es heute so voll im Wald ist.
Eigentlich hatte ich die Tour hier in der Haard mit mehr Trails geplant, aber wir hatten da ein kleines Abstimmungsproblem. Meine Frau hatte die erste Version der Tour heruntergeladen und da waren eben noch keine Trails drin. Da sie hauptsächlich voranfuhr, sind wir eben diese Route gefahren. Aber schön war es dennoch, denn die Haard hat auch auf der Waldautobahn eine ganze Menge zu bieten. Also gerne mal nachfahren und selber ein Bild machen.
Die Haard bietet ja unheimlich viele Möglichkeiten, sich frei zu bewegen und doch immer wieder auf meine geplante Tour zu kommen. Also einfach mal als Vorlage nutzen und auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Die Haard liegt zwischen Haltern im Norden, Recklinghausen im Süden, während Marl im Westen und Olfen im Osten die Grenzen bilden. Die Haard ist mit 5.500 ha ist neben der Hohen Mark ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Bevölkerung der Region und des nahen Ruhrgebietes. Das Waldgebiet bietet ein reichhaltiges Angebot für Wanderer, Jogger, Radfahrer und Reiter. Die insgesamt 34 ausgewiesenen Rundwanderwege mit einer Gesamtlänge von 157,8 km erschließen hervorragend das Waldgebiet. Die Haard verfügt mit 95 km Länge über ein ausgiebiges Reitwegenetz, in Verbindung mit den Reitwegen der Hohen Mark stehen 170 km Reitwege zur Verfügung.
Ein Besuch des Waldspielplatzes bei Flaesheim ist ein Highlight für die ganze Familie. Auf dem Dachsberg findet sich die sagenumwobene Fabelwelt der Haard auf einer Fläche von 4.000 Quadratmeter wieder. Hier können die Kinder in die Sagenwelt der Riesen, Elfen und Zwerge eintauchen. Der im Süden gelegene Stimberg bildet mit 157m. über NN die höchste Erhebung.
Eichen- und Buchenwälder bestimmten früher das Waldbild dieses Gebiet zwischen Emscher und Lippe. Heute dominieren ausgedehnte Kiefernwälder die Haard. Daneben findet der Besucher hier noch einige größere Birken- , Roteichen- und vereinzelt alte Eichenbestände.
Im August diesen Jahres bin ich das erste mal die 42 km des MTB-Trails „Haard on Tour“ auf dem Einrad gefahren. Bei meiner ersten Tour war der sandige Waldboden eine Herausforderung für das Einrad und seinen Fahrer. In den letzten Tagen hat es hier jedoch regelmäßig geregnet. Der Waldboden hat das Wasser dankend aufgenommen, aber an der Oberfläche ist es schnell abgetrocknet. Somit ist der Boden relativ fest, aber mit einigen Ausnahmen nicht besonders matschig. Waldarbeiter haben mit ihren großen Forstmaschinen jedoch tiefe und breite Spuren hinterlassen.
Dadurch, dass ich werktags vormittags unterwegs bin, begegne ich kaum Spaziergängern oder MTB-Fahrer*innen. Damit behinderten man niemanden auf der Strecke und kann auch sein Einrad einfach mal mitten auf den Weg platzieren und in Ruhe ein Foto machen. Der Regen hat seine Spuren hinterlassen und auf dem naturnahem Trail ist alles stets im Wandel. Wurzelfelder, die beim ersten Mal noch für einen ungeplanten Abstieg sorgten, gleiten unter mir weg.
Im Gegensatz zu werktags ist sonntags in der Haard deutlich mehr los. Bei durchschnittlichen 14° C biege ich wieder auf den MTB-Trail. Dieses Mal soll es der östliche Teil der Strecke mit dem Dachsberg werden. Zu Beginn gleich der geschotterte Weg quer durch die Haard. Der Begriff „Waldautobahn“ trifft es hier ziemlich gut, denn es waren reichlich Wanderer und Zweiradfahrer*innen unterwegs. Auch später auf dem Trail soll es mehr Begegnungen geben, aber der Umgang ist auf beiden Seiten respektvoll und ab und an kommt man ins Gespräch.
Die Haard bietet neben dem MTB-Trail noch ein sehr dichtes Netz an Waldwegen und ist damit eine gute Alternativ zu meinen Runden auf der Halde Hoheward.
Es sollte am Besten ein Spot in der Nähe sein, ohne großes Verletzungsrisiko, aber doch mit einem gewissen Anspruch. Dauert keine 60 Sekunden, da landet mein Finger auf dem Eintrag mit dem neuen 42 km langen offiziellen Rundkurs in der Haard. Die offizielle Eröffnung durch den RVR der auch als „Haard on Tour“ (HOT) betitelten Strecke war für den 28.3.2020 geplant. Bis C19 den Veranstaltern einen Strich durch die Planung machte. Da mir die Haard grundsätzlich als abwechslungsreiches Terrain bekannt ist - immerhin eine Gesamtwaldfläche von ca. 5.500 Hektar mit Erhebungen bis 157 Metern - und dem Wissen, dass auch die komplette Beschilderung der neuen Runde bereits angebracht ist, spricht vieles für den morgendlichen Selbstversuch.
Der eigentliche Start erfolgt in meinem Fall beim Wanderparkplatz am Restaurant Mutter Wehner. Eine Übersichtstafel zur Runde ist dort aktuell nicht vorhanden, aber die erste Markierung mit dem Hinweis „Zuweg zum Rundkurs“ ist schnell gefunden. Über diesen Zuweg gelangt man unkompliziert zum Einstieg in die Runde und ich gehe davon aus, dass es von den anderen Wanderparkplätzen rund um die Haard ähnlich gut funktioniert. Insgesamt ist die Beschilderung auf dem kompletten Streckennetz sehr gut, auch wenn ich bereits nach gut 2 km einen Abzweig verpasst habe.
Im Wald geht es zumeist über relativ breite Wege mit ebenem Belag und wenigen Wurzeln. Hin und wieder wird es etwas schmaler, gefühlt sind aber meiner Meinung nach mehr als 80 % Waldautobahn. Was grundsätzlich kein Kritikpunkt ist, denn diese Art von Streckenführung gibt es auch im Sauerland oder in Österreich. Man sollte sich dessen nur vorher bewusst sein. Die zu bewältigen Hügel mit den anschließenden Abfahrten sind bei guter Grundkondition problemlos zu bewältigen. Insgesamt werden keine fahrerischen Skills benötigt, die gesamte Runde bewegt sich auf dem S0-Niveau der Single-Trail-Skala. Auch das sollte man vorher wissen, bevor man mit seinem 170 mm-Hobel eine sportliche Herausforderung der Federelemente erwartet. Ein klassisches XC-Revier also.
Wer sich in der Haard auskennt, wird wahrscheinlich andere Routen fahren, Komoot und Co. bieten da unzählige Alternativen. Die Locals vom Verein Haardbiker sind ebenfalls eine gute Adresse für Ortsunkundige. Wer von außerhalb kommt, z.B. aus dem Bergischen Land oder aus dem östlichen Ruhrgebiet, wird eine Anfahrt in die Haard wahrscheinlich einer Runde vor der Haustür gegenüberstellen.
Zusammenfassung
Alles in allem bietet die Haard eine abwechslungsreiche Mountainbike-Strecke mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Streckenführungen. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, hier findet jeder die passende Herausforderung. Die gute Anbindung und die schöne Natur machen die Haard zu einem attraktiven Ziel für Mountainbiker.
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