Mountainbike-Routen am Weissensee in Kärnten

Der Weissensee in Kärnten, bekannt als die "Kärntner Karibik", ist mit seinem türkisfarbenen Wasser und der idyllischen Lage ein beliebtes Ziel für Aktivurlauber. Neben Wassersport bietet die Region auch hervorragende Möglichkeiten zum Mountainbiken. Die Kombination aus See und Bergwelt macht den Naturpark Weissensee zu einer einzigartigen Zweirad-Arena.

Offiziell sind 13 Mountainbike-Touren vom Tourismusverband Weissensee ausgewiesen. Diese Routen eignen sich gut für Anfänger, da die Steigungen moderat sind und die Höhenmeter meist um die 400 liegen. Insgesamt umfasst das Netz an MTB-Routen 160 Kilometer.

Die Mountainbike-Region Weissensee

Der Weissensee liegt auf 930 Metern Höhe und ist 11,6 Kilometer lang sowie maximal 960 Meter breit. Die Region ist als Naturpark ausgewiesen und bietet eine abwechslungsreiche Landschaft für Mountainbiker. Besonders reizvoll sind die Almen rund um den See.

Highlights für Mountainbiker

  • Almen: Eine Tour vom See hinauf zu einer urigen Alm, um eine Kärntner Almjause zu genießen.
  • Baden: Nach der Tour im glasklaren Wasser des Sees entspannen.
  • Sommerbergbahn: Die Sommerbergbahn ermöglicht es, schnell zu höher gelegenen Startpunkten für Routen zu gelangen.
  • MTB-Trails: Drei ausgewiesene Mountainbike-Trails führen von der Naggler Alm ins Tal.

Mountainbike-Trails am Weissensee

Seit 2017 gibt es am Weissensee einen kleinen Bikepark mit drei Singletrails: den Panorama Trail, den Naggl Trail und den Weissensee Trail. Alle Trails sind naturnah und bieten Fahrspaß für verschiedene Schwierigkeitsgrade.

  • Panorama Trail: Gilt als die schwerste Strecke.
  • Weissensee Trail: Eignet sich auch für weniger erfahrene Biker.

Ein Übungsparcours bei der Talstation der Weissensee Bergbahn ermöglicht es, sich an Steilkurven und Wellen heranzutasten.

Rundtour um den Weissensee

Eine empfehlenswerte Rundtour startet in Techendorf und führt zunächst steil hinauf zur Alm hinterm Brunn. Der aussichtsreiche Höhenweg bietet herrliche Panoramen. Am Ostufer kann eine Badepause eingelegt werden. Der zweite Anstieg endet an der Hermagorer Bodenalm. Die Tour ist 35 km lang und hat etwa 900 Höhenmeter. Sie ist auch mit dem E-Bike machbar und kann bei Bedarf mit den Ausflugsschiffen abgekürzt werden.

Weitere Tourenmöglichkeiten

  • Techendorfer Alm: Eine Tour zur ursprünglichen Alm am Ostufer mit herrlichem Blick auf den See.
  • Nassfeld: Wer Singletrails bevorzugt, kann das nahe gelegene Nassfeld besuchen.
  • Lesachtal: Das Lesachtal westlich von Kötschach ist bekannt für seine natürliche Landschaft.

Transalp-Tour zum Weissensee

Eine anspruchsvolle Mountainbike-Transalp führt vom Tauerngebirge zu den Gailtaler Alpen an den Weissensee. Die abwechslungsreiche Tour bietet hochalpine und liebliche Panoramen. Täglich werden durchschnittlich 45 Kilometer und 1250 Höhenmeter auf gut fahrbaren Wegen bewältigt. Ein Bike Guide begleitet die Tour.

Etappen der Transalp-Tour

Die Transalp-Tour besteht aus mehreren Etappen:

  1. Individuelle Anreise nach Radstadt (Hotel in Altenmarkt im Pongau).
  2. Über den Oberhüttensattel (1845 m) zur Ulnhütte (kleine Schiebepassage).
  3. Von Mauterndorf über den Hollerberg nach St. Michael im Lungau, dann dem Mur-Radweg zur Stöcklalm.
  4. Abfahrt von Katschberg nach Eisentratten in die Nockberge.
  5. Von Spital an der Drau über das Goldeck (1780 m) zum Weissensee (Seilbahnkosten nicht inklusive).

Etappenübersicht

Etappe Route Kilometer Höhenmeter Aufstieg Höhenmeter Abstieg
1 Radstadt - Mauterndorf 50 1300 1050
2 Mauterndorf - Katschberg 35 1400 800
3 Katschberg - Spittal 30 1200 2400

Weissensee Rundtour - Detaillierte Beschreibung

Kondition: schwer
Fahrtechnik: leicht (S0 bis S1 auf der Singletrail-Skala)
Route: Techendorf (935 m) - Praditz - Kreuzbergsattel - Weißbriach (800 m) - Gitschtalradweg - Jadersdorf - Radniger Sattel - Bodenalm (Einkehrmöglichkeit) - Techendorf (935 m)

Der Startpunkt der Tour befindet sich direkt bei der Weissenseebrücke in Techendorf. Von dort aus durchquert man an der Nordseite des Sees die Ortschaften Gatschach, Oberdorf und Praditz. An der Abzweigung zum Kreuzberg muss man links Richtung Gailtal abbiegen. Am Kreuzbergsattel quert man die Straße und fährt auf der MTB-Route Richtung Weißbriach. In Weißbriach angekommen, geht es auf dem Gitschtalradweg Richtung Hermagor weiter. Der Forstweg führt über viele Serpentinen bergauf. Weiter geht es über eine Wiese Richtung Waldrand, man folgt der Wegmarkierung „Nr. 246“.

Achtung: Schiebepassage! Fahrverbot für Mountainbiker auf dem Trail! Hier geht es bergab Richtung Bodenalm. Walderdbeeren säumen den Weg. Büschelweise. Man braucht nur eine Hand aufhalten und mit der anderen hineinzupfen. Dann mit den süßen Früchtchen auf der Zunge wieder ins Panorama gucken: 600 Meter tiefer ruht der blaue Streifen des Weissensees.

Ost- und Westufer können wir von hier aus selbst mit Kopfdrehung nicht entdecken - so lang streckt sich das fjordartige Gewässer zu Füßen der Gailtaler Alpen. Allerdings verdecken uns auch Bäume die Sicht. Die Bergkuppen rund um den See sind nämlich nicht besonders hoch - 1600 Meter vielleicht - und dicht bewaldet.

Wir befinden uns im südlichsten der österreichischen Bundesländer. Kärnten ist weniger für imposante Gipfel, als viel mehr für seine vielen, schönen Badeseen bekannt. 1270 stehende Gewässer insgesamt, und davon zählt der Weissensee neben dem Wörther-, Millstätter- und Ossiacher See zu den vier größten. Wobei der Weissensee dazu auch noch auf 930 Metern Höhe liegt, also fast doppelt so hoch wie seine Brüder. Das macht ihn allerdings auch schwerer erreichbar. Nur eine Serpentinenstraße kurvt aus dem Drautal zum Weissensee hinauf. Oben angekommen steuert man hier als Gast seine Unterkunft an und lässt das Auto für den Rest der Urlaubszeit stehen.

Die einzige Fahrstraße im Tal endet nämlich ab Seemitte - dort, wo das große Naturschutzgebiet beginnt. Seeumrundungen für Faule, also mit dem Auto oder auf knatternden Motorrädern, sind nicht möglich. Wer hierher kommt, will seine Ruhe haben und sich zu Fuß oder mit dem Rad bewegen.

Eine gleichbleibend steile Schotterrampe zieht sich vom Nordufer die Bergkette hinauf. 600 Höhenmeter bis zur ersten Aussichtsstelle - da kommen die Walderdbeeren als Pausengrund wie gerufen.

Ich freue mich vor allem darüber, dass der Weg nun mehr oder weniger flach dahinführt. Bis er schließlich nach ein paar Kilometern zum Ostufer hinuntersteuert, wo das Wasser jetzt noch karibischer aussieht. Direkt vom Ufer aus können wir die Seeforellen beim Mittagsschlaf beobachten.

Uns führt die Route jetzt wieder weg vom Seeufer, da es in dem steilen Bergwald am Südufer zunächst gar keinen Weg gibt. Dafür bewegen wir uns bald auf der Schlussetappe des BIKE-Four-Peaks-Rennens von 2015.

Der Waldweg mündet bald in eine Asphaltstraße. Wir folgen ihr zu dritt nebeneinander fahrend bis Weißenbach und müssen dabei keinem einzigen Auto ausweichen. Dann zweigt der Schotterweg ins Bodental ab. Bei angenehmer Steigung rollen wir nun weiter in ein weites Wiesengelände, wo am Ende die Bodenalm mit Salat, Speck und Mozzarella auf uns wartet.

Oben: Die Berge rund um den See sind im Schnitt nur 1600 Meter hoch, und der See liegt bereits auf 930 Metern Höhe. Die Anstiege sind also nicht lang - aber sie ziehen sich doch.

Gesetzeslage zum Mountainbiken in Kärnten

Wie in ganz Österreich gilt auch in Kärnten: Nur die für Mountainbiker speziell ausgewiesenen Wege (Trails und auch Schotterstraßen) dürfen rein rechtlich befahren werden. Am Weissensee ist es allerdings so: Jeder Wald- und Forstbesitzer in diesem Tal ist auch Hotelier oder Unterkunftsvermieter - und die leben hier auch vom Radtourismus.

Zusätzliche Informationen

Der Weissensee bietet auch für E-Mountainbiker und Familien mit sportlichen Kindern attraktive Touren. Die Kombination aus Schotterstraßen, Einkehrmöglichkeiten und dem Badesee macht die Region besonders vielseitig.

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