Mountainbike Test bis 700 Euro: Geländetaugliche Spaßgeräte für Einsteiger

Unser Sport gilt als elitär: Nicht wenige von uns sind dem Materialfetischismus erlegen. Schließlich ist es nicht zuletzt auch das Zusammenspiel von rauer Natur und filigraner Technik, das den Reiz am Biken ausmacht. Schnell kostet das Sportgerät mehr als 2000 Euro, die Einsteigerbikes werden nicht mehr beachtet. Zu Unrecht.

Denn in puncto Preis-Leistungs- Verhältnis sind manche Billigheimer wahre Könige - und zwar gerade die Hardtails in der Billigpreisklasse. Dabei sind sie im Prinzip genauso vielseitig wie doppelt so teure Pendants. Ob Feierabend-Runde, Stadtbummel, Moser-Tour am Wochenende oder das erste Cross-Country-Rennen - alles kein Problem. Geländetaugliche Spaßgeräte gibt es schon für 700 Euro. Das zeigt der Megatest mit 12 Hardtails der Einsteigerklasse. Die Tester kamen mit vielen positiven Eindrücken von den Testrunden zurück.

Rahmen: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die Rahmen der getesteten Bikes sind so individuell wie deren Lackierungen. Dreifach konifizierte Rohre, profiliertes Unterrohr, quer ovalisiertes Oberrohr - die Hersteller in unserem Test geben sich Mühe, aus der Masse herauszustechen. Und dennoch spürt man auf dem Trail nichts davon. Nicht einmal im Wiegetritt ließen sich Unterschiede in der Steifigkeit herausfiltern. Auf die Messung der Rahmensteifigkeit verzichteten wir daher in diesem Test.

Unterschiede dagegen im Gewicht: Je nachdem, ob die Rohre zwei- oder dreimal ihre Wandstärken verändern, wiegt das ein oder andere Chassis bis zu 300 Gramm weniger. Wirklich entscheidend sind aber die Unterschiede in den Rahmengeometrien.

Überraschende Größenvielfalt

Während Highend-Hardtails oft nur in den vier gängigsten Größen erhältlich sind, gibt es Einsteiger-Bikes in bis zu acht Rahmenhöhen. Und manchmal sogar noch in speziellen Frauenversionen. Der Grund: Die Spar-Hardtails sind der Verkaufsrenner in den Bikeshops. Und deshalb lohnt es sich für den Hersteller, die verschiedensten Größen zu produzieren. Sparen muss also nicht immer verzichten heißen.

Federgabel: Das Herzstück des Mountainbikes

Viel mehr als der selbst entwickelte Rahmen entscheidet ein Zulieferer-Teil über die Fahreigenschaften der Hardtails: die Federgabel. Ohne sie wäre ein Mountainbike schließlich nur bedingt geländetauglich. Manche Gabeln erzeugten jedoch einen nie zuvor gekannten Klangteppich.

Eleglide F1: Ein Beispiel für ein günstiges vollgefedertes E-MTB

Das E-Mountainbike Eleglide F1 kostet nur 700 Euro und bietet dennoch dank Vollfederung, Klappmechanismus und 21-Gang-Schaltung mehr als viele deutlich teurere E-MTBs.

Trotz der fehlenden Straßenzulassung handelt es sich bei dem Eleglide F1 um ein besonders spannendes Modell. Denn es ist für einen Kaufpreis von 700 Euro sehr gut ausgestattet. Es hat sowohl vorne als auch hinten eine Federung. Außerdem bietet es trotz großer 26-Zoll-Reifen einen Klappmechanismus.

Aufbau und Optik des Eleglide F1

Wie bei online bestellten E-Bikes üblich, muss auch das Eleglide F1 vor der ersten Fahrt zusammengebaut werden. Wir benötigen dafür etwa 1,5 Stunden. Das Werkzeug liegt bei. Zunächst setzt man das Vorderrad ein und schraubt den Lenker fest. Bei den Pedalen gilt es auf die kleinen Aufkleber zu achten. Denn eines ist für die linke und eines für die rechte Seite vorgesehen. Zu guter Letzt will das Frontlicht sowie ein kleiner Bügel zum Schutz der hinteren Gangschaltung montiert werden.

Optisch gefällt uns das 22 Kilogramm schwere Pedelec gut. Es wirkt dank dicker Reifen und sportlicher Geometrie, die sich auch für größere Fahrer eignet, vergleichsweise schick und hochwertig.

Fahreigenschaften und Akku

Der 250-Watt-Motor sitzt am Hinterrad und schiebt das Fahrrad auf der höchsten der fünf Stufen ordentlich an. Etwas ärgerlich finden wir, dass das Eleglide F1 beim Neustart stets mit der untersten Stufe beginnt, die der Fahrer dann erst an der Steuereinheit hochregeln muss.

Der im Rahmen versteckte Akku ist mit einem Schlüssel gesichert und funktioniert nur, wenn der Schlüssel auch steckt. Er hat eine Kapazität von 374,4 Wattstunden. Eleglide gibt im Unterstützungsmodus eine Reichweite von 85 Kilometern an.

Fazit zum Eleglide F1

Wir sind beim Test des Eleglide F1 überrascht, wie viel das E-MTB für seinen schlanken Preis bietet. So funktioniert seine Fully-Federung gut, auch wenn der Federgabel eine Dämpfung fehlt. Die Optik ist grandios und der Klappmechanismus sucht bei einem ausgewachsenen E-Bike seinesgleichen. Allerdings knarzt das Mittelscharnier etwas. Die Steuereinheit ist rudimentär und wir vermissen die Anzeige einer Geschwindigkeit. Der Motor ist mit 250 Watt ausreichend stark und arbeitet sowohl im Unterstützungsmodus als auch im vollelektrischen Modus zuverlässig. Pedale, Klingel, Licht und Schutzbleche verrichten ihren Dienst erwartungsgemäß.

Touroll U1: Ein weiteres günstiges E-Mountainbike

Das Touroll U1 E-Mountainbike bietet erstaunlich viel E-Bike für wenig Geld: Für unter 700 Euro bekommst Du ein 29-Zoll-MTB mit einer verlässlichen Shimano Tourney 3 x 7 Gang-Schaltung, einem Motor mit 45 Nm Drehmomentund guter Reichweite, auch bei sportlicher Belastung im Gelände.

Motor, Schaltung und Bremsen

Der Motor des Touroll U1 leistet 45 Nm Drehmoment und unterstützt in drei Stufen bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h. Das Touroll U1 ist mit der Shimano Tourney 3 x 7-Gang-Schaltung ausgestattet, die sich für ein Rad dieser Preisklasse erstaunlich gut macht.

Ein Punkt, der mir von Anfang an aufgefallen ist, sind die Bremsen: Sie brauchen definitiv Zeit, um sich „einzubremsen“. Erst nach rund 100 km fühlten sie sich sicher und griffig an. Auch danach liefern sie eine solide Bremsleistung, wobei sie im Vergleich zu hydraulischen Systemen etwas schwächer abschneiden.

Fahrkomfort und Fazit

Mit den 29-Zoll-Rädern und einer soliden Rahmengeometrie fährt sich das Touroll U1 recht komfortabel. Die Sitzposition ist angenehm aufrecht, was längere Touren weniger ermüdend macht und Dir zugleich genug Kontrolle auf dem Trail gibt. Das Handling des Bikes ist gutmütig und berechenbar.

Das Touroll U1 E-Mountainbike ist ein Preis-Leistungs-Kracher für alle, die ein solides Einsteiger-E-Bike suchen und dafür nicht allzu tief in die Tasche greifen möchten.

Günstige MTB Hardtails im Überblick

Günstige MTB Hardtails werden oft als Einsteiger Mountainbikes bezeichnet. Sie kosten wenig und sind robust. Mountainbike Anfänger sind häufig von den Preisen für Bikes geschockt.

Klassische Einsteiger Hardtails

Klassische Einsteiger Hardtails haben 100 Millimeter Federweg an der Gabel. Diese Bikes sind mit gut rollenden Reifen und relativ niedrigem Gewicht auf Vortrieb getrimmt. Lange Anstiege oder Touren mit 50 Kilometer und mehr sind mit diesen Bikes kein Problem. Außerdem lassen sie sich auch super im Alltag zum Pendeln oder für den Weg zur Arbeit einsetzen.

Allround Hardtails

Seit dem Jahr 2022 nimmt der Trend rund um die Allround Hardtails richtig Schwung auf. Neben Canyon und Cannondale haben auch Marken wie Rockrider, Cube oder Whyte erkannt, dass der Einsatzbereich von klassischen Einsteiger Bikes zu spitz für die meisten Menschen ist.

Trailhardtails

Trailhardtails sind die radikalsten Mountainbikes ohne gefederten Rahmen. Mit wuchtigen Federgabeln und Reifen aus dem Enduro Segment schrecken sie vor keiner Abfahrt oder keinem Sprung zurück. Sie sind besonders robust gebaut und wiegen meist deutlich über 12,5 Kilo.

Als Fazit zu den Trailhardtails lässt sich sagen: Sie sind super robust und maximal auf Fahrspaß bergab getrimmt. Vor allem für jugendliche Trail-Liebhaber mit geringem Budget sind sie eine gute Wahl.

Mountainbikes unter 600 Euro

Ganz ehrlich: Unter 600 € können wir nur die wenigsten Mountainbikes für den sportlichen Einsatz empfehlen. Bikes in dieser Preisklasse sind super zum Pendeln oder für den Alltag, kommen aber schon auf leichten Trails an ihre Grenzen.

Mountainbikes bis 1500 Euro

In der Preisklasse bis 1500 € wird es bereits sportlich. Hochwertige Schaltungen von Shimano oder Sram und gut funktionierende Fahrwerke gehören in dieser Preisklasse zum guten Ton. Ein Alpencross ist nicht ausgeschlossen. Ausgedehnte Touren mit leichten Singletrails machen mit diesen Bikes richtig Spaß.

„Die aktuellen Einsteiger Hardtails bis 1500 € können sich sehen lassen. Anstatt faden Einheitsbrei, hält die Industrie ein vielfältiges Angebot für unterschiedlichste Einsatzzwecke bereit. Vor allem der noch junge Trend zu den Allround Hardtails dürfte viele Mountainbike Anfänger ansprechen.

Empfehlenswerte Modelle unter 1500 Euro

Modell Vorteile Nachteile Preis (ca.)
Eleglide M2 Tolles Gesamtpaket, großer Akku, starker Motor, hydraulische Bremsen Motor reagiert verzögert, kein Hecklicht, Kabelmanagement 799 Euro
Telefunken Aufsteiger M925 Starker Mittelmotor, gute hydraulische Scheibenbremsen, schickes Design Schweißnähte bisweilen optisch unschön 1383 Euro

Das beste Verhältnis aus Preis und Leistung bietet das Eleglide M2. Es darf auch ein paar Euro mehr kosten? Dann könnte das Telefunken Aufsteiger M925 mit Mittelmotor das E-Bike der Wahl sein.

Fazit

Geringer Klau-Faktor in der Stadt, robuster beim Transport als ein hochgezüchtetes Racebike und leichter als ein Freerider - die Spar-Hardtails überzeugen mit diesen Qualitäten. Und auch der Spaß bleibt mit ihnen nicht auf der Strecke. Was braucht man mehr?

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