Der Sommer naht und die Abenteuerlust steigt. Viele Autofahrer möchten ihr Fahrrad mit in den Urlaub nehmen. Doch wie transportiert man die Bikes am besten? Für den Biketransport mit dem Auto werden verschiedene Fahrradträgerlösungen angeboten. Egal, ob im oder am Pkw, moderne Transportlösungen wollen es besonders einfach machen. Wir zeigen euch die besten Tipps und Tricks rund um den idealen Fahrrad-Transport, damit ihr stressfrei auf die nächste Tour könnt!
Fahrradtransport: Innen oder außen?
Innen oder außen? Das ist die erste Frage. Ein externer Fahrradträger ist einfacher zu beladen, es bleibt mehr Platz für Gepäck und Insassen und der Dreck vom Bike bleibt draußen. Gut so, denn es einfach auf das Autodach zu legen und mit Spanngurten an der Reling festzuzurren, ist weder für Rad noch Auto eine sinnvolle Transportlösung. Bei der Frage der am besten geeignetsten Transportlösung scheiden sich die Geister und sie kann natürlich nicht pauschal beantwortet werden.
Trägersysteme im Vergleich
Für welches Trägersystem eine Entscheidung fällt, hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab: Für E-Bikes, schwere Räder oder häufige Nutzung ist der oft teurere Heckträger meist die bessere Wahl. Er schränkt allerdings je nach Ausführung die Nutzung des Kofferraums ein.
Für gelegentliche Fahrten mit leichten Rädern oder wenn keine Anhängerkupplung vorhanden ist, kann ein Dachträger sinnvoll sein. Dann ist zwar der Kofferraum frei zugänglich, dafür müssen die Räder höher gehoben werden. Zudem müssen Höhenbegrenzungen beachtet werden und die Fahrdynamik des Autos verändert sich.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Transportmethoden
- Dachträger: Bieten freie Sicht nach hinten und ungehinderten Zugang zum Kofferraum, erhöhen jedoch den Luftwiderstand und damit den Spritverbrauch. Zudem kann das Heben der Fahrräder aufs Dach umständlich sein.
- Fahrradtransport im Auto: Sind vor Wetter und Diebstahl geschützt und ideal für größere Fahrzeuge, beanspruchen jedoch Platz für Mitfahrer und Gepäck und bergen das Risiko von Verschmutzungen. Für spontane Ausflüge mit dem Rad in unseren Augen eine prima Möglichkeit - für den Sommerurlaub zu zweit hingegen aber oft schon ein Problem, wenn man nicht gerade einen Kastenwagen fährt.
- Heckträger: Sind kostengünstig, dafür jedoch kompliziert zu befestigen. Zudem beeinträchtigen sie den Zugang zum Kofferraum. Heckträger-Systeme sind verlockend, da überwiegend recht günstig in der Anschaffung - aber Systeme für den Kofferraumdeckel haben in unseren Augen nur Nachteile.
- Anhängerkupplungsträger: erleichtern das Beladen und haben kaum Einfluss auf den Luftwiderstand und den Spritverbrauch. Voraussetzung dafür ist jedoch eine vorhandene Anhängerkupplung, und das zusätzliche Gewicht kann die Fahrdynamik beeinflussen. Komfortabler geht es kaum: Hat dein Auto eine Anhängerkupplung, kannst du dir einen von vielen Fahrradträgern für ebendiese kaufen. Einfach den Träger auf dem Kugelkopf montieren, Fahrräder auf dem Träger festmachen - fertig.
Fahrradtransport im Auto: Ab in den Kofferraum
Einfach das Fahrrad in den Kofferraum schmeißen? Prinzipiell kein Problem. In modernen Kombis passen locker zwei Räder rein, oft musst du dann nur den Lenker um 90° eindrehen und die Rückbank umklappen. Gewichtslimits wie bei den anderen Trägern gibt's hier nicht, entscheidend ist die Zuladung deines Autos. Denn oft muss das Hinterrad raus, dass dann ordentlich gesichert auch irgendwo im Auto untergebracht werden soll. Auch dreckige Räder sind im Innenraum eine echte Sünde, auch wenn man sich hier mit Decken behelfen kann. Die Hürde, eine Fensterscheibe einzuschlagen, schätzen wir höher ein, als die meist rudimentären Schlösser von Heck- oder Dachträgern zu knacken.
Vorteile:
- kein Gewichtslimit für dein (E-)Bike
- kein Sprit-Mehrverbrauch
- in aller Regel Platz für zwei, oft auch drei Fahrräder
Nachteile:
- meist mit Teildemontage deines Rades verbunden
- nicht jeder Pkw hat geeignete Sicherungsmöglichkeiten
- meist drastisch weniger Platz im Innenraum
Fahrradtransport auf dem Dach
Früher war es die Transportmöglichkeit schlechthin: Fahrräderträger auf dem Dach. Die Vorteile liegen auf der Hand: sobald ein Auto eine Dachreling hat, kannst du dank Querstreben und Fahrradträgern auch sofort dein Rad mitnehmen. Aber auch Fahrzeuge ohne Reling können Querträger montieren, je nach Pkw-Hersteller gibt es hier entsprechende Lösungen für die Dachholme. Insgesamt ist die Mitnahme auf dem Dach gar nicht mal so teuer - jedenfalls im Vergleich mit modernen Trägern für Anhängerkupplung, und erst recht, wenn du eine nachrüsten müsstest.
Vorteile:
- Vergleichsweise kostengünstige Trägersysteme
- quasi für jedes Autodach geeignet
- in aller Regel Platz für zwei, oft auch drei Fahrräder
Nachteile:
- Rad muss je nach PKW in luftige Höhe hievt werden
- E-Bike-Mitnahme wegen Gewichtslimit nur bedingt möglich
- deutlicher Mehrverbrauch, windanfällig
Fahrradtransport auf der Anhängerkupplung
Komfortabler geht es kaum: Hat dein Auto eine Anhängerkupplung, kannst du dir einen von vielen Fahrradträgern für ebendiese kaufen. Einfach den Träger auf dem Kugelkopf montieren, Fahrräder auf dem Träger festmachen - fertig. Dank meist 60 Kilo Zuladung (einige können weniger, seltener mehr tragen) ist diese Transportform voll E-Bike-tauglich.
Vorteile:
- voll E-Bike-tauglich
- sehr komfortable Beladung
- geringer Sprit-Mehrverbrauch
Nachteile:
- teuer, besonders wenn Kupplung nachgerüstet werden muss
- je nach Modell eingeschränkter Kofferraumzugang
- meist auf zwei Fahrräder limitiert
Fahrradtransport auf dem Heck
Heckträger-Systeme sind verlockend, da überwiegend recht günstig in der Anschaffung - aber Systeme für den Kofferraumdeckel haben in unseren Augen nur Nachteile. Sie sind aufwendig zu installieren, können den Lack zerkratzen, haben eine eingeschränkte Zuladung und lassen dich nicht mehr an den Kofferraum. Wir würden von dieser Art des Transports für normale Pkw definitiv abraten.
Vorteile:
- teilweise günstige Trägersysteme
Nachteile:
- aufwendige Installation
- sehr hohe Kratzergefahr
- für E-Bikes quasi ungeeignet
- kein Kofferraumzugang
- eingeschränkte Sicht nach hinten
Sicherheitstipps für den Fahrradtransport
Beim Beladen des Fahrradträgers soll die wertvolle Fracht sicher und schonend verzurrt werden. Wer zwei oder mehr Räder huckepack ans Auto schnallen möchte, muss diese abwechselnd ausrichten, damit die Lenker sich nicht ins Gehege kommen. Dadurch wird auch vermieden, dass andere überstehende Bauteile kollidieren können, wie beispielsweise die Kurbeln. Entsprechend sollte das dem Autoheck zugewandte Rad immer mit dem Lenker zur Fahrerseite stehen, das zweite entgegengesetzt.
Wer zwei Bikes befestigen will, sollte bereits beim Platzieren des ersten darauf achten, den längeren der beiden Haltearme entsprechend zu positionieren, um diesen durch das Rahmendreieck zu fädeln. Dann kann dessen Schlaufe oder Greifer einen geeigneten Klemmpunkt am zweiten Rad finden. Sind beide Räder unterschiedlich groß, gehört das Rad mit dem größeren Rahmendreieck zuerst auf den Träger, um dem Haltearm möglichst viel Spielraum zu lassen.
Wichtige Punkte für die Sicherung der Räder
- Die Traglast des Trägers und die Stützlast der Anhängerkupplung dürfen nicht überschritten werden - vor allem beim Transport schwerer Pedelecs geschieht das schnell.
- Das schwerste Rad sollte zuerst und damit der Fahrzeugmitte am nächsten auf dem Träger stehen.
- Das Rad wird zunächst mit dem Rahmen an der Trägerstange fixiert.
- Danach die Reifen mit Schlaufen so festzurren, dass kein Spiel bleibt.
- Schließlich wird das Fahrrad zusätzlich mit Spanngurten gesichert.
- Anbauteile wie Luftpumpe, Akku oder Transportkörbe entfernen, damit sie nicht zum gefährlichen Geschoss werden können.
- Außerdem dürfen die Räder seitlich jeweils höchstens 40 Zentimeter über der sichtbaren Schlussleuchte hinausragen, maximal darf das mit Rädern beladene Auto 2,55 Meter breit sein.
Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen
- Wer sein Fahrrad über die Hausrats- oder eine spezielle Diebstahlversicherung versichert hat, hat auch gute Chancen, den Schaden ersetzt zu bekommen.
- Aus diesem Grund sollten sich die Schlüssel des Fahrradträgers und des Fahrradschlosses idealerweise direkt am Autoschlüssel befinden.
Worauf es bei Riemen und Haltearmen ankommt
Für die Lastriemen gilt: Sie müssen genügend lang sein, damit sie bei einem Fahrrad mit langem Radstand, versetzter Befestigung von zwei Rädern oder bei Hochprofilfelgen eine genügend große Schlaufe bilden, um sicher einzurasten. Manche Hersteller bieten Langversionen ihrer Haltebänder an, als Richtwert empfehlen wir etwa 40 Zentimeter.
Das Rahmenmaterial Carbon ist besonders empfindlich, weshalb darauf zu achten ist, dass die Haltearme flächig und schonend zupacken. Gepolsterte Schlaufen eignen sich grundsätzlich besser als kantige Klauen. Um empfindliche Rahmenrohre schonend zu greifen, empfehlen sich beispielsweise Rohrisolierungen aus dem Baumarkt; sie eignen sich auch gut als Polster zum Fixieren von Laufrädern.
Kennzeichenbefestigung
Standardmäßig werden die Kennzeichen an Radträgern lediglich per Clip befestigt. Erlaubt sind hier entweder das hintere Kennzeichen mit Zulassungs- und HU-Plakette oder ein einfaches Wiederholungskennzeichen ohne Stempel, das es für wenige Euro beim Schildermacher oder im Onlinehandel zu kaufen gibt.
Wird das hintere Fahrzeugkennzeichen verwendet, sollte dies unbedingt fest verschraubt und so vor schnellem Zugriff schützt werden. Wer ins Ausland fährt, sollte sich über die geltenden Regelungen im Reiseland vor Reiseantritt informieren.
Regeln im Ausland
Wer seine Fahrräder mit in den Urlaub nimmt, muss im Ausland einige Besonderheiten beachten. Überstehende Ladung, die nach hinten über die im Kfz-Schein eingetragene Gesamtlänge des Fahrzeugs hinausragt, muss entsprechend gekennzeichnet werden. Die Bestimmungen sind in Europa länderspezifisch geregelt und unterscheiden sich stark.
Auch bei Mietfahrzeugen (zum Beispiel bei Wohnmobilen mit Fahrradgepäckträger) ist der Mieter für die richtige Kennzeichnung des Heckträgers verantwortlich. Deshalb gilt: Immer vor Antritt der Reise prüfen, welche Kennzeichnung im Urlaubsland vorgeschrieben ist und ob zum Beispiel eine entsprechende Warntafel im Mietfahrzeug vorhanden ist.
Kennzeichnung mit Warntafeln
In einigen Ländern, wie Spanien, Portugal und Italien, ist überstehende Ladung mit einer speziellen Warntafel zu kennzeichnen. Dieses unterscheidet sich je nach Land in Art und Beschaffenheit. Wer überstehende Ladung nicht kennzeichnet, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Diese kann je nach Art des Verstoßes hoch ausfallen.
Produkt-Tipps für den Fahrradtransport
Hier sind einige Produkt-Tipps, die den Fahrradtransport sicherer und komfortabler machen können:
- Thule Frame Protector: Schützt den Rahmen vor Beschädigungen durch die Klemmung.
- Thule Bike Frame Adapter: Schafft eine gerade und lackschonende Angriffsfläche für den Klemmarm bei modernen Fahrradrahmen.
- Schaumstoffrohre: Schützen das (E-)Bike vor Steinschlägen und Schmutz.
- Warntafel für das europäische Ausland: Für die Kennzeichnung überstehender Ladung in verschiedenen Ländern.
- Park Tool DH-1 Naben Dummy: Ersetzt das Hinterrad und hält den Antriebsstrang auf Spannung.
Mit diesen Tipps und Tricks steht einem sicheren und entspannten Mountainbike-Transport im Auto nichts mehr im Wege. Gute Fahrt!
Verwandte Beiträge:
- Bestes Mountainbike unter 1000€: Test & Vergleich der Top-Modelle
- Naturnser Alm Mountainbike Tour: Streckenbeschreibung & Tipps
- Mountainbike Sattelfederung: Komfort & Performance im Vergleich
- Mountainbike Kurs Aachen: Techniktraining & Touren
- Die besten Fahrrad Lenkertaschen von Klickfix im ultimativen Test & Vergleich!
- Wann startet die nächste MotoGP Saison? Alles, was du wissen musst!
Kommentar schreiben