Mountainbike zum Tourenrad umbauen: Eine detaillierte Anleitung

Viele Radfahrer stehen vor der Frage, wie sie ihr Mountainbike (MTB) in ein vielseitiges Tourenrad umwandeln können. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung, um diese Transformation erfolgreich durchzuführen. Dabei werden verschiedene Aspekte wie die richtige Übersetzung, die Auswahl der Komponenten und die Anpassung des Lenkers berücksichtigt.

Die richtige Übersetzung wählen

Die Übersetzung spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, ein Mountainbike tourentauglich zu machen. Bei der Übersetzung handelt es sich um die Abstufung der Schaltung, also die Kombination aus der Anzahl der Zähne an den Kettenblättern und der Kassette. Diese entscheidet, wie schwer und leicht du treten musst. In Kombination mit dem Umfang des Reifens kannst du für jeden Gang die entsprechende Entfaltung pro Kurbelumdrehung berechnen. Auch bei Nabenschaltungen kann die Übersetzung verändert werden.

Was ist die Entfaltung?

Die Entfaltungs-Werte sind die wichtigsten Parameter für die Berechnung der passenden Übersetzung. Sie sagen aus, wie viel Weg man pro Kurbelumdrehung zurücklegt. Dafür multipliziert man den Radumfang mit der reinen Übersetzung (Quotient aus Zähnen von Kettenblatt und Ritzel). Generell kann man sagen, dass Gänge mit einer Entfaltung von weniger als 2,5 m besonders bergtauglich sind. Entfaltungen im Bereich von 5 m sind besonders gut für leicht wellige Regionen, während im Flachland rund 7 m Entfaltung bevorzugt werden. Die restlichen Entfaltungen über 7 m sind für sehr sportliche Fahrer oder Bergabfahrten interessant.

Die Bedeutung der Zähnezahl

Die Hersteller geben die Zähnezahl der Kurbel und Kassette an. Diese Angaben sind wichtig, um zu wissen, wie leicht und schwer die Gänge sind. Bei der Angabe der Kurbel sieht man hier zunächst, dass es sich um eine 3-Fach-Kurbel handelt, da 3 Angaben gemacht werden (48-36-26). Somit hat das große Kettenblatt 48, das mittlere Kettenblatt 36 und das kleinste Kettenblatt 26 Zähne. Damit ist die Abstufung der Kurbel bekannt. Bei der Kassette hingegen findet man nur die Angaben des kleinsten und größten Ritzels. In diesem Fall verfügt das kleinste Ritzel über 11 und das größte Ritzel über 34 Zähne. Somit ist die Bandbreite der Kassette bekannt.

Hier eine Übersicht typischer Übersetzungen:

Fahrradtyp Kurbel Kassette
Trekkingbike 48-38-28 oder 48-36-26 11-32 oder 11-34
Mountainbike (Einsteiger) 40-30-22 11-36
Mountainbike (Sportlich) 36-26 (2-Fach) oder 1-Fach 11-42 oder 10-42 (SRAM)
Rennrad 53-39 (Standard), 52-36 (Semi-Kompakt), 50-34 (Kompakt) 11-25 bis 11-36

Komponenten und ihre Bedeutung

Schaltwerk und Umwerfer

Die Länge des Schaltwerks ist entscheidend für die Kettenspannung. Je mehr Gänge das Rad hat und je größer die Kassette und die Anzahl der Kettenblätter ist, desto länger muss die Kette sein. Entsprechend muss auch das Schaltwerk länger sein, damit die Kette ausreichend gespannt werden kann. Beim Umwerfer gibt es verschiedene Modelle für 2- und 3-Fach-Kurbeln. Hier werden zwei wichtige Angaben gemacht, die für die maximale Zähneanzahl des großen Kettenblatts sowie die Kapazität des Umwerfers.

Kette

Wechselt man den Antrieb, muss meist auch die Kette gewechselt werden. Dies macht Sinn, da neue Komponenten verbaut werden und oftmals die alte Kette zu kurz ist und schon einige Kilometer in Betrieb war. Sollte die Kette mal zu lang sein, könnte man diese passend für den neuen Antrieb kürzen.

Anpassung des Mountainbikes für Touren

Lenker

Ein wichtiger Aspekt beim Umbau eines Mountainbikes zum Tourenrad ist der Lenker. Der Surly Corner Bar ist ein Lenker den sich alle mal anschauen sollten, die eine Alternative zum Flat oder auch zum klassischen Drop Bar suchen. Er ist etwas bequemer und breiter für Drop Bar Fans und bietet etwas mehr Langstrecken-Tauglichkeit und Entspannung für MTB- oder Trekkingrad-Fahrer*innen.

Bremsen

Für das Gelände ist der Corner Bar ideal und zusammen mit den hydraulischen Shimano XT Bremsen einfach richtig gut. Für die Langstrecke habe ich mir dann noch meine Profile Design Aerobars dran gebaut - und dann erst später gelesen, dass Surly davon abrät. Aber unabhängig davon ist das die ideale Kombination für Touren, wie ich sie fahre.

E-Bike Optionen

Im E-Bike-Bereich werden, je nachdem, ob es sich um ein Mountainbike, Trekking-, Urban- oder Citybike handelt, Kettenschaltungen oder Nabenschaltungen verwendet. Meist sind dort schon optimale Übersetzungen verbaut. Durch die zusätzliche Unterstützung ist es auch im MTB-Bereich kein Problem, mit einer 1x11-Übersetzung zu fahren.

Auch bei der Kettenschaltung kann eine andere Kassette mit einem größeren oder kleinen Ritzel ausgewählt werden, falls die Standardübersetzung nicht ausreichen sollte. Entsprechend lässt sich auch das Kettenblatt wechseln.

Singlespeed Umbau

Besonders alte Fahrräder eignen sich gut für einen günstigen Umbau, den man selber durchführen kann. Wenn man ein altes Rad umbauen möchte, dann gibt es ein paar Dinge zu beachten, da sich nicht jedes Rad gut eignet.

Singlespeed vs. Fixie

Ein Singlespeed-Bike, oder Eingangrad, hat, wie der Name schon sagt, nur einen einzigen Gang und besitzt damit keine Gangschaltung. Ein Fixie (Fixedgear) ist ein spezielles Singlespeed-Rad.

E-Mountainbike oder E-Trekkingbike?

Trekkingbikes oder Tourenräder besitzen eine eher kurze Geometrie mit steilen Winkeln. Dadurch sitzt man aufrecht und komfortabel für lange Touren auf Straßen und Radwegen und für die Fahrt zur Arbeit. Mit einer guten Federung (manche E-Bike Tourenräder sind vollgefedert) können Trekkingbikes durchaus auch Schotterpisten bewältigen. Sie besitzen fest installierte Lichtanlagen und Schutzbleche sowie stabile Gepäckträger. Ihre Grenzen erreichen die Trekkingbikes, wenn es ernsthaft ins Gelände geht.

Grundsätzlich ist das E-MTB für den harten Geländeeinsatz konzipiert. Das geht los beim Rahmen, der nicht nur stabil, sondern auch ausreichend steif sein muss. Auch alle Komponenten und Anbauteile am E-MTB müssen den Belastungen im Gelände gerecht werden. Auf dem E-Mountainbike sitzt man gestreckter und sportlicher als auf dem Trekkingbike und bekommt dadurch mehr Druck aufs Vorderrad. So lassen sich Bremskräfte besser übertragen und die Traktion wird gleichmäßiger auf beide Räder verteilt.

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