Mountainbike zum Gravelbike umbauen: Tipps und Tricks

Es geht um den Umbau eines MTB in ein Bikepacking-/Gravelbike, also die Verwandlung eines Mountainbikes in ein vielseitiges Rad für Schotterpisten und längere Touren.

Der Umbau im Detail

Vor einigen Jahren hatte ich für meine Jungs einen Maßrahmen bei Patria bauen lassen. Der Einsatzzweck war damals eindeutig: Es sollte ein MTB mit der Option, einen Gepäckträger zu montieren, werden. Neulich kam dann der Filius mit dem Wunsch, ob man das Fahrrad nicht verändern könne. In der Großstadt würde er die Federgabel eigentlich gar nicht brauchen. Auch wäre ein Rennradlenker jetzt das, was er sinnvoll finden würde. "Papa, könntest du mir mein Bike nicht umbauen?" Ja, Papa kann.

Die Gabel wurde damals (als wenn ich das schon geahnt hätte ;-)) schon von Patria lackiert und durch zwei Ösen erweitert. Es ist eine Surly ECR, die von der Einbauhöhe die 26″ 100m Rockshox Federgabel ersetzt und zur Rahmengeometrie passt. Nun brauchte es einen Rennradlenker mit einem kurzen Reach (Salsa Cowbell). Der Vorbau wurde durch einen 30mm kürzeren ersetzt, damit er zu den Körpermaßen passt.

Die Magura HS 33 wurde durch eine TRP Spyke mit 180er Discs ersetzt. Die Radschützer wurden gegen SKS Bluemells getauscht. Die Schalthebel wurden durch Microshift BS-M10 abgelöst (ab 10 Fach ist eine Kombination von MTB Komponenten und Rennradkomponenten nicht mehr möglich oder anders gesagt Shimano Lenkerendschalthebel passen nicht zur MTB Schaltung) diese haben den Vorteil, das man am Hebel für das Schaltwerk zwischen Indexierung und Friktion wählen kann, finde ich super. Schwalbe Hurrikan statt Schwalbe Black Jack MTB Reifen. Dann noch Lenkerband in Sattelfarbe, fertig.

In der Coronakrise ist die Ersatzteilbeschaffung die größte Herausforderung gewesen. Ansonsten ist es ein Fahrrad geworden, das in Form und Funktion passt. Man könnte sagen, es ist ein 26″ Gravelbike geworden und vom Einsatzzweck geht alles vom Bikepacking über Biketouring bis zum Graveln.

Tubeless-Umbau: Mehr Pannensicherheit und besseres Fahrverhalten

Die meisten Mountainbiker verzichten bereits auf den Schlauch im Reifen. Besonders die erhöhte Pannenresistenz und das bessere Fahrverhalten der Reifen sprechen dafür, den Schlauch auch am Gravelbike wegzulassen. Der Tubeless-Umbau kann, je nach Erfahrungslevel des Monteurs und der Kombination zwischen Felge und Reifen, für eine kleine Sauerei sorgen. Mit unseren Tipps klappt dein Umbau hoffentlich problemlos!

Für wen ist Tubeless am Gravelbike geeignet?

Wir würden den Tubelessumbau also vor allem Gravelern empfehlen, die ihr Bike hauptsächlich auf Schotterwegen und in leichtem Gelände bewegen und dadurch wirklich von den Vorteilen des Systems profitieren. Gravelbiker, die hauptsächlich auf Asphalt unterwegs sind oder das Rad überwiegend für den Weg zur Arbeit nutzen und zudem vielleicht keine Lust haben, den Luftdruck vor jeder Fahrt zu kontrollieren, sind beim herkömmlichen Schlauch wahrscheinlich besser aufgehoben.

Bevor du loslegst:

Im Vorfeld solltest du noch sicherstellen, dass sowohl deine Reifen wie auch deine Felgen für einen Tubelessaufbau geeignet sind. Normalerweise machen die Hersteller das durch Kennungen wie: Tubeless Ready, Tubeless Easy, entsprechenden Kürzeln dafür oder im Fall von Mavic, mit UST kenntlich. Falls du auch hier nichts finden kannst, ist dein Material höchstwahrscheinlich nicht für den Tubelessaufbau geeignet.

Das benötigst du:

  • Tubeless Ventile in entsprechender Länge für deine Felge. Bei hohen Felgen, zum Beispiel Carbonfelgen, sind lange Ventile nötig. Mindestens 15mm länger als deine Felgenhöhe.
  • Tubeless Dichtmilch (50-70ml pro Reifen)
  • Tubeless-Felgenband (ca. 2mm breiter als die Maulweite deiner Felge)
  • Reinigungsmittel zum Entfernen von Kleberückständen

Los geht´s!

  1. Laufräder demontieren: Im ersten Schritt demontierst du die Laufräder und anschließend die Reifen von den Laufrädern. Die beiden Schläuche kannst du als Ersatz aufheben. Falls du unterwegs mal einen irreparablen Reifenschaden haben solltest, kannst du im Notfall immer noch einen Schlauch einsetzen.
  2. Felgenband montieren: Jetzt solltest du checken, ob deine Felge bereits mit ein Tubeless-Felgenband ausgerüstet ist,oder ob du ein neues verkleben musst. Ein Tubeless-Felgenband hat eine plastikartige Oberfläche und klebt in der Felge. Falls das nicht der Fall ist, gehst du so vor:
    • Entferne das alte Felgenband und reinige das Felgenbett von eventuellen Kleberesten und Schmutz.
    • Das neue Felgenband setzt du zwei Speichenlöcher vor dem Ventilloch an und ziehst es mit gleichmäßiger Spannung auf die Felge. Am einfachsten funktioniert das Verkleben, wenn du das Laufrad wieder in das Bike einbaust. Hast du keinen Montageständer, kannst du das Bike auch einfach auf den Kopf stellen. Achte allerdings darauf, dass du dein Bike dabei nicht verkratzt.
    • Am Ende lässt du das Felgenband wieder bis zwei Speichenlöcher nach dem Ventilloch überlappen, damit es dauerhaft fest sitzt. Jetzt musst du nur noch eine Öffnung für das Ventil durch das Felgenband stechen. Eine Schere oder ein Messer funktionieren dazu bestens.
  3. Ventil montieren: Das Ventil steckst du einfach durch die Felge und ziehst die Mutter fest an. Manche Ventile haben einen ausgeformten Sockel, der nicht zu jeder Felgenform passt, in der Regel funktioniert die Montage allerdings problemlos. Wie vorhin bereits kurz angesprochen, solltest du die Länge des Ventils entsprechend deiner Felgenhöhe wählen. Für hohe Carbonfelgen sind beispielsweise längere Ventile notwendig.

    Wir empfehlen dir, dass du ein Ventil wählst, das mindestens 15 Millimeter aus der Felge herausragt, damit du keine Probleme beim Aufpumpen deiner Reifen bekommst.

  4. Reifen aufziehen: Für das Aufziehen des Reifens, beziehungsweise das Einfüllen der Dichtmilch später, gibt es zwei Taktiken.
    • Variante Eins: Bei der ersten Variante ziehst du den Reifen komplett auf die Felge auf und füllst die Dichtmilch anschließend durch das Ventil ein. Dazu schraubst du den Ventileinsatz heraus. Bei dieser Methode besteht allerdings die Gefahr, dass das Ventil durch die zurückbleibende Dichtmilch verklebt.
    • Variante Zwei: Variante zwei ist unserer Meinung nach etwas sauberer. Du montierst den Reifen zu 90 % bis auf einen kleinen Teil auf Höhe des Ventils. Hier füllst du die Tubeless-Milch ein und drückst anschließend die letzten 10% des Reifens über die Felge. Dabei ist etwas Geschick erforderlich.
  5. Reifen aufpumpen: Die meisten Reifenhersteller haben zwar mittlerweile den Dreh raus, wie sie gut abdichtende Reifen bauen: Es gibt allerdings immer noch vereinzelt Kombinationen, die etwas widerspenstig sind und nicht direkt den Druck halten. Nach dem Aufpumpen solltest du deinen Reifen anschließend horizontal auf beiden Seiten schwenken, damit sich die Dichtmilch im ganzen Reifen verteilen kann.

    Hier sind ein paar Tipps, wenn sich dein Reifen nicht direkt aufpumpen lässt:

    • Schraube den Ventileinsatz heraus, damit mehr Luft durch das Ventil strömen kann und versuche mit schnellen Pumphüben den Reifen so schnell wie möglich zu entfalten. Etwas Ausdauer bewirkt hier manchmal Wunder.
    • Klappt das nicht, musst du zur Druckluft greifen. Bei Tankstellen, Autowerkstätten oder Fahrradläden gibt es häufig Kompressoren, die du mit einem entsprechenden Adapter nutzen kannst. Wichtig ist, dass der Reifen einmal auf das Felgenhorn gesprungen ist. Auch mit einem Kompressor solltest du es erstmal ohne Ventileinsatz versuchen, denn dieser wirkt wie eine Drossel und verringert den Luftstrom.

Abschließend solltest du darauf achten, dass die Reifen richtig und gleichmäßig auf der Felge sitzen. Wenn dein Reifen an einer Stelle auch mit maximal zulässigem Luftdruck nicht auf das Felgenhorn springen möchte, solltest du die Luft nochmals ablassen und die Stelle mit etwas Seifenwasser befeuchten.

Die richtige Übersetzung für dein Gravelbike

Im Herbst 2020 bin ich auf den Gravel-Hype aufgesprungen. Leider wusste ich es vorher nicht besser. Fahrrad ist Neuland für mich und ich bin erschlagen von der Komplexität. Als Einsteiger hat man hier kaum den Durchblick, geschweige denn keine Ahnung was man braucht und nicht. Das zeigt sich dann erst nach den ersten Erfahrungen. Im Internet findet man Millionen von Seiten aber nie das was man wirklich braucht. Soweit so gut. Ich war erschrocken wie "wenig" Rad man für solche Preise bekommt. Klar gibt es anderswo mehr Rad für weniger Geld als bei Cannondale aber Monate warten wollte ich nicht. Rollentraining erfüllt das Bike den Zweck.

Sara, mit welcher Gravelbike Übersetzung fährst Du? Wie hast Du Dein Gravelbike aufgebaut? Das werde ich regelmäßig von Freunden und Bekannten gefragt. Ich wohne im bayerischen Oberland und hier kommen die gängigen Gravelbike Übersetzungen schnell an ihre Grenzen, da ihnen ein Berggang fehlt. Als BikePacking vor einigen Jahren immer bekannter wurde, war die Industrie mit Lösungen im Bereich der Schaltungen noch hinterher. Daraus entwickelten sich einige erfolgreiche “Hacks” um den breiten Ansprüchen von Bikepackern gerecht zu werden. Diese Hacks nennt man Mullet. Mullet bedeutet “VoKuHiLa” - die Abkürzung für vorne kurz, hinten lang. Genauso wie beim legendären Haarschnitt, den die älteren von uns noch aus ihrer aktiven Discozeit kennen. Mullet ist die eierlegende Wollmilchsau, die alle Wünsche des Bikepackers im Bereich Übersetzung erfüllt.

Ansprüche an die Schaltung

Muss man eine Mullet Schaltung haben? Sicherlich nicht unbedingt, aber es gibt gute Gründe, die dafür sprechen. Dafür sei kurz dargestellt, was ich für Ansprüche an meine Schaltung habe:

  • Ich möchte eine Schaltung mit großer Bandbreite. Zunächst brauche ich einen sehr leichten Gang (Granny gear = Oma Gang), damit ich steile Rampen und Anstiege mit dem ganzen Gepäck am Rad bezwingen kann. Gleichzeitig brauche ich aber auch höhere Gänge, damit ich auf langen Ebenen schnell voran komme.
  • Ich brauche eine Schaltung, die es mir erlaubt mit Rennradlenker zu fahren. Ich möchte mich einerseits aerodynamisch den Gegenwinden auf Schotterautobahnen stellen können. Gleichzeitig brauche ich eine Vielzahl von Griffmöglichkeiten, um an langen Biketagen den Handgelenken etwas Abwechslung zu gönnen.
  • Ich möchte eine Schaltung, die wenig Bauteile benötigt. Zum einen um leichter zu sein, zum anderen bedeutet dies weniger Teile, die kaputt gehen können bzw.

Die Kassette am Hinterrad

1. Die Kassette am Hinterrad ist sicherlich die entscheidende Komponente für den Charakter der Übersetzung. Die Kassette entscheidet, wieviele Gänge Du hast und mit welcher Bandbreite Du fährst. Die Anzahl der Gänge entspricht der Anzahl der Ritzel, die eine Kassette vorweist.

Bandbreite berechnen: Die Bandbreite wird errechnet, indem Du die Anzahl der Zähne des kleinsten Ganges (des größten Ritzels) durch die Zähne des größten Ganges (kleinstes Ritzel) teilst. Bei einem Rennrad wären das typischer Weise z.B. 28/11 = 2,54, was 254% entspricht. Beim MTB wäre eine typische Bandbreite z.B.

Warum hat aber ein Rennrad eine so viel geringere Bandbreite als ein Mountainbike? Beim Rennrad ist zum einen die Effizienz auf der Teerstrasse enorm wichtig und zum anderen sind die Gefälleunterschiede auf einer normalen Strasse geringer als off-road. Daher benötigst Du beim Rennrad nicht unbedingt eine so hohe Bandbreite.

Eine höhere Bandbreite bedeutet oft auch höhere Sprünge in den Gängen Außerdem bedeutet eine höhere Bandbreite gegenüber einer geringeren Bandbreite bei gleicher Anzahl von Gängen, größere Sprünge in den Gängen.

Sprünge in den Gängen berechnen: In Zahlen ausgedrückt und nur mit dem Durchschnitt gerechnet: Bei der oben genannten Rennrad Kassette entspricht der Sprung von Gang zu Gang einer Veränderung von 23 Prozent (254% geteilt durch 11). Beim Schalten wird der nächst höhere oder nächst tiefere Gang also nur ein bisschen leichter oder schwerer. Der Sprung bei der MTB Kassette von Gang zu Gang entspricht dagegen 45% (500% geteilt durch 11), also mehr als doppelt. Beim Schalten wird der nächst höhere oder nächst tiefere Gang also auf einmal sehr viel schwerer bzw.

Mit diesem Hintergrundwissen macht es für einen Bikepacker, der sich mit viel Gepäck im hügeligen oder gar bergigen Terrain befindet, Sinn, sich eher mit einer hohen Bandbreite auszustatten. Nur so kann er überhaupt noch im möglichen typischen Trittfrequenzraum treten.

Das vordere Kettenblatt

2. Die zweite wichtige Komponente ist das vordere Kettenblatt bzw. Kettenblätter. Generell werden Mullets nur durch ein Kettenblatt vorne definiert, aber natürlich gibt es hier Ausnahmen. Warum nur ein Kettenblatt? Ich möchte an meinem Bikepacking Rad so wenige Teile wie möglich verbauen, um so ein geringeres Gewicht und geringere Kosten zu erzeugen. Ein einzelnes Kettenblatt bedeutet aber auch, dass ich eine etwas geringere Bandbreite und eine höhere Abstufung von Gang zu Gang als bei einer 2-Kettenblätter Lösung in Kauf nehmen muss.

Grundsätzlich gilt: Wenn Du vorne ein kleines Kettenblatt (30 Zähne) hast, dann fühlen sich alle Gänge eher leichter an, als wenn Du vorne mit einem Kettenblatt mit 40 Zähnen fährst.

Und was sagen die Zahlen nun aus? Sie geben das Verhältnis wieder, das einer Kurbelumdrehung im Verhältnis zur Umdrehung des Laufrades entspricht. In unserem Beispiel im leichten Gang: wenn ich ein Mal die Kurbel umdrehe, dann hat sich mein Hinterrad um 0,6 des Umfanges nach vorne gedreht. Das entspricht bei einem typischen Gravelreifen (200 cm Umfang der Einfachheit halber) einer Distanz von 1,2 Metern (0,6 x 200 cm). In unserem Beispiel im schweren Gang: Hier entspricht die Umdrehung der Kurbel um 360 Grad einer Distanz von 6 Metern (3 x 200 cm). Und damit sich der Bogen der Zahlen schliesst: 6 Meter sind das 5-fache (500%) von 1,2 m. Die 500% ist die Zahl, die wir bereits von der Bandbreite der Kassette her kennen!

Um besser zu verstehen, was das für mein Geschwindigkeitsspektrum bedeutet, nutze ich den sehr hilfreichen Ritzelrechner. Damit kann ich ausrechnen, welches Geschwindigkeitspektrum ich mit den drei Variablen Kassette, Kettenblatt und Reifengröße erreichen kann. I ❤️ it!

Geschwindigkeitsspektrum berechnen: Wie man sieht, befindet sich in diesem Beispiel das Geschwindigkeitsspektrum bei 30 Zähnen und einer Trittfrequenz von 80 Umdrehungen bei ca. 7-37 km/h. Bei einem Kettenblatt mit 38 Zähnen hingegen befindet sich das Geschwindigkeitsspektrum in dieser Konstellation bei 9-47 km/h.

Inzwischen bieten die marktführenden Komponenten-Anbieter wie Shimano oder Sram zwar Gravel-Lösungen an, die bereits höhere Bandbreiten haben. Letztendlich ist das für Bikepacker, die vor allem im hügeligen Gelände unterwegs sind, noch immer nicht ausreichend oder aber sehr teuer. Mullet Lösungen bleiben also weiterhin brandaktuell. Der Markt von “Hacks” bietet dabei immer wieder neue Lösungen an. Deshalb lohnt es sich, den aktuellen Stand im Internet zu recherchieren, bevor Du Dich auf eine mögliche Lösung festlegst.

Achtung: Verlust der Gewährleistung Hilfreich kann es auch sein, den Rad-Mechaniker Deines Vertrauens zu fragen. Als ich mich 2019 für eine Mullett Lösung entschieden habe, war der Markt noch nicht so ausgereift wie jetzt. Bandbreite war für mich King. Wohl wissend, dass ich mich aufgrund der Nähe zu den Alpen viel im MTB Terrain bewegen werde, war es mir wichtig, einen schnellen und einen sehr leichten Gang zu haben. Außerdem sollte der Umbau nicht zu komplex sein, damit ich das auch noch selber hinkriege ohne ständig in die Werkstatt rennen zu müssen. Last, but not least, sollte es auch nicht zu teuer sein.

Mein Rad ist das Salsa Cutthroat, das mit einer 1×11 Sram Rival Schaltung kam. Ich wollte so viele Komponenten wie möglich wiederverwenden. Das Glück bei der Rival Schaltung ist, dass diese eine relativ hohe Bandbreite für die Kassette erlaubt, obwohl es sich hier originär um eine Rennrad-Schaltung handelt. Dabei ist fast immer das Schaltwerk die Achillesferse, der oft nicht für die ganz großen Ritzel hinten geeignet ist. Laut Sram ist lediglich eine Nutzung bis zu 42 Zähnen hinten gewährleistet. Nach etwas Recherche habe ich aber herausgefunden, dass auch 46 Zähne problemlos klappen sollten.

Die e-thirteen 9-46 Kassette

Die e-thirteen 9-46 Kassette als perfekte Lösung für all meine Anforderungen Ich machte mich also auf die Suche nach einer Kassette, die bis 46 Zähne hoch geht, aber dabei eine maximale Bandbreite erlaubt. Ich bin dabei schnell auf die e-thirteen 9-46 Kassette gekommen, die sagenhafte 511% Bandbreite bietet. Der Nachteil ist der Preis (ca. 200 EUR), das Gewicht und auch der Verschlussmechanismus zur Nabe. Diese Kassette kann mit der Sram Rival konfiguriert werden. Dafür muss jedoch am Hinterrad ein XD Freilaufkörper, also die MTB spezifische Nabe, eingebaut werden. Da dies relativ einfach geht und der Freilaufkörper nicht so teuer war, habe ich mich für diese Lösung entschieden. Natürlich gab es auch ein paar Wermutstropfen:

  • Der Sprung zwischen den Gängen ist recht hoch. Ich hatte damit als damals eher rennradorientierte Fahrerin etwas zu schaffen. Ich hatte immer das Gefühl, nicht mehr in meiner gewohnten Frequenz treten zu können. Es dauerte 2-3 Tage Eingewöhnungszeit bis ich nicht mehr einen Gang “dazwischen” suchte.
  • Der Mechanismus, wie die Kassette an der Nabe befestigt wird, ist sehr filigran. Ich hatte die Befürchtung, dass sich die Kassette lösen könnte. Meines Erachtens hat sich e-thirteen bewusst dafür entschieden, da sie nur so das kleinste Ritzel mit 9 Zähnen anbieten können und damit einmalig auf dem Markt sind. Mir ist in der Tat nach einer Woche die Kassette aus der Nabe “geflutscht”, da ich sie beim Einbau nicht komplett reingedrückt hab und sie nicht zu 100% passte.

Inzwischen bieten die normalen Anbieter wie Shimano Bikepacking gerechtere Schaltungen an, aber letztendlich noch nicht zur totalen Zufriedenheit. Dafür kommen mehr Lösungen von Drittanbietern auf den Markt, die sich immer besser dafür eignen.

Sollte ich meiner aktuellen Auswahl treu bleiben?

Als ich mich vor 3 Jahren für das obige Mullet entschieden habe, empfand ich diesen “Hack” als die beste Lösung für all meine Anforderungen. Ich werde auch weiterhin dieser Kombination treu bleiben. Sie funktioniert und schont mein Budget, auch wenn es sicherlich Lösungen gibt, die gleich gut oder sogar besser sein könnten. Wenn ich neu wählen könnte, welche Lösungen kämen dann in Frage? Würde ich mir heute eine Mullet Lösung mit dem gleichen Rad/ den gleichen Komponenten suchen, wäre ich auch an einer Gabaruk Lösung interessiert. Deren Kassette ist womöglich langlebiger (bei ähnlichem Preis), stylischer und bietet mit 10-50 Zähnen bei 11 Gängen ebenfalls eine gute Bandbreite. Da Du damit weit über die 46 Zähne hinten kommst und somit die maximale Reichweite der normalen Sram Rival Longcage (Käfig) überschreitest, müsstest Du den Sram Käfig mit dem von Gabaruk austauschen. Zudem müsstest Du auch, wie bei der e-thirteen Kassette, auf XD Nabe umbauen.

STOP - alles klar also zum Thema Mullet und Gravelbike Übersetzung? Hast Du Fragen zum Thema? Mich würde interessieren, mit welcher Übersetzung Du fährst und wie Du damit zufrieden bist? 👉Bevor Du weiter klickst würde ich mich RIESIG über einen Kommentar von Dir freuen. Danke Dir und machts gut!

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