Mountainbike Strecken in Duisburg: Trails und mehr im Ruhrgebiet

Auch wenn das Ruhrgebiet sicherlich nicht zu den führenden Mountainbike-Regionen in Deutschland zählt, finden Mountainbiker:innen hier dennoch einige spannende und auch überraschende Trails.

Legale Mountainbike Trails im Ruhrgebiet

Zu den offiziellen und komplett legalen Mountainbike Trails im Ruhrgebiet gehören:

  • der leichte und auch gut für Familien geeignete Rundkurs „Haard on Tour“ mitten durch das größte Waldgebiet des Ruhrgebiets,
  • aber auch die flowigen Trails über die Halde Hoheward oder der Brammen.Trail auf den Halden Schurenbach und Eickwinkel.

Für anspruchsvollere Enduro-Biker:innen laden die Trails auf der Halde Hoppenbruch und tief im Westen auf der Halde Norddeutschland dazu ein, die Federwege der Bikes zu fordern und auch Airtime zu genießen.

Einige dieser Trails lassen sich auch wunderbar auf einer abwechslungsreichen Tagestour miteinander verbinden. Neben intensivem Trailspaß erwarten Euch dann auch erlebnisreiche Sehenswürdigkeiten und beeindruckende Industriekultur, ergänzt durch manch kulinarische Genüsse am Wegesrand.

Der legendäre Ruhrpott-Cross verläuft quer durch das radrevier.ruhr von Duisburg nach Dortmund und auch die Haldenlandschaft wurde mit ihren Trails schon von einigen MTB-Magazinen als Geheimtipp für Mountainbiker:innen beschrieben.

Trails im Ruhrgebiet für mehr Stollenprofil

Jeder der fünf Trails hat dabei einen ganz eigenen Charakter und spricht auch eine unterschiedliche Zielgruppe an - von der lockeren Einsteigertour bis hin zur heißblütigen Enduro-Abfahrt ist alles dabei.

Konflikte zwischen Wanderern, Joggern, Hundebesitzern, Radlern, E-Bikern, etc. nehmen laut Medienberichten massiv zu.

Vor allem Neulinge in der Sportart fallen hin und wieder negativ auf und es wird viel zu schnell auf die breite Masse verallgemeinert.

Haard on Tour

Die Haard on Tour ist eine 42 Kilometer lange Rundtour durch die Haard, dem größten Waldgebiet im Ruhrgebiet. Ein intensiver Naturgenuss steht bei dieser Tour also klar im Fokus.

Die Runde verläuft über „offene“ Wege, sodass Ihr auch mit Wanderern oder Gegenverkehr rechnen müsst. Der Trail ist kleeblatt-ähnlich angelegt, sodass Ihr die Tourenlänge auch leicht verkürzen könnt.

Durch die Ausschilderung lässt sich die Runde auch ohne Navi fahren, wobei ich Euch im Wald immer eine digitale Navigation empfehlen würde.

Brammen.Trail

Der für mich spannendste Trail, der in diesem Jahr eröffnet wurde, ist der Brammen.Trail! Der Trail ist über weite Teile ausschließlich für Mountainbiker vorgesehen und als Einbahnstraße angelegt.

Dennoch sollte man immer mit Fußgängern rechnen, weil viele diese Wege einfach schon seit Jahren gehen und eine Art Gewohnheitsrecht für sich entwickelt haben.

Der Weg ist wunderbar verspielt mit vielen Wellen und netten Anliegern gestaltet und bietet für mich ungeheuren Fahrspaß. Einsteiger sollten die meisten Stellen auch gut fahren können, lediglich eine Abfahrtsstelle von der Halde Eickwinkel ist etwas steiler angelegt.

Crosscountry-Trail Halde Hoheward

Der „älteste“ Trail in dieser Aufzählung, der Crosscountry-Trail, verläuft über 6,7 Kilometer über die Halde Hoheward.

Ähnlich wie beim Brammen.Trail können auch hier Biker mit unterschiedlichem Können eine schicke Tour unter die Stollen nehmen. Die Höhenmeter bei dieser Runde sind schon überraschend wahrnehmbar.

Wer kein Supersportler ist und drei Runden auf dem Trail dreht, weiß am Abend durchaus, was er getan hat.

Halde Hoppenbruch

Ihr wolltet schon immer mal ein E-Mountainbike ausprobieren? Die bisherigen Tipps waren Euch zu langweilig? Dann werdet Ihr sicherlich auf der Halde Hoppenbruch direkt neben Hoheward fündig.

Der blaue Trail ist auch für „normale“ Mountainbiker mit etwas Erfahrung gut fahrbar, aber es wird schnell deutlich, dass sich hier eher Leute mit entsprechenden Federwegen und Protektoren wohlfühlen, die ein wenig Airtime suchen.

Die Jump-Line bietet hier das passende Potential. Gerade am Wochenende tummeln sich auch viele Auswärtige auf der Halde, denn die Enduro-Strecken sind auch über das Ruhrgebiet hinaus gut bekannt und beliebt. Anfänger haben auf diesen Trails eher weniger zu suchen.

Sparkassen-Trail Halde Norddeutschland

Ganz frisch wurde in diesem Spätsommer der Sparkassen-Trail auf der Halde Norddeutschland offiziell eröffnet. Der blaue Trail wird eigentlich von niemandem gefahren und ist dementsprechend auch eher schlecht gepflegt.

Als klassischer Natur-Trail ist er aber dennoch gut fahrbar. Jedoch kann es hier auch mal vorkommen, dass manch ein Biker den Weg als Bergauf-Variante nutzt.

Der rote Trail wird wohl am häufigsten befahren und ich gebe zu, dass ich hier ohne Protektoren klar underdressed war. Zwar kann man die heftigsten Sprünge auch immer umfahren, aber dann macht der Trail auch nur bedingt Spaß.

Wenn Ihr Euer Bike entsprechend beherrscht und die notwendige Ausrüstung habt, werdet Ihr hier sehr viel Spaß in der Luft haben.

Trail Kombinationen

Natürlich kann man diese Trails auch wunderbar miteinander kombinieren. Ok, zwischen den Halden geht es dann halt auch mal etwas ruhiger auf breiteren Wegen zu, dieser Kompromiss sollte jedem klar sein.

Los geht´s an der Zeche Ewald direkt über den Crosscountry-Trail und anschließend hoch auf die benachbarte Halde Hoppenbruch mit der blauen Abfahrt.

Am Rhein-Herne-Kanal könnt Ihr Euch kurz entspannen und passiert dabei mit dem „Singing Mountain“ eine der für mich skurillsten Haldenerlebnisse des Ruhrgebiets.

Schließlich sorgt der Brammen.Trail für das nächste Mountainbike-Highlight und Grinsen im Gesicht. Ein klassischer Wald-Trail führt Euch über eine stillgelegte Bahntrasse zur Halde Ostermann mit bestem Blick zum Tetraeder.

Entlang des Rotbachs könnt Ihr Euch auf ein entspanntes Walderlebnis freuen und erklimmt mit der „Hühnerheide“ eine letzte kleine Halde, bevor Ihr durch den Duisburger Norden zum Landschaftspark Duisburg-Nord radelt und dabei nochmal tief in den „Pott“ eintaucht.

Natürlich könnt Ihr diese Tipps ganz einfach auch digital nachradeln. Entweder schaut Ihr mal in unserer Komoot-Collection für Mountainbiker vorbei oder Ihr verwendet direkt die GPX-Daten im Infokasten.

Duisburg: Mehr als nur Industrie

Auch wenn Duisburgs Stadtbild in manchen Ecken immer noch von der Eisen- und Stahlindustrie geprägt wird, ist es hier sehr viel grüner und idyllischer, als es sich so mancher ausmalt. Neben der Vielzahl an Grün- und Parkanlagen, Wäldern und Naherholungsgebieten, ist es aber gerade der Kontrast aus Industriekultur und Natur, der Duisburgs Landschaftskulisse so einmalig macht.

Wie sich die Natur in vielen der alten Industrieanlagen ihr Terrain zurückerobert, ist spektakulär und zeigt, wie sehr die ganze Region im Wandel ist.

Auch der Rheinpark in Duisburg-Hochfeld zählt zu meinen absoluten Lieblingsspots in der City, wenn ich gerne draußen im Grünen Zeit verbringen möchte. Was für eine Idylle aus den alten Industrieflächen geschaffen wurde, ist unbedingt sehens- und erlebenswert.

Was du ebenfalls nicht verpassen solltest, sind die bunt bemalten Graffiti und Streetart-Werke an den ehemaligen Erzbunkern im Park. Das ist nicht nur eine Top-Location für kreative und witzige Fotos, direkt daneben bzw. dahinter kannst du auch sportlich aktiv werden.

Der Landschaftspark Duisburg-Nord

Eine Tour durch den Landschaftspark Duisburg-Nord ist ein absolutes Muss - egal, ob du wie ich zu den Locals gehörst, oder aus einer anderen Region in Deutschland zu Besuch bist. Ich war schon so oft hier unterwegs und entdecke jedes Mal wieder neue, coole Spots und spannende Fotomotive.

Viele Besucher nehmen sich meistens nur Zeit für das stillgelegte Hüttenwerk selbst und machen vielleicht noch einen Abstecher auf die Aussichtsplattform des ehemaligen Hochofen 5. Natürlich sind das absolute Highlights, die du nicht verpassen solltest.

Eine ausgedehnte Wanderung durch den gesamten Landschaftspark-Nord ist ohne Zweifel ein Erlebnis, dass dir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Dabei siehst du die Hochofenkulisse aus völlig neuen Perspektiven und bekommst ein Gespür dafür, wie vielfältig, kreativ, sportlich und kulturell das frühere Industrieareal genutzt wird.

Aber auch in der Umgebung des Landschaftsparks lohnt sich eine Fortsetzung der Tour.

Mountainbike-Tour durch den Duisburger Süden

Wenn du Lust auf eine richtig ausgedehnte Mountainbike-Tour hast und dich mit eigenen Augen davon überzeugen willst, wie grün es in der Stadt ist, führt kein Weg am Duisburger Süden vorbei. Hier warten jede Menge tolle Trails, idyllische Wald- und Schotterwege darauf, mit dem Mountain- oder Gravelbike erobert zu werden. Und es geht ganz schön auf und ab, wie es wohl die wenigsten in einem Wald mitten im Ruhrpott erwarten würden.

Vom Aussichtspunkt im gepflegten Park am Kaiserberg hast du einen großartigen Weitblick und kannst bis hinüber zur Hochofenkulisse des Landschaftsparks schauen.

Durch den Uhlenhorst und die Waldidylle des Rottbachtals, erreichst du bald den Entenfang - einen Baggersee mit Kultstatus.

Das Finale meiner liebsten Mountainbike-Tour in Duisburg leitet schließlich die Sechs-Seen-Platte ein. Die grüne Oase ist für mich mit Abstand das schönste Naturparadies, das Duisburg auf Lager hat. Den besten Blick auf die sechs miteinander verbundenen Seen genießt du vom stählernen Aussichtsturm am Wolfsberg.

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