Mountainbike-Trail Hochplatte: Schwierigkeit und Routen

Mountainbiken entwickelt sich immer mehr zu einer alpinen Spielart. Während viele Bergradler ihr Glück noch auf platten Forstpisten in Form von Höhenmetern und Kilometern suchen, sucht eine wachsende Biker-Gemeinde die Herausforderung in der Schwierigkeit der Abfahrt.

Die Gipfel der Berge, die dem Forstweg-Strampler nur als Hike & Bike-Tour möglich sind, werden zum Ziel dieser Bike-Bergsteiger. Naturgemäß bedeutet dies auch eine Weiterentwicklung der Fahrtechnik, die für viele »normale« Radler ungefähr so unvorstellbar ist wie für einen klassischen Langläufer, der im Tal eine Loipe bewandert, die Steilabfahrt durch eine 40-Grad-Rinne.

Beim Fahrradfahren stehen wir noch am Anfang dieser Entwicklung. So trifft man immer wieder Zeitgenossen, deren Fahrrad-Erfahrung sich auf das erfolgreiche Erreichen einer Eisdiele beschränkt, und die nun glauben, die Möglichkeiten eines Mountainbikes kompetent und allgemeingültig einschätzen zu können. Oder schlimmer noch: die sich ein Urteil über Sinn oder Unsinn einer Unternehmung anmaßen.

Es gibt verschiedene Routen zur Hochplatte, die sich in Schwierigkeit und Streckenführung unterscheiden. Hier werden einige Optionen vorgestellt:

Hochplatte (Chiemgauer Alpen)

Die Chiemgauer Hochplatte (1583m) ist ein recht schöner, recht leicht zu erreichender Gipfel mit toller Aussicht und Chiemsee-Blick. Der Weg ist nur am Gipfelaufstieg etwas steiler und kann bei Nässe rutschig sein, ansonsten laden mehrere Almen zur gemütlichen Einkehr ein.

Eine wenig bekannte, schöne Rundtour führt vom Wanderparklatz „Strehtrumpf“, die weitestgehend auf wenig frequentierten Wegen verläuft. Die Tour kann auch durch Nutzung der Hochplattenbahn stark verkürzt werden (400hm, 1h).

Routendetails:

  • Startpunkt: Wanderparkplatz Hochplattenbahn
  • Route: Abwärts Richtung Märchenpark - Grassau - Radweg Richtung Rottau - Adersberg - Forststraße zu Almen - Plattn-Alm - Sattel des Haberspitz
  • Höchster Punkt: Sattel des Haberspitz

Zusammenfassung:

Schöne, lange Rundtour mit schöner Aussicht und mehrfachen Einkehrmöglichkeiten.

Strehtrumpf-Route

  • Wegpunkte: Parkplatz Strehtrumpf (650m) - Hefteralm (980m, 1h) - Hochplatte (1583, 3h) - Staffnalm (1050m, 4h, bei Hochplattenbahn) - Parkplatz Strehtrumpf (5:30h)
  • Aufstieg: Weg „Nr. 4 Kampenwand, Hochplatte“ an der Alm Strehtrumpf vorbei in den Wald.
  • Abstieg: Forsttrasse bergab, später beschildert nach links bis zur „Staffnalm“ bzw. „Seilbahn“.

Nach der Einkehr an der Staffnalm folgen wir dem breiten Weg zur Bergstation der Hochplattenbahn, unter dieser halblinks durch auf steilem Forstweg in Serpentinen bergab. Wenn es etwas flacher wird folgen wir dem Abzweig nach links „Grassauer Almen, Strehtrumph“ bis zu einer Alm in einer Kurve.

Weitere Details zur Strehtrumpf-Route:

kmHöheBeschreibung
0542Parkplatz, Start. Die Dorfstraße nach Westen fahren. Nach 610m rechts in den Jägerweg abbiegen und diesem weitere 370m folgen, dabei alle Abzweigungen ignorieren. Bei den Häusern am Waldrand dem Wanderweg rechts Richtung Grassauer Almen folgen.
1,7643Geradeaus weiter bergauf fahren, den rechten Abzweig liegen lassen.
2,5766Links bergauf den Pfad fahren, NICHT geradeaus weiter und NICHT den Bachlauf überqueren.
3,3839Der Wanderweg trifft nach einem kurzen sehr steilen Stück auf die Forststraße. Dieser bergab (!) nach links folgen.
4,5727Rechts auf den Kiesweg abbiegen und bergauf fahren Richtung Kampenwand/Hochplatte.
6,51015In einer Linkskurve weiter auf diesem Weg Richtung Kampenwand/Hochplatte fahren. Alle Abzweigungen ignorieren und immer in dieser Richtung weiterfahren.
7,41133Geradeaus fahren, rechten Abzweig liegen lassen.
8,51315Plattenalm; dem Weg weiter bergauf folgen.
9,31421An einem Gatter erreicht die Forststraße ihren höchsten Punkt. Hier biegt auch der Wanderweg zur Hochplatte ab (noch 165Hm, ca. 20Min. zu Fuß). Weiterfahren zum bald sichtbaren Grassauer Haus.
10,41331Grassauer Haus. Nach der Pause fahren wir den gleichen Weg zurück zu Wegweiser Nr 7

Trail-Variante (****):

Wir fahren 750m zurück und biegen dann rechts auf den Wanderweg Richtung Marquartstein ab. Diesem Weg folgen wir 1,5km, bis er auf den Forstweg der Hauptroute trifft, dem wir nun nach links folgen Wegweiser Nr 12

kmHöheBeschreibung
13,51315Links abbiegen.
13,91277Von links trifft der Wanderweg der Trail-Variante auf den Forstweg . Weiter geradeaus auf dem Weg bleiben, dabei alle Abzweigungen ignorieren.
15,61025Im spitzen Winkel rechts abbiegen. Der Weg führt eine kurzes Stück bergauf Richtung Hefteralm. Nun immer auf diesem Weg in dieser Richtung beiben, bis die Hefteralm erreicht wird.
16,9890Hefteralm, Rastmöglichkeit. Weiter geht es am Almgebäude vorbei auf den Weg bergab.
18,9689Am Parkplatz rechts auf den kleinen Pfad Richtung Strehtrumpf abzweigen. Dieser führt nun ca. 500m bergauf, dann zweigt ein Pfad Richtung Grassau links ab - diesem bergab folgen.
20,3603Den Bach auf der Brücke überqueren und dem Weg Richtung Niedernfels folgen. Nach 50m zweigt links ein unscheinbarer Pfad vom Hauptweg ab - diesem nun folgen.

Hochplatte (Ammergauer Alpen)

Die Wanderung auf die Hochplatte (2082m) in den Ammergauer Alpen ist eine sehr lohnenswerte Rundtour, die tolle Einblicke Richtung Zugspitze und Garmisch Partenkirchen bietet. Abgerundet wird diese mit kleinen (aber gut gesicherten) Klettereien auf dem Gipfelgrad vor dem Gipfel, die etwas Schwindelfreiheit erfordern. Dann bietet sich jedoch ein wirklich beeindruckender Rundblick zu allen Richtungen.

Routendetails:

  • Ausgangspunkt: Ammerwaldalm (1090hm)
  • Route: Ammerwaldalm -> Roggentalsattel (1883hm) -> Fensterl (1916hm) -> Hochplatte (2082hm) -> Weitaljoch (1780hm) -> Ammerwaldalm (1090hm)
  • Gesamtgehzeit: ca. 5:00h - Aufstieg ca. 3:00h, Abstieg ca.

Aufstieg:

Vom Parkplatz gehen wir links der Ammerwaldalm vorbei und gleich wieder rechts und folgen dem Weg immer dem Weg neben dem idyllischen Bach, welcher nach kurzer Zeit über eine „interessante“ Holzbrücke“ die Seiten wechselt. Die sichtbaren Gumpen im glasklaren Wasser laden bei gutem Wetter zum Baden ein, wir haben aber unser Ziel bereits fest in Sichtweise und folgen dem Pfad ziemlich steil immer bergauf.

Nach ca. 1 Stunde erreichen wir eine Abzweigung. Hier geht es in beide Richtungen zur Hochplatte. Nicht Trittsichere sollten hier rechts gehen - wir wählen den kleineren Steig nach links (Westen) Richtung „Roggentalsattel“ und steigen weiter an. Zunächst durch Latschen, dann das Roggental-Kar hinauf auf festem, angenehm steigenden Pfad. Die steile Nordseite der Hochplatte haben wir dabei immer in unmittelbarer Sicht.

Nach gut 2h Gehzeit erreichen wir den Roggentalsattel (1883m) und halten und hier leicht rechts Richtung „Fensterl“ und der vor uns liegenden „Krähe“ (1972hm, einfache Bergtour, kann natürlich optional mitgenommen werden) und folgen dem Weg leicht aufsteigend immer weiter zum Fensterl, durch welches ein anderer Wanderweg heraufkommt. Dem Fensterl sollte man auch gleich einen Besuch abstatten (durch dieses dann aber bitte nicht durchgehen sondern zurück, Steig geht rechts bergauf weiter), um sich auf die jetzt vor einem liegenden kleinen Klettereien vorzubereiten.

Wir folgen dafür dem Weg (E4, Hochplatte) auf dem Grad Richtung Osten (Vorsicht: Bei der Aussicht auf Foggen-, Ammer-, Starnberger-See etc. gut auf die Tritte achten), ehe wir auf dem fast höchsten Punkt wieder steil absteigen (Stahlseil) und gleich danach wieder ums Eck aufsteigen (auch gut stahlseilgesichert). Ist dies gemeistert, hat man den Gipfel fest im Blick und folgt dem Grad bis zum Gipfelkreuz.

Abstieg:

Wir steigen auf dem markierten Wanderweg Richtung Osten ab. Der Weg führt nochmals auf einem etwas schmalen, aber gut gesicherten und leicht machbaren Grad entlang, eher der Weg wieder breiten wird und wir weiter absteigen.

Weitere Informationen

Meist wird die Hochplatte ab Marquartstein in ca. 2 1/2 Stunden bestiegen. Mit Hilfe der Hochplattenbahn (bis zur Staffn Alm) kann der Aufstieg um eine gute Stunde verkürzt werden.

Auch kann der Gipfel von der südlich gelegenen Oberauer Brunst-Alm über den Teufelstein erreicht werden, während Mountainbiker ab Marquartstein bis zur Piesenhausener Hochalm auffahren können.

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:Mit der Bahn bis nach Übersee oder Bernau am Chiemsee, von dort weiter mit dem Bus bis nach Rottau, Haltestelle Verkehrsamt.

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