Mountainbike Tour Alpenüberquerung: Planung und Tipps

Die Alpen mit dem Mountainbike zu überqueren ist eine sportliche Herausforderung und ein großartiges Naturerlebnis. Dieser Artikel bietet Ihnen Rat und Tipps für die Planung und Durchführung Ihrer eigenen MTB-Transalp.

Die Wahl der Route

Es gibt hunderte verschiedene Routen über die Alpen, und die Wahl der passenden Route kann gerade für Transalp-Neulinge eine Herausforderung sein. Am Anfang steht immer die Grundsatzfrage: geführte Tour oder selbst entworfene Route? Achten Sie darauf, dass die Tour möglichst viele der Highlights enthält.

Für andere wiederum liegt genau in der Vielfalt der Möglichkeiten der Reiz: Es gibt in den Alpen praktisch keinen Weg, keinen Pass und keinen Trail mehr, der noch nicht befahren wurde. Im Vergleich zu früher vereinfacht das die Planung immens.

Sollten Sie den Pfad der Selbstplaner einschlagen, müssen Sie schon lang nicht mehr Andi Heckmair, Uli Stanciu oder Achim Zahn heißen, um eine spannende Route zu finden. Die Alpenpioniere haben jeden Weg noch ausprobieren müssen - trotz bester Kartenkenntnis. Heute ist nahezu jeder Pfad auf seine Fahrbarkeit geprüft und wird auf Web-Seiten wie YouTube zur virtuellen Mitfahrt angeboten.

Klassische Alpenüberquerungen beinhalten oft folgende landschaftliche Highlights:

  • Das große Karwendeltal
  • Pfitscherjoch im Zillertal und dem legendären Brennergrenzkamm
  • Die bleichen Dolomiten
  • Der Bernina
  • Das Val d’Uina
  • Das Val Mora im Val Müstair
  • Das 2895 Meter hohe Eisjöchl
  • Der Passo Bregn da L‘Ors
  • Der malerische Gardasee

Es gibt aber auch Transalp MTB Routen für leichtes Level und mittleres Level. Der Partner/in oder ein Freund/in möchte Sie mit einem E-Mountainbike auf der Transalp begleiten? Dann wählen Sie eine unserer E-MTB & MTB Mixed-Transalp. Diese Touren sind für Freunde oder Partner konzipiert, die unterschiedlich "motorisiert" sind und die trotzdem gemeinsam eine Alpenüberquerung meistern wollen. Zusammen starten, zusammen biken, zusammen die Etappe beenden.

Geführte Tour oder Selbstplanung?

Der Weg über den Veranstalter ist im Prinzip leicht. Im Schnitt sind dafür 1100 Euro fällig. Trainieren müssen Sie natürlich selbst, und eine Ausrüstung brauchen Sie auch noch. Um alles andere kümmern sich jedoch die Guides. Für Biker mit wenig Zeit, geringer alpiner Erfahrung oder fehlenden Mitstreitern ist die geführte Tour die beste Wahl.

Doch Sie müssen sich nicht nur um die Route und die Navigation kümmern, Sie müssen auch Unterkünfte buchen, Gepäcktransport und Rücktransfer organisieren. Dazu gibt es Bücher, Roadbooks und Touren-Portale im Internet mit komplett fertig erstellten Routen - dank GPS kann man damit direkt losfahren. Und unterm Strich kommen Sie mit einer selbst organisierten Alpenüberquerung rund 400 Euro günstiger als mit einer geführten.

Leichte Transalp-Routen

Weniger als 1000 Höhenmeter am Tag und keine fahrtechnischen Schreckmomente - an eine leichte Alpenüberquerung können sich auch Einsteiger wagen. Keine ewigen Auffahrten, keine verblockten Trails - eine leichte Alpenüberquerung führt auf Schotter und Asphalt sanft durch die Täler. Transalp-Einsteiger und Mountainbiker, die schnell ans Ziel kommen wollen, tummeln sich auf diesen Routen. Ihr Vorteil: Im Tal schmilzt der Schnee deutlich früher als oben auf den Passübergängen. Statt bis Ende Juni warten zu müssen, kann man hier oft schon Ende April eine Ausfahrt gen Süden starten oder noch spät im Herbst die Seite wechseln.

Die Auswahl an leichten Transalp-Routen ist allerdings sehr gering: Es gibt eigentlich nur die Via Claudia und die Pista del Sole. Auf beiden Traversen herrscht jede Menge Radl-Verkehr - Mountainbiker teilen sich die Strecken mit Trekkingbikern.

Beispiele für leichte Transalp-Routen:

  • Via Claudia Augusta: 345 km / 3857 hm / 5 Etappen. Von Ehrwald durchs Lechtal, Inntal und Etschtal auf leichten Radwegen an den Gardasee.
  • Pista del Sole: 415 km / 4823 hm / 5 Etappen. Von München an den Gardasee.

Kurze Transalp-Routen

Kurz und knackig, aber gehaltvoll. Eine kurze Alpenüberquerung eignet sich für ein verlängertes Wochenende und konzentriert sich auf Highlights. Achtung: Kurz bedeutet nicht unbedingt leicht. Doch auch eine kurze Alpenüberquerung sollte über den Alpenhauptkamm führen, um gerade noch als "echte" Transalp durchzugehen. Auf einer kurzen Tour filetiert man also den anstrengendsten Teil einer Alpenüberquerung heraus.

Beispiele für kurze Transalp-Routen:

  • Landeck - St. Moritz: 170 km / 4300 hm / 3 Etappen.
  • St. Anton - Poschiavo: 187 km / 5567 hm / 4 Etappen.

Transalp-Routen für Enduro-Biker

Auch Enduro-Biker haben das Abenteuer Alpenüberquerung längst für sich entdeckt. Allerdings gibt es für sie neben großer Landschaft noch ein höheres Ziel: Es geht darum, möglichst viele, epische Trail-Abfahrten zu erleben. Langatmige Talroller und Höhenmeter, die mit dem schwereren Sportgerät zermürbend wären, werden dagegen, wo immer es geht, mit Lift und Shuttle abgekürzt.

Die Streckenführung mit Lift-Einbindung verlangt natürlich einiges mehr an Planung und Logistik. Daher bucht man diese Variante am besten beim Veranstalter. Wobei die Lift-Betriebe gerade in den Ski-Arenen wie Ischgl, Engadin oder Livigno inzwischen längst erkannt haben, dass mit Bikern gutes Geld zu verdienen ist. Nur sollten die Lifte natürlich auch sinnvoll in eine Transalp-Route passen. Im Hauptkamm wird es allerdings schwierig. Schiebe- und Tragepassagen bleiben einem hier nicht erspart.

Beispiele für Enduro-Transalp-Routen:

  • Von Ischgl zum Comer See: 335 km / 6450 hm bergauf / 13500 hm bergab / 5 Etappen.
  • Vom Mont Blanc zum Mittelmeer: 8 Tage, 18000 Höhenmeter bergab.

Planung der Unterkünfte

Die Planung der Unterkünfte wird häufig unterschätzt! Hier einige Hinweise, was Du Dir vorab überlegen solltest, wenn Du passende Unterkünfte für Deinen Alpencross suchst:

  • Welchen Anspruch hast Du an die Unterkunft?
  • Für welche Route hast Du Dich entschieden?
  • Wo buche ich meine Unterkünfte?
  • Im Voraus buchen oder kurzfristig?

Eine grosse Bitte: Wenn Du aus irgendeinem Grund Deinen Alpencross nicht antreten kannst: Bitte benachrichtige die Unterkünfte so früh wie möglich!

Ausrüstung

Die Wahl des richtigen Mountainbikes für Deine Alpencross Route hängt vor allem vom konditionellen und fahrtechnischen Anspruch ab. Pflicht in jedem Fall ist aber ein Bikecheck vor der Tour!

Die Ausrüstung sollte so leicht wie möglich sein. Maximal acht Kilo sollte der Rucksack (25-30 Liter reichen) für eine Transalp wiegen. Folgende Dinge sollten in den Rucksack (mit Regenhülle):

  • Hose, Oberteil, Unterwäsche für die (Hütten-)Abende
  • Regenjacke
  • Isolierende (Wärme-)Schicht
  • Erste-Hilfe-Set
  • Biwaksack für Notfälle
  • Smartphone, Lademöglichkeit
  • Karte digital und Papier
  • EC-Karte, Bargeld, Personalausweis
  • Ggf. Hüttenschlafsack
  • Energieriegel, Snacks
  • Funktionshandtuch
  • Duschgel/Shampoo
  • Zahnbürste und -pasta
  • Deo
  • Sonnencreme
  • Ohropax

Gerade Neulinge können auch eine geführte Tour in Erwägung ziehen - hier wird oft ein Gepäcktransport angeboten.

Vorbereitung

Das Training sollte zu Deiner Leistungsfähigkeit und zu Deiner gewählten Route bzw. dem Anspruch Deines geplanten Alpencross passen! Regelmässigkeit ist das Zauberwort! Lieber regelmässig feste Tage im Alltag einplanen als ein 2-wöchiges intensives Trainingslager zu absolvieren und danch wochenlang Pause einlegen.

Auch solltest Du mit dem Bike/Sattel/Griffen trainieren die Du auf Tour nutzen möchtest! Teste alles Material vor der Toru im Training! Andere Sportarten erweitern Dein Training und steigern die Freude an der Bewegung!

Regeneration ist das Zauberwort. Baue genügend Pausen in Dein Training ein und lege mal eine Sauna- Dehn - oder Yogaeinheit ein. Im schlimmsten Fall bist Du dann zu Deinem Alpencross krank statt fit. Achte auf Deine Ernährung!

Gefahren und Risiken

Dass das Wetter in den Bergen schnell umschlagen kann, ist kein Geheimnis. Daher sollte man auf alles vorbereitet sein: Hitze, Kälte und die damit verbundenen Gefahren von Hitzschlag oder Unterkühlung oder Gewitter genauso wie Schnee, der im Hochgebirge bis in den Sommer liegenbleiben kann.

Auch bei akribischer Planung kann es unterwegs zu Erschöpfung oder Überforderung kommen. Was tun? Generell sollte man von Beginn der Tour an dafür sorgen, nicht in einen Erschöpfungs- oder Überforderungszustand zu kommen.

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