Mountainbike Urlaub Kanaren: Erfahrungen und Inselvergleich

Die Kanaren sind eine Inselgruppe im Atlantik, die zu Spanien gehört. Die sieben Inseln der Kanaren liegen vor der Küste von Marokko und sind mit dem Flugzeug oder Schiff erreichbar. Die Inselgruppe ist sehr beliebt bei Urlaubern aus Europa und bietet einzigartige Landschaften, traumhafte Strände und ein mildes Klima. Für viele sind die Kanaren sogar die bessere Alternative zu den Balearen und ein echter Geheimtipp unter manchen Radfahrern.

In diesem Beitrag werden die kanarischen Inseln als Reiseziel für einen Fahrradurlaub genauer vorgestellt. Außerdem fließen persönliche Erfahrungen in diesen Artikel ein und es wird erklärt, welches die beste Insel für welche Art von Fahrradurlaub ist.

Vielfalt der Kanarischen Inseln

Das Besondere an den Kanaren ist, dass jede der Inseln seine Besonderheiten mit sich bringt. Von spektakulären Mondlandschaften bis hin zum grünen Paradies - du findest für jede Urlaubsvorliebe die passende Insel.

Die Inselgruppe besteht aus 7 Inseln. Die beliebtesten Inseln der Kanaren sind Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote und Gran Canaria. Auf Teneriffa kannst du den höchsten Berg Spaniens, den Teide, besteigen. Lanzarote ist eine Vulkaninsel und bietet dir eine einzigartige Mondlandschaft. Auf Fuerteventura kannst du Surfen lernen oder die einsamen Strände der Insel erkunden. Gran Canaria ist die Hauptinsel der Inselgruppe.

Gran Canaria: Trainingslager für Radfahrer

Gran Canaria ist die Hauptinsel der Inselgruppe. Die Insel ist relativ rund. Außen flach, im Landesinneren jedoch durch viele Höhenmeter geprägt. Wenn du auf Gran Canaria einen Fahrradurlaub machen möchtest, dann solltest du eine gewisse Grundfitness mitbringen, da es kaum möglich ist, flache Fahrradrouten zu finden. Gran Canaria wird mittlerweile von vielen Hobby- und Profiradfahrern genutzt, um dort Trainingslager zu absolvieren. Der Grund dafür ist die hohe Qualität der Radwege und die ideale Ausgewogenheit zwischen An- und Abstieg.

Doch wenn du fit genug bist, dann ist Gran Canaria ein toller Spielplatz bzw. Trainingsgelände für dich. Als Rennradfahrer findest du schöne, kurvige Pässe vor und kannst ordentlich Höhenmeter sammeln. Als Mountainbiker stehen dir viele Trails mit verschiedenen Untergründen zur Verfügung. Für Kletterer ist die Insel ebenfalls ein Eldorado. Denn hier gibt es über 3.000 Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu bewältigen - von leichten bis extrem anspruchsvollen Touren ist alles dabei. Auch der Windsurf-Spot Pozo Izquierdo auf der Südostseite der Insel gehört weltweit zu den beliebtesten Zielorten für Surfer und Kitesurfern. Das heißt, die Insel bietet sich auch an, um mehrere Sportarten auszuüben.

Fuerteventura: Wind und Weite für Radfahrer

Fuerteventura ist die zweitgrößte Insel der Kanaren und wird erst auf den zweiten Blick von Radfahrern lieb gewonnen. Aufgrund der geringen Höhe der Berge hat Fuerteventura mehr Sonnenstunden, weniger Niederschläge, aber auch stärkere Winde als die anderen kanarischen Inseln. Fuerteventura, lässt sich sowohl mit dem MTB als auch mit dem Rennrad gut befahren. Vor allem für Rennradfahrer bietet die Insel viele gut ausgebaute Nebenstraßen. Die beste Zeit für einen Radurlaub auf Fuerteventura ist in den Monaten Februar bis Mai und September bis Oktober.

Teneriffa: Vielfalt für Mountainbiker und Rennradfahrer

Auf Teneriffa gibt es viele Mountainbiketouren durch dicht bewachsene Kieferwälder oder durch die großartigen Vulkanlandschaften des Teide Nationalparks. Teneriffa ist gut ausgestattet mit Schotterpisten und Singletrails. Aber auch Rennradfahren macht auf den gut geteerten, kleinen Landstraßen sehr viel Spaß.

Mit ihren zahlreichen Bergen und Gebirgen wie allen voran dem 3.718 Meter hohen Pico del Teide als höchstem Berg Spaniens ist die größte Kanareninsel Teneriffa wie gemacht für einen abwechslungsreichen und vielseitigen Mountainbiketrip. Radler im aktiven Mountainbike Aufenthalt auf Teneriffa sollten jedoch beachten, dass der Gipfel des Teide als Naturschutzgebiet für jegliche Touren tabu ist, hierfür muss auf den umliegenden, knapp 190 km² großen Nationalpark El Teide (Parque nacional del Teide) und zum Beispiel die Strecke von La Orotava bis nach Caldera ausgewichen werden. Tolle Strecken findet man auch in den teils wie auf dem Mond wirkenden Schluchten (Barrancos) von Acentejo, Badajoz, Erques, Herques, Santos und del Agua (Güímar). Gerne befahren werden auch die Wege in der Berglandschaft des Macizo de Adeje rund um den 1.001 Meter hohen Roque del Conde an der Südwestküste. Gleiches gilt für die Umgebung des Roque de Anambro (815 Meter), des Roque de Los Cuchilletes (373 Meter), des Roque de Taborno (706 Meter) und des Roque Chinobre (970 Meter) im Naturschutzgebiet Reserva Natural Integral del Pijaral an der äußersten Nordostspitze der Insel. Wer genug Kondition mitbringt, kann sich mit dem Fahrrad auch auf den recht steilen und schmalen Wanderwegen der Insel wie dem Sendero PR-TF 2 von Taborno nach Valleseco bei Santa Cruz de Tenerife, dem Sendero PR-TF 5 von Chamorga nach Igueste de San Andrés und dem Sendero PR-TF 5.1 von Igueste de San Andrés bis nach El Semáforo versuchen.

Einige der beliebtesten Mountainbike-Strecken auf Teneriffa sind die Teide Nationalpark Route, bekannt für ihre eindrucksvollen Vulkanlandschaften und Panoramablicke, und die Masca Schlucht Route, die durch spektakuläre Schluchten und alte Dörfer führt. Die Anaga-Gebirge Route bietet anspruchsvolle Anstiege und Abfahrten durch üppige Wälder und traditionelle kanarische Dörfer.

Die Insel Teneriffa hat ein ganzjährig mildes Klima, was sie zu einem idealen Ort für Mountainbiking zu jeder Jahreszeit macht.

Ja, um das Mountainbiken auf den vielfältigen und teils anspruchsvollen Strecken Teneriffas sicher und komfortabel zu genießen, benötigen Sie eine spezielle Ausrüstung.

Ja, es gibt eine Vielzahl von Anbietern, die geführte Mountainbike-Touren auf Teneriffa anbieten. Diese können eine großartige Möglichkeit sein, die besten Strecken zu entdecken, Sicherheitshinweise und Ratschläge von Experten zu erhalten und die soziale Erfahrung des Fahrens in einer Gruppe zu genießen.

Beim Mountainbiken auf Teneriffa sollten Sie stets die örtlichen Regeln und Vorschriften beachten. Dazu gehört, dass Sie nur auf markierten Wegen und Strecken fahren, keinen Müll hinterlassen, die Tierwelt und Pflanzenwelt respektieren und keinerlei Schaden an der Umwelt hinterlassen.

Ja, auf Teneriffa gibt es zahlreiche Anbieter, bei denen Sie Mountainbikes mieten können. Die Auswahl an Fahrrädern ist breit und umfasst sowohl Einsteigermodelle als auch High-End-Mountainbikes für erfahrene Biker.

Ja, Teneriffa bietet eine breite Palette von Mountainbike-Strecken, die für alle Fahrer geeignet sind, einschließlich Anfänger. Einige der weniger anspruchsvollen Strecken umfassen die Costa Adeje Runde, die Armeñime Route und die El Médano zu Los Abrigos Route.

Ja, viele Hotels und Ferienwohnungen auf Teneriffa bieten sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Auch einige größere Städte und Touristenzentren haben ausgewiesene Fahrradparkplätze.

Ja, auf Teneriffa finden jedes Jahr eine Reihe von Mountainbike-Veranstaltungen und Rennen statt. Dazu gehören das jährliche Teneriffa Bike Festival, bei dem Mountainbiker aus der ganzen Welt teilnehmen, und verschiedene regionale und nationale Meisterschaftsrennen.

Lanzarote: Vulkanlandschaft für erfahrene Mountainbiker

Die Landschaft auf Lanzarote ist einzigartig. Überall Vulkangestein und kaum ein grünes Fleckchen. Im Nationalpark fühlt man sich wie in einer Mondlandschaft.

Mountainbiken auf Lanzarote ist eher etwas für Mountainbiker mit fortgeschrittenen MTB-Kenntnissen. Viele grobe Steine und kaum weicher Untergrund. Aber dafür auch wirklich einzigartige Trails und tolle Aussichten. Auf Lanzarote gibt es unglaublich viele Rennradfahrer. Auf Lanzarote wird nicht die Geschwindigkeit trainiert, sondern der Charakter. Denn Gegenwind stärkt den Charakter. Und Gegenwind gibt es auf Lanzarote fast immer.

Lanzarote ist auch ein beliebtes Ziel für viele Triathleten. Die Insel hat mehrere große Veranstaltungen im Jahr, und die Landschaft ist sehr „triathletisch“. Viele der Hotels auf Lanzarote sind spezialisiert auf den Bedarf von Triathleten, mit eigenem Trainingsgelände und erfahrenem Personal.

La Palma: Das grüne Paradies für Mountainbiker

La Palma ist die grüne Insel. Neben Vulkanen ist die Insel von Farben geprägt und wird daher auch sehr gerne von Mountainbikern besucht. Egal, ob Tourenfahrer oder Downhiller. Auf La Palma findet jeder Mountainbiker seine perfekte Route mit vielfältigen und atemberaubenden Trails.

Die Trails führen durch eine Vielzahl verschiedener Landschaften, von den grünen Wäldern bis zu den imposanten Bergen. Auf dem Weg kannst du auch einige der schönsten Aussichten der Insel genießen.

La Palma ist die nordwestlichste Vulkaninsel der Kanaren und liegt ca. 400 km westlich von der Küste Marokkos. Viele Rennrad-Buddys zieht es auf der Suche nach wärmerem Wetter nach La Palma, aber mit einer derartigen Vielfalt an Trails im Angebot überrascht es, dass das Mountainbiken auf dieser Insel so lange ein Geheimnis geblieben ist.

Der La Palma Airport (SPC) ist 8 km von der Hauptstadt Santa Cruz entfernt. Aus Europa gibt es viele Direktflüge. Alternativ kann man auch nach Teneriffa fliegen und von dort aus eine Fähre oder einen Kurzstreckenflug nach La Palma nehmen. Eine superschnelle Fähre wird von der Reederei Fred. Olsen betrieben und braucht nur 2,5 h. Wer das nicht will, kann einen Linienflug vom Flughafen Tenerife Norte aus buchen. Dazu muss man allerdings erst vom Flughafen Tenerife Sur dorthin kommen, mit dem Bus dauert das ca.

Die Fortbewegung auf La Palma ist unkompliziert. Es gibt reguläre Busverbindungen auf der gesamten Insel und die Busse haben Stauraum für Bikes und Bike-Bags. Es sind außerdem zahllose spezielle Shuttle-Anbieter verfügbar, wie z. B. La Palma FREEride und Aceshuttle La Palma.

Die Trails auf La Palma sind wahrhaft einzigartig. Die Kombination aus atemberaubender Aussicht und gewaltiger Trail-Vielfalt sorgt für ein unvergessliches Fahrerlebnis. Doch aufgrund des abgelegenen und exponierten Charakters der Trails sowie des Terrains empfehlen wir euch dringend, an geführten Touren teilzunehmen. Dadurch maximiert ihr nicht nur eure Sicherheit, sondern sorgt auch dafür, dass ihr die für euch besten Trails fahrt - schließlich können die Guides die Touren an eure Vorlieben sowie euer Fahrkönnen anpassen. Da die Vielfalt an Trails so enorm ist, könnt ihr leicht eine Woche mit dem Bike unterwegs sein, ohne denselben Trail zweimal zu fahren!

Unserer Meinung nach ist das ideale Bike für La Palma eine langhubiges 29er. Außerdem würden wir dringend zu einem Tubeless-Setup mit stabilen Reifen, idealerweise sogar Dual-Ply-Reifen raten. Auch 200-mm-Bremsscheiben sind von Vorteil, da die größeren Scheiben besser mit der Hitze klarkommen, die sich auf den langen, steilen Abfahrten entwickelt. Auch Rahmenschutzfolien oder Ähnliches sind nicht verkehrt und erweisen sich auf den felsigen Trails als nützlich.

Mountainbiken ist nicht die einzige Beschäftigung auf der Insel. La Palmas unterschiedliche Facetten lernt ihr am besten kennen, wenn ihr zwischendurch auch mal am Strand Sonne tankt oder den wunderschönen Nationalpark Caldera de Taburiente erkundet. Ein weiterer Ort, der definitiv einen Besuch wert ist: die Plaza La Glorieta, ein bezaubernder kleiner Platz mit verschachtelten Mosaikböden und farbenprächtigen Blumen, angelehnt an Gaudis Parc Güell. Er liegt gleich neben einem Weinmuseum, das sich in einem für Santa Cruz typischen Gebäude befindet und zudem ein großartiger Ort ist, um den Sonnenuntergang zu beobachten und Wein aus der Region zu probieren.

Die Gastronomie auf La Palma ist ebenfalls fantastisch. Der Schwerpunkt liegt auf frischen Meeresfrüchten sowie Obst und Gemüse aus der Region. Fleisch ist ebenfalls beliebt, speziell gegrilltes Schwein. Wenn ihr auf La Palma seid, müsst ihr unbedingt den geräucherten Ziegenkäse (Queso de Cabra) probieren - er ist absolut köstlich, wenn er gegrillt und zusammen mit einer grünen Chilisauce namens Mojo Verde serviert wird. Einfache, aber schmackhafte Speisen sind beliebt, also rechnet mit einer Vielzahl an leckeren Eintöpfen sowie den berühmten Papas Arrugadas, in Salzwasser gekochten Runzelkartoffeln aus La Palma.

La Gomera und El Hierro: Herausforderungen für Radfahrer

Was es auf der kleinen Insel La Gomera nicht gibt, sind flache Fahrradrouten. Dafür gibt es aber kaum Verkehr auf der Insel. Die Insel La Gomera liegt im Atlantik vor der Westküste Afrikas und ist ein Teil der Kanarischen Inseln. Mit einer Fläche von 377 km² ist sie die zweitkleinste der sieben Hauptinseln. Die höchste Erhebung ragt 1.487 m in den Himmel und besteht aus vulkanischem Gestein. Der größte Teil der Bevölkerung, ca. 85 %, lebt in den Dörfern im Norden der Insel, wo es auch die meisten Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants gibt.

El Hierro ist die kleinste der kanarischen Inseln. Da sie über keinen internationalen Flughafen verfügt, verirren sich nur wenige Touristen auf diese Insel. Auf der Insel sind hauptsächlich Menschen, die nach Ruhe suchen, wandern oder Mountainbiken. Auf El Hierro gibt es Waldstrecken für MTB-Anfänger oder auch sehr steinige Wege für fortgeschrittene Mountainbiker.

Klima und Reisezeit für den Radurlaub auf den Kanaren

Auf den Kanaren ist das ganze Jahr über gutes Wetter. Doch gutes Wetter heißt nicht gleich perfektes Wetter für einen Radurlaub. Während es im Sommer sehr heiß sein kann, werden die Temperaturen im Winter etwas kühler. Wobei der Winter auf den Kanaren nicht mit dem Winter in Deutschland vergleichbar ist. Darum sind die kanarischen Inseln auch im Winter ein beliebtes Reiseziel für viele Radfahrer.

Achtung!Im August kommen immer wieder heiße, kräftige Winde von der Sahara zu den Kanaren rüber.

Da existieren nahezu perfekte klimatische Bedingungen für jede Art von Radfahrer. Je nach Trainingsstand und Vorliebe findet jeder Radfahrer auf den Kanaren die perfekte Insel für sich. Jede dieser Inseln ist einzigartig und bietet eine atemberaubende Landschaft.

Zusammenfassung der Kanarischen Inseln für Mountainbiker

Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Merkmale der einzelnen Inseln für Mountainbiker zusammenfasst:

Insel Schwierigkeitsgrad Landschaft Besonderheiten
Gran Canaria Mittel bis Schwer Abwechslungsreich, hohe Höhenmeter Trainingslager für Profis, viele Routen
Fuerteventura Leicht bis Mittel Eher flach, windig Gut ausgebaute Nebenstraßen für Rennräder
Teneriffa Mittel bis Schwer Vulkanlandschaft, Kieferwälder Viele Schotterpisten und Singletrails
Lanzarote Schwer Vulkanisch, Mondlandschaft Für erfahrene Mountainbiker
La Palma Mittel bis Schwer Grün, vielfältige Trails Für Tourenfahrer und Downhiller
La Gomera Schwer Keine flachen Routen Wenig Verkehr
El Hierro Leicht bis Schwer Waldstrecken, steinige Wege Ruhe und Abgeschiedenheit

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